Special Frankreich Wege aus der Coronakrise

Aufschwung nimmt weiter Fahrt auf

Die Pandemie scheint derzeit unter Kontrolle zu sein, während sich das Impftempo stark verlangsamt hat. Die wirtschaftliche Erholung beschleunigt sich weiter.

Von Peter Buerstedde | Paris


  • Konjunktur und wichtigste Branchen

    Die Infektionszahlen gehen weiter zurück. Der Aufschwung setzt sich fort und die Wirtschaft könnte Ende 2021 wieder das Vorkrisenniveau erreichen. (Stand: 29. September 2021)

    Der Schul- und Arbeitsbeginn für breite Bevölkerungsschichten Anfang September 2021 (Rentrée) hat bisher nicht zu einem Wiederaufflammen der Infektionen geführt. Landesweit fallen alle Indikatoren von niedrigem Niveau weiter zurück, mit Ausnahme einiger Überseegebiete, wo die Krankenhäuser stark belastet sind. Die Inzidenz liegt in Frankreich Ende September 2021 unter 60 je 100.000 Einwohner und die Krankenhausbelegung unter 40 Prozent.

    Coronapass findet breite Anwendung

    Am 12. Juli 2021 hatte Präsident Emmanuel Macron in einer Fernsehansprache die Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen und die starke Ausweitung des Impf-/Test-/Genesenen-Passes angekündigt. Seit Mitte September gilt in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen eine Impfpflicht für das Personal. Diese Maßnahmen hatten zunächst größere Proteste in Großstädten ausgelöst, die sich mit der Zeit aber weitgehend gelegt haben.

    Bereits seit dem 21. Juli 2021 muss beim Besuch von Kultureinrichtungen und Messeveranstaltungen ein entsprechender Nachweis (Pass sanitaire) vorgelegt werden. Diese Pflicht ist am 9. August auf die Gastronomie, größere Einkaufszentren, Krankenhäuser, Alters- und Pflegeheime sowie auf den Fernverkehr ausgeweitet worden.

    Druck auf Ungeimpfte steigt

    Die Ausweitung des Impfnachweises hatte der Impfkampagne einen deutlichen Schub verliehen. Seitdem hat sich diese zwar stark verlangsamt, dennoch ist die Impfquote deutlich höher als in Deutschland. Ab dem 15. Oktober 2021 wird der Staat nur noch die Kosten für Coronatests für Geimpfte und Menschen mit Symptomen übernehmen. Dies könnte erneut mehr Menschen zu einer Impfung anregen.

    Mit 50,2 Millionen Erstimpfungen hatten am 26. September 2021 damit 74 Prozent der Bevölkerung eine Impfdosis erhalten. Vollständig geimpft waren 72 Prozent, davon 87 Prozent in der Gruppe der über 75-Jährigen und 68 Prozent unter den über 60-Jährigen. Seit Anfang September können alle über 65-Jährigen eine dritte Impfdosis erhalten.

    Neue Einschränkungen gelten derzeit angesichts sinkender Inzidenzwerte als unwahrscheinlich. Ausgeschlossen sind sie nicht. Mit der nahenden kalten Jahreszeit warnen Experten vor einem erneuten Anstieg der Covid-19-Infektionen und der Krankenhausbelegung.

    Wirtschaft wieder nahe an Vorkrisenniveau

    Die Pflicht zum Vorweisen eines Impf-/Testpasses hat den Wirtschaftsaufschwung kaum gebremst. Die Zentralbank (Banque de France) schätzt den Abstand der Wirtschaftsleistung im Juli und August 2021 im Vergleich zum Vorkrisenniveau auf nur noch 0,5 bis 1 Prozent. Banque de France und das Statistikamt Insee haben ihre Prognosen für 2021 im September gleichermaßen von 6 auf 6,3 Prozent angehoben. Nach der Insee-Vorhersage wird die Wirtschaft im 4. Quartal 2021 wieder das Vorkrisenniveau erreicht haben.

    Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts in ausgewählten Ländern der Europäischen Union (reale Veränderung in Prozent)

    Land

    2020

    2021*)

    2022*)

    Niederlande

    -3,7

    3,3

    3,3

    Deutschland

    -4,8

    3,6

    4,6

    Frankreich

    -7,9

    6,0

    4,2

    Italien

    -8,9

    5,0

    4,2

    Spanien

    -10,8

    6,2

    6,3

    Europäische Union

    -6,0

    4,8

    4,5

    *) Sommerprognose der Europäischen Kommission (7.7.2021)Quelle: Europäische Kommission 2021

    Die Krisenhilfen der Regierung werden weiter schrittweise zurückgenommen. Den meisten Experten erscheint eine Pleitewelle angesichts der guten Wirtschaftsentwicklung inzwischen als unwahrscheinlich. Ein Anzeichen für die Normalisierung der Wirtschaft ist die wachsende Zahl an Unternehmen, die Rekrutierungsprobleme beklagen. Im 1. Quartal 2021 war die Arbeitslosenquote wieder auf das Vorkrisenniveau gesunken. Allerdings könnten Lieferengpässe, die vor allem in der Kfz-Industrie die Produktion bremsen, durch eine anhaltend kritische Pandemieentwicklung in Südostasien länger anhalten als zunächst erwartet.

    Auswirkungen auf einzelne Branchen höchst unterschiedlich

    Mit der fortschreitenden wirtschaftlichen Erholung schließt sich die Kluft zwischen den direkt betroffenen Branchen und dem Rest der Wirtschaft immer weiter. Direkt von administrativen Einschränkungen betroffen sind durch die Verpflichtung zum Vorweisen eines Impf-/Testpasses und wegen geringer Touristenzahlen etwa 5 Prozent der Wirtschaftsleistung. Dazu zählen Gaststätten und Teile der Hotellerie, des Handels sowie des Personentransports. Hier ist der Abstand zum Vorkrisenniveau aber inzwischen stark geschrumpft.

    Indirekt betroffen sind mit etwa 2,5 Prozent der Wirtschaftsleistung unter anderem die Automobilindustrie, der Flugzeugbau und Raffinerien. Die Mehrzahl der restlichen Sektoren hat sich seit der Aufhebung des ersten Lockdowns kräftig erholt. Bereiche wie Bau, Chemie und Lebensmittelindustrie liegen wieder nah an den Vorkrisenergebnissen.

    Produktion und Absatz von Kfz fallen zurück

    In der Industrie verläuft die Erholung auch aufgrund der Lieferengpässe für kritische Vorprodukte unterschiedlich. Die Automobilindustrie hatte die Produktion Mitte März 2020 einige Wochen lang gestoppt und 2020 gleichzeitig auch die Montage einiger Modelle an Auslandsstandorte verlegt. Die Produktion fiel zwischen 2019 und 2020 von 2,3 auf 1,4 Millionen Fahrzeuge (Pkw und Nfz).

    Mit neuen Modellansiedlungen dürfte sich die Fertigung erst langsam erholen und frühestens 2024 wieder 2 Millionen Stück erreichen. Trotz einer Anhebung der Kauf- und Abwrackprämien ist der Kfz-Absatz 2020 um 25,5 Prozent eingebrochen. Die Erholung wird 2021 durch Lieferengpässe bei Halbleitern gebremst. So lagen die Verkäufe im 1. Halbjahr zwar 31 Prozent über dem Vorjahreszeitraum, waren aber 18 Prozent niedriger als in derselben Periode 2019.

    Chemiesektor mit kräftiger Erholung 

    Die Chemieindustrie hat sich seit dem Jahreswechsel auch durch steigende Ölpreise stark erholt. Ihre Auslastung liegt in den meisten Segmenten deutlich über dem Durchschnitt des Jahres 2019.

    Im Wohnungsbau geht es wieder aufwärts

    Die Baustellen blieben während des ersten Lockdowns weitgehend geschlossen. Im 1. Quartal 2021 konnte der Tiefbau jedoch den Arbeitsrhythmus von vor der Krise wieder erreichen. Auch der Wohnungsbau hat sich im 2. Quartal 2021 erholt. Die Zahl der fertiggestellten und genehmigten Wohnungen lag in den ersten sieben Monaten 2021 wieder leicht über dem Niveau desselben Zeitraums 2019. Das Bauhandwerk erlebt auch durch staatliche Hilfen für energetische Sanierungsmaßnahmen einen Boom, der aber durch Engpässe bei Baumaterial gebremst wird. 

