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05.08.2019

Sri Lanka - die glanzvolle Insel

Wirtschaftlicher Aufschwung im Indischen Ozean / Von Viktoria Eberhard und Judith Geller*)

Berlin (GIZ) - Der Inselstaat im Indischen Ozean ist ein beliebtes Ziel für Touristen aus aller Welt. Seit dem Ende des fast 30-jährigen Bürgerkriegs 2009 hat das Land große Entwicklungsfortschritte gemacht.

Die Demokratische Sozialistische Republik Sri Lanka liegt südlich von Indien im Indischen Ozean. Häufig nur wenige Kilometer voneinander entfernt gelegen, vereinigt Sri Lanka auf einer Gesamtfläche von 65.610 Quadratkilometern die unterschiedlichsten Landschaften. Während die Küsten von endlosen Stränden gezeichnet sind, findet man im Landesinneren Regenwald und undurchdringlichen Dschungel. Das Hochland ist geprägt von Hügellandschaften, auf denen seit Mitte des 19. Jahrhunderts der berühmte Ceylon Tee angebaut wird. Ebenso unterschiedlich wie das Landschaftsbild ist auch das Klima des Inselstaates. Insgesamt herrscht tropisch feuchtheißes Klima, das sich jedoch je nach Höhe und Lage innerhalb des Landes deutlich unterscheiden kann und durch Monsune aus dem Indischen Ozean und dem Golf von Bengalen beeinflusst wird. Sri Lanka verfügt über eine große Biodiversität und beheimatet zahlreiche endemische Tier- und Pflanzenarten.

Religiöse und kulturelle Vielfalt

Offizielle Hauptstadt des Inselstaates ist Sri Jayewardenepura mit rund 100.000 Einwohnern, de facto ist jedoch Colombo das politische und wirtschaftliche Zentrum des Landes. Etwa 2,3 Millionen Menschen leben im Ballungsraum der Großstadt. Insgesamt leben in Sri Lanka circa 20,7 Millionen Einwohner. Knapp 75 Prozent davon zählen zur Volksgruppe der Singhalesen, die größte ethnische Minderheit bilden die Tamilen mit 15,4 Prozent. Die offiziellen Amtssprachen Sri Lankas sind Sinhala und Tamil, Englisch fungiert als verbindende Verkehrssprache. Ortsnamen und Beschriftungen in Bussen und Zügen finden sich üblicherweise in allen drei Sprachen. Sri Lanka ist ein Land der religiösen Vielfalt: 70,2 Prozent der Bevölkerung sind Buddhisten, 15,5 Prozent Hindus, 7,6 Prozent Muslime und 7,5 Prozent Christen. Die religiöse und kulturelle Vielfalt prägt auch die Architektur des Landes. So findet man oftmals einen Tempel oder eine Dagoba direkt neben einer christlichen Kirche oder einer Moschee.

Von der Kolonialzeit in die Unabhängigkeit

Aufgrund ihrer strategisch günstigen Lage bildete die Insel im Indischen Ozean seit der Antike einen wichtigen Knotenpunkt für die Seefahrt. Über zwei Jahrtausende wurde Sri Lanka von lokalen Königreichen regiert, bis große Teile der Insel im 16. Jahrhundert zunächst durch die Portugiesen und anschließend durch die niederländische Ostindien-Kompanie kolonialisiert wurden, 1815 wurde der gesamte Inselstaat schließlich Teil des britischen Weltreichs. 1948 wurde das damals Ceylon genannte Land innerhalb des Britischen Commonwealth unabhängig und 1972 schließlich zur eigenständigen Republik Sri Lanka. Seither ist das Land eine unitarische Präsidialrepublik mit parlamentarisch-demokratischer Ordnung.

Im Jahr 1983 entfachte ein bewaffneter Konflikt, in dem tamilische Separatisten um die Unabhängigkeit des Inselstaates kämpften. Vor allem die sogenannten "Liberation Tigers of Tamil Eelam" (LTTE) forderten, aus den tamilischen Siedlungsgebieten im Norden und Osten der Insel, die hauptsächlich singhalesisch dominiert waren, einen unabhängigen Staat zu bilden. Dieser wachsende ethnische Konflikt zwischen Singhalesen und Tamilen mündete in einen über 25 Jahre andauernden Bürgerkrieg, der erst im Mai 2009 durch sri-lankische Regierungstruppen beendet wurde.

