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04.09.2019

Trend zur Nachhaltigkeit in Afrikas Landwirtschaft und Nahrungsmittelsektor

Inhalt

Versorgung mit Grundlebensmitteln und Getränken wird ausgebaut

Bonn (GTAI) - Die Nahrungsmittelverarbeitung bleibt in weiten Teilen Afrikas eine Wachstumsbranche. Internationale und lokale Investoren treiben zahlreiche Projekte voran.

Nordafrika

Ägypten: Internationale Unternehmen weiten Engagement aus

PepsiCo Egypt plant den Ausbau der Produktion und den Einstieg in den Export. Innerhalb von drei Jahren sind Investitionen von 500 Millionen US-Dollar (US$) vorgesehen. Ein Schwerpunkt davon liegt auf dem Einsatz von mehr Technik, um die Produktion zu beschleunigen und Kosten zu senken.

Coca-Cola will ebenfalls die Investitionen in Ägypten in den kommenden Jahren hochfahren. Das Unternehmen besitzt eine Fabrik in der Nasr City Public Free Zone in Kairo und exportiert in 42 Länder. Das Portfolio soll um Tee, Kaffee und Säfte erweitert werden.

Die Al Sharkiya Sugar Manufacturing Company (Al-Nouran) vereinbarte im April 2019 mit der Banque Misr und weiteren Kreditinstituten eine Teilfinanzierung für ein Großprojekt. Al-Nouran will in Salihiya eine Fabrik zur Verarbeitung von bis zu 12.000 Tonnen Zuckerrüben täglich errichten. Hinzu kommen 1.700 Tonnen Kapazität für das Raffinieren von Zucker.

Atlas Investment befindet sich auf Expansionskurs. Für den Bau einer Gefrieranlage aus zwei Einheiten sicherte sich das Unternehmen im Mai 2019 eine Teilfinanzierung der National Bank of Egypt. Das Tochterunternehmen Atlas Farms for Agricultural Investment will seine Olivenölherstellung ausbauen. Zudem sollen den Produkten verschiedene Aromen, Früchte und Kräuter zugesetzt werden.

Mit einer Finanzierung von Europäischer Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD), Europäischer Union und weiteren Partnern will Farm Fresh eine moderne Fabrik in Alexandria errichten. Der Hersteller von gefrorenem Gemüse möchte seine Produktionskapazität verdreifachen. Das Gros der Ausfuhren geht in die EU und die USA.

In die Pläne des deutschen Unternehmens Gelita für die erste Gelatinefabrik in Ägypten kommt Bewegung. Als Standort für die Produktion von halal-zertifizierter Rindergelatine wurde El Roubiki ausgewählt. In der dortigen "Lederstadt" werden Rinder verarbeitet.

Der Franchisenehmer Majid al Futtaim setzt die Expansion der Carrefour-Märkte fort. Im laufenden Jahr sind 15 neue Filialen in Kairo, dem Nildelta, am Roten Meer, in Qena und Alexandria geplant. Damit steigt die Zahl der Geschäfte auf insgesamt 60. Gemeinsam mit der National Service Products Organization des ägyptischen Militärs und dem Ministry of Investment and International Cooperation sind insgesamt 100 Filialen vorgesehen.

Laut einem Bericht von Amwal El Ghad will das Ministry of Trade and Industry in Bahariya Kühlkapazitäten aufbauen. In der Oase 135 Kilometer südwestlich von Kairo sollen Kühlmöglichkeiten für 4.000 Tonnen Güter geschaffen werden.

Algerien: Fischzucht großen Stils geplant

Das algerische Ministerium für Landwirtschaft, ländliche Entwicklung und Fischerei gab bekannt, dass es bis 2022 private Investitionen in Aquakultur in Höhe von rund 550 Millionen Euro erwartet. Das nationale Forschungs- und Entwicklungszentrum für Fischerei und Aquakultur habe Genehmigungen für 271 entsprechende Projekte vergeben. Deren Gesamtproduktion soll nach der Fertigstellung 111.000 Tonnen verschiedener Fischarten, 105.000 Tonnen mariner Aquakultur und 6.000 Tonnen von Süßwasseraquakultur umfassen, 24.000 Arbeitsplätze sollen entstehen.

