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15.03.2017

Turkmenistan investiert massiv in den Straßenbau

Ost-West-Autobahn ist das Prestigeprojekt / Von Uwe Strohbach

Aschgabat (GTAI) - Der Ausbau und die Erneuerung des Straßennetzes bleibt eine der Prioritäten der turkmenischen Regierung. Durchschnittlich fließen pro Jahr etwa 300 Mio. bis 400 Mio. US$ in Straßenbauprojekte. Aufgrund gesunkener Devisenerlöse aus dem Öl- und Gasexport werden die Investitionen allerdings gekürzt. Dennoch versprechen die geplanten Vorhaben auch weiterhin Geschäftschancen für Anbieter von Bautechnik, technischen Zulieferungen und Know-how. (Kontaktanschrift)

Richtschnur für Straßenbauprojekte in der zentralasiatischen Republik Turkmenistan bilden das Modernisierungs- und Ausbauprogramm für das republikanische, regionale und lokale Straßennetz im Zeitraum 2012 bis 2020 sowie eine Initiative für die Errichtung der Straßenkorridore Süd-Nord (Aschgabat-Daschogus) und West-Ost (Turkmenbaschi-Farap). Die Fertigstellung der Korridore mit einer Gesamtlänge von 1.676 km ist bis 2019/20 geplant.

Ganz oben auf der Projektliste steht der Bau einer 564 km langen Autobahn von der Hauptstadt Aschgabat bis zum Seehafen Turkmenbaschi in Westturkmenistan mit sechs Spuren, 267 Brücken und einer modernen Dienstleistungsinfrastruktur. Das offiziell im Herbst 2014 gestartete Projekt ist Teil des West-Ost-Korridors und soll 2018 abgeschlossen werden.

Deutsches Unternehmen ist Generalplaner für Autobahn

Die Gesamtkosten für die Autobahn, die über die Städte Serdar und Balkanabat führt, beträgt circa 1,8 Mrd. bis 2,0 Mrd. US$. Den Planungsauftrag für die Trasse erhielt das deutsche Architektur- und Ingenieurunternehmen Inros Lackner AG. Das Projekt umfasst auch die Errichtung von Servicestationen, zahlreicher Rastplätze, mehrerer Polizeidienststellen und von neun Mautstationen.

Die Anschlusstrassen Aschgabat-Farap und Aschgabat-Daschogus befinden sich ebenfalls in der Umsetzung. Mitte 2016 erhielten Bauunternehmen des Verbandes der Industriellen und Unternehmer Turkmenistans von der Regierung den Zuschlag für die zweite Ausbauphase der Trasse Aschgabat-Turkmenabat/Farap.

Ausbau des öffentliches Straßennetzes um 10.000 km geplant

Gegenwärtig umfasst das öffentliche turkmenische Straßennetz eine Länge von rund 13.700 km. Neun Zehntel davon beziehungsweise knapp 12.400 km haben eine feste Fahrbahndecke (Asphalt, Schotter/Kies). Vom gesamten Netz entfallen 6.500 km auf Trassen von gesamtstaatlicher Bedeutung, darunter 2.300 km auf internationale Korridore, und 7.200 km auf regionale und lokale Strecken.

Das öffentliche Straßennetz soll bis 2020 auf eine Gesamtlänge von 23.900 km ausgebaut werden. Marktkenner erwarten, dass das Netz bis dahin eher eine Länge von maximal 18.000 km erreichen wird. Von den per 1.1.17 bestehenden 1.866 Straßenbrücken wurden 118 in den letzten fünf Jahren errichtet. Mindestens ein Drittel der gegenwärtig genutzten Brücken bedarf einer Grunderneuerung. Zahlreiche neue Straßentrassen entstehen im Zuge der Errichtung neuer Dörfer in allen Regionen des Landes sowie des weiteren Ausbaus der Landesmetropole Aschgabat.

Turkmenische Straßentrassen internationaler Transportkorridore
Trasse Streckenführung
M37 Turkmenbaschi/Kaspisee-Aschgabat-Mary-Turkmenabat-Farap/Grenze zu Usbekistan
E60 Aschgabat-Daschogus (Nordturkmenistan)
E003 Aschgabat-Gaudab/Grenze zu Iran
E121 Garabogaz (Bekdasch/Nordwestturkmenistan)/Grenze zu Kasachstan-Turkmenbaschi und Serdar/Westturkmenistan-Gudriolum/Grenze zu Iran

Quelle: Ministerium für Automobiltransport Turkmenistans

Internationale Frachttransporte über die Straße zwischen Turkmenistan und dem Ausland erfolgen gegenwärtig über 13 Grenzabfertigungsstellen: Artyk, Gaudan, Sarahs, Bekdasch/Garabogaz, Gudurolum, Daschogus, Köneurgenc, Farap, Gazojak, Talimerjen, Ymannazar, Serhetabat und Fährübersetzungsstelle Turkmenbaschi. Das Gros der Importgüter (jeweils rund ein Fünftel des Gesamtaufkommens) gelangt via Iran über die Grenzübergänge Artyk, Sarahs und Gaudan (alle Region Ahal) in das Land.

Weitere bedeutende Übergänge für Import- und vor allem auch Transitgüter sind Gudurolum (Region Balkan) und Farap (Region Lebap). Der Transport von Exportwaren erfolgt überwiegend über die Grenzübergänge Gudurolum sowie Ymamnazar (Region Lebap; Anteil an den Transporten von Exportwaren: jeweils etwas weniger als knapp 30%), Artyk (knapp 20%), Serhetabad (Region Mary) und Sarahs (jeweils um die 10%). Über Artyk werden vorwiegend Exporte von in Turkmenistan tätigen ausländischen Unternehmen weitertransportiert.

Der wichtigste Partner im Straßengüterverkehr ist Iran. Nach offiziellen Angaben passieren jährlich rund 75.000 iranische Lkw die Grenze zu Turkmenistan. Weitere bis zu 8.000 Fahrzeuge nutzen das nördliche Nachbarland als Transitroute. Die Anzahl der turkmenischen Lkw mit Fahrziel Iran beträgt im jährlichen Durchschnitt circa 20.000. Weitere 2.000 bis 3.000 Fahrzeuge durchqueren Iran im Transit.

Kontaktanschrift

Staatskonzern für Straßenbau Turkmenistans

(Türkmenawtoyollary döwlet konserni)

Azady (2011) köc., 95, 744000 Aschgabat

Tel.: 00993 12/92-47 00, Fax: -08 00

E-Mail: avtoyollar@online.tm, Internet: http://www.avtoyollar.gov.tm

Ansprechpartner: Alym Annaorazowic Öwezow, Vorsitzender des Staatskonzerns

(U.S.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Turkmenistan Straßen-, Brücken- und Tunnelbau

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Kontakt

Dominik Vorhölter

‎+49 228 24 993 219

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