Recht Aktuell

12.12.2018

Frankreich - Neue Pflichten für Unternehmen beim Einkommensteuergesetz

Von Katrin Grünewald

(GTAI) - Ab 1. Januar 2019 sind Unternehmen in Frankreich verpflichtet, die Einkommensteuer ihrer Mitarbeiter zu berechnen, direkt von ihrem Lohn abzuziehen und an die französischen Steuerbehörden weiterzuleiten.

Nach dem bisherigen Gesetz haben Steuerpflichtige jährlich eine Erklärung über ihre Einkünfte des Vorjahres abzugeben. Auf dieser Basis wird die Einkommensteuer berechnet und für die Einkünfte des Vorjahres gezahlt. Dies ändert sich ab nächstem Jahr. Dann wird es, ähnlich wie in Deutschland, Aufgabe der Unternehmen sein, die Steuer für ihre Mitarbeiter zu berechnen, monatlich direkt von ihrem Einkommen abzuziehen und an die Steuerbehörden zu entrichten (Prélèvement à la Source de l‘Impôt).

Berechnet wird die Einkommensteuer auf Basis eines Steuersatzes, der von den Finanzämtern bestimmt und den Unternehmen mitgeteilt wird. Beschäftigte können alternativ nach einem pauschalen Satz besteuert werden, wenn sie dem Arbeitgeber keinen Zugang zu Daten über ihre finanzielle und familiäre Situation gewähren wollen. Für die Berechnung kann in Frankreich gängige Gehaltabrechnungssoftware herangezogen werden.

Das neue Gesetz sieht bei Verstößen gegen die Pflichten der Unternehmen Geldbußen in Höhe von 5 bis 80 Prozent der zu bezahlenden Steuer vor, je nachdem wie schwerwiegend der Verstoß ist. Insbesondere vorsätzliche Verstöße werden deutlich höher sanktioniert als Fahrlässigkeit. 

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