Branchencheck | USA

USA werden 2020 weniger aus Deutschland importieren

Die US-Industrie befindet sich in einer schweren Krise. Ganze Branchen liegen still. Inzwischen setzt sich die Erkenntnis durch, dass die Talfahrt länger als geplant anhält.

Von Ullrich Umann | Washington, D.C.

Das aus medizinischer Sicht mehr als berechtigte Herunterfahren der US-Wirtschaft hat die Industrie zu Fall gebracht: Eine Konkurswelle rollt durchs Land und die Arbeitslosigkeit nimmt Ausmaße an, wie man sie nur aus der Großen Rezession kennt.

Auch der Schaden für die deutsche Exportwirtschaft ist enorm, so wird der Lieferrückgang 2020 höchstwahrscheinlich 20 Prozent oder mehr betragen. Doch nicht nur mengenmäßig, auch strukturell wird es Änderungen geben. Denn fast alle amerikanischen Abnehmerbranchen melden inzwischen einen veränderten Bedarf an.


  • Maschinenbau

    Maschinenbau

    Die Maschinenbauer entflechten zur Infektionsverhinderung ihre Arbeitsplätze. Um trotzdem produktiver zu werden, setzen sie auf Automatisierungslösungen. In der Breite ist das neu.

    Automatisierung bei gesunkener Firmenzahl

    Was als pandemiebedingte Stilllegungen einzelner Standorte geplant war, erwies sich fallweise als irreversibel. Caterpillar prüft sogar die Schließung eines Werks in Deutschland. Wer von den Unternehmen den ersten Rezessionsschock überstanden hat, bereitet sich nun auf das Wiederhochfahren der Produktion vor. Dazu gehören größere Sicherheitsabstände zwischen den Arbeitsplätzen, aber auch Automatisierungslösungen. Berater verweisen für diese Zwecke auf Coboter; sie seien kostengünstig und flexibel einsetzbar.

    Weitere Informationen:

    Branche kompakt: US-Maschinenbau zieht Investitionen aus Deutschland an

    Von Ullrich Umann | Washington, D.C.

  • Gesundheitswirtschaft

    Gesundheitswirtschaft

    Branchenfremde Firmen haben die Gesundheitswirtschaft für sich als Markt entdeckt. Selbst die Fahrzeugindustrie stellt inzwischen Schutzausrüstungen und Medizintechnik her.

    Covid-19 führt zum Umdenken

    Die Gesundheitswirtschaft erfährt eine Aufwertung, nachdem Covid-19 ihre Mängel brutal offengelegt hat. Was als Schlussfolgerung konkret umgesetzt wird, kann vor Pandemierückgang niemand sagen. Sicher scheint jedoch, dass die Importabhängigkeit verringert wird, sei es bei Verbrauchsmaterial, bei Medizintechnik oder Pharmazeutika. Auch keimt im Superwahljahr die Hoffnung auf, dass dauerhaft mehr Geld in die medizinische Grundversorgung fließt.

    Weitere Informationen:

    Branche kompakt: US-Markt für Medizintechnik gibt nach

    Covid-19: Gesundheitswesen in den USA

    US-Kliniken zwischen Innovation und Sparzwang

    Von Ullrich Umann | Washington, D.C.

  • Bauwirtschaft

    Bauwirtschaft

    Die Baukonjunktur befindet sich am Boden. Zumindest der Tiefbau könnte aber im Rahmen eines Konjunkturpakets 2020 umfangreiche Aufträge erhalten.

    Tiefbau mit Wachstumschancen

    Die Bauwirtschaft kann in der Krise zwar ihre Aufträge abarbeiten, erhält aber nur noch wenig neue. Hochbauprojekte, so sie nicht gänzlich stillgelegt wurden, konzentrieren sich auf das dringend Notwendige, darunter Behelfskrankenhäuser, Notunterkünfte, Logistikzentren und Warenlager. Als seien die Probleme nicht schon groß genug, rollt auf den Wohnungsbau auch noch eine Hypothekenkrise zu.

    Weitere Informationen:

    Wachstum der Bauwirtschaft in den USA lässt nach

    Von Ullrich Umann | Washington, D.C.

