Recht Aktuell

06.09.2019

Griechenland - Änderungen im griechischen Arbeitsrecht werden zurückgenommen

Von Karl Martin Fischer

(GTAI) Eine neue Regelung (Art. 117 des Gesetzes 4623/2019) schafft wichtige Neuerungen im griechischen Arbeitsrecht rückwirkend wieder ab. Die Neuerungen waren im Mai 2019 in Kraft getreten.

Abgeschafft wird das Erfordernis eines Kündigungsgrundes in Anlehnung an Artikel 24 der Europäischen Sozialcharta bei der Kündigung eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses (Art. 48 des Gesetzes 4611/2019).

Das bedeutet allerdings nicht, dass Kündigungen keinerlei Beschränkungen kennen - nach wie vor erforderlich für eine wirksame Kündigung sind Schriftform und die Zahlung der gesetzlichen Abfindung. Auch gelten weiterhin einige spezifische Kündigungsverbote, wie zum Beispiel die Kündigung wegen des Geschlechts.

Ebenfalls wieder abgeschafft wird die im Mai 2019 neu eingeführte Vorschrift (Art. 58 des Gesetzes 4611/2019), nach der für die Dauer der Durchführung einer Mediation die Klagefrist ausgesetzt wird.  

Schließlich wird auch die gesamtschuldnerische Haftung von Auftraggebern und (Sub-) Unternehmern im Baubereich für Ansprüche von Arbeitnehmern und Sozialkassen (Art. 9 des Gesetzes 4554/2018) wieder abgeschafft.

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