Special | US-Wahl

Die US-Wahl und ihre Folgen für Australien


Australien könnte in der Klimapolitik unter Zugzwang geraten

Die Ziele der künftigen US-Regierung für ambitionierten Klimaschutz und Dekarbonisierung dürften sich auch auf das australische Wirtschaftsmodell auswirken.

Der Sieg von Joe Biden bei der US-Wahl dürfte insbesondere die Debatte über die Klimapolitik verändern. Australien hält zwar am Pariser Klimaschutzabkommen fest und will seinen Kohlenstoffdioxidausstoß bis 2030 um 26 bis 28 Prozent gegenüber dem Wert von 2005 senken. Weitere Schritte, insbesondere eine Klimaneutralität bis 2050, lehnt Premierminister Scott Morrison hingegen ab.

Stattdessen soll der Ausbau der Erdgasindustrie sogar eine wichtige Rolle bei der wirtschaftlichen Erholung von der Covid-19-Pandemie spielen. Bei fossilen Energieträgern wie Kohle und Erdflüssiggas ist Australien einer der weltweit größten Exporteure.

International droht Australien nun zunehmend isoliert dazustehen. Denn die künftige US-Regierung dürfte ehrgeizige Klimaschutzziele auch in ihre Außen- und Handelspolitik mit einfließen lassen. Der Druck auf Australien, strengere Klimaschutzziele zu formulieren, dürfte steigen. Gleichzeitig bieten sich aber auch Chancen, beispielsweise zum wichtigen Lieferanten für Batterierohstoffe und kritische Mineralien in US-Wertschöpfungsketten zu werden.

Seitens der Wirtschaft gibt es Hoffnung auf eine Rekalibrierung in den Beziehungen mit China. Zuletzt traten im bilateralen Verhältnis große Spannungen auf. Die Volksrepublik verhängte Handelsbeschränkungen für wichtige australische Exportgüter. Von Joe Biden wird erwartet, in wichtigen Fragen weniger auf offene Konfrontation zu setzen. In diesem Zuge könnte auch zwischen Canberra und Peking Entspannung eintreten.

Von Heiko Stumpf | Sydney

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