Branchencheck | Niederlande

Umsatzeinbrüche in den meisten Sektoren

Produktion und Umsätze brechen ein. Käufe und Investitionen werden verschoben.

Von Ingeborg Kozel | Berlin

Die meisten Branchen in den Niederlanden verzeichnen 2020 starke Umsatzeinbußen. Werkschließungen infolge der Coronakrise und fehlende Zulieferungen führen zu geringeren Kapazitätsauslastungen und lassen Produktion und Umsätze sinken. Die Abstandsregel von 1,5 Metern stellt viele Unternehmen vor Probleme. Erst Ende des Jahres 2020 könnten in vielen Branchen Produktion und Nachfrage wieder anziehen.

  • Maschinenbau

    Maschinenbau

    Nachfragerückgang durch weltweite Rezession.

    Der Maschinenbau gehört zu den dynamischsten Industriezweigen der Niederlande. Die Branche ist stark exportabhängig. Die eigene Rezession sowie die der wichtigsten Handelspartner Deutschland, Frankreich und Vereinigtes Königreich wird den niederländischen Maschinenbau spürbar belasten. Mit Überwinden der Rezession werden auch die Exporte und inländischen Investitionen wieder zulegen. Längerfristige Trends sind Robotik und Automatisierung sowie der Wandel zu nachhaltigen Fertigungsprozessen.

    Von Ingeborg Kozel | Berlin

  • Chemieindustrie

    Chemieindustrie

    International ausgerichteter Sektor aktuell mit Engpässen.

    Die stark international ausgerichtete niederländische Chemiebranche befand sich bereits vor der Coronakrise in schwierigem Fahrwasser. Im Jahr 2020 ergeben sich sowohl auf der Lieferanten- als auch auf der Abnehmerseite Engpässe. Aktuell sind viele Projekte in der Pipeline, die sich dem Umweltschutz widmen. Biobasierte Kunststoffe gelten als Wachstumsmarkt. Hier bestehen für deutsche Anbieter von Grundchemikalien und leistungsfähigen Polymeren Marktchancen.

    Weitere Informationen:

    Branche kompakt: Niederländische Chemiebranche flacht ab

    Von Ingeborg Kozel | Berlin

  • Energiewirtschaft

    Energiewirtschaft

    Bei erneuerbaren Energien haben die Niederlande Nachholbedarf.

    Auch die Energiewirtschaft ist von der Coronakrise betroffen. Die großen Ölfirmen wie BP, Royal Dutch Shell und Exxonmobil litten im 1. Quartal 2020 unter dem Absturz des Ölpreises und mussten Verluste hinnehmen. Shell, Gasunie und der Hafen Groningen Seaports wollen das größte Wasserstoffprojekt Europas realisieren. Die Niederlande haben Nachholbedarf beim Ausbau ihrer erneuerbaren Energien. Deren Anteile entsprechen noch nicht den Vorgaben der Europäischen Union. Langfristig will das Königreich auf Erdgas verzichten. Windenergie ist die wichtigste nachhaltige Energiequelle für die Niederlande. Die Regierung will die Kapazität der Offshore-Windparks von 4,5 auf 11,5 Gigawatt erhöhen und informiert über Ausschreibungen auf Niederländisch.

    Weitere Informationen:

    Branche kompakt: Viele Offshore-Windprojekte in den Niederlanden geplant

    Wasserstofftechnologie hilft Energieziele zu erreichen

    Amsterdam will Vorbild für Smart-City-Lösungen werden


    Von Ingeborg Kozel | Berlin

  • Bauwirtschaft

    Bauwirtschaft

    Unsicherheit führt zu Umsatzrückgang.

    Die niederländische Baubranche befand sich jahrelang im Aufwind. Die durch Corona bedingte Rezession und neue Bestimmungen für Stickstoffemissionen führen 2020 und 2021 nach Angaben der Rabobank zu Umsatzeinbrüchen. Das aktuell niedrige Vertrauen in die Wirtschaft seitens privater und gewerblicher Kunden lässt die Nachfrage nach Neubauten und Sanierungen zurückgehen. Nachhaltigkeit, Innovationen, Digitalisierung sowie modulares und zirkuläres Bauen stehen weiterhin im Fokus. Hierbei bieten sich künftig Chancen für deutsche Firmen. 

    Weitere Informationen:

    Branche kompakt: Niederländischer Hochbau wächst weiter

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    Infrastrukturbau steht in den Niederlanden vor neuen Herausforderungen



    Von Ingeborg Kozel | Berlin

  • Gesundheitswirtschaft

    Gesundheitswirtschaft

    Der Sektor erfährt durch die Pandemie einen Wachstumsschub.

    Auch 2020 und 2021 wächst der Sektor nach Angaben der Rabobank, trotz eines Rückgangs in den ersten beiden Quartalen 2020. Weiter im Trend – insbesondere vor dem Hintergrund der Coronakrise - liegt die Telemedizin. Investitionen in Care@home wie Videotelefonie, Apps und medizinische Geräte für Zuhause werden zunehmen. Das Land ist eine wichtige Drehscheibe im europäischen Binnenmarkt für medizintechnische Produkte. Die Versorgung des heimischen Marktes erfolgt zu großen Teilen über Importe.

    Weitere Informationen:

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    Branche kompakt: Niederländische Regierung investiert in E-Health

    Der niederländische Gesundheitssektor wächst



    Von Ingeborg Kozel | Berlin

  • Nahrungsmittelindustrie

    Nahrungsmittelindustrie

    Für 2020 wird ein starker Einbruch erwartet.