Marokko: Verlängerung der inländischen Wertschöpfungskette

Die marokkanische Orbis Holding und die Arabische Agentur für landwirtschaftliche Investitionen und Entwicklung (AAAID) haben eine Partnerschaft zur Steigerung der landwirtschaftlichen Wertschöpfung in vier Projekten abgeschlossen. Die Projekte beinhalten Produktion und Verpackung von Beeren, eine Anlage zur Lagerung, Sortierung und Verpackung von landwirtschaftlichen Produkten, hochintensiven Olivenanbau in mehreren Regionen sowie eine Anlage zum Pressen von Oliven. Die AAAID ist eine internationale Finanzierungsorganisation mit 21 Mitgliedsstaaten. Der Hauptsitz ist in Khartum (Sudan).

Marokkos Trinkwassermarkt ist durch einen Boykott in Bewegung gekommen. Dies nutzte die indische Varun Beverages, um ihre Aktivitäten im Land auszuweiten. Seit Anfang Januar 2019 fertigt sie in einer neuen Produktionslinie und hofft, von der Boykottierung des Marktführers Eaux minérales d'Oulmès profitieren zu können. Für 2019 wird ein Marktanteil von 5 Prozent angestrebt. Presseberichten zufolge werden in Marokko jährlich 1,3 Milliarden Liter Trinkwasser in Flaschen verkauft, mit zweistelligen Wachstumsraten.

Die tunesische Landor-Gruppe investiert im Königreich Marokko. Einer Pressemeldung zufolge gab es bereits eine Übereinkunft mit der Zentralbank des Landes. Demnach ist geplant, in der Region Kenitra für etwa 4 Millionen Euro eine Fabrik für Frischkäse zu bauen. Die Arbeiten sollen im Dezember 2019 beginnen. Anfang 2020 soll die Anlage komplett eingerichtet sein. An Investitionskosten sind etwas über 5 Millionen Euro geplant.

Tunesien: Nachhaltige Entwicklung von Oasenbetrieben

Der Weltumweltfonds unterstützt ab 2020 insgesamt 126 Oasenbetriebe bei der nachhaltigen Entwicklung und Schaffung von Arbeitsplätzen. In einer ersten Phase des Projekts wurden von 2014 bis 2019 bereits zahlreiche Oasen unterstützt, biologische Landwirtschaft zu betreiben, beispielsweise bei der Honigproduktion oder der Kultivierung von Heil- und Aromapflanzen und dem Obstanbau.

Die lokale Investitionsgesellschaft HBG Holding erwirbt Anteile an La Cinquieme Saison, einer tunesischen Tochtergesellschaft des Sanlucar-Konzerns. La Cinquieme Saison produziert und exportiert Obst und Gemüse. Gemeinsam soll das Geschäft ausgebaut werden.

Nachdem der Markteintritt 2018 vollzogen wurde expandiert Kentucky Fried Chicken weiter im Land. Anfang Juli wurde die vierte Filiale eröffnet, eine weitere im Zentrum der Hauptstadt soll in absehbarer Zeit folgen. Bisher befinden sich alle Filialen in Tunis oder den Vororten, es gibt aber bereits Pläne für die Eröffnung eines Restaurants in Sousse, weitere Städte sollen hinzukommen.

Der Flaschenproduzent Sotuver möchte etwa 6,2 Millionen Euro in die Modernisierung seiner Produktionsanlagen investieren. Es soll neue Ausrüstung und Technik zur Qualitätssicherung angeschafft werden. Zusätzlich ist geplant, für etwa 40 Millionen Euro eine weitere Fabrik zu bauen. Der Umsatz von Sotuver stieg nach Unternehmensangaben in den letzten beiden Jahren jeweils zweistellig. Sotuver exportiert inzwischen den größten Teil seiner Produktion, vor allem nach Europa.

