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18.09.2018

Steigende Nachfrage nach Augenoptik in Israel

Zugleich scharfer Wettbewerb und sinkende Verbraucherpreise / Von Wladimir Struminski

Jerusalem (GTAI) - Israelis kaufen immer mehr augenoptische Produkte. Bevölkerungswachstum und steigender Seniorenanteil werden dem Markt auch in den kommenden Jahren Wachstumsimpulse geben.

Im Jahr 2017 gaben die israelischen Haushalte umgerechnet 629 Millionen US-Dollar (US$) für Augenoptik aus. Die Nachfrage weist quantitatives Wachstum bei gleichzeitig sinkendem Preisniveau auf. In laufenden Binnenpreisen lagen die Ausgaben der Haushalte für Augenoptik 2017 um 4,3 Prozent über dem Stand von 2012. In realen Binnenreisen betrug der Anstieg in dieser Zeitspanne 22 Prozent.

Der israelische Bedarf an Augenoptik wird auch künftig steigen. Dies liegt sowohl an der mit rund 2 Prozent pro Jahr schnell wachsenden Bevölkerung als auch an einem steigenden Seniorenanteil. Laut der mittleren Variante der amtsstatistischen Bevölkerungsprognose wird die Gesamtbevölkerung in den Jahren 2018 bis 2025 um 12 Prozent, die Zahl der 50jährigen aber um 21 Prozent wachsen.

Wenige einheimische Hersteller

In Israel sind drei Brillenhersteller tätig. Der größte von ihnen, Shamir Optical Industry, erreichte 2017 einen Umsatz von umgerechnet 228 Millionen US$. Die Firma gehört zu je 50 Prozent dem israelischen Kibbuz Shamir und dem französischen Augenoptikhersteller Essilor. Shamir spezialisiert sich auf die Herstellung von Gleitsichtgläsern, Einstärkengläsern und Formen zur Herstellung von Brillengläsern. Bei den beiden anderen israelischen Brillenherstellern handelt es sich um die Sagam Group und Crystal Optic. Kontaktlinsen werden von der Israel-Tochter des amerikanischen Kontaktlinsenherstellers CooperVision und von Hanita Lenses hergestellt. Bei der israelischen CooperVision handelt es sich um die ehemalige Firma Soflex, die 2016 von US-amerikanischen CooperVision übernommen wurde, und in Israel noch immer weitgehend als Soflex bekannt ist. Alle israelischen Hersteller von Brillengläsern und Kontaktlinsen sich auch dem Weltmarkt tätig.

Wie der Generaldirektor von Crystal Optic, Ofer Azran, gegenüber Germany Trade & Invest erklärte, kommen in Israel fast ausschließlich Brillengläser aus dem Kunststoff MR8 zur Anwendung, während Gläser aus Polycarbonat sich nicht durchsetzen konnten. Das Gros der Brillenfassungen werde aus Fernost importiert.

Sonnenbrillen gehören in Israel zu Grundbedarfsgütern. Nach Azrans Schätzung haben nur rund 20 Prozent der im Lande verkauften Sonnenbrillen Korrektionsgläser. Als Massenware lassen sich Sonnenbrillen ohne Sichtkorrektur unkompliziert importieren. Im Jahr 2017 entfielen laut der Außenhandelsstatistik 85,2 Prozent der Einfuhr kompletter Brillen auf Sonnenbrillen. Auch nicht individuell an den Kunden angepasste optische Brillen wie leichte Lesebrillen werden nahezu ausschließlich importiert.

Die für Brillen geltenden Industrienormen regeln die Bruchfestigkeit der Brillengläser und die Filterung der UV-Strahlung. Die israelischen Normen richten sich nach den europäischen und US-amerikanischen Vorbildern. Eine Ausnahme bilden Sonnenbrillen, für die Israel australische Normen als Vorlage genommen hat. Die Nachfrage nach Brillengläsern mit Blaulichtfilterung nimmt zu, doch ist diese Filterung durch keine verbindliche Norm geregelt. Der Härtungsgrad der Brillengläser unterscheidet sich nicht von demjenigen auf westlichen Märkten.

Den Anteil der Kontaktlinsen am Umsatz schätzt Azran auf rund 5 Prozent. Laut dem israelischen Fachportal Optical Magazine nimmt der Marktanteil der Einmallinsen, die täglich ausgewechselt werden, zu.

Optikketten beherrschen den Markt

Der Markt wird von mehreren Optikketten beherrscht. Über die meisten Verkaufsstätten verfügt die Firma Optica Halperin mit 142 Filialen, gefolgt von Carolina Lemke Berlin (außer dem Namen hat die Kette keinerlei Bezug zu Deutschland) mit 81 und Opticana mit 80 Filialen. Rang vier belegt Erroca mit 60 Filialen. Auch die Drogeriekette Super-Pharm ist mit 44 Filialen im Optikgeschäft tätig.

Eine relativ neue Erscheinung ist der Online-Kauf von Brillengestellen im Ausland. Wie Branchenkreise berichten, suchen viele der Online-Käufern das passende Gestell in einem Fachgeschäft aus, um es anschließend in Übersee zu erwerben.

Israelische Optikketten bieten eigene Hausmarken an. Da sie im Vergleich zu den weltweit tätigen Anbietern nur kleine Produktmengen beschaffen können, ist ihre Modellpalette schmaler als bei internationalen Unternehmen: Die begrenzte Beschaffungsmenge auf zu viele Modelle zu verteilen, wäre nicht rentabel.

Die Vorprodukte zur Fertigung von Brillengläsern werden importiert. Zu den wichtigsten Lieferländern gehören Deutschland und Japan.

Einfuhr 2017 bei 137 Millionen US$

Im Jahr 2017 lag die Einfuhr von Produkten der Augenoptik bei 137 Millionen US$ und blieb damit gegenüber dem Vorjahr unverändert. Die mit Abstand wichtigsten Lieferländer für Augenoptik sind Italien und China, die ihre führende Position weitgehend dem Export von Sonnenbrillen zu verdanken haben. Im Jahr 2017 entfielen auf Sonnenbrillen 69,5 Prozent aller Augenoptikimporte aus Italien beziehungsweise 41,3 Prozent der Einfuhr aus China. Demgegenüber lieferte Irland ausschließlich Kontaktlinsen und Brillengläser, während die Importe aus dem Vereinigten Königreich zu vier Fünfteln aus Kontaktlinsen bestanden.

Die Einfuhr aus Deutschland hat sich nach einem Rückgang im Jahr 2015 anschließend auf einem Niveau um die 7 Millionen US$ stabilisiert. Der deutsche Importmarktanteil lag 2017 bei 5,1 Prozent. Ihren mit 17 Prozent höchsten Importmarktanteil erzielten deutsche Anbieter 2017 bei Brillengläsern aus anderen Stoffen (SITC 884.17).

Führende Lieferländer für Augenoptik 2017
Land Einfuhr (Mio. US$) Anteil an der Gesamteinfuhr in%
Italien 40,0 29,2
China 33,9 24,7
Irland 11,9 8,7
USA 9,3 6,8
Vereinigtes Königreich 8,8 6,4
Deutschland 6,9 5,1
Japan 2,7 2,0
Südkorea 2,0 1,5
SVR Hongkong 1,8 1,3
Indien 1,5 1,1

Quelle: UN Comtrade Database

Einfuhr von Produkten der Augenoptik 2016 und 2017 (Tsd. US$)
SITC-Nr. Warenbezeichnung Einfuhr 2016 Davon: aus Deutschland Einfuhr 2017 Davon: aus Deutschland
884.11 Kontaktlinsen 20.256 486 24.588 1.206
884.15 Brillengläser aus Glas 109 3 271 8
884.17 Brillengläser aus anderen Stoffen 20.094 4.550 22.679 3.847
884.21 Fassungen 28.732 803 28.731 339
884.22 Teile von Fassungen 674 38 528 93
884.23 Brillen 67.275 1.327 60.420 1.439
Insgesamt 137.140 7.207 137.217 6.932

Quelle: UN Comtrade Database

Im Jahr 2017 beliefen sich die israelischen Ausfuhren von Augenoptik auf 72,3 Millionen US$ und lagen damit bei 52,7 Prozent der Einfuhren. Wichtigste Exportpositionen waren Brillengläser und Brillen, auf die insgesamt 84,1 Prozent des Auslandsgeschäfts entfielen.

Kontaktadressen

Unternehmen Internetadresse Anmerkungen
Shamir Optical Industry https://www.shamir.co.il Brillenhersteller
Sagam Group http://www.sagamgroup.co.il Brillenhersteller
Crystal Optic http://crystal-optic.com Brillenhersteller
CooperVision Contacts *) http://www.coopervision.co.il Kontaktlinsenhersteller
Hanita Lenses http://www.hanitalenses.com Kontaktlinsenhersteller
Optica Halperin https://optica-halperin.com Optikkette
Carolina Lemke Berlin https://www.carolinalemke.com/il/ Optikkette
Opticana http://www.opticana.co.il Optikkette
Erroca http://erroca.co.il Optikkette

*) vormals Soflex, Internetauftritt bei Redaktionsschluss noch im Aufbau

Dieser Artikel ist relevant für:

Israel Augenoptik, Fototechnik u. Imaging

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