    Von Peter Buerstedde | Paris

  • Konjunktur- und Hilfsprogramme

    Die Coronahilfen werden weiter zurückgefahren. Auf das Konjunkturpaket soll ein Investitionsprogramm folgen. (Stand: 29. September 2021)

    Gemäß dem Selbstverständnis des französischen Staates als Lenker der Wirtschaft hat die Regierung seit Mitte März 2020 ein umfassendes Hilfspaket ähnlich wie in Deutschland aufgelegt. Darüber hinaus wurde bereits im Mai 2020 ein Konjunkturpaket für viele Sektoren lanciert. Mitte Juli 2021 hat Präsident Emmanuel Macron zusätzlich ein Investitionsprogramm angekündigt, dessen Vorstellung aber im September auf den Oktober verschoben worden ist.

    Krisenmaßnahmen der französischen Regierung 2020 und 2021

    Umfang: bisher etwa 330 Milliarden Euro, etwa 13,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (2019), gegenüber 1,1 Prozent nach der Finanzkrise 2008/2009


    1. Phase ab März 2020: Hilfspaket - Kurzarbeit, Kreditgarantien, Soforthilfen, Stundung von Abgaben (bis Ende Juni 2021 etwa 230 Milliarden Euro, davon etwa 139 Milliarden Euro Kredite mit Staatsgarantie) 

    2. Phase ab Mai 2020: Sektorprogramme

    3. Phase ab September 2020: Maßnahmenpaket France Relance (mit Sektorprogrammen etwa 100 Milliarden Euro) - Förderung der Wettbewerbsfähigkeit und der Nachhaltigkeit

    4. Phase: Investitionsprogramm France 2030 soll im Oktober 2021 vorgestellt werden, zur Förderung von Zukunftsbranchen wie Wasserstoff, Halbleiter und Batterieproduktion (etwa 20 Milliarden bis 30 Milliarden Euro nach Medienberichten)

    Hilfen laufen langsam aus

    Die wichtigsten Hilfsinstrumente waren ähnlich wie in Deutschland Kreditgarantien, Kurzarbeitergeld, die Stundung von Steuern und Abgaben sowie ein Solidaritätsfonds. Sie werden langsam zurückgefahren. Für Unternehmen, die von staatlichen Einschränkungen direkt betroffen sind und hohe Einbußen haben, wird das Kurzarbeitergeld erst ab September 2021 nicht mehr voll vom Staat getragen. Für andere Sektoren müssen die Arbeitgeber bereits seit Mai einen steigenden Anteil zuschießen.

    Staatlich garantierte Kredite können noch bis Ende 2021 in Anspruch genommen werden. Der Solidaritätsfonds (Fonds de solidarité) gewährt Soforthilfen, die Ende September auslaufen sollen. In Sektoren, die von direkten Einschränkungen betroffen sind und hohe Verluste verzeichnen, wie Kultur und Tourismus, werden ab Oktober 2021 zum Teil die Fixkosten vom Staat übernommen.

    Neben den breit angelegten Hilfsmaßnahmen hat die Regierung auch Konjunkturhilfen für bestimmte Sektoren und zur Stärkung von Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit aufgelegt. Parallel zur Lockerung der Einschränkungen des Wirtschafts- und Privatlebens seit Mitte Mai 2020 hatte sie zunächst branchenspezifische Hilfspakete zur Konjunkturbelebung von rund 40 Milliarden Euro lanciert. Diese betreffen vor allem die Kfz-Industrie, den Flugzeugbau, den Tourismus, den Bausektor und Start-ups. 

    Für die Kfz-Industrie wurden vorübergehend Kauf- und Abwrackprämien angehoben, um hohe Lagerbestände an Fahrzeugen, die in der Krise aufgelaufen waren, abzubauen. Im Gegenzug verpflichtet sich die Industrie, bis 2025 die Produktion von Elektroautos und Plug-in-Hybriden in Frankreich auf 1 Million zu erhöhen. 

    Staat fördert Entwicklung eines Hybrid- oder Wasserstoffflugzeugs

    In der Kfz-Industrie und im Luftfahrtsektor wurden Fonds geschaffen, um notleidende Zulieferer mit Liquidität zu versorgen und die Modernisierung und Automatisierung voranzutreiben. Airbus als Herzstück der Luftfahrtindustrie soll von der Erneuerung der Flotte von Air France profitieren. Dies war eine Bedingung für eine staatliche Kreditgarantie über 7 Milliarden Euro an die Fluglinie. Zusätzliche Fördermittel sollen helfen, bis 2030 ein regionales Hybrid- oder Wasserstoffflugzeug zu entwickeln. 