    Die Rabobank prognostiziert bis mindestens zum 3. Quartal 2021 erhebliche Umsatzrückgänge. Das Konsumentenvertrauen sinkt 2020 stark, die Verbraucher befürchten den Verlust des Arbeitsplatzes oder schränken sich wegen geringerer Einkünfte ein. Mit einem Produktionsanteil von 22 Prozent ist die Ernährungswirtschaft ein bedeutender Zweig der verarbeitenden Industrie. Die niederländische Nahrungsmittelindustrie ist von Importen abhängig.

    Weitere Informationen:

    Branche kompakt: Niederländische Ernährungswirtschaft profitiert von steigenden Konsumausgaben

    Von Ingeborg Kozel | Berlin

  • Pkw- und Nfz-Produktion

    Pkw- und Nfz-Produktion

    Fehlende Zulieferungen aus dem Ausland bremsen die Produktion.

    Die niederländischen Autohersteller Nedcar und DAF haben ihre Produktion zeitweilig eingestellt, da sie keine Zulieferteile erhielten. Auch die für den europäischen Markt wichtige Kfz-Teileproduktion wurde vielerorts zeitweise eingestellt, zum Teil aufgrund der Regierungsmaßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie. Zahlreiche niederländische Anbieter sind hoch spezialisiert und besetzen erfolgreich Marktnischen. Die Branche konzentriert sich zunehmend auf elektrische Antriebe.

    Weitere Informationen:

    Elektromobilität Niederlande: Zulieferer rüsten sich für den Wandel

    In den Niederlanden boomt der Verkauf von Elektroautos

    Von Ingeborg Kozel | Berlin

  • Umwelttechnik

    Umwelttechnik

    Der Export als Wachstumsmotor der Branche stottert 2020.

    Der niederländische Markt für Umwelttechnik ist begrenzt, daher ist der Export ein entscheidender Wachstumsfaktor. Angesichts der Covid-19-Pandemie gehen die Exporte 2020 allerdings zurück. Deutschland ist der größte Abnehmer. Bedeutend sind die Sparten Abfallmanagement und Abwasseraufbereitungsanlagen. Bis 2023 sollen hohe Investitionen in nachhaltige Projekte erfolgen. So ist in Rotterdam die erste "Waste to Chemicals"-Anlage geplant. Hier soll nicht recyclebarer Abfall zu Chemikalien und Biokraftstoff verarbeitet werden. Die Branche bietet künftig gute Wachstumsperspektiven und Geschäftschancen für deutsche Lieferanten.

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    Amsterdam sucht neue Lösungen für Verkehr und Abfall

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    Von Ingeborg Kozel | Berlin

  • Elektronikindustrie

    Elektronikindustrie

    Der Absatz sinkt 2020, weil wichtige Abnehmer wegbrechen.

    Hauptabnehmer der Branche sind der Energiesektor, die Industrie sowie Großhändler. Sowohl das Unternehmer- als auch das Konsumentenvertrauen brachen durch die Coronakrise ein und führen zu einer Investitions- und Kaufzurückhaltung. Erst bei einer wirtschaftlichen Erholung und einer Verbesserung des Konsumklimas werden sich Produktion und Umsätze erholen. Der Sektor ist überdurchschnittlich vom Export abhängig.

    Von Ingeborg Kozel | Berlin

  • IKT

    IKT

    Der Bedarf steigt durch verbreitete Arbeit im Homeoffice. Trotzdem wird ein leichter Umsatzrückgang erwartet.

    Durch Homeoffice werden vor allem Software, Datenverkehr und Dienstleistungen für Cybersicherheit sowie Monitore, Webcams oder Drucker verstärkt nachgefragt. Allerdings bestehen Lieferschwierigkeiten für Hardware. Unternehmen halten sich mit größeren Investitionen zurück. Die ABN-Amro Bank erwartet für 2020 einen leichten Umsatzrückgang in der Branche und für 2021 von einen moderaten Anstieg. Die hervorragende Infrastruktur für Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) gehört zu den Stärken der Niederlande.

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    Niederländischer IKT-Sektor im Aufwind

    Niederlande streben in der Digitalisierung an Europas Spitze

    Von Ingeborg Kozel | Berlin

  • Nahrungsmittelmarkt

    Nahrungsmittelmarkt

    Die Umsätze gehen 2020 zurück, weil sich die Konsumenten einschränken.

    Die Rabobank geht bis mindestens bis zum 3. Quartal 2020 von erheblichen Umsatzeinbußen aus. Die Konsumenten befürchten den Verlust des Arbeitsplatzes oder Einkommenseinbußen und halten sich mit Käufen zurück. In den vergangenen Jahren stiegen sowohl die Qualitätsansprüche als auch das Gesundheitsbewusstsein der Konsumenten. Lebensmittel werden häufig online gekauft.

    Weitere Informationen:

    Branche kompakt: Niederländische Ernährungswirtschaft profitiert von steigenden Konsumausgaben

    Von Ingeborg Kozel | Berlin

  • Pkw- und Nfz-Markt

    Pkw- und Nfz-Markt

    Konsumenten kaufen vorläufig kaum Pkw, und Unternehmen halten sich mit ihren Investitionen zurück.

    Im April 2020 ging die Anzahl neu zugelassener Pkw um etwa 50 Prozent zurück. Lieferungen aus dem Ausland erfolgten nicht, die Auslieferung der Pkw verzögerte sich. Konsumenten haben weniger Geld, sind verunsichert und fahren vorerst weiter ihre Autos weiter. Unternehmen investieren nicht und warten ab. Erst wenn wieder wirtschaftliche Stabilität und Vertrauen in die Wirtschaft einzieht, kann mit einem weiteren Absatz und Nachholkäufen gerechnet werden.

    Weitere Informationen:

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    Von Ingeborg Kozel | Berlin

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