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18.01.2018

Stabile bis steigende Nachfrage bei Landmaschinen und Traktoren in Marokko

Erholung der landwirtschaftlichen Produktion / Deutsche Lieferungen bei Maschinen zur Nahrungsmittelverarbeitung ausbaubar / Von Fausi Najjar

Tunis (GTAI) - Das starke landwirtschaftliche Wachstum im Jahr 2017 nach einer schweren Dürre in der Vorsaison beflügelt die Anschaffungen von Landtechnik in Marokko. Eine spürbare Erholung ist auch bei der Nahrungsmittelverarbeitung zu verzeichnen. Mit dem Plan Maroc Vert (PMV) und dem Plan d' Accélération Industrielle stehen sowohl die Landwirtschaft als auch die Nahrungsmittelverarbeitung im Fokus staatlicher Entwicklungsbemühungen.

Landwirtschaftliche Produktion

Für das Jahr 2017 ist ein reales landwirtschaftliches Wachstum von rund 13 Prozent zu erwarten. Laut Wirtschaftsdienst Economist Intelligence Unit (EIU) schrumpfte die Landwirtschaft im Jahr 2016 um 11,5 Prozent. Grund hierfür war eine Dürre während der Agrarsaison 2015/16. Diese hatte die schwächste Getreideernte der letzten 30 Jahre zur Folge. Beachtlich ist, dass trotz des schwachen Jahres 2016 in der Warenbilanz bei den Nahrungsmitteln ein Defizit von nur 52 Millionen Euro zu verzeichnen war. Dies ist umso erstaunlicher, weil in den Jahren 2012 bis 2014 das Defizit im Jahresdurchschnitt bei mehr als 590 Millionen Euro lag.

Aufgrund der hohen jährlichen Niederschlagsschwankungen sind nur zeitnahe Prognosen möglich. Im Jahr 2018 ist mit einem moderaten Rückgang beim Agrarwachstum zu rechnen: Die marokkanische Regierung geht in ihrer Budgetplanung für 2018 von einem Minus von 1,1 Prozent aus. Bei der Nahrungsmittelverarbeitung ist für 2017 ein deutliches Wachstum zu verzeichnen. So ist der Industriezweig im 3. Quartal gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 4,8 Prozent gestiegen und konnte sich damit vom insgesamt schwachen Wachstum der verarbeitenden Industrie (1,9 Prozent) deutlich abheben.

Der Anteil der Landwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt (BIP) belief sich in den Jahren 2012 bis 2015 im Jahresdurchschnitt auf 11,6 Prozent. Im Jahr 2016 waren es 10,9 Prozent. Auf die Fischindustrie entfielen 1,1 Prozent. Die Nahrungsmittelverarbeitung trägt 30 Prozent zum industriellen BIP bei und stellt 22 Prozent der Beschäftigten in der Industrie. Mit rund 40 Prozent der Beschäftigten in der Landwirtschaft (einschließlich Fischerei) nimmt der Agrarsektor eine zentrale Funktion für Konsum und Beschäftigung ein. Zudem senken gute Erntejahre die hohen Importe bei Getreide und entlasten damit die Außenhandels- und Leistungsbilanz.

Exportorientierte Landwirtschaft

Mit dem im Februar 2012 verabschiedeten Abkommen zwischen der Europäischen Union und Marokko zur Liberalisierung des Handels mit unverarbeiteten und verarbeiteten Agrar- und Fischereierzeugnissen verfügen die marokkanische Landwirtschaft und Agrarindustrie im Prinzip über einen weitgehend offenen Zugang zum europäischen Markt. Im Dezember 2015 hatte jedoch der europäische Gerichtshof das Abkommen zwischen Marokko und der Europäischen Union (aufgrund von Fragen über die Einbeziehung der Westsahara in den Vertrag) teilweise aufgehoben; am 21. Dezember 2016 hatte er wiederum die Gültigkeit des Vertrages festgestellt. Neben der Europäischen Union als wichtigstem Absatzmarkt für Agrarprodukte orientiert sich Marokko auch auf andere Märkte und zwar vor allem auf Russland, mit dem 2015 ein Freihandelsabkommen abgeschlossen worden war. Marokko liefert Zitrusfrüchte nach Russland.