West- und Zentralafrika

Côte d'Ivoire: Neue Fabrik für Margarine und Speiseöl

Die tunesische Poulina Group plant über ihre Tochtergesellschaft Med Oil Company Investitionen in Côte d'Ivoire. Die Med Oil Company produziert Margarine und Speiseöl. Das Unternehmen betreibt bereits eine Fabrik in der senegalesischen Hauptstadt Dakar. Im Zuge einer geplanten Expansion in Afrika stellt die Eröffnung einer Fertigungsanlage in Abidjan nun den nächsten Schritt dar. Die Poulina Group ist in mehreren Bereichen aktiv, vor allem in der Verarbeitung von Geflügelfleisch aber auch im Verpackungsbereich sowie im Großhandel.

Sierra Leone: Geberfinanzierte Ausweitung der Reisproduktion

Die Regierung unter dem seit 2018 amtierenden Präsidenten Julius Maada Bio legt einen Schwerpunkt auf die Ausweitung der Reisproduktion. Investitionen in den Anbau würden auch den Bau von Verarbeitungsanlagen nach sich ziehen. Die Regierung hat in ihren Haushalt 2019 für Reisprojekte rund 34 Millionen US$ eingestellt. Der Großteil des Kapitals soll jedoch von Gebern kommen. Reis entwickelt sich zunehmend zum dominierenden Grundnahrungsmittel in Sierra Leone und muss in immer größeren Mengen importiert werden. Im Jahr 2018 dürfte der Einfuhrwert die 200-Millionen-US$-Grenze erstmals überschritten haben.

Togo: Industriezonen für Nahrungsmittelverarbeiter

Die Regierung des Landes treibt den Bau von "Agropôles" voran. Dies sind Industriezonen, in denen sich in erster Linie Unternehmen im Bereich der Nahrungsmittelverarbeitung ansiedeln sollen. Im Idealfall beziehen sie die benötigten Rohstoffe von den Bauern der umliegenden Region. Von den insgesamt acht Verarbeitungszonen, die im Nationalen Entwicklungsplan (Plan national de Développement; PND) vorgesehen sind, ist der Agropôle in Kara im Norden des Landes am konkretesten. Auf halber Strecke gelegen zwischen Burkina Fasos Hauptstadt Ougadougou und Togos am Meer liegender Hauptstadt Lomé sollen dort Mais, Reis, Sesam, Cashewnüsse und Geflügel verarbeitet sowie Getränke hergestellt werden. Die Regierung hat bereits einen Betrag von etwa 57,9 Millionen Euro für die Finanzierung zur Seite gelegt. Insgesamt werden die Kosten auf circa 100 Millionen Euro geschätzt. Die Afrikanische Entwicklungsbank finanziert bislang Machbarkeitsstudien für die Realisierung des Projekts.

Ostafrika

Äthiopien: Investitionen in Brauereien und Zuckerfabriken

Coca-Cola will in Äthiopien nach einer Meldung vom Juni 2019 in den nächsten fünf Jahren 300 Millionen US$ investieren. Teil des Plans ist der Bau von "Äthiopiens größter Coca-Cola-Fabrik" in Sebeta bei Addis Abeba für 70 Millionen US$, die Anfang 2020 fertig sein soll. Darüber hinaus ist ein großes Werk in Hawassa geplant, laut Daril Wilson, Geschäftsführer der East Africa Bottling Share Company.

Die Brauerei Dashen will Presseinformationen vom Juni 2019 zufolge ihre Kapazitäten auf 5 Millionen Hektoliter verdoppeln. Geplant sei außerdem eine Kapazitätserhöhung bei Rorank Business, einer der größten vertikal integrierten Brennereien in Ostafrika. Beide Unternehmen gehören mehrheitlich der Firma Vasari Beverages, die Informationen zufolge zur Finanzierung dieser und anderer Vorhaben eine Kapitalerhöhung um 100 Millionen US$ vorgenommen hat.

