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13.09.2019

Sri Lankas Mobilfunkmarkt ist nahezu gesättigt

Unterschiede zwischen Stadt und Land / Von Heena Nazir

Mumbai (GTAI) - Die Mobilfunkversorgung liegt in Sri Lankas urbanen Regionen bei über 100 Prozent. In den ländlichen Gebieten ist jedoch noch Bedarf vorhanden.

Laut Informationen des Rechercheinstituts Economist Intelligence Unit (EIU) gab es 2018 circa 32,4 Millionen Mobilfunkabonnenten in Sri Lanka. Die Experten erwarten, dass die Zahl der Kunden bis 2020 noch um etwa 150.000 Millionen weitere ansteigen wird. Damit würde die Versorgungsdichte im Mobilfunk, bei einer Bevölkerung von circa 21 Millionen, bei weit über 100 Prozent liegen.

Telekommunikationsversorgung in Sri Lanka
2012 1) 2014 1) 2016 1) 2018 1) 2020 2)
Festnetzanschlüsse (in 1.000) 3.452 2.047 1.545 2.484 1.235
Festnetzleitungen (pro 100 Personen) 16,9 9,9 7,4 11,5 5,8
Mobilfunkabonnements (in 1.000) 20.324 22.123 26.228 32.373 32.528
Mobilfunkabonnements (pro 100 Personen) 99,5 107,3 125,9 150 152,3

1) Schätzung; 2) Prognose

Quelle: The Telecommunications Regulatory Commission of Sri Lanka, GlobalData; GSMA Intelligence, ITU, World bank, Economist Intelligence Unit, August2019

Der hohe Versorgungsgrad im Mobilfunk deutet darauf hin, dass viele Nutzer mehrere SIM-Karten besitzen oder dass Betreiber möglicherweise inaktive Konten nicht schließen, die möglicherweise von Touristen eröffnet wurden. Branchenkennern zufolge, geht der Zuwachs bei den Mobilfunkabonnements hauptsächlich von den ländlichen Gegenden aus, wo das Netz nicht ausreichend oder nicht vorhanden ist.

Die Verteilung konzentriert sich hauptsächlich auf die urbanen Regionen. Die Penetration in ländlichen Gebieten ist um einiges geringer, und zwar vor allem in den vom Bürgerkrieg (1983 bis 2009) stark betroffenen Regionen. Repräsentative Daten über die Verteilung von Mobilfunkabonnements liegen jedoch nicht vor.

Mobilfunkgesellschaften meist im Besitz ausländischer Unternehmen

Ausländische Investoren dürfen eine Mobilfunkgesellschaft zu 100 Prozent besitzen. Alle fünf bestehenden Betreiber sind entweder vollständig oder teilweise im Besitz ausländischer Unternehmen. Laut der Telecommunications Regulatory Commission of Sri Lanka (TRCSL) gibt es derzeit fünf lizenzierte Betreiberfirmen in Sri Lanka: Mobitel (ehemaliger Monopolist Sri Lanka Telecom, auch weiterhin unter Regierungskontrolle), Dialog Axiata (kontrolliert von Malaysias Axiata Group), Etisalat Sri Lanka (Vereinte Arabische Emirate); Hutchison Telecom oder Hutch Sri Lanka (Teil eines Mischkonzerns mit Firmensitz in Hongkong) sowie BhartiAirtel Lanka (Indien).

Dies sind recht viele Anbieter für ein Land, das nur ungefähr 21 Millionen Einwohner hat und dessen Markt nahezu gesättigt ist. Das Wachstum der Mobilfunkbranche wird vor allem von preiswerten Prepaid-Abos getragen. Die Daten der Betreiber lassen darauf schließen, dass Prepaid ungefähr 80 bis 90 Prozent aller Abonnements ausmachen. Die Regulierungsbehörde stellte für diese Analyse jedoch nicht die aktuellsten Zahlen zur Verfügung.

Regierung plädiert für Konsolidierung

Laxe Regulierungen und hohe Wachstumsraten haben einen starken Wettbewerb in der Telekommunikationsbranche Sri Lankas gefördert, was zu Gewinnrückgängen bei den Unternehmen führte. Eine innovative und aggressive Preispolitik - wie etwa die Abrechnung pro Sekunde und Dienstleistung, die von vielen Betreibern 2009 eingeführt wurde - dürfte auch weiterhin bleiben. Langfristig gesehen sind höhere Gewinne in der Branche nur erreichbar, wenn die Effizienz des Sektors durch Konsolidierungen gesteigert und die Infrastruktur in den kommenden Jahren verbessert wird.

Auch der sri-lankische Minister für Telekommunikation und Digitale Infrastruktur, Harin Fernando, sieht Firmenfusionen als Mittel gegen Überkapazitäten in der Branche. Er will erreichen, dass sich durch Zusammenlegung der fünf Betreiberunternehmen die Zahl der Anbieter auf zwei oder drei reduziert.

Steuererhöhungen könnten zu Unternehmensfusionen führen

Um das Haushaltsdefizit zu verringern, erhöhte die Regierung die Steuern auf Telekommunikationsdienste 2014 von 20 Prozent auf 25 Prozent. Darüber hinaus wurde ab Mai 2016 eine Mehrwertsteuer (VAT - Value-added Tax) von 15 Prozent sowie eine Nation-building Tax (Landesaufbausteuer) von 2 Prozent erhoben, was die Gesamtsteuerlast auf Datendienste um circa 32 Prozent erhöht hat.

Die Regierung Sri Lankas plant zudem, eine monatliche Gebühr in Höhe von 200.000 Sri Lanka Rupien (etwa 1.300 US-Dollar) für jeden Mobilfunkturm zu erheben, der seit April 2018 an den Start ging. Langfristig soll die Zahl der Funktürme reduziert und öffentliche Ausgaben eingespart werden. Vertreter der Branche schätzen, dass zusätzliche Steuern und Gebühren einen Anstieg der Betriebskosten von bis zu 174 Prozent ausmachen.

Kontaktanschriften

Bezeichnung Internetadresse Anmerkungen
AHK Indien http://indien.ahk.de Anlaufstelle für deutsche Unternehmen
Sri Lanka Association of Software and Service Companies (SLASSCOM) https://slasscom.lk Fachverband
Information and Communication Technology Agency of Sri Lanka (ICTA) https://www.icta.lk Staatliche Agentur für Informations- und Kommunikationstechnologie
Telecommunications Regulatory Commission of Sri Lanka http://www.trc.gov.lk Regulierungskommission für Telekommunikation von Sri Lanka

Weitere Informationen zu Wirtschaftslage, Branchen, Geschäftspraxis, Recht, Zoll, Ausschreibungen und Entwicklungsprojekten in Sri Lanka können Sie unter http://www.gtai.de/sri-lanka abrufen. Die Seite http://www.gtai.de/asien-pazifik bietet einen Überblick zu verschiedenen Themen in Asien-Pazifik.

Dieser Artikel ist relevant für:

Sri Lanka Telekommunikationsdienste, Telekommunikations- u. Navigationstechnik (inkl. Mobilfunk)

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