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11.09.2019

Sloweniens Nahrungsmittelmarkt auf Wachstumskurs

Gute Wirtschaftslage treibt Nachfrage an / Von Waldemar Lichter

Ljubljana (GTAI) - Der slowenische Nahrungsmittelmarkt steht vor einem weiterem kräftigem Wachstum. Gut positionierte deutsche Anbieter können davon profitieren.

Der slowenische Markt für Nahrungsmittel und Getränke bekommt starken Rückenwind von der derzeit guten konjunkturellen Entwicklung im Land. Das Wirtschaftswachstum schwächt sich zwar ab, wird aber 2019 und 2020 mit 3,4 Prozent und 3,1 Prozent immer noch recht hoch bleiben. Wichtige Impulse dafür gehen dabei vom privaten Verbrauch aus. Prognosen des Wirtschaftsforschungsinstituts IMAD zufolge wird der private Konsum in den beiden Jahren real um 2,4 Prozent und 2,2 Prozent zulegen.

Markt wird 2022 Marke von 4 Milliarden Euro knacken

Die steigenden Einkommen beflügeln den Nahrungsmittelmarkt. Der Verbrauch wächst, gleichzeitig wird die Nachfrage nach Premium-Produkten stärker. Für die Jahre 2018 bis 2022 rechnen Experten der Marktforschungsfirma FitchSolutions mit einer Zunahme der Umsätze von 4,8 Prozent pro Jahr. Das Umsatzvolumen wird nach ihrer Schätzung von 3,1 Milliarden Euro im Jahr 2015 auf rund 4,0 Milliarden Euro im Jahr 2022 zulegen.

Das Wachstum fällt allerdings je nach Produktgruppe unterschiedlich stark aus. Am kräftigsten ausfallen werden die Umsätze den Prognosen von FitchSolutions zufolge bei frischem und konserviertem Obst (rund 47 Prozent) und Gemüse (30 Prozent), Fisch und -produkten (40 Prozent), Zucker und -erzeugnissen (36,9 Prozent), Milchprodukten (36,4 Prozent) und bei Backwaren (37,6 Prozent). Die mit Abstand umsatzstärksten Gruppen sind aber Fleisch und Geflügel sowie Molkereiprodukte.

Umsätze nach Produktgruppen (in Millionen Euro)
2016 1) 2018 1) 2020 2) 2022 2)
Nahrungsmittel, insgesamt 3.054 3.369 3.687 3.988
davon
.Brot, Reis und Getreide 225,2 220,7 215,5 210,0
.Teigwaren 48,7 54,1 59,4 64,5
.Backwaren 309,9 349,2 389,1 426,9
.Fleisch und Geflügel 760,7 822,2 883,7 941,5
.Fisch und -produkte 105,2 119,2 133,5 147,1
.Milchprodukte 661,1 742,4 824,8 902,9
.Speiseöle und -fette 107,7 116,6 125,5 133,9
.Frische und konservierte Früchte 294,5 341,0 388,5 433,6
.Frisches und konserviertes Gemüse 109,9 121,0 132,3 142,9
.Zucker und -produkte 278,3 313,0 348,2 381,5

Quelle: Fitch Solutions

1) Schätzung; 2) Prognose

Lebensmittelhandel von sechs Unternehmen beherrscht

Auf der Vertriebsseite dominieren sechs Akteure den modernen Lebensmittelhandel in Slowenien. Dazu gehören die Handelsketten Mercator, Spar Slovenia, Tus, Hofer, Lidl und der italienische Discounter Eurospin. Berichten aus der Branche zufolge kommen sie zusammen auf einen Marktanteil von gut über 80 Prozent.

Die Bedeutung Mercators dürfte in nächster Zeit allerdings abnehmen. Das Unternehmen gehört seit 2014 dem angeschlagenen kroatischen Handels- und Lebensmittelkonzern Agrokor (seit 2019: Fortenova Group). Im Rahmen einer Vereinbarung, die Agrokor 2018 mit seinen Gläubigern abgeschlossen hatte, wird auch Mercator zum Abbau seiner Schulden verpflichtet. Dazu sollen 13 Einkaufszentren des Unternehmens in Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien sowie in der slowenischen Hafenstadt Koper verkauft werden.

