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08.11.2018

US-Markt für Batterien und Akkus tankt Energie

Fahrzeugbau und erneuerbare Energien treiben die Nachfrage / Von Ullrich Umann

Washington, D.C. (GTAI) - Der US-Markt für Batterien und Akkumulatoren soll deutlich zulegen. Bei den gefragten Lithium-Ionen-Akkus geben auch in den USA asiatische Hersteller den Ton an.

Der US-Markt für (nicht wiederaufladbare) Primärbatterien und Sekundärakkus wird nach Prognosen des Marktforschers Freedonia bis 2022 um jährlich rund 5 Prozent zulegen. Der Absatz erhält Impulse durch der Förderung für Zielbranchen. So wird beim Kauf eines elektrogetriebenen Autos eine Abschreibung von 7.500 US-Dollar (US$) von der Bundessteuer gewährt, einzelne Bundesstaaten geben eine zusätzliche Förderung hinzu. Regional wird auch die Installation von fotovoltaischen Anlagen finanziell unterstützt. In Kalifornien besteht ab 2020 sogar eine Verpflichtung für Bauherren, solche Anlagen auf dem Dach zu installieren. Energiespeicher sind bei dieser Art der Stromerzeugung unablässig.

US-Nachfrageprognose für Batterien und Akkumulatoren (in Millionen US$, Veränderung in %)
Produkt/Anwendungsgebiet 2017 2022 jährliches Wachstum
Gesamtnachfrage, nach Produkt 13.650 17.750 5,4
.Bleiakkus 6.695 8.755 5,5
.Lithium-Ionen-Akkus 2.035 3.135 9,0
.andere Sekundärakkus 780 900 2,9
.Alkali-Batterien 3.025 3.580 3,4
.andere Primärbatterien 1.115 1.380 4,4
Nach Anwendungsgebiet
.Kfz 5.390 6.935 5,2
.elektronischen Waren 4.580 5.575 4,0
.Industrie und andere gewerbliche Anwendungen 3.680 5.240 7,3

Quelle: The Freedonia Group

Zu den bedeutendsten Herstellern gehören in den USA zum Beispiel Duracell, Energizer, EaglePicher Technologies und Johnson Controls. Hinzu kommen Werke für Vorprodukte für die Akkuherstellung. Zu ihnen gehören unter anderem EnerDel, NEC, Saft Groupe und XALT Energy.

Importabhängigkeit bei Lithium-Ionen-Akkus

US-Hersteller befriedigen insgesamt 80 Prozent der Inlandsnachfrage nach Primärbatterien und Sekundärakkus. Die Fertigungskapazitäten sind allerdings überwiegend bei Bleiakkus etwa für Fahrzeuge angesiedelt. Dünner sieht es bei der Herstellung von Lithium-Ionen-Akkus aus. Die hohe Importabhängigkeit dabei wird seitens der Politik heftig kritisiert, da Lithium-Ionen-Akkus für viele Branchen unabdingbar geworden sind. Zum größten ausländischen Beschaffungsmarkt für Bleiakkus hat sich Mexiko entwickelt, wogegen Lithium-Ionen-Akkus aus China, Japan, Taiwan und Südkorea eingeführt werden.

Inlandsproduktion wächst parallel zur Nachfrage

Der Marktanteil inländischer Hersteller von Batterien und Akkus wird laut Freedonia bis 2022 in etwa bei 80 Prozent stabil bleiben. Unter anderem investiert der Elektrofahrzeughersteller Tesla in eine Akku-Fabrik in der Wüste von Nevada, die einen Teil des steigenden Bedarfs an Lithium-Ionen-Akkus in der Kfz- und Solarindustrie abdecken kann. Die technische Durchführung dieser Investition hat Panasonic übernommen.

Einziger Hersteller in den USA von Lithium-Ionen-Akkus ohne eine ausländische Beteiligung ist EnerDel mit Sitz in Indianapolis. Dies allerdings auch nur deshalb, weil sich ein russischer Investor aus dem Unternehmen zurückgezogen hatte; es gehört auch eher zu den kleinen Produzenten.

US-Produktionsprognose für Batterien und Akkumulatoren (in Millionen US$, Veränderung in %)
Anwendungsgebiet 2017 2022 Veränderung
Produktion 10.900 14.500 5,9
.Sekundärakkus 7.035 10.040 7,4
.Primärbatterien 3.865 4.460 2,9

Quelle: The Freedonia Group

Strenge Vorschriften für Produktion und Handel

Fertigung, Handel, Nutzung und Entsorgung von Batterien und Akkus unterliegen strengen Regeln. Schwerpunkt ist dabei der Schutz von Umwelt sowie menschlicher Gesundheit bei Produktion und Anwendung. Die Produktion von Bleiakkus unterliegt Emissionsschutzauflagen gemäß dem "Clean Air Act" aus dem Jahr 1971. Dieses Gesetz wurde mehrfach reformiert, so wurden 2008 strengere Standards zur Luftreinhaltung eingeführt.

Die U.S. Environmental Protection Agency (EPA) schreibt in ihrer "Universal Waste Rule" allen Händlern vor, dass sie gebrauchte Blei- und Nickel-Cadmium-Akkus anstandslos und vollständig zurücknehmen sowie einer fachgerechten Entsorgung zuführen. In den Bundesstaaten Kalifornien, New York und Florida müssen Hersteller und Händler wiederaufladbare Batterien zurücknehmen und entsorgen. In Kalifornien regelt diesen Sachverhalt der "Rechargeable Battery Recycling Act" aus dem Jahr 2005, in New York das "Rechargeable Battery Law" aus dem Jahr 2010 und in Florida das Gesetz "Batteries; Requirements for Consumers, Manufacturers, and Sellers" aus dem Jahr 2012.

Pfand auf Kfz-Akkus

In weiteren 30 Staaten werden Händler von Kfz-Akkus dazu aufgefordert, vom Kunden eine "Mandatory Core Charge", eine Art Pfand zu erheben. Dies soll Anwender zur Rückgabe ihrer gebrauchten beziehungsweise verbrauchten Stromspeicher veranlassen.

Weitere Informationen zu Wirtschaftslage, Branchen, Geschäftspraxis, Recht, Zoll und Ausschreibungen in den USA finden Sie unter: http://www.gtai.de/usa

Dieser Artikel ist relevant für:

USA Chemische Industrie, allgemein, Stromübertragung und -verteilung

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