    Der Tourismus erhielt mehr Kredite und konnte länger Kurzarbeitsregeln nutzen. Weitere Sektorprogramme der zweiten Phase unterstützten Start-ups, exportierende Unternehmen und den Gesundheitssektor.

    Kurzfristige und langfristige Hilfen

    Im September 2020 hatte die Regierung in einer dritten Phase das Maßnahmenpaket "France Relance" aufgelegt, in das die Sektorprogramme integriert wurden. Von etwa 100 Milliarden Euro werden 40 Milliarden aus dem 750-Milliarden-Euro-Krisenpaket der Europäischen Union (EU) finanziert. Bis Ende Juli 2021 waren nach Regierungsangaben etwa 40 Milliarden Euro ausgezahlt oder in Projekten gebunden. Bis Jahresende sollen es 70 Milliarden Euro sein.

    France Relance umfasst drei Bereiche. Zur Stärkung des "Zusammenhalts" (Cohésion) werden kurzfristig 36 Milliarden Euro für den Gesundheitssektor, für Ausbildung und Lohnzuschüsse für junge und behinderte Menschen und für das längerfristige Kurzarbeitergeld aufgewendet.

    Andere Bereiche sollen die Wirtschaft langfristig stärken, mit einem Zeithorizont bis 2030. Für mehr Nachhaltigkeit, mehr Gebäudeeffizienz, die Modernisierung der Bahnnetze und der Mülltrennung sowie für eine Wasserstoffstrategie gibt es 30 Milliarden Euro. Mit weiteren 36 Milliarden Euro will die Regierung die Wettbewerbsfähigkeit steigern. Für 20 Milliarden Euro werden bis 2022 bestimmte Unternehmenssteuern gesenkt.

    Mehr Geld für Projektaufrufe

    Zudem werden Vorhaben zum Aufbau von Produktionskapazitäten etwa für Arzneimittel, Medizintechnik, wichtige Vorstoffe für die Industrie, Elektronik und Nahrungsmittel in Frankreich subventioniert. Aufgrund der hohen Nachfrage wurden die Mittel Anfang 2021 aufgestockt. 

    Der Kalender der Projektaufrufe enthält Links zu den Teilnahmebedingungen. Eine Liste mit etwa 1.800 geförderten Industrieprojekten kann auf dem Datenportal des Wirtschaftsministeriums eingesehen werden. Auch Niederlassungen deutscher Firmen in Frankreich haben Hilfen und Projektfördermittel in Anspruch genommen.

    Investitionsplan für Zukunftsbranchen

    Um das Konjunkturpaket zu ergänzen, wollte die Regierung im September 2021 ein Investitionsprogramm vorstellen. Die Vorstellung ist auf den Oktober verschoben worden. Mit dem Programm soll nach den Worten des Wirtschaftsministers Bruno Le Maire "die industrielle und technologische Unabhängigkeit des Landes" wiedergewonnen werden. Der Plan soll mit etwa 20 Milliarden bis 30 Milliarden Euro an staatlichen Zuschüssen auf Zukunftsbranchen wie Halbleiter, Biotechnologie, Batterien und Wasserstoff abzielen. Damit sollen vor allem französische Beiträge zu Gemeinschaftsprojekten auf EU-Ebene finanziert werden (IPCEI, Important Projects of Common European Interest).

    Von Peter Buerstedde | Paris

  • Einschränkungen im Personen- und Warenverkehr

    Die Verpflichtung zum Vorweisen eines Coronapasses wurde ausgeweitet. Teile von Südfrankreich sind laut RKI nicht mehr Risikogebiete. (Stand: 29. September 2021)

    Im Zuge einer Lockerungsphase waren seit Ende April 2021 alle Einschränkungen der Bewegungsfreiheit (Ausgangssperren) weggefallen. Sämtliche Einrichtungen durften wieder öffnen. Seit Juni hat die Regierung angesichts steigender Inzidenzzahlen die Verpflichtung zum Vorweisen eines Impf-/Test-/Genesenenausweis (Pass sanitaire) ausgeweitet.

