Recht Aktuell

10.11.2016

Katar - Künftig keine Beteiligungsgrenzen mehr für ausländische Investoren

Von Sherif Rohayem

(GTAI) Am 19.10.16 stimmte der katarische Ministerrat einem Entwurf für ein neues Investitionsgesetz (InvestG) zu. Dieser Entwurf würde den Wegfall bestehender Beteiligungsgrenzen für ausländische Investoren bedeuten. Gegenwärtig dürfen Ausländer höchstens 49 Prozent der Anteile an einer katarischen Kapitalgesellschaft halten. Im Fall von Aktiengesellschaften, die an der katarischen Börse gehandelt werden, liegt die ausländische Beteiligungsgrenze bei gerade mal 25 Prozent. Mit dem neuen Gesetzesentwurf stiege die Beteiligungsgrenze für börsengehandelte Aktiengesellschaften auf 49 Prozent.

Die Abschaffung der Beteiligungsgrenzen für katarische Gesellschaften fordert der Internationale Währungsfonds bereits seit längerem. Den Anlass für den Vorstoß der katarischen Führung werden aber vor allem die sinkenden Staatseinnahmen als Folge der ebenfalls sinkenden Ölpreise gegeben haben. Das zwingt den katarischen Staat, seine Wirtschaft auf eine breitere Grundlage zu stellen. Ausländische Investoren spielen hierbei eine entscheidende Rolle.

Im Lichte dieser Entwicklung ist auch die Einführung einer Mehrwertsteuer für die Staaten des GCC (Gulf Cooperation Council) zu verstehen. Denn auch hier geht es darum, aufzufangen, was durch sinkende Rohstoffeinnahmen weggefallen ist. Die neue Mehrwertsteuer soll zum Januar 2018 kommen und 5 Prozent betragen.