Exporte von Agrarprodukten (in Mio. Euro)
2013 2014 2015 2016
Fisch und Meeresfrüchte (verarbeitet und nicht verarbeitet) 1.067 1.105 1.284 1.413
Frische Tomaten 324 362 489 463
Zitrusfrüchte 290 282 352 327
Gemüse (frisch und behandelt) 264 272 327 324
Weitere Nahrungsmittel 1.071 1.184 1.372 1.534
Gesamt 3.016 3.207 3.825 4.061

Quelle: Bank Al Maghrib 2015, 2016, 2017

Starkes Gefälle in der Landwirtschaft und Nahrungsmittelverarbeitung

Kennzeichnend für den landwirtschaftlichen Sektor ist ein hohes Einkommensgefälle. Knapp 70 Prozent der landwirtschaftlichen Einheiten verfügen über weniger als fünf Hektar und 23 Prozent des Agrarlandes. Auf rund ein Prozent der Familien mit agrarischem Landbesitz entfällt hingegen mehr als 15 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche. Die kapitalstarken Großbetriebe betreiben überwiegend den exportorientierten Anbau von Zitrusfrüchten, Oliven und Gemüse. Auf diese lukrativen Anbausorten entfallen 45 bis 50 Prozent des agrarischen Bruttoinlandprodukts. Die Herstellung von Fleisch gewinnt an Bedeutung. Der Getreideanbau umfasst moderne Bewirtschaftungsformen (Atlantikküste und Zentrum), während er in den agrarischen Randzonen in weiten Teilen für den Eigenbedarf bestimmt ist.

Auch die Nahrungsmittelverarbeitung ist ungleich aufgebaut. Von den mehr als 2.000 Betrieben sind über 90 Prozent als kleine und mittlere Betriebe zu zählen. Rund ein Drittel des Industriezweiges ist in und um Casablanca angesiedelt. Das Produktionsniveau fällt in der Branche stark unterschiedlich aus. In den Bereichen Zucker, Öl und Milch ist eine starke Dominanz einiger Unternehmen hoch. Hier sind große nationale Firmen wie Consumar und Brasserie du Maroc sowie multinationale Konzerne wie Danone, Unilever, Avril, Nestlé und Mondelez Food vertreten.

Markt für Landtechnik

Wichtigste Nachfragegruppe für Feldtechnik sind die großen landwirtschaftlichen Betriebe (ab 50 Hektar beziehungsweise 20 Hektar bewässerter Fläche), die rund 25 Prozent des landwirtschaftlich genutzten Landes abdecken. Trotz des Umstandes, dass die Anbaufläche für Getreide laut PMV um 50 Prozent reduziert werden soll, ist weiterhin mit einer stabilen bis steigenden Nachfrage bei Landmaschinen und Traktoren zu rechnen. Zunehmend gewinnt der Anbau von Kartoffeln an Bedeutung. Mit einer Expansion und entsprechender Nachfrage für Landtechnik ist beim Zuckerrübenanbau zu rechnen. Auch der Anbau von Zitrusfrüchten und Gemüse ist ein Schwerpunkt des PMV und wird dynamisch bleiben. Die Nachfrage bei Erntetechnologien und bei Nacherntebehandlung und -verpackung für Obst und Gemüse bleibt stabil. In den letzten Jahren hat sich die heimische Milchproduktion verdreifacht.

