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23.03.2017

Ungarn plant die Vergabe weiterer Bergbaukonzessionen

Kohlenwasserstoffe und geothermale Energiequellen im Fokus / Von Waldemar Lichter

Budapest (GTAI) - Ungarn will auch 2017 weitere Konzessionen für die Erkundung und Ausbeutung von Bodenschätzen ausschreiben. Bis Ende 2016 wurden vier Ausschreibungsrunden für die Vergabe von Bergbaulizenzen erfolgreich abgeschlossen. Im Fokus stehen Kohlenwasserstoffvorkommen. Auf Wunsch potenzieller Investoren können aber auch Konzessionen für die Nutzung anderer mineralischer Bodenschätze ausgeschrieben werden. (Kontaktanschriften)

Vierte Ausschreibungsrunde abgeschlossen

In der vierten Ausschreibungsrunde wurden 2016 in Ungarn zehn Lizenzen für die Erkundung und Ausbeutung von Bodenschätzen ausgeschrieben. Neun davon bezogen sich auf Lagerstätten von Kohlenwasserstoffen in Zentral- und Westungarn und eine auf die Nutzung geothermaler Energiequellen in der Region Györ. Lizenzen für sechs Blöcke gingen dabei an den ungarischen Mineralölkonzern MOL, eine an die Gesellschaft PannErgy Geotermikus Erömüvek Zrt. für die Nutzung geothermischer Quellen. Entsprechende Verträge sollen bereits unterzeichnet worden sein. Angeboten wurden Konzessionen für 20 Jahre mit einer Verlängerungsoption von zehn Jahren.

Das für den Sektor zuständige Ministerium für nationale Entwicklung bereitet derzeit die nächste Ausschreibungsrunde vor. Diese wird voraussichtlich im Frühjahr 2017 starten. Die Gebote müssen bis August/September abgegeben werden. Die Entscheidung über die Konzessionsvergabe dürfte im November des laufenden Jahres fallen. Das Ministerium beabsichtigt, in den darauffolgenden Jahren weitere Ausschreibungen im regelmäßigen Turnus zu veröffentlichen.

Derzeit gelten 21 Gebiete in Ungarn für die Vergabe weiterer Bergbaukonzessionen als geeignet. Das staatliche Amt für Bergbau und Geologie (MBFH) sowie das Ungarische Geologische und Geophysikalische Institut (MFGI) haben Untersuchungen zu 28 Blöcken mit Wasserkohlenstoffvorkommen, 17 mit geothermischen Energiequellen, eine mit Kohle- und eine weitere mit Metallerzlagerstätten ausgearbeitet und veröffentlicht (verfügbar nur in ungarischer Sprache unter: http://www.mbfh.hu/home/html/index.asp?msid=1&sid=0&hkl=538&lng=1).

Bei den meisten Ausschreibungen, die in nächster Zeit veröffentlicht werden, handelt es sich um Konzessionen zur Erkundung und Nutzung von Kohlenwasserstoffen und geothermischen Energiequellen. Vertreter des Ministeriums betonen aber, dass auch bei anderen Bodenschätzen eine Lizenzvergabe für die Erkundung und Ausbeutung von Lagerstätten möglich sei. Auf Wunsch potenzieller Investoren könnten solche Lizenzen bzw. Konzessionen ausgeschrieben werden.

MOL mit zahlreichen Konzessionen

Mit dem Gewinn von sechs Konzessionen in der vierten Ausschreibungsrunde hat MOL seine Position im ungarischen Bergbausektor gestärkt. Durch die neuen Konzessionsverträge werde sich das Explorationsgebiet des Konzerns von bisher fast 4.200 qkm verdoppeln, teilte das Unternehmen mit.

Zu den Besitzern von in früheren Ausschreibungsverfahren vergebenen Explorations- und Förderlizenzen für Kohlenwasserstoffe in Ungarn gehören außer MOL elf weitere Unternehmen. Dazu zählt unter anderem RAG Hungary Kft, die 2009 gegründete Tochter der österreichischen Rohöl-Aufsuchungs AG (RAG) mit Sitz in Budapest. Seit 2011 wurden gemeinsam mit dem serbischen Unternehmen NIS (gehört der russischen GazpromNeft) in zwei Gebieten, Kiskunhalas und Kelebia, Erkundungsarbeiten durchgeführt. Bei der Unterzeichnung des Projektvertrages in Ungarn hatten RAG und NIS angekündigt, rund 100 Mio. Euro in fünf bis sieben Jahren investieren zu wollen.

Weitere Lizenzen erhielten auch die Firmen Blue Star 95 Kft. (Tochter der US-Firma HHE America Ltd.), Deleuadra Kft. (Budapest), Magyar Földgaztarolo Zrt. (Budapest, gehört zum ungarischen Energiekonzern MVM Group), Petrohungaria Kft. (früher Beteiligung der britischen Firma Ascent Resources), Magyar Horizont Energia Kft (gegründet 1998 durch HHE America Inc.), O&GD (Tochter der niederländischen Sand Hill Petroleum BV), TXM Kft. (gehört Mako Energy Corp., USA), EU-FIRE (Geothermik; im Dezember 2014 Bau eines Geothermalkraftwerks in Battonya gemeinsam mit der isländischen Firma Mannvit angekündigt) sowie Pannbridge Hungary Zrt. (Bankers Petroleum, Kanada).

Ungarns Produktion von Erdgas (in Mrd. cbm) und Rohöl (Mio. t)
Erdgas Erdöl
2004 3,21 1,08
2005 3,17 0,95
2006 3,29 0,89
2007 2,72 0,84
2008 2,85 0,82
2009 3,17 0,80
2010 3,05 0,73
2011 2,67 0,67
2012 2,71 0,66
2013 2,06 0,61
2014 1,93 0,59
2015 1,89 0,63

Quelle: MBFH

Kontaktanschriften

Ministerium für nationale Entwicklung (Nemzeti Fejlesztési Minisztérium)

Abteilung für Energiemanagement und Bergbau

Abteilungsleiter: Zoltán Horváth

1011 Budapest, Fö u. 44-50

Postanschrift: 1440 Budapest, P.O.B. 1

Tel.: 0036 1/795 74 29, Fax: -06 45

E-Mail-Adresse: zoltan.hovath@nfm.gov.hu, Internet: http://www.kormany.hu

Staatliches Amt für Bergbau und Geologie (Magyar Bányászati és Földtani Hivatal)

Stellvertretender Direktor: Gabor Zelei

S1145 Budapest, Columbus u. 17-23

Postanschrift: 1590 Budapest, P.O.B. 95

Tel.: 0036 1/301-2900, -2901, Fax: -2903

E-Mail-Adresse: hivatal@mbfh.hu, gabor.zelei@mbfh.hu, Internet: http://www.mbfh.hu

(W.L.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Ungarn Bergbau / Rohstoffe, allgemein, Strom-, Energieerzeugung, allgemein, Strom-/ Energieerzeugung, Fossile Energien, Strom-/Energieerzeugung, Geothermie

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