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15.12.2017

Zahlreiche Nahrungsmittel- und Landwirtschaftsprojekte in Afrika

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Ägypten plant "Agricultural City" / Äthiopien will technische Modernisierung des Sektors vorantreiben

Bonn (GTAI) - In vielen Teilen des afrikanischen Kontinents bieten sich im Bereich der Nahrungsmittelverarbeitung und bei der Lieferung von Landtechnik Chancen. Viele Länder versuchen, die Importabhängigkeit von Nahrungsmitteln zu reduzieren und Exporte nach Europa auszuweiten. Dafür müssen viele Produzenten auch auf eine normgerechte Verpackung setzen.

Nordafrika

Ägypten

Laut einem gemeinsamen Kooperationsprotokoll planen ägyptische und südkoreanische Partner den Bau einer umfangreichen integrierten "Agricultural City". Für modernste Technik und Methoden sind 10 Milliarden US-Dollar (US$) vorgesehen, wobei keine Finanzierungsquelle genannt wurde. Innerhalb von sechs Monaten entsteht zunächst eine Durchführbarkeitsstudie. Auf 126.000 Hektar in der Qattara-Senke sind 50.000 "intelligente" Gewächshäuser, Meerwasserentsalzungs- und Solaranlagen sowie die Produktion von Futtermitteln und der Anbau von Stevia vorgesehen. Das Projekt vereinbarten die zum ägyptischen Landwirtschaftsministerium gehörende General Authority for Reconstruction Projects and Agricultural Development und die Korean Arab Company for Economic and Cultural Consultancy.

Hochrangige politische Repräsentanten aus Ägypten und Belarus haben über ein gemeinsames Projekt verhandelt. Insgesamt sollen 1,5 Millionen Hektar Agrarland gewonnen werden. Vorgesehen sind laut der Botschaft von Belarus das Bohren von Brunnen, der Bau von Gewächshäusern und die Errichtung von Fabriken für Fleisch und Milchprodukte. Unklar ist, ob sich das Vorhaben ausschließlich auf technische Ausrüstung aus Belarus stützen soll.

Ein chinesisches Unternehmen hat angeboten, auf knapp 40.500 Hektar langstapelige Baumwolle in Ägypten anzubauen. Dies teilte der Chef der New Egyptian Countryside Development Company mit, die umfangreiche Landgewinnungsprojekte koordiniert. Mitte September 2017 war über den Vorschlag noch nicht entschieden. Der Besuch einer chinesischen Delegation zur Suche nach geeigneten Ländereien stand aber bereits kurz bevor.

Im Vorfeld eines geplanten Börsengangs steht die Restrukturierung der Food Industries Holding Company an und wird vom zuständigen Ministry of Supply and Internal Trade vorangetrieben. Die Holding umfasst insgesamt 43 Unternehmen. Details zur Art der technischen Modernisierung meldete die Nachrichtenagentur MENA allerdings nicht.

Das saudische Nahrungsmittel- und Einzelhandelsunternehmen Savola Group möchte seine Präsenz in Ägypten verstärken. Dazu sollen die Investitionen erhöht werden. Savola verfügt bereits über fünf Nahrungsmittelfabriken und ein Speditionsnetzwerk in Ägypten. Bislang hat das Unternehmen bereits knapp 1,6 Milliarden US$ in Ägypten investiert.

Knock Mart Food Industries befindet sich weiterhin in einer rasanten Expansionsphase. Kunden können online Nahrungsmittel und Haushaltswaren bestellen und nach Hause liefern lassen. Das Unternehmen betreibt eigene Filialen und arbeitet zusätzlich mit Partnern zusammen. Knock Mart expandiert über Kairo und Alexandria hinaus und will 2017 insgesamt 35 Geschäfte eröffnen. Bis 2021 sollen 350 Filialen erreicht sein.

Die Discountsupermarktkette Kazyon setzt ihren raschen Expansionskurs in Ägypten fort. Vor zwei Jahren eröffnete Tawfeer for Food Products die erste Filiale. Bis Ende 2017 sollen es bereits 265 sein und 2018 weitere 150 hinzukommen.

Mitte September 2017 gab der indische Botschafter in Ägypten, Sanjay Bhattacharyya, die Investitionsneigung eines Unternehmens bekannt. Es handele sich um einen Verarbeiter landwirtschaftlicher Produkte, der sich im Rahmen des ägyptischen Landgewinnungsprogramms engagieren will. Entsprechende Vereinbarungen seien bereits unterzeichnet, das Projekt aber seitens des Unternehmens noch nicht bekanntgegeben worden.

Zur Deckung des inländischen Bedarfs will das ägyptische Landwirtschaftsministerium in Kafr El Sheikh eine Rinderfarm errichten. Das Investitionsvolumen wird mit 12,5 Millionen Euro angegeben. Technische Studien für das Vorhaben führt das Ministry for Military Production durch.

Das "National Project of Livestock" soll die Knappheit von rotem Fleisch auf dem ägyptischen Markt bekämpfen. In der ersten Phase hat das Landwirtschaftsministerium die Anschaffung von 8.055 Kälbern sowie die Mast von 5.715 Kälbern finanziert. Die Basis der Pläne bildet eine gemeinsame Studie der Agricultural Bank of Egypt und der Abteilung für Livestock and Poultry Development des Landwirtschaftsministeriums. An der Finanzierung ist als weiterer Akteur die Central Bank of Egypt beteiligt.

Die Wadi Agricultural Development and Land Reclamation Company (Daltex) baut ihr Portfolio an Agrarland weiter aus. Daltex ist in Sharqia, Minya und Assuan vertreten und möchte für 7,5 Millionen Euro neue Investitionen umsetzen. Zur Lagerung von 10.000 Tonnen landwirtschaftlicher Erzeugnisser plant Daltex eine Kühlanlage.

