Steuerumfeld

Wettbewerbsfähiges Steuersystem

In einem weltweiten Vergleich der wichtigsten Industrieländer zeichnet sich Deutschland durch eines der wettbewerbsfähigsten Steuersysteme aus.

Die durchschnittliche Gesamtsteuerbelastung für Kapitalgesellschaften beträgt 29,83 Prozent. Die gute Nachricht für Investoren ist, dass es in Deutschland keinen landesweit einheitlichen Satz für die Besteuerung von Kapitalgesellschaften gibt. Damit ist in zahlreichen Städten und Gemeinden  eine zum Teil deutlich geringere steuerliche Belastung möglich – bis zu fast acht Prozentpunkten.

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Balkendiagramm: Internationaler Vergleich der Unternehmenssteuern | © Germany Trade & Invest GmbH Balkendiagramm: Internationaler Vergleich der Unternehmenssteuern | © Germany Trade & Invest GmbH | © Bundesministerium der Finanzen (2011), Germany Trade & Invest GmbH (2011)

Regionale Spielräume

Diese Unterschiede in der steuerlichen Gesamtbelastung sind deshalb möglich, weil  die Besteuerung von Kapitalgesellschaften aus insgesamt drei verschiedenen Komponenten besteht.

Die erste Komponente bildet dabei die Körperschaftsteuer mit einem einheitlichen bundesweiten Steuersatz von 15 Prozent. Als zweite Komponente kommt der sog. Solidaritätszuschlag hinzu – mit einem bundesweit einheitlichen Satz von 0,825 Prozent. Die dritte Komponente ist die Gewerbesteuer, wobei es sich um eine Gemeindesteuer handelt. Diese darf in ihrer Höhe grundsätzlich von jeder Stadt oder Gemeinde eigenständig festgesetzt werden, solange sie mindestens sieben Prozent beträgt.

Daher beläuft sich die Gesamtbesteuerung in einigen deutschen Städten und Gemeinden auf nur 22,83 Prozent. So kann Deutschland auch gegenüber Niedrigsteuerländern in Europa mit einem wettbewerbsfähigen Steuersatz für Unternehmen mithalten.

Gesamtbesteuerung in Abhängigkeit zum lokalen Gewerbesteuersatz

 Minimaler GewerbesteuersatzMaximaler GewerbesteuersatzDurchschnittlicher Gewerbesteuersatz
Zu versteuerndes Einkommen (EUR)1.000.0001.000.0001.000.000
Gewerbesteuer (3,5% x gemeindl. Hebesatz)-70.000
(Hebesatz: 200%)
Gewerbesteuer
7%
-171.500
(Hebesatz: 490%)
Gewerbesteuer 17,15%
-140.000
(Hebesatz: 400%)
Gewerbesteuer
14%
Körperschaftsteuer (Steuersatz 15%)-150.000
Körperschaftsteuer
15%
-150.000
Körperschaftsteuer
15%
-150.000
Körperschaftsteuer
15%
Solidaritätszuschlag (5,5% der Körperschaftsteuer)-8.250
Solidaritätszuschlag 0,825%
-8.250
Solidaritätszuschlag 0,825%
-8.250
Solidaritätszuschlag 0,825%
Nettogewinn (EUR)771.750670.250701.700
Gesamtsteuerbelastung22,83%32,98%29,83%


Bezugsjahr 2011

Quelle: Germany Trade & Invest GmbH (2011)

Internationale Abkommen

Darüber hinaus bietet Deutschland ein umfassendes Netz an Doppelbesteuerungsabkommen. Dadurch wird sichergestellt, dass eine zusätzlich belastende Doppelbesteuerung von Gewinnen ausgeschlossen wird – z.B. für den Fall, dass die bereits in Deutschland versteuerten Gewinne einer deutschen Tochtergesellschaft an die ausländische Muttergesellschaft überwiesen werden.

Das Doppelbesteuerungsabkommen mit den USA reduziert beispielsweise die in Deutschland auf Dividenden zu zahlende Quellensteuer auf günstige fünf Prozent. Bedingung ist nur, dass die US-amerikanische Muttergesellschaft mindestens zehn Prozent an der ausschüttenden deutschen Tochtergesellschaft hält. Zur Vermeidung einer Doppelbesteuerung kann die in Deutschland fällige Quellensteuer dann auf die Steuerschuld der Muttergesellschaft in den USA angerechnet werden.

Die Besteuerung lässt sich sogar noch weiter reduzieren, wenn die US-Muttergesellschaft über einen Zeitraum von mindestens 12 Monaten mindestens 80 Prozent der Anteile an der deutschen Tochtergesellschaft hält und weitere Voraussetzungen erfüllt sind (z.B. wenn die Muttergesellschaft eine im Vertragsstaat börsennotierte Aktiengesellschaft ist). In solchen Fällen kann die Quellensteuer sogar auf null Prozent reduziert werden.

Verringerte Besteuerung durch US-Abkommen

Steuersatz0%5%15%
VoraussetzungenBei der Muttergesellschaft muss es sich um eine juristische Person handeln, die über einen Zeitraum von mindestens 1 Jahr Anteile in Höhe von mindestens 80% an der ausschüttenden Tochtergesellschaft hält sowie bestimmte weitere Voraussetzungen erfüllt.*Bei der Muttergesellschaft muss es sich um eine juristische Person handeln, die mindestens 10% der Anteile an der Dividenden ausschüttenden Tochtergesellschaft hält.

Keine Voraussetzung notwendig.

Bezugsjahr 2011

*Die Reduzierung der Quellensteuer auf 0% wird beispielsweise gewährt, wenn es sich bei der Muttergesellschaft um eine im Vertragsstaat börsennotierte Aktiengesellschaft handelt. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an uns.

Quelle: Germany Trade & Invest GmbH (2011)

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