Futuristic city VR wire frame with businesswoman walking. 3D generated image. ©GettyImages/gremlin/Karan Kapoor Futuristic city VR wire frame with businesswoman walking | © GettyImages/gremlin/Karan Kapoor

Special Indien Seidenstraße

Indien beobachtet Chinas digitale Seidenstraße mit Skepsis

Die indische Regierung will sich bei der Digitalisierung nicht von China abhängig machen. Doch in vielen Bereichen sind chinesische Unternehmen bereits stark vertreten.


  • Indien will digitale Infrastruktur ohne China aufbauen

    Indien steht Chinas Digital Silk Road skeptisch gegenüber. Beim geplanten Aufbau des 5G-Mobilfunknetzes bleiben Firmen wie Huawei, ZTE und Co. möglicherweise außen vor.

    Die Rivalität zwischen Indien und China hat sich in den letzten Monaten verschärft. Der seit Jahrzehnten gärende Grenzkonflikt im Hamalayagebirge ist Mitte 2020 erneut eskaliert, und die Coronapandemie belastet das Verhältnis zusätzlich. Indiens Premierminister Narendra Modi will das Land wirtschaftlich und politisch unabhängiger machen, insbesondere von China. Der östliche Nachbar hat seinen Einflussbereich in den letzten zwanzig Jahren kontinuierlich ausgebaut, und die beiden Regionalmächte sind inzwischen nicht nur beim Außenhandel eng miteinander verflochten.

    Indien will Chinas Einfluss beschränken

    Dies zeigt sich auch bei der Modernisierung der indischen Infrastruktur. Dort sind chinesische Firmen nicht nur im Hafen-, Flughafen und Straßenbau aktiv, sondern zählen auch beim Ausbau der Telekommunikationsnetze und der IT-Infrastruktur zu den größten Ausrüstern und Lösungsanbietern - sehr zum Leidwesen der indischen Regierung.

    Im März 2015 hatten beide Länder noch vereinbart, im Rahmen der Information Silk Road Initiative gemeinsame Projekte in den Bereichen Internet, Raumfahrt und künstlicher Intelligenz zu realisieren. Doch seitdem haben sich die Beziehungen verschlechtert, und Indien versucht, den Einfluss Chinas bei der Digitalisierung des Landes einzudämmen und betrachtet die chinesischen Aktivitäten zur digitalen Seidenstraße - so wie zur Belt and Road Initiative (BRI) insgesamt - mit wachsender Skepsis.

    Ungeachtet dessen haben nicht nur chinesische Hersteller von Hardware für den IKT-Sektor, sondern auch Technologiefirmen und -Investoren ihre Präsenz auf dem indischen Markt weiter gefestigt. Indien bleibt insbesondere beim Auf- und Ausbau der physischen Infrastruktur auf chinesische Ausrüstung angewiesen. Am geplanten Rollout des Mobilfunknetzes der 5. Generation (5G) wird der Spagat deutlich: Wegen der niedrigen Erlöse pro Mobilfunkkunde wollen die Provider ihre Investitionen in die Netzinfrastruktur so gering wie möglich halten. Gleichzeitig müssen sie die Auflagen der Regierung hinsichtlich der Datensicherheit erfüllen. Hinzu kommt der politische Wille, sich nicht in eine noch größere Abhängigkeit von China zu begeben beispielsweise durch die Übernahme von Standards.

    Neue Allianzen beim Aufbau des 5G-Netzes anvisiert

    Aktuell schließt Indien den Einsatz von Ausrüstung der chinesischen Hersteller Huawei und ZTE beim Ausbau des Mobilfunknetzes der 4. Generation (4G) und Aufbau des 5G-Netzes nicht kategorisch aus. Im Juni 2020 klang das noch anders: Damals hatte das Department of Telecommunication angekündigt, dass die staatlichen Telekommunikationskonzerne Bharat Sanchar Nigam Limited (BSNL) und Mahanagar Telephone Nigam Limited (MTNL), aber auch private Provider, keine Ausrüstung der beiden chinesischen Konzerne einsetzen dürfen, nicht einmal zu Testzwecken. 