McDonald's Egypt möchte das Filialnetz um 13 auf 110 Restaurants aufstocken und dafür fünf Millionen Euro investieren. Bis zum Jahresende sollen drei Neueröffnungen umgesetzt werden und die übrigen im Jahresverlauf 2018 folgen. Der nationale Expansionsplan bis 2020 hat ein Volumen von 15 Millionen Euro.

Nach Angaben des ägyptischen Investitionsministeriums erwägt das US-Unternehmen Archer Daniels Midland eine Ausweitung seiner Investitionen. Der Nahrungsmittelhersteller prüft demnach, eigene Produktionsstätten zu eröffnen. Archer Daniels Midland trat im Sommer 2017 als Bieter für den Kauf der ägyptischen National Company for Maize Products in Erscheinung.

Al-Mansoura Poultry Company (MPCO) interessiert sich für Grundstücke in der Wirtschaftszone am Suezkanal. Das Unternehmen möchte eine Anlage zur Produktion von Gefriergeflügel errichten und rechnet mit Kosten von 4 Millionen Euro. Außerdem sollen rund 720.000 Euro aus einer Kapitalerhöhung verwendet werden, um zwei Gebäude zur Lagerung von Geflügel zu errichten.

Der Süßwarenhersteller Mars plant laut Presseberichten im Jahr 2018 eine neue Produktionslinie. Das Unternehmen will seine Produktion in Ägypten stark ausweiten und dafür insgesamt 42 Millionen US$ investieren.

Oil Tec for Oils & Detergents möchte 2018 nach einem Probebetrieb eine Fabrik für Pflanzenölderivate in Betrieb nehmen. Das Unternehmen hat dafür 15 Millionen Euro investiert und Platz für mögliche künftige Erweiterungen einkalkuliert. Oil Tec verarbeitet Soja-, Sonnenblumen- und Maisöl oder gemischte Pflanzenöle sowie Fette, Butter und Ghee. Die Jahreskapazität beträgt 17.000 Tonnen.

Elrashidy El Asly Company möchte die Produktion von Süßwaren und Snacks bis 2022 verdoppeln und errichtet für 12,5 Millionen Euro eine neue Fabrik. Das seit 1888 existierende Unternehmen hat seinen Sitz im Kairoer Viertel Sayeda Zeynab.

Das neu gegründete Unternehmen Al Mona for Food Industries möchte noch in der ersten Jahreshälfte 2018 die Produktion aufnehmen. Gefrorenes Obst und Gemüse sollen ausschließlich für den Export hergestellt werden. Der Standort der beiden Produktionsstätten des Unternehmens ist Borg El Arab bei Alexandria.

Die Egyptian Nile Company for Food Industries möchte ihre Exporte auf die Golfregion ausdehnen. In naher Zukunft will das Unternehmen neue Produktionslinien eröffnen. Diese sollen zur Herstellung von Saucen, Kartoffeln für Pommes frites, Säften und Essiggemüse dienen.

Die Om El Nour Group for Food Industries erwägt, die Produktionslinien für Nudeln in die Fabrik des Unternehmens in Fayoum zu verlagern und weitere zu ergänzen. Bis 2022 will Om El Nour eine ISO-Zertifizierung erhalten, um den Handel mit europäischen Partnern zu erleichtern.

Egyptian Emirates for Food Industry (EGAEIF) plant für 2018 die Inbetriebnahme einer neuen Produktionslinie zur Herstellung von Spaghetti und verhandelte im September 2017 mit möglichen Lieferanten. Die Anlage soll vier bis fünf Tonnen in der Stunde produzieren können. EGAEIF rechnet mit erforderlichen Investitionen von sechs Millionen US$.

Obour Land for Food Industries möchte zur Deckung des Milchproduktebedarf ein Viehwirtschaftsprojekt für etwa fünf bis sechs Millionen Euro umsetzen. Ziel ist die Erzeugung von 50 Tonnen Milch täglich. Dazu sollen 2.000 Holstein-Kühe aus Deutschland importiert werden. Obour Land stellt eine Reihe von Molkereiprodukten inklusive Eiscreme her und folgt dem Trend, Milch in Ägypten zu erzeugen anstatt sie als Rohstoff zu importieren. Das Unternehmen möchte sein Projekt über drei Jahre finanzieren, entweder aus eigenen Mitteln oder über Banken.

Dakahlia for Agricultural Development Company plant zwei Investitionen in Anlagen zur Verpackung von Obst in Minya. Die erste Verpackungsstation für Trauben soll 4,5 Millionen Euro kosten und eine weitere für Zitrusfrüchte 3,5 Millionen Euro. Die geplanten Kapazitäten betragen 200 Tonnen Weintrauben beziehungsweise 500 Tonnen Zitrusfrüchte täglich.

Die Egyptian Company for Dairy Products & Food Additives (EGY Dairy) will die Jahresproduktion verdoppeln und investiert dazu zwei Millionen Euro. EGY Dairy stellt Zwischenprodukte für die Nahrungsmittelindustrie her und verfügt bislang über Kapazitäten von insgesamt 5.000 bis 7.000 Tonnen pro Jahr. Nach der Modernisierung der Fertigung sollen 10.000 bis 12.000 Tonnen jährliche Kapazität erreicht werden. Bis Anfang 2018 ist der Abschluss der Arbeiten vorgesehen. Die Finanzierung erfolgt aus eigenen Mitteln, über Banken und durch ein Leasingunternehmen.

Al Sham Agriculture Development Company plant den Import neuer Ausrüstung im Wert von 1,25 Millionen Euro. Das Unternehmen hat fünf weitere Farmen unter Vertrag genommen, deren Zitrusfrüchte, Weintrauben und Granatäpfel künftig verpackt werden sollen. Unter anderem sollen Kühleinrichtungen für Obst und Gemüse erworben werden.

