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15.07.2019

Ungarn stützt seine Busindustrie

Zuschüsse für Busbeschaffungen durch Gemeinden / Von Waldemar Lichter

Budapest (GTAI) - Ungarns Regierung wird die Beschaffung neuer Stadtbusse durch die Gemeinden subventionieren. Damit soll die Wiederbelebung der einheimischen Busindustrie unterstützt werden.

Die Erneuerung der Busflotte der kommunalen Nahverkehrsunternehmen soll durch staatliche Zuschüsse gefördert werden. Die Regierung will den Gemeinden für die Beschaffung neuer umweltfreundlicher Fahrzeuge in den nächsten zehn Jahren umgerechnet 114 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Die Zuschüsse sollen bis zu 20 Prozent der Beschaffungskosten der Busse decken.

Etwa 500 Millionen Euro sind für den Kauf von 1.290 neuen Bussen vorgesehen. Zuschussberechtig sind Gemeinden mit einer Einwohnerzahl von über 25.000. In diesen Gemeinden sind derzeit Pressemeldungen zufolge rund 2.900 Fahrzeuge im Einsatz.

Das Programm wurde verabschiedet, um die nationale Strategie zur Wiederbelebung der ungarischen Busindustrie zu unterstützen. Ziel ist es, die Nachfrage nach Bussen zu erhöhen und der Industrie damit zu rentableren Produktionszahlen zu verhelfen. Bezuschusst werden dürften deshalb vor allem Fahrzeuge mit einem hohen lokalen Wertschöpfungsanteil.

Bushersteller wollen Produktion steigern

Zu den wichtigsten Herstellern von Bussen in Ungarn gehören Ikarus (Szekesfehervar), Kravtex-Kühne Kft. (Mosonmagyarovar und Györ), Inter Tranction Electrics Kft. (Debrecen) und BYD Electric Truck & Bus Hungary Kft. Bei Letzterem handelt es sich um eine Tochtergesellschaft der chinesischen Firma Build Your Dream (BYD), die in Komarom für rund 20 Millionen Euro ein neues Werk für Elektrobusse errichtet hat. Das erste dort produzierte Fahrzeug wurde im Dezember 2018 an die Gemeinde Salgotarjan übergeben.

Kravtex-Kühne Kft. plant 2019 die Produktion von 250 Credobus-Fahrzeugen. Inter Traction Electrics gehört der Budapester ITK Holding (Mehrheitsaktionär: Mineralölkonzern MOL). Das Unternehmen montiert am Standort Debrecen Mercedes-Benz-Busse. Nach Fertigstellung einer neuen Produktionshalle von 3.000 Quadratmetern Größe wird die Kapazität auf 300 bis 400 Fahrzeuge pro Jahr steigen.

Vor der Aufnahme der Serienproduktion steht das Unternehmen Electrobus Europe, ein Joint Venture von Ikarus (Ungarn) und CRRC Urban Traffic Kft. (China). Geplant ist die Fertigung von Elektrobussen. Ikarus fertigt dabei die Karosserien, die Chinesen die Antriebsaggregate. Ikarus-Chef Gabor Szeles will die Produktion bis 2020 auf 1.000 Fahrzeuge pro Jahr steigern. Der Prototyp des Modells CityPioneer wurde der Öffentlichkeit im Dezember 2018 vorgestellt.

Weitere Informationen zu Ungarn finden Sie unter http://www.gtai.de/Ungarn

Dieser Artikel ist relevant für:

Ungarn Personenkraftwagen (Pkw), Elektromobilität

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Suche / Mann mit Lupe | © GettyImages/BernardaSv

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