    Indien sitzt beim Thema 5G zwischen den Stühlen: Auf der einen Seite üben die USA verstärkt Druck auf die Regierung aus, keine chinesische Technologie beim Netzausbau einzusetzen. Auf der anderen Seite kann sich das Land trotz aller Emanzipationsbestrebungen nicht erlauben, seinen größten Handelspartner China zu brüskieren.

    Indien strebt deshalb im Rahmen des Quadrilateral Security Dialogue (QUAD) - einem informellen Forum, dem neben Indien die USA, Japan und Australien angehören - eine gemeinsame Strategie zum Thema 5G an. Die Tatsache, dass die übrigen QUAD-Mitglieder Huawei bereits als Lieferanten ausgeschlossen haben, sendet dabei ein klares Signal in Richtung Beijing.

    Indien und Japan streben eine engere Kooperation beim 5G-Netzausbau an. Ende November wurden die ersten Projekte vorgestellt und für Dezember 2020 ist die Unterzeichnung einer Absichtserklärung geplant. Der japanische Elektronikkonzern NEC soll ein Glasfaserseekabel zwischen dem indischen Festland und der Lakshadweep-Inselgruppe verlegen. Japanische Tech-Unternehmen wie Rakuten und SoftBank wollen sich bei  Telekommunikationsprojekten sowie im Bereich Künstliche Intelligenz engagieren. Neben dem gemeinsamen Aufbau des 5G-Netzes wollen beide Länder zudem bei der Entwicklung von Mobilfunkstandards der 6. Generation (6G) kooperieren.

    Ausschluss chinesischer Firmen lässt Investitionskosten steigen

    Der landesweite 5G-Rollout dürfte Indien 30 Milliarden US-Dollar (US$) kosten, schätzt die UBS Bank. Der Markt für Telkomausrüstung beläuft sich auf 1,6 Milliarden US$ jährlich - 90 Prozent davon sind Importe - und wird durch den Technologie-Upgrade in den nächsten Jahren weiter zulegen. Huawei und ZTE haben einen Marktanteil von 25 Prozent und wollen am indischen Wachstum partizipieren. Ein Ausschluss chinesischer Anbieter würde zusätzliche Investitionskosten von 10 bis 15 Prozent bedeuten, da Hersteller wie Ericsson, Nokia und Samsung preislich höher liegen.

    Eine weitere Alternative wäre die lokale Herstellung von Ausrüstung. Indien stellt für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich 5G bis 2022 rund 30 Millionen US$ an Fördermitteln zur Verfügung. Der Provider Jio - gehört zum Industriekonzern Reliance - hatte Mitte 2020 angekündigt, 5G-Ausrüstung zur Marktreife entwickeln zu wollen. Diese würde zudem auf der selbstentwickelten Netzwerkarchitektur Option 6 basieren und damit einen eigenen Standard für 5G-Ausrüstung in Indien setzen.

    US-Tech-Firmen stark beim Cloud-Computing

    China hat auch bei Cloud-Computing, Internet of Things und Big Data seine Präsenz in Indien ausgebaut. Wegen der strengen gesetzlichen Anforderungen zur Lokalisierung von privaten Daten betreiben die Unternehmen zum Teil Datenzentren auf indischem Boden. Aber auch hier versucht Indien, eine weitere Expansion chinesischer Firmen einzudämmen. In die Lücke springen US-Anbieter wie Google, Microsoft und Amazon, die ihr Engagement auf dem Subkontinent hochfahren. Im Juli 2020 hatte Google bekannt gegeben, dass es 10 Milliarden US$ in den Ausbau seiner Cloud-Dienste in Indien investieren will. Kurz davor war Facebook mit 5,7 Milliarden US$ beim Tech-Konzern Jio eingestiegen.

    Aktive chinesische Firmen

    Firmenname

    Tätigkeitsfeld

    Huawei

    Ausrüster für den Mobilfunksektor

    ZTE

    Ausrüster für den Mobilfunksektor

    Transsion Holding

    Produktion von Mobiltelefonen

    Xiaomi

    Hersteller von Mobiltelefonen, Produktion durch Auftragsfertiger Foxconn in Indien

    Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest


    Von Boris Alex | New Delhi

  • China zeigt Interesse an indischen Smart-City-Projekten

    Die indische Smart City Mission hat das Interesse chinesischer Unternehmen geweckt. Doch in kritischen Bereichen will die Regierung Anbieter auf Abstand halten.

