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03.09.2019

Slowenisches Bahnprojekt Maribor - Sentilj schreitet voran

EU sagt Kohäsionsmittel zu / Von Waldemar Lichter

Ljubljana (GTAI) - Die geplante Modernisierung der Bahnstrecke Maribor - Sentilj in Slowenien hat eine wichtige Finanzierungszusage erhalten. Von der Europäischen Kommission kommen 101 Millionen Euro.

Der Ausbau und die Erneuerung der bestehenden Eisenbahnlinie zwischen Maribor, der zweitgrößten Stadt in Slowenien, dem Ort Sentilj und der Grenze zu Österreich mit Weiterführung Richtung Graz ist eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte des Landes im Bahnsektor. Die Investitionskosten werden auf insgesamt 253 Millionen Euro geschätzt. Das Vorhaben wird in mehreren Etappen bis Mitte 2023 realisiert. Mit der Durchführung erster Teilprojekte wurde im Juni 2018 begonnen.

Das Vorhaben hat nun eine wichtige Hürde im Hinblick auf seine Finanzierung genommen. Ende August 2019 teilte die Europäische Kommission mit, dass Slowenien 101 Millionen Euro aus Mitteln des Kohäsionsfonds der Europäischen Union (EU) dafür erhalten werde. Das Projekt wird im Zusammenhang mit dem Ausbau der europäischen Verkehrskorridore realisiert. Die Strecke Maribor - Sentilj gehört zur baltisch-adriatischen Transportachse und ist für den Gütertransport vom slowenischen Adria-Hafen Koper nach Mitteleuropa von Bedeutung.

Höhere Transportkapazität und Verkehrsgeschwindigkeit vorgesehen

Ziel des Ausbauprojektes ist es, die Transportkapazität der Strecke zu erhöhen. So soll die erlaubte Verkehrsgeschwindigkeit von derzeit 80 auf 120 Kilometer pro Stunde und die zulässige Achsellast von 20 auf 22,5 Tonnen pro Achse erhöht werden. Die Reisedauer von Passagierzügen zwischen Maribor und Graz wird um 25 Minuten auf 45 Minuten verkürzt. Pro Tag werden auf der Strecke 84 (früher 67) Züge verkehren können.

Vorgesehen sind dabei die Erneuerung und Modernisierung von 18 Kilometern bestehender Bahnstrecke, die Modernisierung des Tunnels Sentilj und Renovierung von vier Bahnhöfen, die Installation von Signalausrüstungen und Lärmschutzanlagen sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit (unter anderem Bahnübergänge). Außerdem sollen 2,8 neue Bahnkilometer einschließlich eines Tunnels und eines Viadukts errichtet werden. Für die zweite Phase bis 2026 wird der zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke ins Auge gefasst.

Erste Aufträge an slowenische Firmen vergeben

Zu den ersten Maßnahmen im Rahmen des Vorhabens gehört der Ausbau des 13 Kilometer langen Abschnitts zwischen Pesnica bei Maribor und Sentilj einschließlich der Bahnhöfe an beiden Orten. Der Vertrag darüber (44,4 Millionen Euro; Frist: 14 Monate) wurde im Juni 2018 mit den slowenischen Firmen Pomgrad, SZ-ZGP (Zeleznisko gradbeno podjetje Ljubljana d.d.), GH Holding und Gorenjska gradbena druzba unterzeichnet.

Im September 2018 folgte der Abschluss eines Vertrages über die Modernisierung der Strecke Maribor - Pocehova sowie die Erneuerung der Bahnhöfe in Maribor und Maribor-Tezno (55 Millionen Euro; Fertigstellung bis 30. September 2020) mit SZ-ZGP, Pomgrad, Kolektor Koling und GH Holding. Den Auftrag für die Errichtung von Lärmschutzanlagen (10,1 Millionen Euro; Fertigstellung: Dezember 2021) auf der Strecke Pesnica - Sentilj haben SZ-ZGP und Pomgrad erhalten.

Strabag und Cengiz mit Geboten für Teilstrecke

Um einen Auftrag für die Modernisierung eines weiteren Abschnitts von 16 Kilometern Länge haben sich bei einem im Mai 2019 ausgeschriebenen Tender drei Bieter beworben. Dazu gehört ein slowenisches Konsortium unter Führung von Pomgrad mit Beteiligung von Kolektor Koling, SZ-ZGP, GH Holding und Gorenjska gradbena druzba mit dem niedrigsten Gebot von 101 Millionen Euro. Bewerber sind ferner die türkische Firma Cengiz (117,4 Millionen) und die österreichische Strabag (136,6 Millionen Euro). Die Entscheidung über die Auftragsvergabe wird für Oktober 2019 erwartet.

Weitere Informationen zu Slowenien finden Sie unter http://www.gtai.de/Slowenien

Dieser Artikel ist relevant für:

Slowenien Eisenbahnbau

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