Suche

27.09.2019

Usbekistan investiert 1,5 Milliarden US-Dollar in Smart Cities

Zwei ambitionierte Pilotprojekte in der Planung / Von Uwe Strohbach

Taschkent (GTAI) - Usbekistan will die Urbanisierung im Land zügig vorantreiben. Hierzu soll auch die Errichtung neuer intelligenter und energieeffizienter Planstädte einen Beitrag leisten.

Die Regierung der zentralasiatischen Republik Usbekistan hat Ende 2018 die beschleunigte Urbanisierung zu einer ihrer wirtschafts- und sozialpolitischen Prioritäten erklärt. Um dieses Ziel zu erreichen, treibt die Regierung den Bau neuer Stadtsiedlungen nach dem Konzept einer Smart City voran.

Bis 2030 soll der Verstädterungsgrad - der Anteil der Stadtbewohner an der Gesamtbevölkerung - auf bis zu 60 Prozent steigen. Aktuell beträgt er nur 35,5 Prozent, unter Herausrechnung ländlicher Gemeinden mit einer gewissen städtischen Prägung.

Fokus liegt auf Ressourcen- und Energieeffizienz

Die ersten Pilotprojekte für die Errichtung intelligenter Städte sind in der neuen lokalen Hauptstadt der Provinz Taschkent, Nurafshon (früherer Name: To´ytepa), und auf dem Gelände der freien Wirtschaftszone in Kokand geplant. Sie sollen bis Ende 2025, Anfang 2026 realisiert werden. Durch den Einsatz innovativer Technologien sollen in beiden Städten intelligente Lösungen für eine ganzheitliche Stadtentwicklung (Infrastruktur, Gebäude, Mobilität, Dienstleistungen oder Sicherheit) umgesetzt werden. Dabei stehen Ressourcen- und Energieeffizienz im Mittelpunkt.

Projektwert für die Smart City Nurafshon summiert sich auf 1 Milliarde US-Dollar

Die Umrisse des Stadtentwicklungsprojekts in Nurafshon sind in einem Präsidialerlass vom April 2018 verankert. Die intelligente Stadt soll sich über das gesamte neue Stadtzentrum mit einer Fläche von 246 Hektar erstrecken. Geplant ist der Bau von Wohnungen, Verwaltungsgebäuden, Bürokomplexen für den Bedarf der Wirtschaft, Handels-, Freizeitz-, Kultur- und sozialen Objekten, einschließlich medizinischer Einrichtungen.

In der ersten der vorgesehenen drei Bauphasen sollen unter anderem Wohnhäuser mit neun bis zwölf Etagen und rund 2.000 Wohnungen sowie ein 100 Hektar großer Gewerbepark errichtet werden. Auf der Projektliste stehen massive Investitionen in die lokale Wasser-, Abwasser- und Energieversorgung (Strom und Gas) sowie die Telekommunikations- und Transport-Infrastruktur.

Die Investitionen in die Smart City veranschlagt die Regierung auf etwa 1 Milliarde US-Dollar. Die bei der Stadtverwaltung Nurafshon angesiedelte Direktion für den Bau des Verwaltungszentrums der Provinz Taschkent will das Stadtentwicklungsprojekt vorrangig mit Partnern aus Korea (Rep.) umsetzen. Auch private lokale und andere ausländische Firmen sind eingeladen, sich an den Einzelvorhaben zu beteiligen. Erwogen werden auch PPP-Projekte.

Die künftige Smart City ist Teil eines Entwicklungsplans für die lokale Hauptstadt für einen Zeitraum bis 2035. Gegenwärtig leben in Nurafshon rund 45.000 Einwohner. Bis 2025 soll die Bevölkerung auf etwa 77.000 und bis 2035 auf 100.000 Menschen steigen. Im Jahr 2025 wird es einen Bedarf an 1,4 Millionen Quadratmetern Wohnflächen geben (Ist 2018: 0,6 Millionen Quadratmeter).

In die intelligente Stadt Kokand sollen etwa 500 Millionen US-Dollar fließen

Das zweite Smart-City-Projekt Usbekistans ist Teil einer im Juli 2019 von der Regierung beschlossenen Initiative zur Belebung der Investitionen in der ostusbekischen Provinz Fergana. Bei dem Vorhaben mit einem Gesamtwert von mehr als 480 Millionen US-Dollar handelt es sich um das aktuell investitionsträchtigste Projekt in der Region.

Die Smart City soll auf einer Fläche von 250 Hektar im Landkreis Uchko´prik nahe der Stadt Kokand (Qo´qon) errichtet werden. Das Gelände gehört zur freien Wirtschaftszone Kokand. In der Anfang 2017 gegründeten Zone mit einer Gesamtfläche von 709 Hektar haben sich mehrere Dutzend Firmen angesiedelt.

Das Konzept der Smart City Kokand umfasst intelligente Lösungen sowohl für die Sektoren Wohnen und Verwaltung als auch für Geschäfts-, Entwicklungs- und Forschungsaktivitäten in der Freizone. Laut Regierungsangaben wird das südkoreanische Unternehmen Chxong-Xe das Stadtentwicklungsprojekt in Kooperation mit interessierten Partnerunternehmen aus dem In- und Ausland umsetzen.

Kontaktadressen

Direktion für den Bau des Verwaltungszentrums der Provinz Taschkent

Osiyo Straße 4

100084 Taschkent

T +998 951 452 880

toshvilakbb@mail.ru

Freie Wirtschaftszone Kokand

info@qoqoneiz.uz

http://www.qoqoneiz.uz

Weitere Informationen zu Wirtschaftslage, Branchen, Geschäftspraxis, Recht, Zoll und Ausschreibungen in Usbekistan sind unter http://www.gtai.de/usbekistan erhältlich.

Dieser Artikel ist relevant für:

Usbekistan Bauwirtschaft, allgemein, Stromerzeugungs- und -verteilungstechnik, Hochbau, Digitalisierung

Funktionen

Kontakt

Dominik Vorhölter

‎+49 228 24 993 219

Suche / Mann mit Lupe | © GettyImages/BernardaSv

Suche

Recherchieren Sie aktuelle Marktanalysen, Wirtschaftsdaten, Zoll- und Rechtsinformationen, Projekte und Ausschreibungen aus über 120 Ländern.

Zur Suche