Pressemitteilung

Möglicher Zukunftsmarkt: Deutschland erwägt das Recyceln von Flugzeugen

Podiumsdiskussion von Germany Trade & Invest und dem BDLI auf der ILA 2014

Berlin (gtai) – Für Fluggesellschaften kann die Investition in moderne und umweltverträgliche Maschinen lohnen: Kerosinkosten steigen kontinuierlich, Umweltschützer beklagen Fluglärm, warnen vor übermäßigem CO2 Ausstoß und appellieren an die soziale Verantwortung der Unternehmen. Moderne, effizientere Technologien werden entwickelt, Faserverbundstoffe erhalten zunehmend Einzug in die Flugzeuge. Nicht zuletzt sind die neuen Maschinen signifikant wirtschaftlicher im Betrieb und steigern die Wettbewerbsfähigkeit der Airlines.

Was passiert mit den alten Flugzeugen, die durch moderne und leistungsfähigere Typen ersetzt werden? Wir alle sind vertraut mit den Schrottpressen, die sich um ausgediente Autos kümmern, aber wie sieht die Zukunft ausrangierter Flugzeuge aus? Nach Angaben der AFRA (Aircraft Fleet Recycling Association) handelt es sich dabei um rund 12.000 Flugzeuge in den nächsten 20 Jahren.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist Europa noch nicht bekannt für seine Rolle innerhalb der Flugzeug-Recycling-Industrie. Dies könnte sich allerdings bald ändern: Besonders Deutschland mit seiner Vielzahl an spezialisierten Unternehmen hat viel Potenzial, sich als Standort für ein dezentralisiertes Geschäftsmodell zu positionieren.

„Wir verfügen hier in Deutschland über eine hervorragende Unternehmensstruktur, um der Vielzahl an betrieblichen, rechtlichen und logistischen Voraussetzungen des Flugzeug-Recyclings gerecht zu werden“, sagt Flérida Regueira, Spezialistin für Umwelttechnologien bei Germany Trade & Invest (GTAI).

„Die Infrastruktur, die für die Abwicklung der Prozesse notwendig ist, könnte in Deutschland kaum besser sein. Auch die vielen mittelständischen Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette tragen zum Gelingen des Geschäftsmodells bei.“

Recycling ist ohnehin ein großes Thema in Deutschland, das sich längst in der Kultur des Landes widerspiegelt. 3000 Firmen sind in der Recycling-Industrie tätig, in der fast 200 000 Angestellte arbeiten. Der erwirtschaftete jährliche Umsatz liegt bei rund 40 Milliarden Euro. Auch politisch ist das Thema tagesaktuell: Ressourceneffizienz und CO2 Reduktion stehen ganz oben auf der To-Do Liste der Energiewende-Maßnahmen.

Das Ziel ist, eine Fortentwicklung von der Abfallwirtschaft hin zu einer Ressourcenwirtschaft zu erreichen. Damit einhergehend können ausrangierte Flugzeuge in Deutschland nicht nur ihre „letzte Ruhe“ finden, sondern vor allem weiterverarbeitet werden. Insbesondere hochwertige Teile, die u.a. Aluminium, Kupfer, Carbonfasern und Titan enthalten, können aufbereitet und wiederverwertet werden. Boeing stellt bereits jetzt seine recycelten Carbonfasern für die BMW Elektromodelle i3 und i8 zur Verfügung.

Zudem besitzen alte Flugzeuge Tonnen von wertvollen Ersatzteilen. Triebwerke oder Navigationssysteme können zum Beispiel gemäß Voraussetzungen und Regularien der Luftfahrtbehörden zurück an die Industrie gehen, dort aufbereitet und erneut in Flugzeuge installiert werden. Die entsprechenden Unternehmen für Reparatur, Instandhaltung und Einbau (MRO) operieren bereits seit mehr als 10 Jahren in dieser speziellen Marktnische. Die Frage der Entsorgung von Batterien stellt gegenwärtig noch eine Herausforderung dar, da diese weder auf Deponien gelagert noch verbrannt werden können.

Auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung ILA in Berlin wird der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) und die Deutsche Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing Germany Trade & Invest eine Podiumsdiskussion zum Thema „Closing the life cycle gap: The future of aircraft recycling in Germany“ ausrichten. Mit hochkarätigen Gästen werden die verschiedenen Facetten des Themas Flugzeugrecycling (inklusive MRO-Aspekte) dargestellt. Hierbei soll insbesondere herausgestellt werden, inwiefern Europa und der Standort Deutschland vor dem Hintergrund seiner hochentwickelten Recyclingindustrie Potenzial bietet, Flugzeugrecycling auf nachhaltige Weise anzusiedeln. „Wir würden uns freuen, wenn sich dieses bislang zu Unrecht im Hintergrund stehende Thema auf der ILA einen Stammplatz erobern könnte, der seinem Marktpotenzial gerecht wird.“ sagt Thomas Belitz vom BDLI, der zugleich ILA-Messeveranstalter ist.

Die Diskussion wird moderiert von Herrn Prof. Faulstich, dem Leiter des Sachverständigenrates für Umweltfragen. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Registrierungen können unter folgendem Link durchgeführt werden:
http://www.ila-berlin.de/ila2014/konferenzen2014/conf2014_anmeld_e.cfm?id_nr=3&tmp=2

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