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26.09.2018

US-Pharmabranche weitet Produktion aus

Anzahl der rezeptfreien Medikamente wächst stark / Von Ullrich Umann (August 2018)

Washington (GTAI) - Der US-Pharmabranche geht es finanziell bestens. Dabei wächst der Verkauf rezeptfreier Medikamente überproportional und die Konzentration unter den Pharmaherstellern setzt sich fort.

Der wertmäßige Produktionsausstoß der 1.700 inländischen Hersteller zog 2017 laut U.S. Census Bureau um 8,8 Prozent auf 268,5 Milliarden US-Dollar (US$) an und im ersten Halbjahr um 9,5 Prozent auf 124,8 Milliarden US$.

Überproportional wächst der Verkauf rezeptfreier Medikamente ("over the counter"/OTC), zumal 106 Wirkstoffe, Dosierungsstärken und Indikationen von Rx (verschreibungspflichtig) auf OTC umgestellt werden. Im Ergebnis erhöhte sich die Zahl der OTC-Präparate bereits um 700, Tendenz weiter steigend. Im Verkaufstrend liegen OTC-Produkte zur Gewichtsminderung, gegen Erkältung, Husten und Grippe, weiterhin Schmerz- und Schlafmittel.

Ausgehend von diesem Trend kaufen oder verkaufen führende Pharmahersteller ihre OTC-Sparten. Die dadurch größer werdenden OTC-Anbieter sehen sich trotz des zu erwartenden Absatzbooms steigenden Werbeausgaben gegenüber.

Konzentration setzt sich fort

Börsengetriebene Pharmakonzerne verkaufen OTC-Sparten, um ihr Produktportfolio auf einige wenige, hochprofitable RX-Medikamente herunterzustutzen. Hohe Forschungskosten zwingen sie dazu. Hersteller mit patentgeschützten Präparaten für bislang als unheilbar geltende Krankheiten erzielen Rekordmargen. Bei den rezeptpflichtigen Präparaten sind die Bereiche Kardiologie, Onkologie und Diabetes sehr profitabel. Dies vor dem Hintergrund einer schnell alternden Bevölkerung, die in wachsendem Maße an Übergewicht leidet.

Entwicklung des US-Pharmamarktes (in Milliarden US$; Veränderung in Prozent) *)
2016 2017 Veränderung 2017/2016
Marktvolumen 302,9 324,8 7,2
Exporte 57,3 56,0 -2,3
Importe 113,4 112,2 -1,0
Auslieferungen inländischer Hersteller 246,8 268,5 8,8

*) gemäß NAICS 3254 (North American Industry Classification)

Quellen: U.S. Department of Commerce; U.S. International Trade Commission; U.S. Census Bureau

Ein weiterer Trend ist die künftig stärkere Verzahnung von Pharmazie und Biotechnologie. Im letzten Bereich haben die USA Deutschland um Jahre abgehängt. Laut der Beratungsfirma Ernst & Young erreichten die USA das erste Mal 1998 einen Entwicklungsvorsprung, der sich seither beständig vergrößerte - Biotechfirmen wie Amgen, Gilead und Celgene weiteten ihre Forschungsausgaben um ein Vielfaches stärker aus als ihre deutschen Wettbewerber.

Weitere Informationen zu Wirtschaftslage, Branchen, Geschäftspraxis, Recht, Zoll und Ausschreibungen in den USA sind unter http://www.gtai.de/usa abrufbar.

Dieser Artikel ist relevant für:

USA Arzneimittel, Diagnostika

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