Al Rabee Group - United Company for Oriental Sweets and Juices plant die Eröffnung einer neuen Fabrik Anfang 2018. Die Anfangskapazität soll 25.000 Packungen Saft monatlich betragen. Für die Ausrüstung der Fabrik rechnet das Unternehmen mit Kosten von etwa einer Million Euro. Als Exporteur generiert die Gruppe genug Deviseneinnahmen, um die Investition aus Eigenmitteln zu tätigen.

Die Orient Group baut in der Industriezone Borg El Arab bei Alexandria eine neue Fabrik für 1,6 Millionen Euro. Besonderes Augenmerk gilt modernen Verpackungsmaschinen, um die Qualität und das Erscheinungsbild der Produkte zu verbessern. Außerdem sollen die Lagerkapazitäten und die Transportflotte der Orient Group erweitert werden. Das Unternehmen produziert unter anderem Anis, Sesam, Koriander, Ölsaaten und Dattelprodukte.

Caker for Food Industries plant den Aufbau vier neue Fertigungslinien im Zuge der Markteinführung neuer Produkte. Zwei Anlagen für die Herstellung von Waffeln sind Teil des Projekts, ebenso wie zwei weitere zur Produktion von Lutschern und Süßungsmitteln.

Alex Green for Import and Export plant einen Verpackungsbetrieb für Gemüse und Obst für 400.000 Euro. Das Unternehmen befindet sich auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück und möchte die Anlage 2018 in Betrieb nehmen.

Marokko

Bislang ist der in den Niederlanden beheimatete multinationale Konzern Friesland Campina mit dem Streichkäse Frico auf dem marokkanischen Markt präsent. Jetzt plant er, den marokkanischen Markt auch mit Milch-Zusatzstoffen für die Produktion zu bedienen, so Pressemeldungen im August 2017. Friesland Campina ist schon in mehreren afrikanischen Ländern auf dem Käse- und Milchmarkt mit teils hohen Marktanteilen vertreten; dies in Nigeria, Ghana, der Elfenbeinküste und Ägypten.

In Marokko hat sich die Nutzfläche für biozertifizierte Agrarprodukte von 2010 bis Ende 2016 um 4.000 Hektar auf 8.000 Hektar verdoppelt. Die marokkanische Regierung hat sich im Plan Maroc Vert das ehrgeizige Ziel gesetzt, diese Fläche bis 2020 auf insgesamt 40.000 Hektar zu steigern. Hierzu ist die Mobilisierung von Investitionen von mehr als 86 Millionen Euro geplant. Dementsprechend soll die Produktion von gegenwärtig 80.000 Tonnen auf 400.000 Tonnen und die Exporte von 300 Millionen marokkanischen Dirham (DH) auf 800 Millionen DH steigen, das sind umgerechnet knapp 70 Millionen Euro.

In Marokko liegt die Getreideernte für die Anbausaison 2016/17 bei 9,6 Millionen Tonnen, so das Landwirtschaftsministerium. Das ist eine Steigerung gegenüber der Vorsaison 2015/16 (Oktober bis September) um 182 Prozent. Der Hauptgrund für den hohen Zuwachs ist vor allem der kleine Erntebetrag von 3,4 Millionen Tonnen in der Vorjahressaison. Grund für den seit 30 Jahren geringsten Ernteertrag waren ausbleibende Regenfälle. Auch 2016/17 lagen die Regenfälle unter dem Durchschnitt. Trotzdem ist mit den 9,6 Millionen Tonnen das drittbeste Ernteergebnis seit mehr als zwanzig Jahren erzielt worden. Insgesamt haben sich die Ernteerträge verbessert. So lagen sie in den vergangenen fünf Jahren trotz einer extrem schwachen Ernte 2015/16 im Jahresschnitt bei rund 8,2 Millionen Tonnen. In den fünf Jahren davor (2007/8 bis 2011/12) waren es 7,4 Millionen Tonnen und im gleichen Zeitabschnitt davor 6,5 Millionen Tonnen. Ein wichtiger Grund dafür ist der Ausbau der Bewässerung. Seit 2008 sind in Marokko mehr als 450.000 Hektar mit einer Tröpfchenbewässerung ausgestattet worden. Bis 2020 sollen es 550.000 sein.

Tunesien

Der tunesische Glasflaschen-Hersteller Sotuver expandiert. Im zweiten Halbjahr 2016 konnte das Unternehmen gegenüber dem ersten Halbjahr 2016 seinen Gewinn von 3,8 Millionen tunesischen Dinar (tD) auf 7,2 Millionen tD steigern. Aus diesem Grund hat das an der tunesischen Börse gelistete Unternehmen im August 2017 eine Kapitalerhöhung angekündigt. Sotuver produziert für den heimischen und externen Markt Flachen für Weine, Biere und Olivenöle sowie Parfümflakons und weiter Glasbehälter für die Pharmazie und Kosmetikindustrie.

Laut tunesischem Landwirtschaftsministerium wird die Getreideernte 2016/2017 bei 1,6 Millionen Tonnen gegenüber 1,3 Millionen Tonnen in der vorherigen Saison liegen. Im Durchschnitt wurden 1,77 Tonnen Getreide erzielt, was weit unter dem europäischen Schnitt liegt. Auf ungefähr 77.6000 Hektar bewässerten Landes konnten 218.000 Tonnen Getreide geerntet werden. Das entspricht einer Hektarleistung von 3,6 Tonnen pro Hektar. Ziel ist es aber, auf den bewässerten Feldern 5,5 Tonnen pro Hektar zu erzielen. Experten erklären die unter den Erwartungen liegende Leistung mit der falschen Anwendung von Bewässerungstechniken, fehlender Ausrüstung und der Konkurrenz anderer Kulturen. Hinzu kommt aber auch der schwache Niederschlag.

