Zoll Aktuell

21.03.2019

Brexit: Britische Regierung will Zölle vorübergehend absenken

Bonn (GTAI) – Im Falle eines Brexit ohne Austrittsabkommen sollen für einen Zeitraum von 12 Monaten die meisten Einfuhrzölle gesenkt werden. Dieser vorübergehende Zolltarif würde am 30. März 2019 in Kraft treten, sollten die Briten die EU ohne Abkommen verlassen. Gemäß den Regeln der Welthandelsorganisation gelten die vorübergehenden Zollsätze nicht nur für Waren aus der EU, sondern für alle Drittstaaten.

Die Mehrzahl der Waren könnte zollfrei ins Vereinigte Königreich eingeführt werden. Auf bestimmte Waren werden jedoch weiterhin Zölle erhoben. Dazu zählen: 

  • Rind-, Lamm-, Schweine- und Hühnerfleisch sowie bestimmte Milchprodukte

  • Fahrzeuge, wobei Fahrzeugteile jedoch zollfrei bleiben, um bestehende Lieferketten zu schützen

  • Waren, die bisher von EU-Antidumpingmaßnahmen betroffen sind. Dazu zählen unter anderem Keramik, Dünger und Treibstoff.

  • bestimmte landwirtschaftliche Erzeugnisse

Die vorübergehenden Zollsätze finden Sie  hier. Es handelt sich dabei um Entwürfe, die noch vom britischen Parlament bestätigt werden müssen.

Freihandelsabkommen, die die EU mit Handelspartnern geschlossen hat, verlieren ihre Gültigkeit für das Vereinigte Königreich. Einige Abkommen konnten jedoch in ein neues Abkommen zwischen dem Vereinigten Königreich und dem jeweiligen Vertragspartner überführt werden. Für Staaten, mit denen das Vereinigte Königreich ein solches Freihandelsabkommen abgeschlossen hat, gelten andere Zollsätze, die im jeweiligen Abkommen festgelegt sind. Eine Übersicht, um welche Freihandelsabkommen es sich handelt, finden Sie hier

Die britische Regierung hatte im Dezember 2018 den sogenannten WTO-Schedule veröffentlicht. In diesem sind die Zollsätze aufgeführt, die höchstens bei der Einfuhr ins Vereinigte Königreich erhoben werden könnten (WTO-Schedule).  Der vorübergehende Zolltarif weicht deutlich davon ab.

Weiterführende Informationen finden Sie auf der Internetseite der britischen Regierung: