Freihandelsabkommen

16.10.2018

Einfuhrverfahren im Libanon

Assoziierungsabkommen mit der EU erleichtert Handel*

Kairo (AHK) - Der Handel mit dem Libanon gestaltet sich weitgehend nach internationalen Gepflogenheiten. Abkommen mit der EU erleichtern das Geschäft zusätzlich.

Einfuhrbestimmungen

Mehr als 83 Prozent der importierten Güter unterliegen Einfuhrzöllen von bis zu 5 Prozent. Die Höhe der Einfuhrzölle richtet sich nach Ware und gegebenenfalls dem Ursprungsland. Höhere Einfuhrzölle werden beispielsweise erhoben für Textilien, alkoholische Getränke und Kraftfahrzeuge. Auf der Homepage der libanesischen Zollbehörde gibt es eine Datenbank, in der Einfuhrzölle nach Tarifnummern aufgeführt sind.

In der Regel sind Waren mit Ursprung in der EU im Rahmen des Assoziierungsabkommens von Einfuhrzöllen befreit, es gibt jedoch auch hier Ausnahmen.

Seit 1997 findet das System eines einzigen administrativen Dokuments (SAD) für Zollanmeldungen Anwendung. Dies bedeutet, ein einziges, einheitliches Formular, die "Single Customs Declaration" ist ausreichend für die Anmeldung der Waren beim Zoll.

Um Produkte in den Libanon zu importieren werden folgende Dokumente im Original benötigt:

- Handelsrechnung im Original

- Packliste, in der alle Güter einzeln aufgelistet sind (sollte dies nicht schon bei der Rechnung der Fall sein)

- Kopie des Frachtbriefs

- Ursprungszeugnis

- eventuell weitere Dokumente wie Zahlungsnachweise, spezielle Wertangaben usw.

Internationale Abkommen

Der Libanon ist Mitglied der Arabischen Liga sowie der Vereinten Nationen und befindet sich im Beitrittsprozess zu der WTO. Seit 1999 kommt dem Libanon eine Beobachterrolle in der WTO zu. Der Libanon ist seit 2005 Mitglied der größeren arabischen Freihandelszone (Greater Arab Free Trade Zone), außerdem bestehen bilaterale Freihandelsabkommen mit Ägypten, Irak, Kuwait, Syrien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Grundlage der Beziehungen zu Deutschland und der EU ist das 2006 in Kraft getretene Assoziationsabkommen und die im Rahmen dessen vereinbarten Partnerschaftsprioritäten. Man hat sich hier auf eine Liberalisierung des Handels und einen sukzessiven Abbau der Einfuhrzölle auf Waren mit Ursprung in der EU geeinigt. Des Weiteren besteht ein sogenannter EU-Libanon Compact, der EU-seitige Unterstützung in der Flüchtlingskrise regelt. Die EU ist mit Abstand der wichtigste Geber für die Entwicklungszusammenarbeit sowie aktuell in der Flüchtlingskrise.

*) Autor: AHK MENA

Dieser Artikel ist relevant für:

Libanon Zolltarif, -wert, -verfahren, Warenursprung, allgemein, Einfuhrverbote, -beschränkungen, NTHs, allgemein, Handels-, Zollabkommen, WTO, Freihandels-/Zollabkommen, WTO, allgemein

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