Tunesien erwartet eine Rekordernte bei Datteln für die Saison 2017/18, so der tunesische Agrarminister Samir Taieb Anfang Oktober 2017. Die Produktion werde um 26,3 Prozent gegenüber der Vorsaison steigen. Im letzten Jahrzehnt habe sich die Produktion ungefähr verdreifacht, so Taieb weiter. Tatsächlich ist Tunesien heute vor den Vereinigten Arabischen Emiraten weltweit größter Exporteur von Datteln und mengenmäßig der zweitgrößte Produzent. Wichtigster Abnehmer von Datteln ist Marokko, gefolgt mit großem Abstand von Frankreich und Deutschland. Die Abnehmerländer Marokko und Algerien planen in den kommenden fünf bis sieben Jahren, ihren Bedarf an Datteln selbst zu decken. Um ersatzweise auf dem europäischen Markt zu expandieren, so Experten, müsste ein Großteil der tunesischen Produzenten bei einer normgerechten Verpackung und Konditionierung große Anstrengungen unternehmen.

Algerien

Wie der algerische Minister für Landwirtschaft, ländliche Entwicklung und Fischerei am 2. Oktober mitgeteilt hat, ist bis Ende des Jahres 2017 die Lancierung von dreizehn Zuchtfischanlagen und weiteren Aquakulturen geplant. Insgesamt sei damit in 51 Projekte dieser Art investiert worden. Im Jahr davor waren es noch 22 Projekte. Gegenwärtig produziert Algerien pro Jahr 3.000 Tonnen Fisch aus Zuchtanlagen. Bis 2025 sollen es 100.000 werden. Dies könnte sich als zu ehrgeizig herausstellen. Zumal Ankündigungen der algerischen Regierung zu Produktions- oder Projektzielen regelmäßig weit hinter den Vorgaben zurückfallen. Das Mittelmeerland erzielt bislang beim herkömmlichen Fischfang ebenso 100.000 Tonnen im Jahr.

Auf der Geflügelindustrie-Messe SIPSA (11. bis 13. Oktober 2017) haben sich die Geflügel- und Eier-Produzenten über Engpässe und gestiegene Preise für Mais und Soja beschwert. Dies hat bei den Geflügelbetrieben zu einem starken Produktionsrückgang von bis zu 50 Prozent geführt. Bislang baut Algerien kaum Mais selbst an.

Die im Februar 2017 gegründete Hochschule für die Nahrung und Nahrungsmittelindustrie ESSAIA in der Hauptstadt Algier soll den großen Mangel an Fachkräften der expandieren Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie in Algerien mindern. Für das fünfjährige Studium in der École supérieure des sciences de l´aliment et des industries agroalimentaires (ESSAIA) sind gegenwärtig 650 Studentinnen und Studenten eingeschrieben. Erste Absolventen sind schon für 2019 zu erwarten, denn die ESSAIA geht aus einer Umwandlung der zuvor bestehenden Ecole préparatoire en sciences de la nature et de la vie (EPSNV) hervor.

West- und Zentralafrika

Die senegalesische Sedima, die in dem westafrikanischen Land mehrere Hühnerfabriken betreibt, möchte innerhalb der Region West- & Zentralafrika expandieren. Das Unternehmen, welches mit fast 49 Millionen Euro Umsatz zu den Marktführern in Westafrika zählt, plant den Aufbau weiterer Produktionen in Mali, der Republik Kongo und Äquatorialguinea.

Der burkinische Zuckerproduzent SN Sosuco will im Rahmen eines Investitionsplans bis 2021 seinen Zuckerrohranbau erweitern sowie auch die Kapazitäten seiner Zuckerrohrfabrik in Bérégadougou und Bobo-Dioulasso. SN Sosuco will damit seine Produktion von derzeit maximal 30.000 Tonnen im Jahr auf 40.000 Tonnen ausbauen. Der Bedarf an Zucker in Burkina Faso liegt nach Angaben von Marktkennern bei 100.000 Tonnen und wird größtenteils durch Importe gedeckt. SN Sosuco gehört zu 67 Prozent der Industrial Promotion Services-West Africa (IPS-WA), eine Gesellschaft des Aga Khan.

Die südafrikanische Africom investiert über ihre Tochter Triomf RDC in eine Düngemittelfabrik in Boma/DR Kongo mit einer Kapazität von 25.000 jato. Bereits seit 2014 betreibt Africom den Agrar-Park Bukanga Lonzo, etwa 200 Kilometer von Kinshasa entfernt. Auf dem 80.000 Hektar großen Gelände werden unter anderem Mais und Bohnen für den lokalen Markt angebaut.

Die singapurische Olam (http://www.olamgroup.com), welche in Ouesso im Norden der Republik Kongo unter dem Namen Congolaise Industrielle des Bois (CIB) im Holzabbau aktiv ist, will Kakao-Kleinbauern in der Region unterstützen. Als Anbaufläche für den Kakao sollen die bereits gerodeten Flächen der Olam-Konzession genutzt werden. Das Unternehmen will den Bauern etwa 1,4 Millionen junge Triebe zum Einpflanzen zur Verfügung stellen. Olam kooperiert bei diesem Projekt mit dem kongolesischen Landwirtschaftsministerium.

Die seit 1991 in Brazzaville/Republik Kongo produzierende Molkerei Bayo möchte unter anderem ihre Anlagen modernisieren und ist hierfür auf der Suche nach Kapitalgebern. Das Unternehmen benötigt nach Angaben der Zeitschrift Jeune Afrique etwa 4,8 Millionen Euro. Bayo produziert Joghurt, Fruchtsaft und Mineralwasser.

