Europäische Union

EU-Sektorseminar zum Thema Human Resources Development war ein vielseitiges Informations- und Networking-Forum

Am EU-Sektorseminar zum Thema Human Resources Development am 11.12.2012 in Brüssel nahmen Vertreter von rund 100 Firmen und Ausbildungsinstitutionen aus ganz Europa teil, darunter 12 aus Deutschland. Die Veranstaltung organisierten Germany Trade and Invest und Pôle Entreprises et Coopération der Ständigen EU-Vertretung Frankreichs in Zusammenarbeit mit 17 weiteren Mitgliedstaaten.

In der Eröffnungssitzung am Vormittag gab Klaus Rudischhauser, stellvertretender Leiter der Generaldirektion DEVCO in der EU-Kommission, einen aktuellen Situationsbericht zur Ende 2011 lancierten Agenda for Change mit Einschätzungen zur künftigen Entwicklung der EU-Außenhilfeprogramme. Die Agenda for Change hat als übergreifendes Ziel, in den Entwicklungsländern Wirtschaftswachstum zu erzeugen.

Für den Programmierungszeitraum 2014 bis 2020 beantragte die EU-Kommission für die Außenhilfeinstrumente Mittelzuwächse von ca. 20%. Die Verhandlungen über das neue Budget werden erst 2013 fortgesetzt. Bestenfalls wird es jedoch eine leichte Erhöhung geben. Im Ausbildungssektor leistet die EU Projektfinanzierung in einem breiten Spektrum von Vorhaben von der Erreichung der Millenium-Entwicklungsziele in den ärmsten Ländern bis hin zur Förderung anspruchsvoller Hochschulprogramme.

Der Trend geht, so Klaus Rudischhauser, klar in Richtung größerer Projektvolumina. Aus diesem Grund werden bei den Beschaffungsverfahren die Schwellenwerte in Ausschreibungen deutlich angehoben. In der Programmierung und Umsetzung von Projekten strebt die Kommission Qualitätsverbesserungen an. Dies wiederum begünstigt den Ausbildungssektor, der im Entwicklungsprozess eine Schlüsselstellung hält.

Drei weitere Referenten der Kommission stellten Beteiligungschancen in den Außenhilfeprogrammen vor. Jobst von Kirchmann, Leiter des Koordinierungsreferates für Lateinamerika bei der Kommission, unterstrich die Bedeutung von Entwicklungsprojekten, die für die bestehenden Probleme der Ausgrenzung sozialer Gruppen, Gewalttätigkeit Jugendlicher, Menschenrechtsverletzungen und institutionelle Mängel Lösungen anbieten. Dies sind vor allem höhere Schulbildung, mehr Expertenaustausch, berufliche Ausbildung und alle beschäftigungsfördernden Maßnahmen. Für 2014 bis 2020 sollen ca. 20% der Mittel in Lateinamerika für Maßnahmen der sozialen Kohäsion bzw. Entwicklung der Humanressourcen verwendet werden, ist Planung der Kommission.

Laut Thomas Bender, Leiter des Bereichs Auswärtige Beziehungen in der EU-Nachbarschaftspolitik und Erweiterung, steht vor allem die Türkei mit einem Finanzierungsvolumen von 474 Mio. Euro im Zeitraum 2007 bis 2013 im Fokus der Mittelzuteilungen durch das IPA-Programm, gefolgt vom Beitrittskandidaten Kroatien (94 Mio. Euro). Von insgesamt 630 Mio. Euro im laufenden IPA-Programm werden in den begünstigten Staaten mindestens ein Drittel oder mehr für die Schulausbildung und berufliche Bildung aufgewendet. Beschäftigungswirksame Projekte haben auch in der Zeit aber 2014 hohen Stellenwert. Dies gilt auch für die Integration von Randgruppen.

Claire Morel referierte über die etablierten internationalen Bildungsprogramme Tempus und Erasmus Mundus. Sie unterstrich, dass der akademischen Förderung auch nach 2014 eine anhaltend hohe Bedeutung zukommt. Diese Programme sollen künftig sogar noch mehr Mittel bekommen.

Dem Seminar war eine Einführung zu den Richtlinien und Beteiligungsformen bei den Instrumenten der Außenhilfe vorgeschaltet. Krzys Jurek vom British Council referierte über zwei Fallstudien von Schulprojekten in Eritrea bzw. Irak.

Der Nachmittag war für intensives Netzwerken der Teilnehmer untereinander vorgesehen. Experten von Europeaid (Abteilung Vertragsrecht), der Europäischen Investitionsbank (EIB) sowie Vertreter der Ausbildungsprogramme ERASMUS MUNDUS und TEMPUS beantworteten an Informationsständen Einzelanfragen. Auch eine DEVCO-Kontaktstelle für Kapazitätenentwicklung war beteiligt.

Das Seminarprogramm sowie die Präsentationen des Sektorseminars können Sie in der rechten Spalte herunterladen.