Zoll Aktuell

17.06.2019

Neue Produktkennzeichnung in Russland

Bonn (GTAI) – Russland plant mit der neuen GOST-Norm „Farbmarkierung von Lebensmitteln“ eine neue Art der Produktkennzeichnung für Lebensmittel: Die sogenannte Lebensmittelampel soll eingeführt werden.

Der Pressedienst des Ministeriums für Handel und Industrie berichtet, dass die Bundesforschungsanstalt für Ernährung, Biotechnologie und Lebensmittelsicherheit FIC Nutrition and Biotechnology ihm zu diesem Zweck bereits eine endgültige Fassung des entsprechenden Dokuments vorgelegt habe. Die Zustimmung des Ministeriums soll bis Oktober 2019 erfolgen.

Auf der Verpackung oder dem Etikett eines Lebensmittels sollen grafische Warnhinweise in Form von senkrechten Streifen in den Farben Rot, Gelb und Grün angebracht werden. Die Farbmarkierung auf den Verpackungen von Lebensmitteln soll den Verbraucher über den Gehalt von kritisch wichtigen Nährstoffe wie Tafelsalz, Zucker, Fetten und Transfetten informieren. Wenn ein Anteil die Norm deutlich überschreitet, erscheint die Farbe Rot. Diese Art von Nährwertkennzeichnung soll dazu beitragen, dass die russische Bevölkerung sich gesünder ernährt.

Die Anforderungen der Norm sollen jedoch nicht für Rohstoffe und Produkte mit einer homogenen Zusammensetzung wie zum Beispiel Zucker, Butter und Speck gelten.

Hersteller in Russland werden die Lebensmittelampel vorerst freiwillig nutzen. Fraglich bleibt jedoch, ob die Kennzeichnung mit der Zeit obligatorisch wird. Dies wird indirekt von der FIC Nutrition and Biotechnology bestätigt. Sie berichteten, dass der zwischenstaatliche Standard durchaus als Grundlage für die Erstellung von Standards in diesem Bereich dienen könne.

2017 schlug der Föderale Dienst für Aufsicht im Bereich Verbraucherschutz und Schutz des menschlichen Wohlergehens Rospotrebnadzor den Mitgliedsstaaten der Eurasischen Wirtschaftsunion bereits vor, die Ampelkennzeichnung obligatorisch zu machen und die erforderlichen Änderungen der technischen Vorschriften vorzunehmen. Die Idee wurde damals jedoch mit dem Argument des Anstiegs der Produktpreise kritisiert. (KAP)