Wichtigste Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels (Umsatz in Millionen Euro)
Unternehmen Märkte/ Supermärkte Umsatz 2017 Umsatz 2018
Poslovni Sistem Mercator d.d. Mercator 1.199 1.191
Internationale Spar Centrale BV Spar, Interspar 752 k.A.
Engrotus d.d. Tus 485 k.A.
Hofer trgovina d.o.o. (Aldi-Gruppe) Hofer 465 k.A.
Lidl d.o.o. k.d. (Schwarz-Beteiligungs GmbH) Lidl k.A. k.A.
Eurospin Eko d.o.o. (Eurospin Italia S.p.A.) Eurospin 127 k.A.

Quelle: EMIS Intelligence

Die gestiegene Nachfrage auf dem Binnenmarkt ließ in den vergangenen Jahren auch die Einfuhren von Nahrungsmitteln und Getränken kräftig wachsen. Die Importe von Lebensmitteln und lebenden Tieren nahmen zwischen 2010 und 2018 nach Angaben von Eurostat um 45,8 Prozent von 1,7 Milliarden auf rund 2,5 Milliarden Euro zu. Am stärksten sind die Einfuhren dabei bei Kaffee, Tee und ähnlichem, Getreide und -zubereitungen sowie Fleisch und -produkten gestiegen.

Deutsche Produkte mit guter Marktposition

Erzeugnisse aus Deutschland konnten ihre Position auf dem slowenischen Markt in den vergangenen acht Jahren behaupten und sogar leicht ausbauen. Am höchsten ist der Anteil Deutschlands an slowenischen Importen in der Warengruppe Milcherzeugnisse (2010: 25,5 Prozent; 2018: 28,6 Prozent), Zucker- und -erzeugnisse (2010: 18,8 Prozent; 2018: 17,1 Prozent) sowie Fleisch und -produkte (2010: 16,5 Prozent; 2018: 9,6 Prozent).

Importe von Nahrungsmitteln und Getränken (in Millionen Euro)
SITC-Produktgruppe 2017 2018 davon aus Deutschland 2018
0 Nahrungsmittel und lebende Tiere 2.308,4 2.469,5 265,3
.00 lebende Tiere 29,4 31,1 1,9
.01 Fleisch und -zubereitungen 273,3 290,0 28,0
.02 Milch und Milcherzeugnisse 184,6 192,6 55,0
.03 Fische und -zubereitungen 99,5 103,8 8,2
.04 Getreide und -erzeugnisse 294,1 330,4 29,7
.05 Gemüse und Früchte 598,6 589,0 38,9
.06 Zucker und -waren 75,3 76,7 16,9
.07 Kaffee, Tee, Kakao, Gewürze und Waren daraus 192,3 215,3 36,8
.08 Tierfutter 367,3 429,7 15,2
.09 Verschiedene genießbare Waren und Zubereitungen 194,1 210,9 34,7
.11 Getränke 143,9 155,7 15,5

Quelle: Eurostat

Geschäftserkundungsreise nach Slowenien

Über Chancen auf dem slowenischen und kroatischen Markt können sich deutsche Unternehmen im Rahmen einer Geschäftsreise zum Thema Lebensmittel vom 18. bis 22. November 2019 in Zagreb und Ljubljana informieren. Veranstalter ist die GEFA Exportservice GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), gemeinsam mit der AHK Slowenien und der AHK Kroatien als Durchführer vor Ort.

Kontaktadressen

GEFA Exportservice GmbH

Ansprechpartner: Paulina Minzila

Gertraudenstraße 20

10178 Berlin

T +49 (0)30 40 00 477 10

minzila@gefaexportservice.com

http://www.germanexport.org/gefa-exportservice-gmbh.html

Weitere Informationen zu Slowenien finden Sie unter http://www.gtai.de/Slowenien

Dieser Artikel ist relevant für:

Slowenien Einzelhandel, Getränke, Nahrungsmittel

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Ingeborg Kozel

‎+49 228 24 993 365

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