Zoll Aktuell

02.03.2016

GCC - Einführung der Mehrwertsteuer ab 2018 geplant

Bonn (gtai) – Im Rahmen des letzten Treffens der Finanzminister der GCC–Staaten (Bahrain, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Katar, Kuwait und Oman) in Abu Dhabi wurde die geplante Einführung der Mehrwertsteuer ab 2018 bekannt gegeben.

Der Steuersatz soll sich zwischen 3 und 5 % bewegen und auf den Warenverkehr und Dienstleistungen angewandt werden. Dabei streben die GCC-Staaten einen einheitlichen Steuersatz an, um Missbrauch und unfairen Wettbewerb zu vermeiden.

Von der Mehrwertsteuer sollen zunächst folgende Branchen und Produkte ausgenommen werden: Gesundheitswesen, Bildungswesen und bestimmte Nahrungsmittel. Derzeit wird noch über den Katalog der Mehrwertsteuer-Befreiung debattiert. Insbesondere wird darüber diskutiert, ob der Finanzdienstleistungssektor in den Ausschlusskatalog aufgenommen werden soll.

Die Mehrwertsteuer soll neben dem Erdöl eine weitere Einnahmequelle für die Golfstaaten sein. Ihre Einführung ist auch eine Reaktion auf die sinkenden Ölpreise und soll den Verlust dieser Einnahmequelle kompensieren.

Eine weitere Sitzung in diesem Zusammenhang ist im April 2016 in Bahrain geplant. Dabei sollen die Form sowie die Struktur der geplanten Steuerpolitik in den GCC-Staaten sowohl auf regionaler als auch auf internationaler Ebene entwickelt und vorgestellt werden. Dabei werden die Frage nach den Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Bevölkerung sowie die Zumutbarkeit geprüft.