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18.02.2019

US-Markt für Baumaschinen bleibt 2019 interessant

Hoch- und Tiefbau florieren / Von Ullrich Umann

Washington (GTAI) - Deutsche Baumaschinen bleiben in den USA gefragt. Allerdings flacht die Absatzentwicklung 2019 leicht ab. Dafür gibt es mehrere Ursachen.

Hersteller von Baumaschinen können sich weiterhin auf florierende Geschäfte in den USA einrichten. Die Baukonjunktur läuft, die Produktion und Auslieferung bestimmter Maschinenarten können der Nachfrage nicht mehr folgen - so mancher Käufer muss bis zu neun Monate auf seine Maschine warten.

US-Hersteller bleiben optimistisch

Die Nachfrage nach Bulldozern, Baggern und Rohrverlegetechnik wird 2019 stabil bleiben. Davon geht der Hersteller Caterpillar aus und verweist dabei auf umfangreiche Infrastrukturvorhaben einzelner Bundesstaaten und Kommunen sowie auf Pipelineprojekte der amerikanische Öl- und Gasindustrie. Allerdings fällt das Wachstum geringer aus als im Vorjahr, wie ein Unternehmenssprecher präzisierte.

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Der US-Markt für Baumaschinen lag wertmäßig bei rund 29 Milliarden US-Dollar und dürfte 2019, spätestens 2020 die Marke von 30 Milliarden US$ reißen. Etwa zwei Drittel davon stammen aus Sortimentsgründen aus dem Ausland. Die USA verfügen aber auch über umfangreiche Eigenproduktionen von Baumaschinen, wodurch das Land zu den großen Exportnationen der Branche gehört.

US-Importe von Baumaschinen (in Mio. US$, Veränderungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum in %)
2017 Jan.-Nov. 2018 Veränderung 2018/2017
USA insgesamt 17.815 19.858 22,6
.Japan 3.924 4.263 21,1
.Mexiko 2.337 2.592 19,8
.Kanada 1.926 2.044 14,8
.Deutschland 1.920 2.023 14,6
.VR China 1.620 1.792 22,4

Quelle: U.S. International Trade Commission, U.S. Chamber of Commerce

Deutsche Lieferungen florieren

Die Lieferungen von Baumaschinen aus Deutschland in die USA entwickelten sich 2018 positiv. In den ersten elf Monaten legten sie nach Angaben der U.S. International Trade Commission um annähernd 15 Prozent im Vorjahresvergleich zu und erreichten einen Wert von 2,02 Milliarden US-Dollar. Deutschland liefert unter anderem Tunnelvortriebs- und Straßenbaumaschinen. Allerdings lag die Dynamik damit unter dem allgemeinen Trend, besonders kräftig stiegen die Lieferungen aus China.

Ausländische Marken stark gefragt

Der wichtigste US-Hersteller ist der Mischkonzern Caterpillar, mit einigem Abstand gefolgt von John Deere and Co. sowie Terex. Bedeutende Zulieferfirmen sind Parker Hannifin, Regal Beloit, Colfax und Keysight Technologies. Zu den in den USA niedergelassenen Herstellern mit mehrheitlich ausländischen Kapitalanteilen gehören Hitachi, Komatsu, Liebherr, Sany, XCMG, Clark Equipment, Cnh Industrial, Tadano Mantis, Haulotte, Bucyrus Blades, Doosan Infracore, Zoomilion, JCB, Kobelco, Liugong, Wacker Neuson und Volvo.

Laut Caterpillar hemmen besonders die gestiegenen Produktions- und Personalkosten den Absatz. Dazu beigetragen haben die 2018 eingeführten Strafzölle auf Stahl und Aluminium sowie Lohnsteigerungen, zumal Fachkräfte nur noch schwer zu finden sind. Für Maschinenkäufer haben sich wiederum die Finanzierungskosten durch Zinssteigerungen erhöht.

China-Exporte stocken

Infolge des amerikanisch-chinesischen Handelsstreits gestaltet sich inzwischen der Export von Baumaschinen nach China schwierig. Allein Caterpillar hatte in den letzten Jahren bis zu 10 Prozent seiner Produktion auf dem chinesischen Markt absetzen können. Strafzölle und Gegenzölle, aber auch der derzeit starke US-Dollar verteuern jedoch die Ausfuhren.