Dashen betreibt daneben eine von zwei großen Mälzereien des Landes. Der zweite Erzeuger, die Assela Malt Factory, präsentierte im Februar 2019 Pläne, die Jahresproduktion auf 100.000 Tonnen zu verdreifachen. Das Unternehmen wurde im Mai 2018 privatisiert und hat seine Anlagen bereits modernisiert. Äthiopien ist Afrikas viertgrößter Bierproduzent und benötigt bei rasch wachsendem Ausstoß jährlich 235.000 Tonnen Malz. Zur Jahresmitte 2019 sollte zudem eine 60.000-Tonnen-Anlage des belgischen Malzherstellers Boortmalt in Debre Birhan in Betrieb gehen, meldete die beteiligte Firma Piet Brouwer Power Solutions im August 2018.

Nach einer Information vom Januar 2019 sollte Mitte des Jahres eine neue Brennerei namens Komari Beverages in Bau gehen. Für die Anlage, die Whiskey, Rum und Wodka destillieren soll, hätten europäische Investoren 12 Millionen US$ ausgegeben.

Äthiopiens Regierung wünscht sich nach Presseberichten den Bau von weiteren zehn Zuckerfabriken mit einer Jahreskapazität von 4 Millionen Tonnen. Heute erreiche das Land gerade einmal ein Zehntel davon, verteilt auf acht Anlagen. Die Inlandsnachfrage betrage 720.000 Tonnen. Die Regierung will den bisher in Staatshand befindlichen Sektor privatisieren.

Mitte 2020 soll nach einer Meldung vom April 2019 der wieder aufgenommene Bau der Zuckerfabrik Tana Beles Nr. 1 fertiggestellt sein. Vertragspartner für die verbleibenden, knapp 100 Millionen US$ teuren Arbeiten ist CAMC Engineering aus China. Bereits weiter fortgeschritten ist der Ausbau der Anlage Omo Kuraz No 1.

Interessant für Anbieter von Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen ist die Entwicklung neuer Industriezonen: Die vier als "Pilot-Parks" apostrophierten "Agro-Industrial Parks" Bure, Bulbula, Yirgalem und Baeker gingen ab 2016 in Bau. Sie sind jeweils etwa 200 bis 250 Hektar groß und werden mit Kosten von insgesamt 10 Milliarden US$ veranschlagt. Nach Verlautbarungen vom Januar 2019 sollten die Parks Mitte des Jahres fertig sein, nachdem dies zuvor für Ende 2018 geplant war. Die Behörden erwarten für jeden Park knapp 100 Investoren, wovon ungefähr ein Fünftel aus dem Ausland stammen soll.

Kenia: Marktführer für Wein und Spirituosen expandiert

Kenias führender Wein- und Spirituosenhersteller Kenya Wine Agencies Limited (KWAL) will nach einer Meldung von Ende Mai 2019 eine Fabrik für über 30 Millionen US$ errichten. Das ehemalige Staatsunternehmen, das sich heute im Mehrheitsbesitz der südafrikanischen Distell befindet, plant den Spatenstich für die Anlage in Tatu City außerhalb von Nairobi für 2020. KWAL produziert nicht nur, sondern vertreibt auch ausländische Marken.

Der Fruchtsaftproduzent Kevian Kenya möchte 200 neue direkte Arbeitsplätze schaffen und hat unter anderem dafür einen 11-Millionen-US$-Kredit von der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) erhalten. Kevian setzt mit 800 direkten Beschäftigten etwa 20 Millionen US$ um, so ein Forbes-Artikel vom April 2019. Die DEG hatte Kevian schon 2012 ein langfristiges Darlehen gegeben.

Die Kenya Tea Development Agency (KTDA) plant eine Fabrik zur Herstellung von Teebeuteln, Papiertaschen, Zementsäcken und anderen Papierverpackungen. Nach der Information vom März 2019 lud die KTDA Partner zur Erstellung einer Machbarkeitsstudie ein. Außerdem will ein nicht genannter Investor aus dem Vereinigten Königreich für 3 Millionen US$ ab Juli/August 2019 im westlichen Kakamega County eine Anlage zur Teeverarbeitung bauen.

In der North Rift Region soll die Stabex-Petroleum-Tochter Herbex eine 2 Millionen US$ teure Anlage zur Verarbeitung von Avocados errichten. Die Meldung vom Februar 2019 nennt auch Pläne von Behörden, wonach dieselbe Firma in der Region außerdem eine Anlage zur Verarbeitung von Macademia-Nüssen aufbauen wolle.