  • Chemieindustrie

    Chemieindustrie

    Leere Tankstellen, Konsumeinbruch und landwirtschaftliche Überproduktion belasten die Absatzaussichten der Chemieindustrie. Einzig Kunststoffe erfreuen sich einer Renaissance.

    Chemie zeichnet uneinheitliches Bild

    Wichtige Abnehmerbranchen für chemische Produkte sind seit März stillgelegt oder fahren auf Sparflamme. Die Agrarchemie plagt zum Beispiel eine Überproduktion, seitdem die Landwirtschaftsexporte nach China stocken. Selbst die Petrochemie verkauft weit weniger Treib- und Schmierstoffen als üblich. Jedoch zeichnet sich eine Wiedergeburt von Kunststoffen ab, vor allem zur Eindämmung von Infektionskrankheiten. Zu den gefragten Kunststoffprodukten gehören hygienische Verpackungen sowie Anwendungen für die Gesundheitswirtschaft, als neuster Trend auch Schutzschilder und Trennwände für Werkhallen und Großbüros.

    Weitere Informationen:

    Branche kompakt: Trotz Minimalwachstum haben einige US-Industrien Chemiebedarf

    Von Ullrich Umann | Washington, D.C.

  • Energiewirtschaft

    Energiewirtschaft

    Der Zuwachs an erneuerbaren Energien verlangsamt sich in der Wirtschaftskrise. Sollte ihre steuerliche Förderung 2021 auslaufen, bleibt die Entwicklung sogar langfristig schwach.

    Erneuerbare verdrängen fossile Energiearten

    Die erneuerbaren Energien erwiesen sich im Abgabepreis als unschlagbar. Selbst die Atomkraft wurde abgehängt. Um ihre Produktion trotzdem zu halten, sollen neu entwickelte Kernreaktoren mit Unterstützung der US-Regierung ins Ausland geliefert werden. Was die Steuervergünstigungen für Wind- und Solarprojekte über das Jahr 2021 hinaus angehen, ist ein parlamentarischer Streit ausgebrochen - Republikaner bevorzugen Hilfen für die notleidende Ölindustrie. Doch zeichnet sich ein Kompromiss in dieser Frage ab.

    Weitere Informationen:

    US-Solarverband hat das Solarjahrzehnt ausgerufen

    Von Ullrich Umann | Washington, D.C.

  • Öl und Gas

    Öl und Gas

    Das Überangebot an Öl und Gas schickte die Preise in den Keller. Produktionen werden zurückgefahren, Bohrlöcher geschlossen. Übernahmen und Konkurse sind an der Tagesordnung.

    Ölwirtschaft bleibt vorerst Verlustbringer

    Die Nachfrage nach Bohrausrüstungen ist eingebrochen. Lediglich Austausch- und Verschleißteile werden noch bezogen. Förderfirmen knüpfen ihre Hoffnung an das Wiederhochfahren des öffentlichen Lebens. Erst dann ziehen die Ölpreise und die Nachfrage nach Schmier- und Treibstoffen ausreichend stark an. Etwas besser steht die Erdgaswirtschaft da, denn sie hat mit der Energiewirtschaft einen relativ stabilen Großabnehmer.

    Weitere Informationen:

    US-Markt für Bohrausrüstungen im freien Fall

    Von Ullrich Umann | Washington, D.C.

  • Nahrungsmittelindustrie

    Nahrungsmittelindustrie

    Durch Corona mussten zahlreiche kleine Nahrungsmittelhersteller aufgeben. Überlebenswichtig waren insbesondere die Verpackungen, neben ausreichend großen Liefermengen.

    Verpackungen beeinflussen Absatzerfolg

    Für die Nahrungsmittelindustrie hat sich im ersten Halbjahr 2020 die Kundenstruktur gewandelt: Durch die behördlich angeordnete Schließung des Gast- und Restaurantgewerbes sowie aller unabhängigen Einzelhändler engte sich der Absatz auf große Supermarktketten ein. Diese brauchen vor allem abgepackte Lebensmittel, Fertiggerichte und Konserven in großen Stückzahlen. Wer das nicht liefern kann, fällt meist durch das Raster.

    Weitere Informationen:

    Branche kompakt: Gesundheitstrends beflügeln die US-Ernährungsbranche

    US-Verbraucher wollen kleinere Verpackungen und neue Geschmackserlebnisse

    Von Ullrich Umann | Washington, D.C.

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