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22.08.2017

Argentinien senkt Zölle auf Investitionsgüter

Zollfreie Einfuhr von gebrauchten Ausrüstungen für die Förderung von Erdöl und -gas

Buenos Aires (GTAI) - Argentinien hat die Zollsätze für eine Reihe von Investitionsgütern von 14 auf 2 Prozent gesenkt. Die Liste der von dem Zollnachlass begünstigten Ausrüstungsgüter wurde von 206 auf 230 Zolltarifpositionen erweitert. Zugleich passte das Produktionsministerium die Zollbegünstigungen für die Einfuhr von gebrauchten Ausrüstungen für die Förderung von Erdöl und -gas an. Einige Ausrüstungen können ab sofort komplett zollfrei importiert werden.

Von der durch das Dekret 622/2017 verfügten Zollsenkung werden nach Angaben des Produktionsministeriums unter anderem Ausrüstungen für die Branchen Geflügel, Obstbau, Papier, Textil, Druck sowie für die Verarbeitung von Metallen, Kunststoff und Kautschuk begünstigt. Die Maßnahme werde 10.000 kleinen und mittleren Unternehmen eine Kostenersparnis von rund 700 Mio. Argentinischen Pesos (1 arg$ = 0,048 Euro, Stand: 16.08.2017) einbringen, kalkuliert Produktionsminister Francisco Cabrera. Argentiniens Importe von Investitionsgütern sind im 1. Halbjahr 2017 auf Dollarbasis um 17 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum gestiegen. In konstanten Preisen legte die Einfuhr um 10 Prozent zu.

Mit dem Dekret 629/2017 senkt die Regierung den Zoll auf die Einfuhr von gebrauchten Ausrüstungen für Öl- und Gasförderung. Die Einfuhr von besonders wichtiger Ausrüstung wird ganz von Zöllen befreit, für komplementäre Produkte wird ein Zollsatz von 7 Prozent erhoben. Sofern die betroffenen Ausrüstungen auch im Inland hergestellt werden, müssen sich die von der Einfuhr begünstigten Unternehmen im Gegenzug verpflichten, innerhalb der nächsten zwei Jahre ähnliche Produkte aus heimischer Herstellung im Wert von 15 bis 60 Prozent beziehungsweise 30 bis 80% des mit Zollnachlass begünstigten Importwertes zu erwerben. Die Höhe der Quote hängt vom Alter der importierten Gebrauchtgüter ab. Je älter die importierten Ausrüstungen sind, desto höher ist die Quote der Verpflichtung zum Erwerb lokaler Erzeugnisse. In keinem Fall dürfen die importierten Ausrüstungen mehr als zehn Jahre alt sein.

Durch die Begünstigung der Gebrauchtgütereinfuhr sollen die Kosten für die Erschließung von Schieferöl- und -gasvorkommen im Fördergebiet Vaca Muerta gesenkt werden. Das Produktionsministerium hofft auf diesem Wege die Durchführung von geplanten Investitionen zu beschleunigen. Für die Erschließung von Vaca Muerta seien in den nächsten Jahren Investitionen von 6,5 bis 8 Milliarden US-Dollar pro Jahr erforderlich, schätzt das Ministerium.

Die Dekrete 622/2017 und 629/2017 sowie die jeweils dazugehörigen Anhänge mit der Auflistung der von den Zollsenkungen erfassten Zolltarifpositionen können unter den folgenden Links abgerufen werden: http://servicios.infoleg.gob.ar/infolegInternet/anexos/275000-279999/277958/norma.htm und http://servicios.infoleg.gob.ar/infolegInternet/anexos/275000-279999/278045/norma.htm

Im November 2016 hatte Argentinien bereits generelle Erleichterungen der Einfuhr von gebrauchten Ausrüstungen verfügt. Die erhobenen Zollsätze betragen jedoch bis zu 28 Prozent. Weitere Informationen: http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=argentinien-erleichtert-den-import-von-gebrauchten-investitionsguetern,did=1612332.html .

(C.M.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Argentinien Zolltarif, -wert, -verfahren, Warenursprung, allgemein, Import, Investitionsgüterindustrie

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