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19.06.2019

Steigende Personalkosten verstärken Automatisierung in China

China erneut weltgrößter Absatzmarkt für Industrieroboter / Von Stefanie Schmitt

Beijing (GTAI) - Die Arbeitsproduktivität in China steigt, bleibt aber weiter hinter den Lohn-und Gehaltssteigerungen zurück. Gerade arbeitsintensive Branchen setzen deshalb stärker auf Automatisierung.

Die gute Nachricht zuerst: Die Arbeitsproduktivität pro Kopf der Beschäftigten in China steigt seit Jahren. Laut dem nationalen Statistikamt NBS (National Bureau of Statistics of China) legte sie 2018 um 6,6 Prozent zu - nach ähnlichen Zuwächsen in den Vorjahren. Die schlechte Nachricht: Die Lohn- und Gehaltszuwächse liegen nach wie vor deutlich über denen der Arbeitsproduktivität.

Vor diesem Hintergrund versuchen Firmen, arbeitsintensive Tätigkeiten möglichst zu automatisieren. Der Druck ist umso höher, je stärker die Branchen im internationalen Wettbewerb stehen. So verdient etwa eine chinesische Arbeiterin in der Bekleidungsindustrie nach einer Studie des New York University Stern Center for Business and Human Rights im Durchschnitt rund 340 US-Dollar (US$) im Monat, ihre Kolleginnen in Kenia kommen auf 207 US$, in Bangladesch 95 US$ und in Äthiopien - dem untersten Level - sogar nur 26 US$.

Verkauf von Industrierobotern boomt

Generell besteht in China mit Blick auf die Automatisierung durchaus noch Luft nach oben. Gemessen an der Roboterdichte stand China laut dem internationalen Verband der Robotik IFR (International Federation of Robotics) 2017 trotz enormer Wachstumszahlen weltweit erst an siebter Stelle: Während bei Spitzenreiter Korea auf 10.000 in der Fertigung Beschäftigte 710 Roboter kamen, waren es in China erst 97 (zum Vergleich Deutschland: 322 Roboter; Platz drei).

Dabei war China nach vorläufigen Zahlen mit 133.200 verkauften Industrierobotern 2018 erneut der weltweit größte Absatzmarkt der Branche (das zweitplatzierte Japan kam nur auf 52.400 Industrieroboter, Deutschland lag mit 27.900 Einheiten an fünfter Stelle. Mit dem Ausbau Chinas zum weltweit führenden Produktionsstandort für Spitzentechnologie gemäß der "Made-in-China-2025"-Strategie soll die Roboterdichte auf 150 steigen. Die Robotik ist in der Strategie als Schlüsselsektor aufgeführt.

Vor diesem Hintergrund konnten auch die deutschen Ausfuhren von Industrierobotern 2018 nach China erneut stark steigen, um 13,5 Prozent auf 301 Millionen Euro - so Angaben des Verbands Deutscher Maschinen und Anlagenbau (VDMA).

Auch bei deutschen in China tätigen Firmen geht die Automatisierung weiter, so die Ergebnisse einer Umfrage der Deutschen Handelskammer 2018. Entsprechend reduzierte sich der Anteil der Personalkosten an den Gesamtkosten bei den befragten Firmen weiter leicht. Dabei verliert dieser Posten auch tendenziell an Gewicht, je mehr Mitarbeiter eine Firma aufweist. Dieser Trend dürfte sich auch in Zukunft fortsetzen.

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Weitere Informationen zum chinesischen Arbeitsmarkt bietet die Publikation "Lohn- und Lohnnebenkosten - China 2019", http://www.gtai.de/china-lohn.

Weitere Informationen zu Wirtschaftslage, Branchen, Geschäftspraxis, Recht, Zoll, Ausschreibungen und Entwicklungsprojekten in China können Sie unter http://www.gtai.de/china abrufen. Die Seite http://www.gtai.de/asien-pazifik bietet einen Überblick zu verschiedenen Themen in Asien-Pazifik.

Dieser Artikel ist relevant für:

China Arbeitsmarkt / Löhne / Ausbildung, Robotik und Automation

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