Südliches Afrika

Mosambik

Der südafrikanische Zuckerproduzent Tongaat Hulett investiert in Mosambik 40,6 Millionen US$ für den Bau einer Zuckerraffinerie. Die Anlage in Xinavane soll im September 2018 den Betrieb aufnehmen und pro Jahr 90.000 Tonnen an weißem Zucker produzieren. Der Entwurf für die Raffinerie ist bereits auf künftige Erweiterungsstufen ausgelegt. Derzeit importiert Mosambik rund 90 Prozent seines Zuckerbedarfs. Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei etwa 9 Kilogramm, soll in den kommenden Jahren jedoch deutlich steigen.

Das Unternehmen Eco Farm Mozambique legt eine neue Zuckerrohrplantage in Chemba an. Der Betrieb umfasst rund 3.500 Hektar, wovon 1.900 Hektar durch den Investor selbst bepflanzt werden. Die restlichen 1.600 Hektar sind für Kooperativen von Kleinbauern vorgesehen. Der Produktionsstart soll Ende 2017 erfolgen, eine zugehörige Verarbeitungsanlage befindet sich bereits in Bau. Teil des Vorhabens ist der Rinderzuchtbetrieb Tsoni Farm. Geplant ist die Haltung von 5.000 Rindern. Dabei fallen auch Düngemittel für den Zuckerrohranbau an.

Der britische Agrarinvestor Africa Agriculture Development Company (AgDevCo) investiert zusammen mit der Investmentgesellschaft Nika rund 1,5 Millionen US$ in den mosambikanischen Zitrus- und Bananenproduzenten Citrum SA. Die bereitgestellten Mittel dienen der Plantagenerweiterung und dem Aufbau eines Bewässerungssystems. Die Plantage von Citrum befindet sich im Süden Mosambiks. Neben der Versorgung der Hauptstadt Maputo ist der Export nach Südafrika geplant. AgDevCo wird unter anderem von der Entwicklungsgesellschaft UK Aid Direct unterstützt.

Das von der mosambikanischen Regierung betriebene landwirtschaftliche Mechanisierungsprogramm meldet positive Zahlen. Von Oktober 2016 bis Juli 2017 konnten bereits 21.000 Kleinbauern von den bereitgestellten Landmaschinen profitieren, im Vorjahr waren es nur 1.600 Landwirte. Das Programm beinhaltet die Errichtung von Agricultural Service Centres, die größtenteils von privaten Betreibern gemanagt werden und landwirtschaftliches Gerät gegen Entgelt zur Verfügung stellen.

Die portugiesische Visabeira-Gruppe plant den Weinbau in Mosambik. Das Projekt befindet sich derzeit noch in der Versuchsphase, wobei auf einem halben Hektar verschiedene Traubensorten angebaut werden. Danach soll der Anbau auf rund 1.000 Hektar ausgeweitet werden. Das Ziel ist, 6 Millionen Kilogramm Trauben zu ernten.

Der mosambikanische Geflügelproduzent Higest plant Pressemeldungen zufolge Investitionen von 25 Millionen US$ zur Verdreifachung der Produktionsleistung bis 2019. Derzeit liegt die Kapazität bei etwa 15 bis 17 Tonnen pro Tag.

Die Regierung von Mauritius verfolgt eine große Agrarinvestition in Mosambik. Seit 18 Jahren unterhält Mauritius Landrechte für eine 14.000 Hektar große landwirtschaftliche Fläche in Marracuene nahe der Hauptstadt Maputo. Eine Nutzung scheiterte bislang an einer fehlenden Brücke über den Incomati-Fluss. Noch 2017 soll der Baustart für die von den mosambikanischen Behörden versprochene Brücke erfolgen, wodurch der Standort leicht zu erreichen sein wird. Die Regierung von Mauritius will deshalb den landeseigenen Sugar Investment Trust (SIT) für den Aufbau einer Zuckerrohrplantage gewinnen. Dabei bietet sich eine Zusammenarbeit mit Illovo Sugar, dem wichtigsten Zuckerproduzenten Afrikas, an. Dieser betreibt rund zwei Lkw-Stunden entfernt die Maragra-Zuckerraffinerie. SIT untersucht bereits die Bodenbeschaffenheit.

Das Unternehmen Philafrica Foods, Teil der Afgri Gruppe, plant nach Pressemeldungen in den kommenden zwei Jahren afrikaweite Investitionen in Höhe von 73,8 Millionen bis 110,7 Millionen US$. Als erste Maßnahme wurde ein Joint Venture mit dem mosambikanischen Geflügelproduzenten Novos Horizontes bekanntgegeben. Sprecher von Philafrica Foods wiesen darauf hin, dass derzeit 60 bis 70 Prozent des Geflügelkonsums in Mosambik importiert werden, sodass sich große Potenziale für den Ausbau der lokalen Produktion bieten. Zudem prüft das Unternehmen, sich in weiteren landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten in Mosambik zu betätigen.

Angola

Drei angolanische Unternehmen investieren insgesamt 310 Millionen US$ in den Agro-Industrial Complex in Cabanda. Bei den beteiligten Firmen handelt es sich um Cimagro, Odebrecht Angola, APB und Sagia. Geplant ist der Anbau von Getreide, Gemüse und Obst auf einer Fläche von 35.000 Hektar. Der Agro-Industrial-Complex Capanda umfasst 411.000 Hektar, wovon 293.000 Hektar landwirtschaftlich genutzt werden können. Der Agrarpark wird von der Sociedade de Desenvolvimento do Pólo Agro-Industrial de Capanda (SODEPAC) betrieben.

Das spanische Unternehmen Incatema Consulting & Engineering S.L. wird ein Viehzucht-Projekt in Angola betreiben. Verträge mit der Regierung wurden Pressemeldungen zufolge im September 2017 unterzeichnet. Das Vorhaben wird in der Gemeinde Samba Caju, in der nördlichen Provinz Cuanza Norte umgesetzt. Insgesamt sollen 73 Millionen US$ investiert und die Ernährungssicherheit des Landes verbessert werden.