Einige Trends in der landwirtschaftlichen Produktion
Getreideanbau Es ist mit einer weiteren stetigen Nachfrage bei der Feldtechnik für den Getreideanbau zu rechnen. In den letzten fünf Jahren erzielten die Getreideernten - trotz einer extrem schwachen Ernte 2015/16 - rund 8,2 Millionen Tonnen im Jahresdurchschnitt. In den fünf Jahren davor (2007/8 bis 2011/12) waren es 7,4 Millionen Tonnen und im gleichen Zeitabschnitt davor 6,5 Millionen Tonnen.
Obst- und Gemüse Mit rund 25 Prozent der agrarisch genutzten Fläche entfallen rund 60 Prozent des Umsatzes auf den Anbau von Obst und Gemüse. Die Branche ist stark exportorientiert. Rund die Hälfte der Exportware ist Frischware. Neben der EU haben zunehmend Russland und die arabischen Golfstaaten an Bedeutung hinzugewonnen.
Milch Die Milchproduktion in Marokko ist von 1,25 Milliarden Liter auf 2,5 Milliarden Liter im Jahr 2016 gestiegen. Noch dürfte der Eigenbedarf - bei niedrigem Pro-Kopf-Konsum - nicht gedeckt sein, allerdings bei rund 90 Prozent liegen. Nach einer hohen Nachfrage bei Melkgeräten und Geräten der Milchwirtschaft dürfte eine Verlangsamung in den kommenden Jahren eintreten.

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest

Nachfrage bei Traktoren überwiegt

Der marokkanische Markt für Agrartechnik ist ein offener Konkurrenzmarkt. Die wichtigsten Vertriebsunternehmen im Land verfügen über ein breites und etabliertes Netz. Sie tendieren allerdings dazu, bereits gut laufende Produkte zu bevorzugen. Demzufolge müssen neue Anbieter - vor allem solche für Nischenlösungen - mit Hürden beim Markteinstieg rechnen. Markteinsteiger sollten in Marokko bei einer Partnerschaft mit den marktdominanten Vertriebsunternehmen besonders zwischen den Vorteilen (breites Vertriebsnetz und After-Sales-Service) und möglichen Nachteilen (Konzentration auf gutlaufende Produkte) abwägen. Marktpräsenz und intensive Kundenpflege bleiben auch bei Vertretungen unerlässlich.

Es dominiert die Nachfrage bei Traktoren. Diese deckten im Jahr 2015 mehr als 56 Prozent der Einfuhren von landwirtschaftlichem Gerät ab. Führende Lieferländer von Traktoren (HS 870190) waren in 2016 Italien, Indien und die Türkei. Nachgefragt werden vor allem PS-schwächere Modelle. Für das Jahr 2015 geben offizielle Quellen 6,8 Traktoren pro 1.000 Hektar an. Für die folgenden Jahre ist weiterhin mit einer stabilen Nachfrage bei Traktoren, aber auch Mähgeräten und Mähdreschern zu rechnen.

Deutschland ist als Lieferland bei Mähdreschern führend, bei Dreschmaschinen ist es die Türkei. Besonders gut haben sich der Absatz von Melkmaschinen und andere milchwirtschaftliche Maschinen aus Deutschland entwickelt. Der Kauf gebrauchter Landtechnik ist mit rund einem Drittel des Marktvolumens weit verbreitet.

Insgesamt bleibt der marokkanische Markt für landwirtschaftliche Maschinen (einschließlich Ackerschlepper) gemäß Zollwarennummer EGW 846 mit einem Lieferumfang in den Jahren 2012 bis 2016 von 35,9 Millionen Euro auch im regionalen Vergleich eher klein. Denn damit liegt Marokko nur knapp vor dem deutlich kleineren Tunesien (35,0 Millionen Euro) und deutlich hinter Algerien (58,9 Millionen Euro) und Ägypten (66,6 Millionen Euro).

Zwischenbilanz des Plan Maroc Vert (PMV)

Der marokkanische König Mohammed VI hat 2008 den landwirtschaftlichen Modernisierungsplan Plan Maroc Vert ins Leben gerufen. Hierfür ist bis 2020 die Mobilisierung von Investitionen von mehr als 13 Milliarden Euro geplant. Zu den wichtigsten Zielen des PMV gehören die Intensivierung der Getreideproduktion sowie die Weiterentwicklung der Milch- und Fleischproduktion. Schwerpunkte der Maßnahmen sind dabei der Export von Agrarprodukten - vor allem von Zitrusfrüchten und Olivenöl - sowie Bewässerung und Mechanisierung.