    Nach Wiedereinführung der Reisefreiheit im Inland und Aufhebung der Ausgangssperre tagsüber am 3. Mai 2021, sind seit dem 19. Mai auch der Einzelhandel, die Gastronomie und Kultureinrichtungen wieder geöffnet. Am 20. Juni fiel das nächtliche Ausgangsverbot weg und bereits seit dem 17. Juni besteht im Freien keine Maskenpflicht mehr. 

    Messen und Veranstaltungen mit Coronapass

    Seit dem 9. Juni 2021 können wieder Messen und Konferenzen mit bis zu 5.000 Besuchern stattfinden, allerdings nur für Teilnehmer mit einem Pass sanitaire. Am 30. Juni fiel die Besucherobergrenze bei Veranstaltungen weg. Es wird aber weiterhin ein Impf-/Test-/Genesenen-Pass verlangt und es gilt Maskenpflicht. Erste Messen gab es bereits als Hybrid-Veranstaltung. Für Besucher ohne Coronapass wurden Testzelte für Schnelltests eingerichtet.

    Maßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie seit Mai 2021

    Datum

    Maßnahmen

    3. Mai

    Aufhebung der Obergrenze für Reisetätigkeit (bisher 10 Kilometer) und Wegfall von Bescheinigungen tagsüber

    19. Mai

    Öffnung von Handel, Gastronomie im Außenbereich, Kultur- und Sporteinrichtungen (1.000 Zuschauer draußen)

    9. Juni

    Öffnung von Gastronomie im Innenbereich, Sporteinrichtungen; Messen und Veranstaltungen mit bis zu 5.000 Personen, ab 1.000 mit Impf-/Test-/Genesenennachweis (Coronapass)

    30. Juni

    Keine Obergrenzen mehr für Publikumsverkehr in geschlossenen Räumen und Teilnehmer bei Veranstaltungen (ab 1.000 mit Coronapass)

    9. Juli

    Öffnung von Diskotheken mit Coronapass

    21. Juli

    Coronapass verpflichtend für Veranstaltungen und Kultur-/Vergnügungseinrichtungen ab 50 Besuchern

    9. August

    Coronapass verpflichtend für Cafés, Restaurants, Fernverkehr per Bahn und Flugzeug, Pflege- und Altenheime

    15. September

    Frist für Impfung für medizinisches Personal

    30. September

    Coronapass-Pflicht auch für Jugendliche ab 12 Jahren

    Quelle: Ministère de l'Economie 2021

    Coronapass auch für Jugendliche

    Die Coronapass-Pflicht gilt für Personen ab 18 Jahren seit dem 21. Juli 2021 für Kulturveranstaltungen (Theater, Kino, Konzerte). Am 9. August ist sie auf Cafés, Restaurants, den Fernverkehr sowie Alten- und Pflegeheime ausgeweitet worden. Geschäfte und Einkaufszentren sind nicht betroffen. Aber hier gilt eine Maskenpflicht, die in Einrichtungen mit Coronapass-Pflicht nur teilweise durchgesetzt wird. Ab dem 4. Oktober soll die Maskenpflicht in Grundschulen wegfallen, wenn die Inzidenz in einer Region mindestens fünf Tage lang unter 50 je 100.000 Einwohner lag. In den Überseegebieten gelten zum Teil erneut Ausgangssperren sowie eine Maskenpflicht im Freien. Ab dem 30. September müssen auch Personen ab zwölf Jahren auf Verlangen einen Coronapass vorweisen.

    Bis zum 15. September 2021 musste sich das Personal in Krankenhäusern sowie Pflege- und Altenheimen vollständig impfen lassen. Seitdem wurden ungeimpfte Mitarbeiter vielfach vom Dienst ausgeschlossen. Coronatests, die bisher in Frankreich kostenfrei sind, sollen ab dem 15. Oktober nur noch auf Rezept oder für geimpfte Personen gratis verfügbar sein. Damit steigt erneut der Druck auf Ungeimpfte. Ausländer ohne Wohnsitz im Land müssen für Tests generell bezahlen.   

