Suche

19.09.2019

Usbekistan baut neue Stadtviertel

Hauptstadt und Regionen investieren rund 2 Milliarden US-Dollar / Von Uwe Strohbach

Taschkent (GTAI) - Usbekistan startete eine Initiative gegen den Investitionsstau in der Stadtentwicklung. Vor allem privates Kapital und Know-how soll in moderne Wohn- und Geschäftszentren fließen.

Die Regierung Usbekistans hat die forcierte Entwicklung moderner Stadtzentren zu einer ihrer wirtschaftspolitischen Prioritäten erklärt. Laut einer am 2. August 2018 verabschiedeten Präsidialverordnung sollen in der Landesmetropole Taschkent, in der Hauptstadt der Autonomen Republik Karakalpakstan und in den Zentren der zwölf Verwaltungsgebiete neue Wohn- und Geschäftsviertel entstehen. Die ersten Vorhaben des Gesamtprojekts "Business City" werden umgesetzt oder befinden sich in einer fortgeschrittenen Planung. Für weitere Stadtzentren werden Masterpläne erstellt.

Mindestens 1 Milliarde US-Dollar fließen in die neue Tashkent City

Als Prestigeprojekt gilt die Errichtung des neuen Stadtteils Tashkent City International Business Center im Zentrum der Hauptstadt (http://www.tcibc.uz, Baudirektion). Hier entstehen in den Jahren 2018/2019 bis 2022 auf einem 80 Hektar großen Gelände Wohn-, Büro-, Handels- und Hotelbauten sowie ein Kongresszentrum. Am Projektentwurf waren internationale Architekturbüros beteiligt (ARUP, Großbritannien, Tabanlioglu, Türkei, DPArchitects, Singapur und andere). Die Rohbauten oder Fundamente von 50 Gebäuden stehen bereits.

In das Vorhaben investiert zurzeit mehr als ein Dutzend Unternehmen, darunter folgende lokale Immobilienentwickler und Banken: Murad Buildings, Real House, Akfa Dream World, Premium Village, Dream City, Luxury Apartments, Asaka bank, Aloqabank und Sanoat Qurilish Bank. Außerdem beteiligen sich ausländische Firmen aus Korea (Rep.), Großbritannien, der Türkei und Deutschland.

Der Immobilienentwickler Murad Buildings (http://www.mbc.uz) baut gemeinsam dem türkischen Unternehmen Özgüven Architecture für 150 Millionen US-Dollar (US$) ein Hochhaus namens Nest One. Mit 215 Metern und 50 Etagen soll es der höchste Wolkenkratzer in Zentralasien werden, der Wohnungen, ein Hotel und Büros beherbergt.

Weitere drei Stadtteile in Taschkent für mehr als 1 Milliarde US$ geplant

Das künftige Baugeschehen in der Olmazor City konzentriert sich auf die Errichtung von 34 Wohnhochhäusern, Büro- und Handelsflächen, Hotels und eines 8 Hektar großen Freizeitparks. Die Investitionen betragen 130 Millionen US$. Die Stadtverwaltung erteilte Anfang 2019 dem türkischen Unternehmen Özün Insaat Yatirim Danismanlik den Zuschlag als Hauptinvestor.

Der Projektwert für das neue Zentrum des Stadtbezirks Yunusobod, die Yunusobod Business City, beträgt bis zu 500 Millionen US$. Bebaut wird eine Fläche von 45,5 Hektar. Es entstehen Wohnhochhäuser mit 4.190 Wohnungen, Büro-, Freizeit-, soziale und medizinische Objekte. Konkret geplant ist eine Einkaufsmeile mit einer Etagenfläche von 60.700 Quadratmetern. Noch in diesem Jahr beginnt der Bau von zwei Hotels mit jeweils 120 Betten und eines 18,2 Hektar großen Parks.

Das Projekt Mirzo-Ulugbek Business-City sieht den Bau von Büro-, Handels-, Wohn- und Freizeitobjekten entlang der Straßen Mustakillik und Mirzo-Ulugbek vor. Der künftige Boulevard Mirzo-Ulugbek erstreckt sich über 5,5 Kilometer. Das Gesamtvorhaben mit erwarteten Kosten in Höhe von 420 Millionen US$ umfasst 24 Einzelvorhaben auf einer Fläche von 30 Hektar. Kontaktpartner für die drei Projekte ist die Direktion für den Bau und Betrieb der Objekte in den Business Cities Olmazor, Yunusobod und Mirzo-Ulugbek (https://bcity.uz).