Angolas Staatsfonds Fundo Soberano de Angola investiert weitere Millionen in die Großfarm Pedras Negra in Cacuso, Malanje Provinz. Die Farm umfasst eine Fläche von 13.000 Hektar und wird von der Quantum Global Group geführt. Von den insgesamt vorgesehenen 20 Millionen US$ wurden bislang erst 4,2 Millionen US$ ausgegeben. Die Mittel des Fonds werden zum Kauf von Landmaschinen und Produktionsmitteln verwendet, die dem Anbau und der Verarbeitung von Sorghum, Soja und Mais dienen. Derzeit werden rund 4.900 Hektar der Farmfläche bearbeitet.

Das Sun Ocean-Konsortium plant den Bau einer Getränkefabrik in Angola. Das Abkommen wurde mit der staatlichen Technical Unit for Private Investment (UTIP) unterzeichnet. Das Projekt erfordert eine Investitionssumme von mehr als 50 Millionen US$. Die Anlage am Stadtrand von Luanda soll Säfte, Wasser und Wein abfüllen und eine Produktionskapazität 80 Millionen Liter pro Jahr erreichen. Sun Ocean besteht aus dem angolanischen Unternehmen Sun Ocean Holding, Envasadora de Bata aus Äquatorialguinea und Quantum Global.

Die chinesische Staatsgesellschaft RSI Su-Lda errichtet in Angola für 1 Million US$ eine Fischzucht für Tilapia. Im Bezirk Dande in der Provinz Bengo werden dafür 200 Zuchtbecken gebaut. Geplant ist zudem, zu einem späteren Zeitpunkt auch Fischfutter lokal herzustellen.

Sambia

Die israelische Tahal Gruppe bekam den Zuschlag für die Entwicklung eines groß angelegten Landwirtschafts- und Wasserprojekts in Sambia. Das Vorhaben umfasst eine Fläche von 5.750 Hektar und mehr als 100 kommerzielle Privatfarmen. Die Tahal Gruppe wird unter anderem für Landmaschinen, Straßen, Entwässerungs- und Bewässerungssysteme und Gewächshäuser sorgen. Insgesamt werden 176 Millionen US$ investiert. Die Umsetzung erfolgt über die kommenden drei Jahre zusammen mit dem Partnerunternehmen ZRB Consulting Finance & Development.

Sambias Regierung verkündete im Oktober 2017 den offiziellen Start für das Zambia Agribusiness and Trade Project (ZATP). Das Vorhaben wird mit 40 Millionen US$ von der Weltbank unterstützt. Bis 2022 sollen rund 4.000 Kleinbauern und 300 kleine und mittlere Unternehmen gefördert werden. Ziele sind der Aufbau landwirtschaftlicher Wertschöpfungsketten, Produktivitätssteigerung und verbesserter Marktzugang.

Sambias Regierung fertigte vier Machbarkeitsstudien für Obstverarbeitungsanlagen in der Luapula-Provinz sowie den Ost-, West- und Nord-West-Provinzen des Landes an. In der Provinz Luapula ist die Produktion von Palmöl geplant, der Westen des Landes soll eine Fabrik zur Verarbeitung von Cashewnüssen bekommen. Im Osten sollen Mangos, im Nordwesten Ananas verarbeitet werden.

In Sambia hat das Unternehmen Yalelo in Zusammenarbeit mit Aller Aqua ein Werk zur Fischfutterherstellung eröffnet. Die Anlage in Siavonga hat eine jährliche Kapazität von 50.000 Tonnen und soll in einem zweiten Schritt auf 100.000 Tonnen erweitert werden. Die Fischfutterfabrik ist nach Unternehmensangaben die technisch fortschrittlichste im südlichen Afrika und dient der Herstellung von qualitativ hochwertigem extrudiertem Fischfutter für die Aquakultur. Yalelo will in den kommenden fünf Jahren eine Tilapia-Zucht mit einem Produktionsvolumen von 30.000 Tonnen pro Jahr aufbauen.

Südafrika

In Südafrika befindet sich der Anbau von Avocados auf Expansionskurs. Nach Angaben der South African Avocado Growers' Association wächst die jährliche Anbaufläche um etwa 1.000 Hektar. Derzeit werden in der Kaprepublik bereits 16.000 Hektar für den Anbau von Avocado genutzt. Die Produktion pro Jahr liegt bei cirka 120.000 Tonnen, mit der zusätzlichen Anbaufläche kann eine Steigerung um 10.000 Tonnen pro Jahr erwartet werden.

In Südafrika betreibt das Unternehmen Green Farms Nut Company (GFNC) den Ausbau seiner Verarbeitungsanlage für Macadamia-Nüsse in White River, Provinz Mpumalanga. Phase 1 des Projekts - die Erweiterung der Anlage von derzeit 3.000 auf 10.000 Quadratmeter - soll 2018 abgeschlossen sein. Dadurch wird eine Steigerung der Produktionskapazität von 5.500 auf 8.000 Tonnen pro Jahr erzielt. Phase 2 umfasst einen weiteren Ausbau zur Produktion auf 15.000 Tonnen pro Jahr. Zu den Maßnahmen gehören auch die Modernisierung des Maschinenparks und die Erweiterung der Lagerkapazitäten. Der Abschluss dieser Phase ist für 2020 vorgesehen. Laut der Southern African Macadamia Growers' Association (SAMAC) wuchs die Anbaufläche für Macadamia in Südafrika allein 2016 um 3.870 Hektar. Die landesweiten Verarbeitungskapazitäten sollen in den kommenden vier Jahren von 38.500 Tonnen (2016) auf 64.800 Tonnen (2020) zulegen.

