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15.10.2018

Türkei plant zweites großes Solarenergieprojekt

Energieministerium veröffentlicht Ausschreibung / Von Necip C. Bagoglu

Istanbul (GTAI) - Das türkische Energieministerium hat am 5. Oktober das zweite Großprojekt für den Bau von Solarkraftanlagen ausgeschrieben. Investoren können sich bis Anfang 2019 bewerben.

Für Ausrüster und Zulieferer von Solarkraftwerken dürften sich in der Türkei bald neue Kooperationschancen ergeben. Nachdem in den vergangenen Jahren hauptsächlich kleine lizenzfreie Photovoltaikanlagen von weniger als 1 Megawatt gebaut worden waren, hat die türkische Regierung beschlossen, ein zweites großes Solarenergieprojekt ins Leben zu rufen.

Es geht um den Bau von PV-Anlagen von insgesamt 1.000 Megawatt. Hierzu gab das türkische Ministerium für Energie und Naturressourcen am 5. Oktober 2018 eine Ausschreibung bekannt, veröffentlicht im Staatsanzeiger Resmi Gazete. Der Projektwert beträgt rund 1 Milliarde US-Dollar.

Die Kraftwerke sollen in drei Regionen im Südosten und Süden des Landes entstehen: in Sanliurfa-Viransehir (500 Megawatt), Hatay-Erzin (200 Megawatt) und Nigde-Bor (300 Megawatt). Die Anlagen werden in der Lage sein, insgesamt 1,9 Milliarden Kilowattstunden Strom zu produzieren und dadurch den Bedarf von rund 600.000 Haushalten zu decken.

Die Aufbauarbeiten sollen innerhalb von 2 Jahren nach Zuschlagserteilung vorbereitet werden. Fünf Jahre nach Auftragsvergabe sollen die Kraftwerke laut Planungen fertiggestellt sein.

Kostenlose Landzuteilungen und Stromabnahmegarantien

Für den Bau der Anlagen erhalten Investoren vom Staat kostenlose Landzuteilungen in Gebieten, die nachweislich besonders geeignet sind. Ferner bekommen sie Stromabnahmegarantien zu einem vertraglich vereinbarten Festpreis. Investoren profitieren darüber hinaus von steuerlichen und anderen Vergünstigungen, die das allgemeine staatliche Investitionsförderungssystem bereithält. Rechtliche Grundlage der Projektvergabe und -abwicklung ist die YEKA-Verordnung über erneuerbare Energiequellengebiete (Yenilenebilir Enerji Kaynak Alanlari Yönetmeligi; Staatsanzeiger Nr. 29852 vom 9. Oktober 2016).

Pflicht zur Partnerschaft mit lokalen Firmen aufgehoben

Interessenten, zugelassen sind ausschließlich juristische Personen, können bis zum 31. Januar 2019 Angebote einreichen. Bieter haben die Möglichkeit, sich mit anderen Firmen zu Konsortien zusammenzuschließen.

Anders als beim ersten großen Solarenergieprojekt in Konya dürfen sich ausländische Unternehmen auch ohne türkische Konsortialpartner bewerben. Angebote können auch für mehrere Gebiete unterbreitet werden. Der Bieter mit dem niedrigsten Strompreisangebot erhält den Zuschlag. Der Höchstpreis wurde vom Ministerium mit 6,50 US-Cent/Kilowattstunde festgelegt. Der Gewinner erhält den Netzzugang und YEKA-Nutzungsrechte für eine Dauer von 15 Jahren.

Ausführliche Informationen und Bewerbungsunterlagen zu dem Projekt sind bei der Generaldirektion für erneuerbare Energien gegen Zahlung von 5.000 türkische Lira (TL; etwa 714 Euro; 1 Euro = 7,00 TL) erhältlich.

38 Gigawatt Solarenergiekapazität bis 2030 angestrebt

Die Stromproduktion aus Solarenergie erreichte im Jahr 2017 insgesamt 2,9 Milliarden Kilowattstunden. Nach den Plänen des Solarenergieverbandes GÜNDER soll bis 2023 eine Solarkapazität von insgesamt 14.000 Megawatt und bis 2030 von 38.000 Megawatt erreicht werden.

Ende Juni 2018 waren landesweit PV-Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 4.726 Megawatt installiert, so die Angaben des Energieministeriums. Über 99,5 Prozent waren lizenzfreie Anlagen mit einer Leistungsfähigkeit von jeweils unter 1 Megawatt. Lizenzierte Anlagen stellten nur 27 Megawatt.

Der erste große Solarpark des Landes mit einer Gesamtkapazität von 1.200 Megawatt entsteht derzeit in der Provinz Konya, in Karapinar. Das Kraftwerk soll Ende 2019 ans Netz gehen. Der vereinbarte und garantierte Stromabnahmepreis betrug 6,99 US-Cent/Kilowattstunde. Den Zuschlag für den Bau erhielt im März 2017 das Konsortium Kalyon Enerji (Türkei) und Hanwha Q-Cells (Südkorea).

Türkei will weniger Energieimporte

Die Förderung und der Ausbau erneuerbarer Energien ist ein wichtiges Ziel der türkischen Energiepolitik. Bis zum hundertjährigen Bestehen der Türkischen Republik im Jahr 2023 soll der Anteil regenerativer Energien (einschließlich Wasserkraft) an der Elektrizitätserzeugung auf mindestens 30 Prozent steigen.

Bislang ist die Türkei bei der Versorgung mit Energierohstoffen in hohem Maße von Importen abhängig. Einheimische Vorkommen von Braunkohle, erneuerbare Energien, darunter Wasserkraft, sowie Brennholz und Biomasse können zusammen nur circa 25 Prozent des Primärenergieverbrauches decken. Die hohe Einfuhrabhängigkeit im Energiesektor (Erdöl und Erdgas) stellt für die türkische Handels- und Leistungsbilanz eine erhebliche Belastung dar.

Ausführliche Informationen zur Solarenergiebranche bietet unsere Broschüre "Branche kompakt: Türkei erhöht Investitionen in die Solarenergie", abrufbar unter http://www.gtai.de/tuerkei

MKT201810128007.14

Kontaktanschriften:

Enerji ve Tabii Kaynaklar Bakanligi (Ministerium für Energie und Naturressourcen)

Yenilenebilir Enerji Genel Müdürlügü (Generaldirektion für erneuerbare Energien)

Eskisehir Yolu 7. Km, No. 166

06520 Cankaya - Ankara, Türkei

T +90 (0)312 295 51 10

F +90 (0)312 295 50 05

yeka@enerji.gov.tr

http://www.yegm.gov.tr; http://www.enerji.gov.tr

GÜNDER - Uluslararasi Günes Enerjisi Toplulugu Türkiye Bölümü

(Türkei-Abteilung der International Solar Energy Society - ISES)

Bestekar Sok. No. 15/12

06680 Kavaklidere - Ankara, Türkei

T +90 (0)312 418 18 87

F +90 (0)312 418 08 38

info@gunder.org.tr

http://www.gunder.org.tr

Weitere Informationen zu Wirtschaftslage, Branchen, Geschäftspraxis, Recht, Zoll und Ausschreibungen in der Türkei sind unter http://www.gtai.de/tuerkei abrufbar.

Dieser Artikel ist relevant für:

Türkei Strom-/ Energieerzeugung, Solar

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