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31.10.2018

Türkische Verpackungsindustrie erwartet 2018 Wachstum von 15 Prozent

Marktanteil deutscher Hersteller von Verpackungsmaschinen liegt bei über 30 Prozent / Von Necip C. Bagoglu

Istanbul (GTAI) - Die türkische Verpackungsbranche wächst kräftig. Zur Rationalisierung der Produktion wollen Maschinenbauer die Automatisierung vorantreiben.

Türkische Hersteller von Verpackungsmaterialien erwarten in den kommenden Jahren steigende Inlandsumsätze und wachsende Exporte. So werden laut Fachverband ASD im Jahr 2018 etwa 15 Prozent mehr Verpackungen im Inland verkauft werden als noch im Vorjahr. Damit käme die Branche auf einen Umsatz von 23 Milliarden US-Dollar (US$). Bis 2023 rechnet der Verband sogar mit einem Marktvolumen von circa 30 Milliarden US$.

Die Branchenexporte, die für 2017 mit 4,1 Milliarden US$ beziffert werden, sollen 2018 etwa 5 Milliarden US$ erreichen. Für 2023 prognostiziert der Verband Ausfuhren von10 Milliarden US$.

Kleine Verpackungseinheiten zunehmend gefragt

Die Nachfrage nach Lebensmitteln in der Türkei steigt unter anderem wegen der zunehmenden Bevölkerungszahl. Im Land halten sich derzeit circa 4 Millionen Geflüchtete auf. Darüber hinaus schreitet die Urbanisierung voran. Damit geht der Trend zu kleineren Haushalten einher - und damit zu kleineren Verpackungseinheiten. Hersteller von Verpackungsmaterialien müssen ihre Produktion entsprechend anpassen.

Zu beobachten in der Lebensmittelverpackung ist ferner ein bislang kleiner, aber steigender Anteil von Kunststoff- und Aluminiumverpackungen. Das gleiche gilt für Glasverpackungen für nichtalkoholische Erfrischungsgetränke. Mehrere Produzenten von Mineralwasser, kohlensäurehaltigen Cola-Getränken und Fruchtsäften sind in letzter Zeit dazu übergegangen, ihr Angebot an Glasflaschen zu erhöhen.

Ein weiterer Trend, der sich in den Großstädten abzeichnet, ist die steigende Nachfrage nach Produkten, die in wiederverwendbaren Materialien verpackt sind.

Laut einer Verordnung des Umweltministeriums aus dem Jahr 2017 muss bei Verpackungsabfällen aus Glas, Papier, Metall und Kunststoffen in den Jahren 2018 und 2019 eine Recyclingquote von 54 Prozent erreicht werden. Für 2020 und danach wird bei Glas- und Papierabfällen eine Quote von 60 Prozent und bei Metall- und Kunststoffabfällen eine Quote von 55 Prozent angestrebt (nachzulesen im Staatsanzeiger Resmi Gazete Nr. 30283 vom 27. Dezember 2017).

Mehr und moderne Verpackungsmaschinen gefragt

Der wachsende Verpackungsmarkt dürfte einen zusätzlichen Bedarf an Verpackungsmaschinen nach sich ziehen. Das Interesse türkischer Verpackungshersteller am Ausbau und an der Modernisierung ihrer Produktionsstätten ist groß. Dabei geht es immer häufiger um Automatisierungsprojekte.

Eine Übersicht aktuelle Aktivitäten und Projekte von Verpackungsherstellern enthält eine im Oktober 2018 veröffentliche Verlagsbeilage der bekannten Wirtschaftszeitung Dünya (http://www.dunya.com). Wichtige Hersteller und Projektträger seien demnach die Firmen Sarten (Kunststoffe, Metalle; http://www.sarten.com.tr), Sisecam (Glas; http://www.sisecamcamambalaj.com), Deren Ambalaj (industrielle Verpackungssysteme; http://www.deren.com.tr), Besel (Folien; http://www.beselfoil.com), Kahramanmaras Kagit (Papier und Pappe; http://www.kmkpaper.com) und Akademika Ambalaj (Pappe; http://www.akademikaambalaj.com).

Deutsche Maschinenhersteller gut im Geschäft

Mehrere deutsche Verpackungsmaschinenhersteller sind bereits erfolgreich am türkischen Markt tätig. Sie operieren in der Regel über örtliche Tochterfirmen, die nach türkischem Recht gegründet wurden und den Vertrieb im Land übernehmen. Hierzu zählen beispielsweise die Firmen Krones und MULTIVAC. Krones aus Neutraubling vermarktet seine Abfüllanlagen über die Tochterfirma Krones Makine Sanayi ve Ticaret Limited Sirketi. MULTIVAC aus Wolfertschwenden bringt seine Verpackungslösungen für Getränke und flüssige Lebensmittel über die Tochtergesellschaft MULTIVAC Ambalaj Makineleri Sanayi ve Ticaret A. S. auf den Markt.

Im Jahr 2017 importierte die Türkei Verpackungsmaschinen im Wert von insgesamt 363 Millionen US$ ((HS-Kategorien 8422.30 und 8422.40). Davon kamen Maschinen im Wert von112 Millionen US$ aus Deutschland. Damit erreichten deutsche Hersteller unter den gesamten türkischen Brancheneinfuhren einen Marktanteil von knapp 31 Prozent. Für 2018 ist wegen der starken Währungsabwertung ein vorübergehender Rückgang der Einfuhren zu erwarten.

Hoher Import von Kunststoffverpackungen

Die Türkei importiert nach Angaben des Handelsministeriums jährlich mehr als 3 Milliarden US$ unterschiedliche Verpackungsmaterialien mit leicht steigender Tendenz in den letzten Jahren. Der Konjunktureinbruch seit Mitte 2018 lässt jedoch für dieses Jahr einen Rückgang erwarten. Von den Einfuhren von knapp 3,4 Milliarden US$ im Jahr 2017 entfiel mehr als die Hälfte auf Kunststoffverpackungen.

Nach Angaben des Handelsministeriums arbeiten in der Verpackungsindustrie landesweit circa 3.000 mehrheitlich kleine und mittelständische Firmen. Die Standorte befinden sich vor allem in den Provinzen Istanbul, Izmir, Bursa, Ankara, Konya, Kocaeli, Gaziantep, Adana, Kayseri und Manisa. Eine zunehmende Zahl von Betrieben hat Zertifizierung nach ISO 9000, ISO 14001 und ISO 22000.

Weitere Informationen zu Wirtschaftslage, Branchen, Geschäftspraxis, Recht, Zoll und Ausschreibungen in der Türkei sind unter http://www.gtai.de/tuerkei abrufbar.

Kontaktadresse

Ambalaj Sanayicileri Dernegi - ASD

(Packaging Manufacturers Association)

Kosuyolu Katip Salih Sok. 13

Kadiköy - Istanbul, Türkei

T +90 (0)216 545 49 48

F +90 (0)216 545 49 47

asd@ambalaj.org.tr

http://www.ambalaj.org.tr

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Türkei Nahrungsmittel- u. Verpackungsmaschinen

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