Ziel ist es unter anderem, bis 2020 einen Anteil des Agrarsektors (einschließlich Nahrungsmittelverarbeitung) am (BIP) von 20 Prozent zu erreichen, einen dauerhaften Überschuss zu erzielen sowie Beschäftigung zu generieren und die ländliche Armut zu bekämpfen. Der Plan setzt sich aus zwei Säulen zusammen: Zum einen die Entwicklung einer Landwirtschaft mit hoher Mehrwertschöpfung, die zu 70 bis 80 Prozent von Privatinvestitionen getragen wird. Wichtiger Bestandteil sind hier die sogenannten Agréments. Dabei handelt es sich um Vereinbarungen zwischen Investoren, kleineren und mittleren Agrarbetrieben, Berufsverbänden, Banken und dem marokkanischen Staat, die Bereiche wie Lieferverträge, Pacht von Land, Subventionen, Beratungsleistungen, die Anschaffung von Agrartechnik im Rahmen von Genossenschaften sowie Finanzierungs- und Versicherungsleistungen regeln.

Die zweite Säule dient der Armutsbekämpfung mittels der Unterstützung von Agrarbetrieben in unterentwickelten Regionen. Hier erfolgt die Finanzierung zu 70 bis 80 Prozent seitens internationaler Finanzorganisationen, Geber und des marokkanischen Staates. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Umstellung der landwirtschaftlichen Tätigkeit auf marktfähigere Produkte, die Diversifizierung der bäuerlichen Einkommen und die Intensivierung des Anbaus. Zu den beiden Säulen treten Maßnahmen hinzu, wie die Verpachtung von Staatsland und Teilen der königlichen Domänen, eine Reorganisation der Wasserversorgung und der Ausbau der Bewässerung sowie die Entwicklung einer Strategie zur Erschließung von Auslandsmärkten und Subventionen für Anschaffungen.

Zwischenbilanz erste Säule 1) des Plan Maroc Vert, 2015 2)
Anzahl der Projekte Investitionen Erfasste Landfläche Beteiligte Agrarbetriebe
1.166 von 961 geplanten Projekten 48 Milliarden Dirham von geplanten 75 Milliarden Dirham 475.650 Hektar von avisierten 640.000 Hektar 312.200 von avisierten 560.000 Betrieben

1) Projekte zur Modernisierung der Landwirtschaft; 2) keine Angaben zum genauen Zeitpunkt

Quelle: Chambre Francaise de Commerce et d´Industrie du Maroc 2017

Zwischenbilanz zweite Säule 1) des Plan Maroc Vert, 2015 2)
Anzahl der Projekte Investitionen Erfasste Landfläche Beteiligte Agrarbetriebe
616 von 545 geplanten Projekten 14,9 Milliarden Dirham von geplanten 20 Milliarden Dirham 753.430 Hektar von avisierten 1.664.930 Hektar 738.300 von avisierten 950.840 avisierten Betrieben

1) Projekte für die Unterstützung einkommensschwacher Bauern; 2) keine Angaben zum genauen Zeitpunkt

Quelle: Chambre Francaise de Commerce et d´Industrie du Maroc 2017

Regierungsstellen interpretieren den PMV als großen Erfolg. Tatsächlich konnten mit dem PMV insgesamt hohe Investitionen mobilisiert werden. Die Landwirtschaft ist 2008 bis 2016 im Jahresdurchschnitt um 6,8 Prozent gewachsen. Die Modernisierungserfolge und damit die gewachsenen Absatzmöglichkeiten deutscher Anbieter von Landmaschinen, Bewässerungstechnologie, Saatgut oder Zuchtrinder sind nicht von der Hand zu weisen. Allerdings haben sich die Fortschritte bei der Mechanisierung der Landwirtschaft ab 2011 verlangsamt. Kritiker führen zudem die schwachen statistischen Erhebungen an. Sie monieren die zu starke Ausrichtung auf den Export von Südfrüchten oder Olivenöl, ohne dass die Abhängigkeit von Importen der Grundnahrungsmittel ausreichend im Fokus stünde. Des Weiteren führen Kritiker die offenbar hohe Gewichtung auf schon sozial gut gestellte Produzenten an.

