Pressemitteilung Vereinigtes Königreich Brexit

Brexit: Einigung auf Handelsabkommen sorgt für Erleichterung

Bürokratieaufwand für Unternehmen steigt trotzdem

Berlin, Bonn, London (GTAI) – Durch die Einigung auf ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich schöpfen deutsche und britische Unternehmen wieder Zuversicht. „Seit dem Brexit-Referendum 2016 ist das deutsch-britische Handelsvolumen kontinuierlich geschrumpft. War das Vereinigte Königreich damals noch der fünftgrößte Handelspartner Deutschlands, belegten die Briten 2019 nur noch den siebten Platz. Mit dem Abkommen könnte eine Trendwende eingeleitet werden,“ sagt Dr. Jürgen Friedrich, Geschäftsführer von Germany Trade & Invest (GTAI).

Die für den deutsch-britischen Handel so wichtige Automobilindustrie wird besonders von der Zollfreiheit profitieren: „Pkw und Kfz-Teile bleiben je nach Ursprungsregel bei dem Warenaustausch zollfrei. Dies entspricht rund dreißig Prozent der britischen Einfuhren aus Deutschland. Auch andere Industrien in internationalen Wertschöpfungsketten wie der Maschinenbau oder die Chemieindustrie können aufatmen“, sagt Marc Lehnfeld von der GTAI in London.

Trotz des ausgehandelten Abkommens müssen ab Januar 2021 zahlreiche Zollformalitäten eingehalten werden. „Da das Vereinigte Königreich den Binnenmarkt und die Zollunion verlässt, tritt faktisch eine neue Zollgrenze in Kraft. Der Verwaltungsaufwand bei den Unternehmen wird auch deshalb zunehmen, da die Zollfreiheit nur für Waren mit EU-Ursprung gilt. So muss beispielsweise eine bestimmte Wertschöpfung innerhalb der EU stattgefunden haben. Die Ursprungsregeln für einzelne Waren werden im Abkommen festgelegt. Deren Einhaltung muss dementsprechend nachgewiesen werden,“ sagt Stefanie Eich, Zoll-Expertin bei GTAI in Bonn.

Wegen der Unsicherheit über den Ausgang der Verhandlungen waren zahlreiche Investitionspläne britischer Unternehmen bisher ebenfalls verschoben worden. „Die klaren Rahmenbedingungen dürften nun den Investitionsstau, der sich seit dem 2. Quartal 2017 aufgebaut hat, beheben. Bis Ende 2019 sind beispielsweise die realen Bruttoinvestitionen in Maschinen und Anlagen um zwanzig Prozent zurückgegangen,“ so Lehnfeld.

Die gewonnene Zuversicht stützt zumindest vorläufig auch den Erholungskurs der vom Coronavirus stark gebeutelten britischen Wirtschaft. Während in diesem Jahr die Wirtschaftsleistung unter dem Eindruck der Corona-Krise prognostiziert um 9,5 Prozent fallen wird, erwarten die Ökonomen von Oxford Economics, dass schon 2021 die Wirtschaft wieder um 8,3 Prozent wachsen wird. Insbesondere die Bauwirtschaft und der Energiesektor bieten deutschen Unternehmen in den nächsten Jahren große Chancen.

Weitere Informationen und Berichte zum Thema Brexit erhalten Sie auf unserer Sonderseite: www.gtai.de/brexit


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