    Antigentest, Genesenennachweis oder Impfzertifikat vor Einreise ist Pflicht

    Grundsätzlich ist die Grenze zwischen Frankreich und Deutschland für den Personen- und Warenverkehr seit dem 15. Juni 2020 uneingeschränkt offen. Seit dem 9. Juni 2021 müssen Personen ab zwölf Jahren einen Impf- oder Genesenennachweis (mindestens elf Tage, aber maximal sechs Monate alt) oder einen negativen Antigentest vorweisen, der weniger als 72 Stunden vor der Einreise gemacht wurde. Für einige Länder der Europäischen Union (Zypern, Spanien, Griechenland, Malta, Niederlande, Portugal) darf der Test höchstens 24 Stunden alt sein. 

    Nur die von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA zugelassenen Impfstoffe werden anerkannt. Dabei gilt eine Impfung sieben Tage nach der zweiten Dosis als vollständig. Beim Impfstoff von Johnson & Johnson, der nur eine Dosis verlangt, sind es 28 Tagen nach der einzigen Dosis. Außerdem ist eine eidesstattliche Erklärung abzugeben, die besagt, dass keine Symptome vorliegen und kein wissentlicher Kontakt mit Erkrankten stattgefunden hat.

    Für Einreisende aus Nicht-EU-Ländern gelten nach einem Ampelsystem zum Teil schärfere Vorgaben.

    Regeln für die Einreise von EU-Bürgern nach Frankreich (Stand: 29. September 2021)

    Für Reisende aus der Europäischen Union (EU) sowie Andorra, Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen, San Marino, der Schweiz oder dem Vatikanstaat ist die Einreise nach Frankreich weiter uneingeschränkt möglich. Sie müssen aber einen Impf- oder Genesenennachweis oder ein negatives Testergebnis (Antigen-Test oder PCR) vorlegen.


    Dokumente, die vorgezeigt werden müssen (an der Grenze und gegebenenfalls der Fluggesellschaft):
    - Impfzertifikat oder Genesenennachweis oder Antigen-Test, nicht älter als 72 Stunden (24 Stunden für Zypern, Spanien, Griechenland, Malta, Niederlande, Portugal) für Personen ab 12 Jahren,
    - Eidesstattliche Erklärung (Vordruck auf Französisch), dass sie keine Symptome aufweisen und nicht wissentlich in Kontakt mit Erkrankten waren (im Zeitraum von 2 Wochen vor Einreise).

    Region Paca nicht mehr Hochrisikogebiet

    Nach der Coronavirus-Einreiseverordnung vom 30. Juli 2021 gilt eine generelle Nachweispflicht für Einreisende aus Frankreich nach Deutschland, unabhängig von der Art des Verkehrsmittels. Personen ab zwölf Jahren müssen bei der Einreise über ein negatives Testergebnis, einen Impf- oder Genesenennachweis verfügen.

    Personen, die sich in den letzten zehn Tagen vor der Einreise in einem zum Zeitpunkt der Einreise als Hochrisikogebiet eingestuften Gebiet aufgehalten haben, müssen eventuell spezielle Nachweispflichten und eine Quarantänepflicht beachten. Hier gilt auch eine Anmeldepflicht vor der Einreise (Link zur Einreiseanmeldung).

    Wird bei der Anmeldung ein Impf- oder Genesenennachweis vorgelegt, entfällt die häusliche Quarantäne von zehn Tagen. Ohne Impf- oder Genesenennachweis kann die Quarantäne mit einem negativen Test frühestens fünf Tage nach Einreise beendet werden. Kinder unter zwölf Jahren können generell die Quarantäne nach fünf Tagen verlassen.

    Seit dem 19. September 2021 gilt die südfranzösische Region Provence-Alpes-Côte d'Azur (PACA) nach der Einteilung des Robert-Koch-Instituts nicht mehr als Hochrisikogebiet. Folgende Überseegebiete fallen aber derzeit weiter in diese Kategorie: Guadeloupe, Martinique, St. Barthélemy, St. Martin, Französisch-Guyana, Französisch-Polynesien und Neukaledonien. 

    Die Auslandshandelskammer (AHK) in Paris kann bei Fragen zur Mitarbeiterentsendung beraten.

    Aktuelle Informationen zu Reisebeschränkungen

    Von Peter Buerstedde | Paris

nach oben
Feedback

Anmeldung

Bitte melden Sie sich auf dieser Seite mit Ihren Zugangsdaten an. Sollten Sie noch kein Benutzerkonto haben, so gelangen Sie über den Button "Neuen Account erstellen" zur kostenlosen Registrierung.