Albany Bakeries investiert in Südafrika 25,8 Millionen US$ in die Erweiterung der Backfabrik in Bellville, Provinz Western Cape. Die Maßnahmen umfassen einen Neubau sowie die Modernisierung der bereits bestehenden Anlage. Die Produktionsfläche wird von 3.766 auf 6.884 Quadratmeter erweitert. Durch den Einsatz zweier britischer Hochgeschwindigkeitsteigmischer "Tweedy" wird die Produktionskapazität von bislang 6.000 Liter pro Stunde verdoppelt. Angeschafft werden auch neue Brotkühler und Öfen, die energieeffizienter sind und den Backprozess verbessern. Albany Bakeries Bellville beliefert derzeit 5.000 Einzelhandelsgeschäfte, hauptsächlich in der Kap-Region. Die Anzahl der Verkaufsstellen soll sich innerhalb der nächsten fünf Jahre verdoppeln, um vor Ort kleinere Unternehmen zu unterstützen und in bisher nicht abgedeckte Gebiete vorzudringen.

Botsuana

Die Regierung Botsuanas plant die Privatisierung des Lebensmittelproduzenten National Agro Processing (NAPRO) und hält Ausschau nach entsprechenden Investoren. Das in Selebi Phikwe ansässige Unternehmen verfügt über eine Anlage zur Herstellung von Tomatensaucen sowie eingelegtem Gemüse wie Zwiebeln oder Rote Bete. NAPRO konnte gemäß Pressemeldungen kürzlich einen Zuliefervertrag mit der lokalen Supermarktkette Choppies abschließen, wofür eine Produktionsausweitung ins Auge gefasst wird. Zurzeit agiert NAPRO als eine Tochtergesellschaft des staatlichen National Food Technology Research Centre (NFTRC).

Das deutsche Unternehmen Desert Foods plant in Namibia ein innovatives Projekt zum Gemüseanbau. In dem wasserarmen Land soll ein Hydroponic-Gewächshaus mit einer angeschlossenen Tilapia-Fischzucht entstehen. Im Jahr 2018 soll der Anbau auf einer Fläche von 1,2 Hektar starten und 500 Tonnen Gemüse produzieren. Außerdem sollen 50 Tonnen Tilapia pro Jahr gezüchtet werden. Innerhalb von drei Jahren soll der Betrieb auf 4,4 Hektar vergrößert werden.

Ostafrika

Äthiopien

Das äthiopische Landwirtschaftsministerium will mit einer zehnjährigen Gartenbauentwicklungs- und -vermarktungsstrategie die Kommerzialisierung und technische Modernisierung des Sektors beschleunigen. Dabei geht es in erster Linie darum, die Abhängigkeit von Niederschlägen und Verluste nach der Ernte zu mindern, die Qualität der Erzeugnisse zu erhöhen und Arbeitsplätze zu schaffen. Nach der optimistischen Einschätzung von Landwirtschaftsminister Eyasu Abraha hat Äthiopien ein Bewässerungspotenzial von 11 Millionen Hektar, um die Existenz von 44 Millionen Menschen sichern zu können. Privaten Investoren versprach Abraha Exportanreize, Zollbefreiungen, Steuerfreijahre und Land mit günstigen Pachtverträgen. Der Minister sieht ferner Verbesserungspotenzial bei der Lagerung und Verpackung von Gartenbauprodukten. Als Zentren der Gartenbauexpansion gelten die überall im Land entstehenden Agro-Industry-Parks. Bis Mitte 2020 sollen im Rahmen des zweiten Wachstums- und Transformationsplans Kleinfarmer und Privatinvestoren 4,1 Millionen Hektar künstlich bewässern, 62,8 Millionen Tonnen Früchte und Gemüse pro Jahr erzeugen und eine halbe Milliarde US$ mit Exporten verdienen, so zuversichtliche Schätzungen.

Parallel zur Gartenbauoffensive gibt es eine ambitionierte Viehzuchtpolitik, mit deren Hilfe die Armut im Land um 20 Prozent reduziert, das Volkseinkommen gesteigert, die Exporte beflügelt und die Ernährung der Bevölkerung nachhaltig verbessert werden sollen. Know-how-Unterstützung bekommt die äthiopische Regierung dabei vom International Livestock Research Institute, das wiederum auf Gelder der Gates Foundation zurückgreifen kann. Im Rahmen eines fünfjährigen, 760 Millionen US$ teuren Entwicklungsplans sollen vor allem drei Schlüsselbereiche angegangen werden: Tiergenetik, Futtermittel und Tiergesundheit. Untersuchungen haben gezeigt, das mit gekreuzten Milchkühen und angemessenem Futter die Milcherzeugung in Äthiopien verzehnfacht werden kann. Neben einer Fortentwicklung des Genpools ist vor allem eine bessere Versorgung mit Viehfutter und bei Hühnern mit industriell hergestellten Futtermitteln unabdingbar. Entsprechende Investitionen sollen in den vier bereits bestehenden Agro-Industry-Parks angeregt werden. Bei der Viehgesundheit ist zuallererst vonnöten, die hohe Sterblichkeitsrate bei Kälbern zu verringern. Veterinärdienstleistungen und die Versorgung mit Arzneimitteln müssen ausgebaut werden. Schon 2020, so die hochgesteckten Erwartungen, will Äthiopien einen Überschuss von 2,5 Milliarden Liter Milch erzeugen, der eine neue Molkereibranche beflügeln soll.