Der Handelskrieg zwischen den USA und China wirkt sich selbst auf deutsche Wirtschaftsinteressen aus: Die Kion Group AG hat sich zum Beispiel dazu entschlossen, die Lieferung von Gabelstaplern aus China in die USA wegen der aktuell hohen Zollbarrieren aufzugeben und stattdessen das Kion-Werk Summerville, South Carolina, auszuweiten, damit die Maschinen dort gefertigt werden können. Derzeit hält Kion Ausschau nach geeigneten Zulieferfirmen in den USA, wie das Wall Street Journal berichtet.

Der Chefvolkswirt der Associated General Contractors of America, Ken Simonson, zeichnete mit seinen Prognosen zur Baukonjunktur ein ähnliches Bild wie die Maschinenhersteller: "Ungeachtet der monatlichen Schwankungen bleiben die Aussichten für einen geringen bis moderaten Aufschwung bei allen Bauinvestitionen positiv, zumindest im ersten Halbjahr 2019. Allerdings stellen die Handelspolitik, der Arbeitskräftemangel sowie steigende Zinsen sowohl Baufirmen als auch ihre Kunden vor immer neue Herausforderungen."

Lange Auslieferungszeiten für Baumaschinen

Wie sehr die Nachfrage in den USA in jüngster Zeit angezogen hat, zeigen allein schon die leeren Maschinenlager: Käufer müssen je nach Maschinenart und Hersteller bis zu neun Monate auf Auslieferungen warten. Ein Ausweichen auf Gebrauchtmaschinen gestaltet sich wegen der eingeschränkten Verfügbarkeiten ebenfalls als schwierig.

Mehr Maschinen werden gemietet

Das Anmieten von Baumaschinen scheint dagegen ein gangbarer Weg zu sein: Aktuell stammen nach Angaben der ESL Consulting 55 Prozent der sich im Einsatz befindlichen Bautechnik von spezialisierten Maschinenvermietern - vor zehn Jahren lag der Vergleichswert erst bei 35 Prozent. Gleichzeitig sind aber auch die Mietpreise gestiegen, ein Trend, der sich laut der American Rental Association fortsetzt.

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Baumaschinen werden "smart"

Den Technologiewandel bei Baumaschinen treiben unter anderem verschärfte gesetzliche Auflagen zur Betriebssicherheit und zu Schadstoffemission voran. Baumaschinen werden aber auch zunehmend mit künstlicher Intelligenz ausgestattet, wodurch sich Arbeitsabläufe auf Baustellen schneller, kostensparender und sicherer gestalten.

Zu den technischen Neuerungen, an denen aktuell intensiv geforscht wird, gehören Anwendungen der Telematik, automatisierte Qualitäts- und Betriebskontrollen sowie Traglastüberprüfungen in Echtzeit. Eingesetzt werden zudem Systeme zum autonomen Fahren, zur Fernsteuerung von Maschinen sowie zur Baustelleninspektion mit Hilfe von Drohnen.

John Deere ist eine Partnerschaft mit dem Datenlösungsanbieter Foresight Intelligence eingegangen. Händler haben dadurch sogenannte Intelligent Alert Triage Center (IATC) erhalten, womit sie die Maschinen ihrer Kunden aus der Ferne technisch überwachen können. Dadurch sollen sich Maschinenausfallzeiten verringern.

US-Messen zur Bauwirtschaft und zu Baumaschinen
Messen Datum/Ort Internet-Adressen
ICUEE (The International Construction and Utility Equipment Exhibition) 01.-03.10.2019; Kentucky Exposition Center; Louisville, Kentucky http://www.icuee.com
Greenbuild International Conference 20.-22.11.2019; Georgia World Conference Center; Atlanta, Georgia https://www.greenbuildexpo.com
World Of Concrete 2020 04.-07.02.2020; Las Vegas Convention Center; Las Vegas, Nevada https://www.worldofconcrete.com
CONEXPO-CON/AGG 10.-14.03.2020; Las Vegas Convention Center; Las Vegas, Nevada https://www.conexpoconagg.com
IFPE 2020 10.-14.03.2020; Las Vegas Convention Center; Las Vegas, Nevada https://www.ifpe.com
The International Concrete Exposition 2021 (ICON Machinery and Equipment Show) Datum steht noch nicht fest https://ncma.org/events/

Quelle: AUMA, GTAI-Recherche

Weitere Informationen zu den USA sind unter http://www.gtai.de/usa abrufbar.

Dieser Artikel ist relevant für:

USA Bauwirtschaft, allgemein, Bau- und Baustoffmaschinen

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