Markt für Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen

In der marokkanischen Nahrungsmittelbranche (rund 2.000 Unternehmen) sind große nationale Unternehmen (Centrale Laitière, Cosumar, Brasseries du Maroc, etc.) und multinationale Unternehmen (Unilever, Nestlé, Mondelez Food, etc.) präsent. In bestimmten Bereichen (Milch, Zucker und Speiseöl) ist die Konzentration auf einige wenige Firmen ausgeprägt. Anderswo dominieren kleinere Unternehmen mit einem tendenziell geringen technologischen Niveau und geringen Investitionen. In diesen Bereichen sind schrittweise Konzentrations- und Modernisierungstendenzen zu verzeichnen.

Die Anteile bei der Lieferung deutscher Fabrikate der Nahrungsmittelverarbeitung nach Marokko können als befriedigend bezeichnet werden, aber auch nicht mehr. Offenbar fällt der marokkanische Markt nur eingeschränkt ins Blickfeld deutscher Anbieter. So ist Deutschland mit den Waren der Zolltarifnummer HS 8438 weltweit größter Exporteur. Das sind Maschinen und Apparate zum industriellen Auf- und Zubereiten oder Herstellen von Lebensmitteln, Futtermitteln und Getränken. Bei den Lieferungen nach Marokko liegt jedoch Deutschland bei dieser Warengruppe hinter Italien und Frankreich an dritter Stelle.

Maschinen und Anlagen der Branche werden fast ausschließlich importiert. Die wichtigsten Branchen der Nahrungsmittelverarbeitung sind die Fisch- und Getränkeindustrie. Eine hohe Nachfragedynamik gibt es bei Bäckereien und Konditoreien. Hygienevorschriften gewinnen in allen Branchen der Nahrungsmittelverarbeitung an Bedeutung. Die Marktpräsenz der einschlägigen Maschinenbauer im Rahmen von Vertriebsunternehmen fällt hoch aus. In den Großbetrieben setzt sich zunehmend ein internationales Produktivitätsniveau durch.

Trotz positiver Tendenzen und guter Auftragschancen im Einzelnen bleibt der marokkanische Markt in Hinsicht auf den Marktumfang und -dynamik eingeschränkt. Entgegen des Eindrucks schlagzeilenträchtiger Investitionen etwa internationaler Konzerne, erfolgt die Modernisierung des Sektors eher langsam.

Konsumtrends und Anbieter von Getränken in Marokko
Nahrungsmittel Marktentwicklung
Milchprodukte Marktführer bei Trinkmilch ist Centrale Danone mit einem Marktanteil von 45 Prozent, gefolgt von der Cooperative COPAG mit 22 Prozent. Die Unternehmen sind außerdem in gleicher Reihenfolge wie bei der Trinkmilch bei Joghurt und Sauermilch auf dem Markt positioniert. Beide Unternehmen verfügen über ein weitverzweigtes Milch-Sammel- und Vertriebsnetz. Anders bei als bei Trinkmilch erfreuen sich Joghurt und Sauermilch einer großen Beliebtheit in Marokko. Mit dem Produkt La Vache Qui Rit ist Fromageries Bel SA bei Schmierkäse Marktführer.
Bier Die Groupe des Brasseries du Maroc dominiert nahezu komplett den Markt. Wichtigstes Produkt ist La Speciale Flag. Das Unternehmen bietet auch Marken wie Casablanca und Heineken an. Letztere wird auf Lizenz hergestellt. Nach großen Zuwächsen gilt der Markt zunehmend als gesättigt.
Wurstwaren Marktführer bei Wurstwaren ist Palmeraies Koutoubia SA (Sapak SA). Ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein in der Ober- und Mittelschicht bremst den weiterhin steigenden Gesamtkonsum.
Softdrinks Marktführend ist Coca-Cola Morocco mit einem aggressiven Marketing. Weiterhin bleiben jedoch lokale Marken bei den Erfrischungsgetränken stark. Zunehmend gewinnen aromatisierte Anbieter von Flaschen an Bedeutung. Les Eaux Minérales d'Oulmès und Sotherma haben solche kohlensäurehaltigen Produkte seit 2016 auf dem Markt eingeführt. Zunehmend gewinnen zuckerfreie Getränke und solche mit geringem Kaloriengehalt an Bedeutung.
Kaffee Tee ist und wird das traditionelle und überwiegend konsumierte Heißgetränk bei den Marokkanern bleiben. Trotzdem steigt mit zunehmend westlichen Konsummustern der Kaffeegenuss; dies vor allem bei jungen Marokkanern. Zunehmend sichtbar sind in der Hauptstadt Rabat und Casablanca Cafés nach europäischem Stil. In Marokko sind eine Reihe lokaler und internationaler Kaffeeprodukte auf dem Markt vertreten. Marktführer ist Nestlé, gefolgt von Krafts Food.

