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17.10.2018

Tourismusbranche Usbekistans befindet sich im Aufbruch

Viele neue Hotels und Erholungszentren geplant / Von Uwe Strohbach

Taschkent (GTAI) - Mehr Touristen kommen nach Usbekistan, aber es fehlen noch internationale Standards. Der Bau neuer Unterkünfte und Freizeitanlagen bietet ausländischen Firmen Geschäftschancen.

Der Fremdenverkehr in Usbekistan kommt in Bewegung. Die seit Ende 2016 amtierende Regierung hat den Ausbau des Tourismus zu einer ihrer wirtschaftspolitischen Prioritäten erklärt. Viele in den Jahren 2017 und 2018 gestarteten Initiativen forcieren die Entwicklung der Branche. Hierzu zählen seit Februar 2018 geltende erleichterte Einreisebestimmungen für Besucher aus 47 Ländern, Steuer-, Zoll- und andere Präferenzen für Investitionen in touristische Objekte sowie die Beseitigung von restriktiven Vorschriften im internationalen Busverkehr, in der Autovermietung und in anderen Sektoren.

Tatsächlich reisten in den ersten acht Monaten 2018 nach offiziellen Angaben 3,4 Millionen ausländische Besucher nach Usbekistan gegenüber nur 1,5 Millionen in der Vorjahresperiode. Der Export touristischer Dienstleistungen hat sich im analysierten Zeitraum auf 667 Millionen US-Dollar (US$) verdoppelt. Im Gesamtjahr 2018 dürfte die Besucherzahl auf 4,8 Millionen steigen. Zu rein touristischen Zwecken werden im Jahr 2018 etwa 350.000 ausländische Gäste erwartet. Das wären circa 150.000 mehr als im Vorjahr. Für 2019 rechnet die Regierung mit über 500.000 Besuchern.

Ausländische Investoren zeigen Interesse

Die Anzahl der Hotels und vergleichbarer Herbergen soll bis 2021 von 661 (Stand 2016) auf mehr als 1.000 steigen, heißt es in der zentralen Konzeption für den Ausbau des Tourismus. Die meisten Hotels werden an den Standorten Taschkent, Samarkand, Buchara und Chiwa errichtet. Ausländische Investoren, darunter aus Deutschland, der Türkei, Indonesien, der Schweiz, Singapur und Russland kündigten ihr Interesse an Investitionen im Hotelgewerbe an.

Juristische Personen, die in Hotels und Motels mit mindestens vier Sternen investieren, profitieren seit Anfang 2017 von erheblichen steuerlichen Vorzügen. Investoren sind für einen Zeitraum von fünf Jahren von der Entrichtung der Gewinn-, Grund- und Vermögensteuer beziehungsweise der einheitlichen Steuerabgabe (gilt für Kleinunternehmen) befreit. Darüber hinaus können die Kapitalanleger bei usbekischen Geschäftsbanken günstige langfristige Kredite für ihre Projekte in Anspruch nehmen.

Im September 2018 hat die Regierung beschlossen, im Zeitraum bis 2022 insgesamt 278 kleinere Hotels auf der Basis eines Typenprogramms als Public-Private-Partnership-Projekte zu errichten. In den Jahren bis 2020 ist der Bau von 100 Objekten und in den zwei Folgejahren von 178 Herbergen geplant. Die privaten Investoren erhalten auf Antrag einen vereinfachten Zugang zu Grundstücken und profitieren ebenfalls von zinsgünstigen Krediten.

Grünes Licht für Hostels und familiengeführte Pensionen

Seit Anfang August 2018 fördert der Staat die Gründung familiengeführter Pensionen und Gästehäuser mit einer Kapazität von bis zu zehn Betten. Bis Anfang Oktober wurden schon fast 30 solcher neuen Unterkünfte registriert. Für die Objekte gilt ein erleichtertes Registrierungs- und Zertifizierungsverfahren. Außerdem haben die Besitzer der kleinen Herbergen Anspruch auf zinsgünstige Kredite und zusätzlich auf Zinszuschüsse aus dem außerbudgetären Fonds für Tourismusförderung. Im Juli 2018 verabschiedete die Regierung Regelungen, die den Betrieb von Hostels erheblich vereinfachen und kostengünstiger machen.

Tourismus-Freizonen und neue Erholungsgebiete entstehen

Die große Tourismus-Zone Tscharwak in der Region Taschkent, deren Entwicklung die Regierung Ende 2017 beschlossen hatte, steht ganz oben auf der Projektliste. Nun wird bis Ende 2018 ein Programm für den Bau von Hotels sowie Sport- und Freizeitobjekten, einschließlich Aquaparks ausgearbeitet.