Umgestaltung von Straßenzügen zu großzügigen Boulevards geplant

Taschkent erneuert die Straßen Farg´ona y´oli und Nurafshon yo´li und will ein Internationales Innovationszentrum bauen. Die zuerst genannte Trasse verbindet das Stadtzentrum mit der regionalen Hauptstadt Nurafschon. Entlang der 6,3 Kilometer langen Strecke sollen in drei Phasen Wohn, Büro-, Hotel-, Handels-, Freizeit- und soziale Objekte auf einer Fläche von 228 Hektar entstehen.

Die zum historischen Stadtteil Taschkents führende Straße Nurafshon yo´li soll auf einem insgesamt 390 Hektar großen Gelände zu einem Boulevard mit Wohn-, Büro-, Handels- und sozialen Objekten entwickelt werden.

Im Juli 2019 gab die Regierung ihre aktualisierten Pläne für den Bau eines Internationalen Innovationszentrums (Delta City) auf einem 2,5 Hektar großen Grundstück nahe der Metrostation Bodomzor und des Messegeländes bekannt. Einzelvorhaben werden gegenwärtig konkretisiert. Die ursprünglichen Pläne für das Zentrum sahen den Bau eines Campus mit Forschungseinrichtungen und Wohnungen vor. Das Vorhaben soll in enger Kooperation mit dem südkoreanischen Unternehmen Posco E&C umgesetzt werden, heißt es.

Über Detailinformation zu den Projekten verfügen die Stadtverwaltung Taschkent, die Verwaltungen für Wirtschaft/komplexe Stadtentwicklung und Investitionen/Außenhandel (http://www.tashkent.uz, econom_shahar@umail.uz, tashinvest@tashkent.uz).

Regionale Hauptstädte investieren in neue moderne Stadtteilzentren

Nicht nur in der Landesmetropole, auch die Verwaltungszentren der Provinzen hegen ehrgeizige Pläne für den Bau attraktiver Stadteile. Solche Vorhaben gibt es in Buchara, Samarkand, Termes, Andischan, Fergana und Namangan.

Das auf 225 Millionen US$ veranschlagte Projekt für die neue Bukhara City (83 Hektar) sieht neben einem Mix aus Wohnen und Gewerbe den Bau eines Konferenzzentrums, Museums, Theaters, Kino, einer Hochschule und sozialen Objekten vor. In der ersten Phase (ab 2020) sollen 375.000 Quadratmeter Gebäudeflächen und in der zweiten Phase weitere 75.000 Quadratmeter entstehen. Kontaktpartner ist das usbekische Bauunternehmen Mustahkam Qurilish Biznes (info@markaz-15.uz).

Bei der Errichtung des neuen Stadtteils in Fergana, der Fergana Business City, wollen sich südkoreanische Firmen engagieren. Der Projektwert beträgt etwa 200 Millionen US$. Die chinesische Gesellschaft Zhongue Wanda kündigte an, in den Jahren 2022 bis 2023 rund 70 Millionen US$ in den Namanganer Stadtteil Smart Ecocity zu investieren. Darunter ist der Bau eines Hotelkomplexes, eines Handels- und Vergnügungszentrums und von Appartements vorgesehen.

Die geplante Andijan City soll auf einem 70 Hektar großen Gelände errichtet werden. Dort wird künftig ein Fünf-Sterne-Hotel mit 16 Etagen, ein Büro-Hochhaus, ein Kongresszentrum und 70 neun- bis zwölfstöckige Wohnhäuser gebaut. Ansprechpartner sind die jeweiligen Gebietsverwaltungen: http://www.ferghana.uz, http://www.namangan.uz und http://www.andijan.uz)

Die Nachfrage nach ausländischen Dienstleistungen und Baustoffen wächst

Die einzelnen Projekte bieten Geschäftschancen. Ausländische Firmen können sich am Bau von Objekten beteiligen, Beratungsdienstleistungen oder Baustoffe verkaufen. Die Baustoffimporte legten im 1. Halbjahr 2019 gegenüber der Vorjahresperiode um 15,5 Prozent auf 627 Millionen US$ zu (ohne Bauchemie). Die Einfuhren von Kunststofferzeugnissen für das Baugewerbe stiegen etwa um 30 Prozent.

Weitere Informationen zu Wirtschaftslage, Branchen, Geschäftspraxis, Recht, Zoll und Ausschreibungen in Usbekistan sind unter http://www.gtai.de/usbekistan erhältlich.

Dieser Artikel ist relevant für:

Usbekistan Straßen-, Brücken- und Tunnelbau, Gewerbebau, Wohnungsbau, Architektur, Bau-Consulting, Bauüberwachung, Hochbau

Funktionen

Kontakt

Dominik Vorhölter

‎+49 228 24 993 219

Suche / Mann mit Lupe | © GettyImages/BernardaSv

Suche

Recherchieren Sie aktuelle Marktanalysen, Wirtschaftsdaten, Zoll- und Rechtsinformationen, Projekte und Ausschreibungen aus über 120 Ländern.

Zur Suche