    Indien hat im Rahmen ihrer im Juni 2015 gestarteten Smart Cities Mission bislang etwa 4.000 Projekte in 100 Städten mit einem Investitionsvolumen von umgerechnet 18 Milliarden Euro realisiert oder angeschoben. Weitere 1.000 Vorhaben für zusätzlich 8 Milliarden Euro sollen bis Ende 2023 abgeschlossen werden, so das Ziel der Regierung. Ursprünglich hatte das Investitionsprogramm eine Laufzeit bis 2020, doch viele Projekte verzögern sich. Allerdings dürfte auch der neue Zeitplan wegen der Coronakrise kaum noch einzuhalten sein, so die Einschätzung des Smart Cities Council.

    Das Infrastrukturprogramm hat seit seiner Bekanntgabe auch das Interesse chinesischer Firmen und Investoren geweckt. Chinesische Unternehmen bieten unter anderem bei Smart-City-Projekten in den Bereichen Mobilität, digitale Verwaltung, Sicherheit im öffentlichen Raum, Energieversorgung, Kreislaufwirtschaft und Gesundheitsversorgung Produkte und Lösungen auf dem indischen Markt an. Allen voran Huawei, das nicht nur beim Ausbau der Telekom-Infrastruktur involviert ist, sondern auch bei Projekten im Bereich intelligenter Stromnetze (Smart Grid).

    Chinesische Firmen stark in der Videoüberwachung

    Unternehmensangaben zufolge belief sich Huaweis Umsatz mit Smart Solutions unter anderem für den Verkehrssektor, die Stromversorgung und die kommunale Verwaltung im Finanzjahr 2018/19 (1. April bis 31. März) auf 150 Millionen US-Dollar (US$) und ist in den fünf Perioden davor um durchschnittlich 60 Prozent jährlich gewachsen. Auch im schnell wachsenden Markt für Überwachungs- und Zugangskontrollsystemen ist Huawei aktiv. So hat das Unternehmen die Videoüberwachungssysteme an 34 indischen Flughäfen modernisiert. Allein 2018/19 hat Huawei 14.000 Überwachsungskameras in Indien verkauft.

    Der weltweit größte Anbieter von Überwachsungssystemen Hikvision ist inzwischen auch Marktführer in Indien. Auf das Unternehmen aus Hangzhou entfallen 35 Prozent des Umsatzes mit Videoüberwachsungssystemen, schätzt die indische Regierung. Im Oktober 2019 eröffnete Prama Hikivision, unter dem das Unternehmen in Indien mit einem lokalen Partner firmiert, in der Nähe von Mumbai ein Werk für Überwachungstechnik. Firmenangaben zufolge können dort 850 der insgesamt 3.000 Produkte des Konzerns hergestellt werden. In der fast 60 Millionen Euro teuren Fabrik können allein 1,5 Millionen Videokameras pro Monat produziert werden.

    Beteiligung an Ausschreibungen erschwert

    Durch die lokale Fertigung würde die Sicherheitstechnik von Hikivision als Made in India eingestuft und könnte dann - zumindest nach derzeitig gängiger Regelung - auch bei öffentlichen Ausschreibungen zum Zuge kommen. Indien hat im Juli 2020 allen Ländern, mit denen es eine Landgrenze hat, die Beteiligung an Ausschreibungen in Bereichen der nationalen Sicherheit nur noch unter strengen Auflagen und nach Genehmigung mehrerer Bundesministerien gestattet. Darunter dürften auch viele Smart-City-Projekte zur Sicherheit im öffentlichen Raum oder zum Schutz kritischer Infrastruktur wie Flughäfen, Bahnhöfe und Metrolinien zählen.