Die bisher erzielten landwirtschaftlichen Produktionszuwächse und die Diversifikation der Erzeugungspalette haben bislang nicht zu den angestrebten Exporterfolgen geführt, sagt Yibeltal Assefa, Informationsdirektor im äthiopischen Handelsministerium. Die Handhabung von Feldfrüchten, deren Transport, Verpackung und Lagerung entspreche nicht den Qualitätsanforderungen internationaler Märkte. Hinzukommen wechselhafte Erträge bei Kaffee, Sesam, Getreide und anderen Exporterzeugnissen. In der Folge habe Äthiopien sein landwirtschaftliches Exportziel von 3 Milliarden US$ verfehlt und im letzten Finanzjahr (6. Juli 2016 bis 7. Juli 2017) nur 2,18 Milliarden US$ eingenommen (darunter 882 Millionen US$ für Kaffee, 345 Millionen US$ für Ölsaaten, 280 Millionen US$ für Cerealien, 273 Millionen US$ für die Droge Khat und 219 Millionen US$ für Schnittblumen). Es gebe nur einen Weg in die Zukunft, sagt Assefa: technologische Modernisierung.

Kenia

Die kenianische Regierung hat eine Liste mit erwünschten Projekten veröffentlicht, die sie von Investoren im Rahmen eines Public Private Partnership (PPP) beziehungsweise eines Joint Ventures verwirklicht sehen möchte.

Ausgewählte Investitionsprojekte (in Mio. US$)
Projekt Promotor Summe Standort
Potato Processing Plant Ministry of Industry, Trade and Cooperatives 20,0 Nyandarua County
Cotton Gin (Entkörnungsmaschine für Baumwolle) Ministry of Industry, Trade and Cooperatives 25,0 Nyanza, Rift Valley, Coastal, East and West Kenya
Value Addition in Dairy Ministry of Industry, Trade and Cooperatives 10,0 Landesweit
Banana Processing Plant Ministry of Industry, Trade and Cooperatives 15,0 Tharaka Nithi County
Pineapple Processing Project County Government of Homa Bay 1,6 Homa Bay County
Poultry Slaughterhouse Project Nairobi City County Government 0,6 Nairobi City County
Establishment of a Milk Processing Plant in Baringo County Baringo Country Government 2,0 Baringo County
Homa Bay Dairy Development Project County Government of Homa Bay 10,0 Homa Bay
Development of Fish Auction & Processing Centres County Government of Homa Bay 15,0 Homa Bay
Horticultural Crops Production for Domestic and Export Market County Government of Homa Bay 10,1 Homa Bay
Animal Feeds Plant County Government of Siaya 5,0 Siaya County
Production of Tilapia, Catfish and Fingerlings (Speisefische) County Government of Siaya 5,0 Siaya County
Fruit Production and Processing County Government of Siaya 10,0 Siaya County
Aquaculture County Government of Siaya 35,0 Siaya County
Fish Processing and Cooling Plant County Government of Siaya 50,0 Siaya County
Milk Production and Processing County Government of Siaya 20,0 Siaya County

Quelle: Kenya Investment Authority

Malawi

Die britische Entwicklungshilfefirma Africa Agriculture Development Company (AgDevCo) wird 1,8 Millionen US$ in den malawischen Geflügelverarbeiter Kapani investieren. Mit dem Geld soll eine Kühlkette aufgebaut und die Verarbeitung von Hühnerfleisch verbessert werden. Auch ist langfristig eine Belieferung von Nachbarländern geplant. Die Hühner sollen von etwa 1.000 Kleinbauern bezogen werden. An den Aufbau einer kommerziell leistungsfähigen Geflügelzucht wie zum Beispiel in Südafrika oder Kenia (zum Teil mit deutschen Elterntieren) ist noch nicht gedacht.

Ruanda

Laut Didace Rushigajiki, Nutztierexperte im ruandischen Landwirtschaftsministerium, will Ruanda seine Schweinezucht ausweiten. Es gelte, die Zucht so voranzubringen, dass Märkte mit Qualitätsprodukten bedient werden könnten. Dabei ginge es auch um den Bau moderner Schlachthäuser und die anschließende Belieferung von Großkunden wie Hotels, Restaurants sowie neue Exportmärkte. Binnen der nächsten fünf Jahre solle die Schweinefleischproduktion von 20.000 Tonnen im Jahr auf 68.000 Tonnen steigen, sagt Rushigajiki. Ruanda zählt bislang nur fünf Schlachthäuser. Der einzige Exportmarkt für Schweineerzeugnisse ist bislang die Demokratische Republik Kongo. Hotels und Restaurants importieren lieber ihren Bedarf an Schweinefleisch, weil sie der lokalen Produktion qualitativ nicht trauen.

Tansania

Die tansanische Gartenbauproduktion ist mit jährlichen Zuwachsraten von 11 Prozent auf Erfolgskurs und sollte den Tourismussektor (+8 Prozent) als größten Devisenbringer bald ablösen, sagt Godfrey Simbeye, geschäftsführender Direktor der Tanzania Private Sector Foundation. Die landesweite Gartenbauernte habe zuletzt bei 6 Millionen Tonnen gelegen, die einschlägigen Exporterlöse bei 640 Millionen US$ im Jahr, sagt Simbeye. Nach Einschätzung von Amos Makalla, Beauftragter für die Region Mbeya) stellen Gartenbauerzeugnisse bereits 43 Prozent der Gesamtagrarleistung und beschäftigen mindestens 2,5 Millionen Menschen. Tansania wird Presseberichten zufolge aktiv von Firmen aus Südkorea umworben, die dort moderne Gartenbautechnik ausstellen und verkaufen wollen.

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Ägypten, Tunesien, Marokko, Algerien, Nigeria, Kamerun, Senegal, Zentralafrikanische Republik, Äthiopien, Kenia, Uganda, Angola, Mosambik, Südafrika, Sambia, Nordafrika, Südliches Afrika, Westafrika, Ostafrika, Zentralafrika Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, allgemein, Nahrungs- und Genussmittel, allgemein, Nahrungsmittel- u. Verpackungsmaschinen, Land- und Forstwirtschaftsmaschinen

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