Zoll Aktuell

26.02.2018

Südafrika - Haushalt 2018-2019 sieht Erhöhung der Verbrauch-, Mehrwert- und Umweltsteuern vor

Bonn (gtai) – Der südafrikanische Finanzminister hat am 21.2.2018 bei der Vorstellung des Haushalts 2018/2019 für das Jahr 2018 Steuererhöhungen bei den Verbrauchsteuern auf Alkohol und Tabakwaren sowie bei den Abgaben auf Kraftstoffe, bei Verbrauchsteuern auf Luxusgüter, bei Umweltsteuern und bei der Mehrwertsteuersteuer bekannt gegeben. Gleichzeitig wurde die Einführung einer neuen Steuer auf zuckerhaltige Getränke zum 1.4.2018 bestätigt (siehe hierzu gesonderte Meldung vom 26.2.2018).

Gesetzlich umgesetzt werden die Steueränderungen auf Alkohol und Tabakwaren sowie bei der Mehrwertsteuer mit dem "Rates and Monetary Amounts and Amendment of Revenue Laws Act, 2018". Der Gesetzentwurf mit einer Aufstellung der neuen Verbrauchsteuersätze wurde auf der Internetseite des Finanzministeriums veröffentlicht.

Verbrauchsteuern auf Alkohol und Tabakwaren

Die Verbrauchsteuern auf Alkohol und Tabakwaren wurden ab 21.2.2018 aus gesundheits- und finanzpolitischen Erwägungen weiter erhöht. Damit setzt die südafrikanische Regierung ihre politische Linie der letzten Jahre fort. Die Erhöhung liegt auch 2018 je nach Produkt zwischen 6 und 10%.

Die südafrikanische Zollverwaltung hat auf ihrer Internetseite ebenfalls eine vollständige Zusammenstellung der Verbrauchsteueränderungen ab 21.2.2018 mit Angabe der HS-Unterpositionen veröffentlicht.

Eine vereinfachte Gegenüberstellung der bisherigen und der neuen Steuersätze ist der nachstehenden Tabelle zu entnehmen.

Steuergegenstand

Abgabensatz

alt

neu

Alkohol, alkoholhaltige Getränke

Alkohol

175,19R/100%Alk.

190,08R/100%Alk.

Schaumwein

11,46R/Li

12,43R/Li

Wein

3,61R/Li

3,91R/Li

mit Alkohol angereicherter Wein

6,17R/Li

6,54R/Li

Gegorene Getränke, Mischungen gegorener Getränke sowie Mischungen gegorener Getränke mit nichtalkoholischen Getränken

86,39R/Li100%Alk.

95,03R/Li100%Alk.

mit zugesetztem Alkohol

71,82R/100%Alk.

76,08R/100%Alk.

Tabakwaren

Zigaretten

7,15R/10 Zigaretten

7,76R/10 Zigaretten

Zigarren, Zigarillos

3.298,56R/kg netto

3.578,94R/kg netto

Pfeifentabak

182,24R/kg netto

197,73R/kg netto

Feinschnitt für selbstgedrehte Zigaretten und andere Tabakprodukte

321,45R/kg

348,77R/kg

Bier

Bier aus Malz *)

86,39R/100%Alk.

95,03R/100%Alk.

*) Die Verbrauchsteuern auf traditionelles Afrikanisches Bier (Zus. Anm. zu Kap. 22) und Bierpulver (Zus. Anm. zu Kap. 19) wurden nicht angehoben (7,82c/l bzw. 34,7c/kg).

Kraftstoffabgaben (fuel levy)

Nach Angaben des südafrikanischen Finanzministers ist die Anhebung der Abgaben auf Kraftstoffe zum 4.4.2018 geplant.
Danach soll die Kraftstoffsteuer um 22c/Liter angehoben werden.
Damit steigt der Steuersatz auf Diesel von bisher 300 auf 322c/Liter, für Benzin sind künftig Kraftstoffabgaben in Höhe von 337 statt bisher 315c/Liter fällig.
Die Abgabe für den Road Accident Fund soll um 30c/Liter auf dann 193c/Liter erhöht werden.

Mehrwertsteuer (Value Added Tax)

Der Normalsteuersatz wird ab 1.4.2018 von bisher 14 auf 15% erhöht.

Verbrauchsteuern auf Luxusguter (Ad Valorem Excise Duty)

Mit Wirkung vom 1.4.2018 wird die Obergrenze der Verbrauchsteuer auf Kraftfahrzeuge von bisher 25 auf 30% erhöht. Für Waren, die bisher einer Ad Valorem Verbrauchsteuer von 5% unterlagen, sind künftig 7% fällig. Waren mit einem Steuersatz von bisher 7% unterliegen künftig einem Steuersatz von 9%. Zudem umfasst die Definition von „Cellular Telephones“ zukünftig auch Smart Phones.

Umweltsteuern

Die derzeit in Südafrika bestehenden Umweltsteuern auf Plastikbeutel, Glühlampen sowie die CO2-emissionsabhängige Umweltsteuer für Neufahrzeuge werden zum 1.4.2018 erhöht.
Die Steuer auf Plastikbeutel wird um 50% von bisher 8c/Beutel auf 12c/Beutel erhöht. Für Glühlampen, die bisher mit einer Steuer von 6R/Stück belastet waren, werden künftig 8R/Stück berechnet.
Die CO2-emissionsabhängige Umweltsteuer für Neufahrzeuge wird für Pkw von bisher 100R auf 110R/g/km CO2-Ausstoß über 120g/km, für Kfz zum Transport von Waren von bisher 140R auf 150R/g/km CO2-Ausstoß über 175g/km erhöht.