    Dass es Indien dabei ernst meint, hat es im August 2020 unter Beweis gestellt. Da hatte die staatliche indische Energieagentur Energy Efficiency Services (EESL) nämlich einen Auftrag zur Lieferung von zwei Millionen elektronischen Stromzählern mit der indonesischen Firma PT Hexing gekündigt. Begründung: der Mutterkonzern Hexing Electrical ist ein chinesisches Unternehmen mit Sitz in Hangzhou. Indien will in den kommenden Jahren 250 Millionen Smart Meters installieren, und mit dem Bann chinesischer Geräte, könnten sich in dem Segment auch Lieferchancen für Anbieter aus Deutschland eröffnen. Gleiches gilt für die Sicherheitstechnik - insbesondere bei Videoüberwachungs- und Zugangskontrollsystemen.

    Share Economy für Investoren aus China interessant

    Chinesische Unternehmen sind über Investitionen an einer Reihe von Anbietern im Bereich der Share Economy beteiligt. Ein gutes Beispiel ist Ola Cabs - das indische Pendant zum Fahrdienst Uber. Im September 2018 hatte Ola 50 Millionen US$ von zwei chinesischen Investoren erhalten, darunter auch vom staatlichen China-Eurasian Economic Cooperation Fund, der schwerpunktmäßig Seidenstraßenprojekte in Zentralasien finanziert. Bereits im Jahr davor war der chinesische Internet-Konzern Tencent mit 400 Millionen US$ bei dem Fahrdienst eingestiegen und ist damit einer der größten Anteilseigner.

    Indiens Regierung sieht die chinesischen Beteiligungen an indischen Tech-Firmen allerdings zunehmend kritisch. Nicht nur bei Investitionen von Staatsfonds oder -unternehmen, sondern auch bei Investoren, die nach indischer Lesart der chinesischen Regierung nahe stehen wie Alibaba oder Baidu. Die indischen Start-ups fürchten hingegen, dass sie künftig schwieriger an Wagniskapital gelangen, wenn Beteiligungen aus China beschränkt oder genauer geprüft werden. Allein die Alibaba Group hat seit 2015 schätzungsweise 2,6 Milliarden US$ in indische Start-ups und Tech-Unternehmen investiert, schätzt die Unternehmensberatung KPMG.

    Von Boris Alex | New Delhi

  • Viele indische Start-ups mit chinesischer Beteiligung

    Indien hat neue Hürden für chinesische Investoren errichtet. Darunter leidet auch die Start-up-Szene. Der Zugang zu Risikokapital aus China wird für die Unternehmen schwieriger.

    Die indische Start-up-Szene zählt zu den dynamischsten weltweit. Seit 2015 hat sich die Zahl der Unternehmen auf fast 40.000 verdoppelt. Die Investitionen legten allein 2019 um 37 Prozent auf 14,5 Milliarden US-Dollar (US$) zu, so die Berechnung des indischen IT-Verbands National Association of Software and Services Companies (NASSCOM). Das Interesse internationaler Investoren und Risikokapitalgeber an den Start-ups ist in den letzten Jahren rasant gewachsen. Im 3. Quartal 2020 verdoppelten sich die Venture Capital (VC) Investments gegenüber der Vorperiode auf 3,6 Milliarden US$, so die Angaben von KPMG.

    Auch die Investitionen aus China sind seit 2015 kontinuierlich gewachsen, und chinesische Technologieunternehmen und VC-Fonds halten inzwischen eine Reihe von Beteiligungen an indischen Start-ups und Einhörnern (Unicorn) - also Firmen mit einer Marktbewertung von mehr als 1 Milliarde US$. Die Start-ups haben in den letzten fünf Jahren Risikokapital aus China in Höhe von 4 Milliarden bis 5 Milliarden US$ erhalten - 2019 waren es insgesamt 641 Millionen US$. Chinesische Investoren sind mittlerweile an 18 der insgesamt 30 Unicorns beteiligt, so eine Studie von Gateway House vom April 2020.

    Alibaba und Tencent halten Anteile an indischen Einhörnern

    Zu den größten Investoren zählen die Technologiekonzerne Alibaba und Tencent, die mit ihren frühen Engagements Start-ups wie das Fintech-Unternehmen Paytm, den Fahrdienstvermittler Ola und den Online-Händlern Flipkart und BigBasket mit zu ihrem rasanten Aufstieg verholfen haben. Die chinesischen Investoren sind damit auch in eine Marktlücke gestoßen, da es in Indien trotz der rasant wachsenden Zahl von Start-ups noch verhältnismäßig wenige heimische VC-Firmen gibt. Nur fünf Prozent des Risikokapitals stammt aus indischen Quellen.