Quelle: Euromonitor International, 2016

Fischindustrie wichtiger Bestandteil der Wirtschaft

Der Fischereisektor nimmt mit einen Anteil am (BIP) von zwei bis drei Prozent und 700.000 direkt und indirekt Beschäftigten einen wichtigen Platz in der marokkanischen Wirtschaft ein. Laut marokkanischer Fischereibehörde ist der Umsatz der Branche seit 2001 im Jahresdurchschnitt um 5 Prozent gewachsen. Die marokkanische Fischverarbeitung erfasst rund 70 Prozent der Küstenfänge und exportiert rund 85 Prozent ihrer Produkte. Mehr als 60 Prozent seines Fischfangs exportiert Marokko nach Europa. Die marokkanische Regierung fördert die Fischerei im Rahmen eines Programms namens Plan Halieutis. Ziel ist es, bis 2020 Fische und Meeresfrüchte im Wert von 3,1 Milliarden US-Dollar zu exportieren. Der Plan Halieutis umfasst die Modernisierung der Fischfangflotte, von Häfen und der Produktion. Bedarf gibt es in der Fischverarbeitung insbesondere an neuen Lösungen für kundenfreundliche Verpackungen.

Industriezweige der Fischverarbeitung in Marokko
Zweig Anmerkung
Fischkonserven Kapazität 300.000 Tonnen (vor allem Sardinen) im Jahr; 21.000 Beschäftigte (einschließlich Saisonarbeiter).
Weitere Konservierung (pöckeln, einlegen etc.) rund 20 Betriebe/1.000 dauerhaft und 5.000 saisonal Beschäftigte.
Tiefkühlung Hauptsächlich im Süden (einschließlich Westsahara)/Bedient die Hochseefischerei und Tintenfischfang/6.000 Beschäftigte.
Frischfisch Rund 40 Betriebe/Bereiten mit einer Kapazität von rund 42.000 Tonnen vor allem Weißfisch für den europäischen Markt, insbesondere Spanien, auf.
Fischmehl und -öl Vor allem in den Sardinenhäfen Agadir, Safi, Tan Tan, Essaouira und Laayoune (Westsahara) vertreten.
Seetangverarbeitung Marokko ist zweitwichtigster Exporteur von Agartang.
Exporte von Fischkonserven (in Mio. Euro)
2014 2015 2016
336 351 362

Quelle: Fédération des Industries de Transformation et de Valorisation des Produits de la Pêche (FENIP) 2017

Exporte von Fischkonserven (in Tonnen)
2014 2015 2016
111.587 118.102 128.370

Quelle: Fédération des Industries de Transformation et de Valorisation des Produits de la Pêche (FENIP) 2017

(F.N.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Marokko Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, allgemein, Nahrungs- und Genussmittel, allgemein, Nahrungsmittel- u. Verpackungsmaschinen, Land- und Forstwirtschaftsmaschinen

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