Stabile Beziehungen zu Deutschland

Seither befindet sich Sri Lanka in einer Wiederaufbauphase mit hohen wirtschaftlichen Wachstumsraten. Der Internationale Währungsfonds (IWF) stuft Sri Lanka als Land mittleren Einkommens ein und bescheinigt gute Fortschritte bei der Erreichung der Sustainable Development Goals (SDGs). Im Mittelpunkt des Aktionsplans der Regierung (Vision 2025) stehen die Förderung der globalen Wettbewerbsfähigkeit und Exportorientierung der Wirtschaft. In den letzten zehn Jahren realisierte Sri Lanka ein starkes Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 6 Prozent. Dies hat zu mehr Wohlstand und so zum Rückgang der extremen Armut geführt (von 23 auf 9 Prozent). Allerdings leben auch heute noch etwa 20 Prozent der Bevölkerung nur knapp oberhalb der nationalen Armutsgrenze mit großer Anfälligkeit für wirtschaftliche Schwankungen.

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Sri Lanka basieren seit über 60 Jahren auf einer guten Zusammenarbeit. Seit 1958 engagiert Deutschland sich entwicklungspolitisch in Sri Lanka und unterstützt gemeinsam mit weiteren europäischen Partnern insbesondere die Einhaltung der Menschenrechte sowie die Weiterentwicklung des Friedensprozesses. Regional konzentriert sich die deutsche Entwicklungszusammenarbeit auf die vom Bürgerkrieg zerstörten Gebiete im Norden und Osten der Insel, thematisch vor allem auf den Schwerpunkt Friedensentwicklung und Krisenprävention. Im Vordergrund stehen dabei entwicklungspolitische Vorhaben in den Bereichen Berufsbildung, Friedenserziehung und Privatwirtschaftsförderung. So werden beispielsweise die Rahmenbedingungen für kleine und mittlere Unternehmen insbesondere in den früheren Konfliktgebieten verbessert und Unternehmen gezielt dabei unterstützt, in moderne Technologien zu investieren und ökologisch nachhaltig zu wirtschaften. Im Fokus stehen dabei die Bereiche ökologische Landwirtschaft, Tourismus und Informationstechnologie.

Trotz stetiger wirtschaftlicher Weiterentwicklung weist Sri Lanka hohe regionale Unterschiede in Bezug auf die Erbringung der gesamten Wirtschaftsleistung auf. Während die Region rund um Colombo fast die Hälfte der gesamten Wirtschaftsleistung erbringt, verteilt sich die andere Hälfte ungleichmäßig auf den Rest des Landes. Die Arbeitslosenquote liegt bei den erwachsenen erwerbsfähigen Personen bei 4,6 Prozent, bei Jugendlichen ist sie mit rund 20 Prozent jedoch etwa fünfmal so hoch. Die Vermeidung der negativen Folgen der Transition zum Schwellenland oder eine inklusive sozioökonomische Entwicklung sind zwei wichtige Voraussetzungen für den Erhalt des Friedens im Land. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ist daher sehr daran interessiert, Perspektiven zu schaffen und den Zusammenhalt innerhalb der Bevölkerung zu stärken.

Aktuelle Lage

Am 21. April 2019 wurden in Colombo, im 30 Kilometer entfernten Negombo sowie im nordöstlichen Batticaloa Terroranschläge mit islamistischen Hintergründen verübt, die zahlreiche Todesopfer und Verletzte forderten. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden seitdem deutlich verschärft, die Präsenz der Sicherheitskräfte landesweit verstärkt. Die innenpolitische Lage ist seitdem angespannt.

Allgemeine und aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise erteilt das Auswärtige Amt: https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/srilankasicherheit/212254

(Stand: Juni 2019)

Kontaktadressen

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland

40 Alfred House Avenue

Colombo 3

Sri Lanka

T +94 11 258 04 31

F +94 11 258 04 40

E info@colombo.diplo.de

http://www.colombo.diplo.de

Botschaft von Sri Lanka

Niklasstraße 19

14163 Berlin

T +49 30 80 90 97 49

F +49 30 80 90 97 57

E slemb.berlin@mfa.gov.lk

http://www.srilanka-botschaft.de

*) Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Weitere Informationen zu Wirtschaftslage, Branchen, Geschäftspraxis, Recht, Zoll, Ausschreibungen und Entwicklungsprojekten in Sri Lanka können Sie unter http://www.gtai.de/sri-lanka abrufen. Die Seite http://www.gtai.de/asien-pazifik bietet einen Überblick zu verschiedenen Themen in Asien-Pazifik.

Dieser Artikel ist relevant für:

Sri Lanka Wirtschaftslage, -entwicklung, allgemein, Wirtschaftspolitik, allgemein

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