    Ausgewählte chinesische Investitionen in indische Start-ups

    Sektor

    Firmenname

    Chinesische Investoren

    Investitionssumme (Mio. US$) *)

    Fintech

    Paytm

    Alibaba Group
    (Alipay Singapore
    Holding Pvt. Ltd.),
    SAIF Partners

    550

    Fahrdienstplattform

    Ola Cab

    Tencent Holdings,
    Steadview Capital,
    Sailing Capital and
    China, Eternal Yield
    International,
    China-Eurasian
    Economic Cooperation
    Fund

    500

    Online-Einzelhandel

    Flipkart

    Steadview
    Capital, Tencent
    Holdings

    300

    Online-Einzelhandel

    BigBasket

    Alibaba Group,
    TR Capital

    250

    Fantasy-Sport-Plattform

    Dream 11

    Steadview
    Capital, Tencent
    Holdings

    150

    Mobile Plattform

    Hike Messenger

    Tencent
    Holdings,
    Foxconn

    150

    Gastgewerbe

    Oyo Hotels

    Didi Chuxing,
    China Lodging
    Group

    100

    Lern-App

    BYJU'S

    Tencent
    Holdings

    50

    *) Stand März 2020Quelle: Gateway House, 2020

    Allerdings könnten die chinesischen Investitionen in indische Start-ups nach den im April 2020 beschlossenen Beschränkungen für Foreign Direct Investment (FDI) aus Staaten, mit denen Indien eine Landgrenze hat, zurückgehen. Die Entscheidung der Regierung, insgesamt 118 chinesische Applikationen wegen Sicherheitsbedenken aus den indischen App-Stores zu nehmen, darunter auch Apps von Baidu, Tencent, ByteDance und Alibaba, drückt zusätzlich auf die Stimmung bei den chinesischen Investoren.

    Im Jahr 2019 machten Apps von chinesischen Tech-Konzernen über 50 Prozent aller Downloads in den indischen Stores von Apple und Google aus. Beispielsweise war der Webbrowser UC Browser der Alibaba-Tochter UCWeb bis zu seinem Verbot in Indien nach Google Chrome der am häufigsten auf Smartphones installierte Browser. Die seit Ende Juni 2020 ebenfalls verbotene Videoplattform TikTok des Konzerns ByteDance wurde in Indien 600 Millionen Mal heruntergeladen.

    Chinesische Investoren halten sich zurück

    Die Alibaba Group, die seit 2015 insgesamt 2,6 Milliarden US$ in indische Start-ups investiert hat, kündigte Ende August 2020 an, seine Investitionen für sechs Monate auf Eis zu legen. Schlechte Nachrichten für den Lieferdienst Zomato: Eigentlich wollte Ant Financial - gehört zur Alibaba Group - 2020 insgesamt 150 Millionen US$ in das Start-up investieren, hält aber nun die noch ausstehenden 100 Millionen US$ erst einmal zurück. Im ersten Halbjahr 2020 sanken die Investitionen aus China um 16 Prozent auf 166 Millionen US$, was aber in erster Linie der COVID-19-Krise geschuldet war.

    Abschreckend für ausländische Investoren

    Dennoch sorgen Indiens Maßnahmen in der Start-up-Szene für Unruhe. Zum einen befürchten die Firmen, dass durch die Genehmigungspflicht für chinesische Investitionen der Zugang zu frischem Risikokapital erschwert und verzögert wird. Start-ups mit chinesischer Beteiligung sind darüber hinaus besorgt, dass sie künftig stärker unter die Lupe genommen werden und Sicherheitsauflagen erfüllen müssen oder Auskunfts- und Offenlegungspflichten hinsichtlich ihrer Finanzstruktur auferlegt bekommen. Dies könnte dann auch abschreckend auf Investoren aus nicht sanktionierten Ländern wirken.


    Von Boris Alex | New Delhi

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