Pressemitteilung

Südafrika - ein Land mit dem Rücken zur Wand

Können die Parlamentswahlen den Aufschwung einleiten?

Berlin (gtai) - 20 Jahre nach Ende der weißen Minderheitsherrschaft wird die kommende Parlamentswahl am 7. Mai erstmalig junge Leute an die Urnen locken, die nach Ende der Apartheid geboren wurden. Doch trotz der neuen Wählerstruktur zweifeln Experten kaum an einem Sieg des regierenden ANC, auch wenn dieser längst wegen Korruption und Missmanagement heftig kritisiert wird.

Dabei steht Südafrika politisch, wirtschaftlich und sozial vor großen Herausforderungen. Die Arbeitslosigkeit ist die höchste in allen aufstrebenden Volkswirtschaften und das Bruttoinlandsprodukt lag mit einem Realwachstum von 1,9% im Jahr 2013 weit hinter den Erwartungen zurück. Die Prognosen für 2014 sind mit rund 2,5% Wachstum erneut bescheiden, denn angesichts der massiven Probleme wäre eine Wachstumsrate von 5% erforderlich, um aktiv an einer Verbesserung der Situation zu arbeiten.

"Die wirtschaftliche Entwicklung Südafrikas wird durch die zahlreichen Streikwellen gebremst. So musste beispielsweise die Automobilindustrie durch 7-wöchige Arbeitsniederlegungen massive Produktionseinbrüche hinnehmen. In diesem Jahr gibt eine bereits seit drei Monaten andauernde Arbeitsniederlegung im Platinsektor.", sagt Heiko Stumpf, Repräsentant von Germany Trade & Invest in Südafrika.

Die Probleme zeitnah anzugehen, wird sich als größte Herausforderung erweisen.

"Die geplanten Sonderwirtschaftszonen, die reduzierte Körperschaftssteuern und andere Steuererleichterungen für Unternehmen bieten, sind dabei ein positives Zeichen und können neue Arbeitsplätze schaffen. Das notwendige gesetzliche Regelwerk zur Schaffung dieser 15 Special Economic Zones könnte schon ab Mitte 2014 in Kraft treten.", so Stumpf weiter.

Um die wirtschaftlichen und sozialen Probleme Südafrikas bis 2030 zu lösen, wurde seitens des ANC der von Wirtschaft und sogar von Oppositionsparteien gelobte National Development Plan (NDP) als Grundpfeiler der künftigen Regierungspolitik verabschiedet. Dabei handelt es sich um ein integriertes Planwerk, dass umfassende Strukturreformen vorsieht. Entscheidend ist jedoch, ob eine effiziente Umsetzung des NDP insbesondere gegen den teilweisen Widerstand der eng mit dem ANC verbundenen Gewerkschaften gelingt.

Deutschland und Südafrika pflegen seit Jahren enge Wirtschaftsbeziehungen. Rund 600 deutsche Unternehmen haben sich bereits erfolgreich im Land angesiedelt. Zukunftsgerichtet könnte die Zusammenarbeit sich auch auf jene Sektoren konzentrieren, die nachhaltiges Wachstum schaffen und die Probleme des Landes an der Wurzel packen. In den Bereichen Gesundheitswirtschaft oder in der Erweiterung der Infrastruktur wird dies bereits erfolgreich umgesetzt..

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