Ein erstes Projekt wird in der Tourismus-Zone schon seit Anfang 2018 realisiert: Auf einer Gesamtfläche von 900 Hektar entsteht im Landkreis Bostanlyk das ganzjährig betreibbare Erholungs- und Skigebiet Amirsoy. Die ab 2019 geplanten Ausbauetappen umfassen unter anderem die Errichtung von zwei künstlichen Seen, von Hotels und anderen Herbergen sowie Sport- und Freizeiteinrichtungen, einschließlich eines Snowboard-Parks und weiterer Skilifte. Als Prestigeprojekt in der Region Dshisak gilt der Aufbau eines Clusters für den Öko-, Agro- und den ethnischen Tourismus in den Landkreisen Bachmal und Zomin. Bis etwa 2020 sollen an den Seen Tudakul und Ajdarkul (Region Nawoi) zwei Erholungsgebiete und am Ufer der Ajdar-Arnasoy-Seen (Region Dshisak) fünf neue Erholungszonen entstehen.

Eine Übersicht über laufende, vorbereitete und geplante Projekte für den Ausbau der touristischen Infrastruktur in Usbekistan können Sie hier herunterladen.

Neue Tourismus-Strategie setzt auf Cluster und Geschäftstourismus

Das Staatliche Komitee für Tourismusförderung hat eine erste Studie für eine langfristige Strategie für die Tourismusentwicklung in Usbekistan vorgelegt. Sie sieht vor allem die Errichtung attraktiver und leistungsfähiger touristischer Cluster an mehreren Standorten vor. Nach Angaben der Komitees für Tourismusförderung beauftragte die usbekische Regierung im September 2018 das türkische Beratungsunternehmen IdeallST mit der Erarbeitung von Machbarkeitsstudien und Masterplänen für Tourismus-Cluster, die in den Regionen Choresm, Namangan und Suchandarja entstehen sollen.

Die Autoren der Studie sehen zudem viel Potenzial für einen forcierten Ausbau des Geschäftstourismus. Im internationalen Kongress-, Tagungs-, Messe- und Incentive-Tourismus will das Land auf die Erfahrungen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und aus Deutschland setzen. In diesen Bereichen sind die Ressourcen weitestgehend ungenutzt.

Die Studie zeigt auch Barrieren auf, die den Ausbau der Tourismusbranche in Usbekistan gegenwärtig noch bremsen. Hierzu zählen fehlende Standards für touristische Dienstleistungen, ein Mangel an Fachkräften, ein noch unterentwickelter internationaler Fluglinienverkehr, eine unzureichend ausgebaute Versorgungs- und Transportinfrastruktur, eine oft mangelhafte medizinische Versorgung in den Regionen sowie bürokratische Hürden wie zum Beispiel die Pflicht zur Aufenthaltsregistrierung.

Erstes Investitionsforum für die Tourismuswirtschaft startet im November 2018

Die Hauptstadt Taschkent ist vom 19. bis 21. November 2018 Gastgeber des ersten usbekischen Investitionsforums für die Tourismuswirtschaft. Auf dem Forum präsentieren Experten geplante Projekte für die Errichtung von Tourismuszonen an den Standorten Tscharwak (Freizone), Samarkand, Buchara und in der Region Surchandarja. Organisator ist das Staatliche Komitee für Tourismusförderung.

Kontaktadressen

State Committee for Tourism Development of the Republic Uzbekistan

(Staatliches Komitee für Tourismusförderung der Republik Usbekistan)

Ansprechpartner Herr Bakhtiyor Nuritdinowich Umarov, Vorsitzender

Istiqlol ko´chasi, 47

100047 Taschkent, Usbekistan

T +99871 233 54 14, 236 03 79, Anmeldung für das Investitionsforum: 233 37 78

F +99871 233 80 68

info@uzbektourism.uz

http://uzbektourism.uz

Association of Private Tourism Agencies of Uzbekistan

(Verband privater Reisebüros Usbekistans)

Ansprechpartnerin Frau Gulchekhra Bakhodirovna Israilova, Vorsitzende

Istiqlol ko´chasi, 47

100047 Taschkent, Usbekistan

T +99871 233 51 78

Mobil +99891 165 27 38

office@apta.uz, director@apta.uz

http://www.apta.uz (U.S.)

Weitere Informationen zu Wirtschaftslage, Branchen, Geschäftspraxis, Recht, Zoll und Ausschreibungen in Usbekistan sind unter http://www.gtai.de/usbekistan abrufbar.

Dieser Artikel ist relevant für:

Usbekistan Tourismus / Hotels / Gastgewerbe, allg., Tourismus

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Dominik Vorhölter

‎+49 228 24 993 219

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