Recht Aktuell

22.12.2017

Hongkong - Hongkong schließt Abkommen mit ASEAN und Indien ab

Von Robert Herzner

(GTAI) Im November hat Hongkong ein Freihandelsabkommen und ein Investitionsschutzabkommen mit dem Verband Südostasiatischer Nationen (Association of Southeast Asian Nations /ASEAN) sowie ein Abkommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung (DBA) mit Indien abgeschlossen. Dadurch stärkt es seine Position als ein führender Handelsplatz in Asienpazifik und begegnet den Befürchtungen, dass eine stärkere wirtschaftliche Integration mit Festland China erfolgen soll. Des Weiteren verbessert sich die Stellung Hongkongs im Vergleich zu Singapur als Tor zu ASEAN.

Die am 12. November 2017 unterzeichneten Abkommen (ASEAN-Hong Kong, China Free Trade Agreement (AHKFTA) und das ASEAN-Hong Kong Investment Agreement (AHKIA )) beinhalten Vorgaben zum Handel mit Waren und Dienstleistungen, Investitionen, wirtschaftlichen und technischen Kooperationen und der Streitbeilegung. Ab Januar 2018 reduzieren oder heben ASEAN-Länder Zollsätze auf Waren und Steuern auf Dienstleistungen aus Hongkong und vice versa. Aus Hongkong getätigte Investitionen verfügen über einen erhöhten Investitionsschutz.

Am 10. November 2017 stimmte Indien dem DBA Hong Kong-India Double Tax Avoidance Agreement nach mehrjährigen Verhandlungen zu. Ein Zeitpunkt für das Inkrafttreten liegt noch nicht vor. Von dem Abkommen werden Unternehmen, die über Betriebsstätten in beiden Ländern verfügen, durch reduzierte Steuersätze profitieren. Diese Steuervorteile gelten auch für Hongkonger Dienstleister, die nicht über eine Niederlassung in Indien verfügen, aber an indische Unternehmen liefern. Im Gegenzug profitieren indische Unternehmen mit einer Niederlassung in Hongkong. Bisher wurden deren Gewinne in Indien mit ihrem Welteinkommen und der Unternehmenssteuer in Hongkong besteuert.

Dies ergibt für deutsche Unternehmen, die über eine regionale Niederlassung in Hongkong verfügen, von welcher aus die wirtschaftlichen Aktivitäten in Asien, hier also insbesondere in ASEAN und Indien, gesteuert werden, neue Möglichkeiten. Sie können wie andere in Hongkong ansässige Unternehmen von dem verbesserten Marktzugang mit den geringeren Zoll- und Steuersätzen sowie verbessertem Investitionsschutz profitieren, wenn die Geschäfte über den Sitz in Hongkong abgeschlossen werden.

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