Im Kisii Agricultural Training Center möchte die Regierung eine gut 1 Million US$ teure Anlage zur Verarbeitung von Bananen bauen. Die von der Europäischen Union finanzierte Anlage soll nach einer Meldung vom Januar 2019 nun Mitte 2020 in Betrieb gehen; im Mai war sie noch nicht im Bau.

Ruanda: Gabiro Agribusiness Hub nimmt Gestalt an

Die auf Kosten in Höhe von 74 Millionen US$ veranschlagte erste Phase des Gabiro Agribusiness Hub Project hat im März 2019 einen Schub bekommen: Das Rwanda Development Board ist mit dem israelischen Bewässerungsspezialisten Netafim ein Joint Venture eingegangen und will in 18 Monaten auf 5.600 Hektar eine "moderne Wertschöpfungskette" entwickeln.

Die Madhvani Group Rwanda plant den Bau einer Zuckerrohrfabrik, die mit einer Kapazität von 56.000 Tonnen 80 Prozent des Inlandsbedarfs decken würde. Die Anlage ist Teil einer 92-Millionen-US$-Investition, die auch weitere 5.500 Hektar Zuckerrohrplantagen umfasst, so das Portal Food Business Africa Ende April 2019.

Eine knapp 9 Millionen US$ teure Anlage zur Verarbeitung von Trauben für die Weinherstellung ist in Chinangali II Village im Chamwino District geplant. In der Meldung vom Januar 2019 war vom Baubeginn im August dieses Jahres die Rede.

Tansania: Ägyptisches Unternehmen beteiligt sich an Fleischverarbeitungsanlage

Die tansanischen Unternehmen Ruvu und Narco wollen zusammen mit der ägyptischen Firma Necai eine Fleischverarbeitungsfabrik bauen. Das Werk soll 5.000 Menschen beschäftigen und neben Tierfutter auch Schuhe, Taschen sowie andere Lederprodukte herstellen, meldete Food Business Africa Anfang April 2019.

Südliches Afrika

Namibia: Deutlich mehr Fischverarbeitung angestrebt

Der Ausbau der Fischverarbeitung ist in vollem Gange. Pressemeldungen zufolge investiert die Hangana Seafood umgerechnet 27,7 Millionen US$ eine Fischverarbeitung mit einer Kapazität von 25.000 Tonnen im Jahr. Der Bau der vor allem für Seehecht konzipierten Fabrik begann im September 2018 und soll bis September 2020 abgeschlossen sein. Das Werk in Walvis Bay wird über eine Kühllagerkapazität von 2.500 Tonnen verfügen. Die namibische Regierung hat das ehrgeizige Ziel ausgegeben, bis 2021/22 den Anteil des vor Ort verarbeiteten und verpackten Fisches und weiterer Meeresprodukte auf rund 40 Prozent des Fangs zu erhöhen (2018: rund 10 Prozent).

Simbabwe: Indische Varun will Marktanteil ausbauen

Der indische Getränkehersteller Varun plant für die kommenden drei Jahre in Simbabwe Investitionen in Höhe von 150 Millionen US$. Varun ist zweitgrößtes Getränkeunternehmen des Landes und produziert in der Hauptstadt Harare Softdrinks wie Pepsi, Mirinda, Mountain Dew und 7Up. Laut Unternehmen werden die Investitionen nicht nur die Getränkesparte umfassen, sondern ebenso die Herstellung von Kartoffel-Chips und Milchprodukten.

Surface Wilmar - einer der führenden Speiseölhersteller des Landes - will den Anbau von Sojabohnen und Baumwollsamen steigern. Die Unternehmensleitung will dazu Farmen in Vertrag nehmen. Surface Wilmar wurde 2006 gegründet und ist ein Joint Venture zwischen dem Agrarkonzern Wilmar aus Singapur und der indischen Midex Global. In Simbabwe liegt die jährliche Produktion von Sojabohnen bislang bei rund 50.000 Tonnen. Der Bedarf beläuft sich aber auf 400.000 bis 600.000 Tonnen.

