Pressemitteilung Vereinigtes Königreich

Brexit-Entscheidung und die weltweiten Folgen

Investitionsstandort Vereinigtes Königreich steht auf dem Prüfstand, Deutschland könnte profitieren

Berlin, Bonn (GTAI) - Noch bevor feststeht, wann und zu welchen Bedingungen das Vereinigte Königreich die Europäische Union verlassen wird, haben Unternehmen weltweit begonnen, den Investitionsstandort auf den Prüfstand zu stellen. Das zeigen Berichte der Analysten von Germany Trade & Invest (GTAI) aus wichtigen Wirtschaftszentren weltweit.

Die mittel- und osteuropäischen EU-Staaten befürchten, dass mit dem Vereinigten Königreich (VK) ein wichtiger Kunde künftig weniger Waren abnehmen wird. So sieht Tschechien die Exporte von Kraftfahrzeugen und Kfz-Teilen in Frage gestellt. Für Polen ist das VK sogar der zweitgrößte Abnehmer exportierter Güter, die Ausfuhren waren seit dem EU-Beitritt sprunghaft gewachsen. Während Experten für die polnischen Fleischproduzenten keinen Grund zur Sorge sehen, fürchten Exporteure von Milchprodukten, Holzverarbeiter und Möbelhersteller um ihr Geschäft. Die Türöffner zum britischen Markt waren die im Inselreich lebenden 800.000 Polen, deren künftige Status nun unsicher geworden ist. Sie überweisen jährlich fast eine Mrd. Euro an ihre Familien zu Hause. Auch Budapest sorgt sich um die große Gruppe der im VK lebenden Landsleute. Ungarn fürchtet zudem wie Polen um EU-Fördergelder, wenn ein wichtiger Nettozahler die Gemeinschaft verlässt. Die für den Zeitraum von 2014 bis 2020 vorgesehenen EU-Mittel summieren sich auf 4 Prozent des ungarischen Bruttoinlandsprodukts.

Mehr als eine direkte Beeinträchtigung des Außenhandels mit dem Vereinigten Königreich bereitet Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft weltweit Sorge, dass eine anhaltendes Phase der Unisicherheit und der Turbulenzen an den Finanzmärkten die europäischen Volkswirtschaften belasten und das Wachstum dämpfen könnten. In den USA und in Kanada herrscht die Erwartung vor, das Vereinigte Königreich könnte seine Funktion als Brückenkopf für den europäischen Markt verlieren, wenn Handelshürden zur EU entstünden. In Kanada wird diskutiert, inwieweit das ausgehandelte Freihandelsabkommen mit der EU (CETA), das in Teilen 2017 in Kraft treten soll, überhaupt noch für das VK Geltung erlangt. Der Bestand von Direktinvestitionen der USA im VK war Ende 2014 mit 588 Milliarden Dollar fünfmal so hoch wie der in Deutschland. Es könnte zu einer Verlagerung nach Deutschland kommen, so die Experten der GTAI. Eine Umorientierung von Investoren weg vom Vereinigten Königreich hin zu einem „sicheren Hafen“ auf dem europäischen Festland wird auch in China erwartet.

Die GTAI-Berichte zu den möglichen Auswirkungen eines Brexits finden Sie hier (Link)

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