Die Chickenbird Holding aus Südafrika will als Lizenznehmer der Fastfood-Kette Kentucky Fried Chicken (KFC) in den kommenden vier Jahren 150 Millionen US$ in die Geflügelzucht Simbabwes investieren. Die Projekte umfassen die Zucht von Masthähnchen, Installation von Mühlen für die Futterherstellung und den Anbau von Mais und Soja.

Südafrika: Trend geht weg von Kunststoffverpackungen

Nach Aussage der Umweltministerin Barbara Creecy Anfang Juli 2019 überprüft derzeit ihr Ministerium, wie die Verwendung von Einwegkunststoffen reduziert werden könnte. Laut Creecy gibt es Gespräche mit dem Einzelhandel, der Pharma- und Kosmetikindustrie sowie der Verpackungsbranche. Ziel des Ministeriums ist es, Kunststoffe effizienter zu recyceln beziehungsweise deren Anwendung in bestimmten Bereichen komplett zu verbieten.

Vor dem Hintergrund einer steigenden Abneigung von Verbrauchern gegenüber Kunststoffverpackungen will der südafrikanische Verpackungskonzern Nampak in die Herstellung von Getränkedosen und Pappkartons investieren. Bevcan - die Produktionseinheit für Aluminium-Getränkedosen von Nampak - erzielt derzeit hohe Recyclingraten. In Südafrika fallen jährlich etwa 600 Millionen Plastikwasserflaschen an.

Mit einem Angebot in Höhe von 1,7 Milliarden US$ will der US-Multi PepsiCo die Kontrolle über den südafrikanischen Nahrungsmittelkonzern Pioneer Foods übernehmen. Pioneer ist eines der größten Nahrungsmittelunternehmen des Landes und vertreibt seine Produkte in mehr als 80 Ländern innerhalb und außerhalb des afrikanischen Kontinents. Das Unternehmen ist Joint Ventures mit Firmen in Botsuana, Kenia, Namibia und Nigeria eingegangen. Der Pepsi-Konzern will - laut eigener Angaben - die Produktion und den Vertrieb von Pioneer nutzen. Die Unternehmen gehen davon aus, dass die Transaktion Anfang 2020 abgeschlossen sein wird. Die Vorstände beider Unternehmen haben dem Deal zugestimmt. Es sind noch behördliche Genehmigungen notwendig.

Sambia: Niederländische Entwicklungsbank unterstützt Fischzucht

Yalelo Limited, eines der führenden Fischzuchtunternehmen in Sambia, hat sich von der niederländischen Entwicklungsbank FMO einen Kredit in Höhe 10,5 Millionen US$ gesichert. Das wird das Unternehmen nicht nur in die Lage versetzen, seine Produktionskapazität mehr als zu verdoppeln, sondern auch die Verarbeitungskapazitäten und den Vertrieb erweitern, so der Geschäftsführer der First Wave Group, Adam Taylor. First Wave ist die Muttergesellschaft von Yalelo.

Lesotho: Pläne für große Süßwasser-Lachsfarm

Das auf Lachszucht spezialisierte Unternehmen Pure Salmon hat im Juli 2019 eine umfangreiche Investition in Lesotho angekündigt. Dabei handelt es sich um eine Süßwasser-Lachsfarm im Butha-Buthe Hochland. Das Projekt ist in Partnerschaft mit der Lesotho National Development Corporation (LNDC) geplant. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 250 Millionen US$. Sobald die Anlage 2023 fertiggestellt ist, wird sie eine jährliche Produktionskapazität von 20.000 Tonnen aufweisen.

Stand: 31. Juli 2019

(FN; OI; JPS; CE; BU)

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Dieser Artikel ist relevant für:

Ägypten, Algerien, Marokko, Tunesien, Côte dIvoire, Sierra Leone, Togo, Äthiopien, Kenia, Ruanda, Tansania, Namibia, Simbabwe, Südafrika, Sambia, Lesotho Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, allgemein, Nahrungs- und Genussmittel, allgemein, Nahrungsmittel- u. Verpackungsmaschinen

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