Special Italien Wege aus der Coronakrise

Nur noch mit Green Pass zur Arbeit

Italien setzt auf strenge Kontrollen. Ab dem 15. Oktober 2021 dürfen Beschäftigte nur noch mit dem Grünen Zertifikat der EU zur Arbeit. Die Wirtschaft entwickelt sich positiv.

Von Oliver Döhne | Mailand


  • Konjunktur und wichtigste Branchen

    Die Aussichten für das 2. Halbjahr 2021 sind positiv. Bis zum Jahresende könnte die italienische Wirtschaft real um etwa 5,8 Prozent zulegen. (Stand: 14. Oktober 2021)

    Nach einem starken 2. Quartal 2021, in dem das Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorquartal um 2,7 Prozent zulegte, entwickelt sich auch das 3. Quartal wirtschaftlich insgesamt gut. Mittlerweile erwartet der Internationale Währungsfonds für Italiens Wirtschaft 2021 ein Plus von 5,8 Prozent. 

    Vorherrschender Optimismus

    Die Aussichten in der Industrie sind, abgesehen von den Engpässen bei Halbleitern und dem Preisanstieg bei Brennstoffen, grundsätzlich stabil bis optimistisch. Entsprechend positiv ist auch das Investitionsklima. Im Gesamtjahr 2021 könnten die Bruttoanlageinvestitionen um fast 16 Prozent dazugewinnen. 

    Bei den Konsumenten machte die ohnehin steigende Zuversicht im September 2021 einen Sprung nach oben. Viele Haushalte nutzen die weitgehend normalisierten Rahmenbedingungen, um länger aufgeschobene Ausgaben zu tätigen. Die Inflation scheint sich vorerst auf den Energiesektor zu beschränken und der Arbeitsmarkt ist stabil. Der Privatkonsum könnte 2021 um rund 4,7 Prozent wachsen. 

    Recovery-Gelder öffnen vielen Branchen Perspektiven 

    Die Automobilbranche kommt trotz starker Kaufanreize noch nicht wieder in die Spur und verzeichnete nach einem schwachen Sommer im September 2021 einen erneuten Rückgang. Neben dem dramatischen Halbleitermangel, der die Produktion für längere Zeit stilllegte, sorgt die alles andere als reibungslos verlaufende Verlängerung der Coronamaßnahmen bei den potenziellen Käufern für Unmut. 

    Erneuerbare Energien und eine nachhaltige Wirtschaft stehen im Fokus von Italiens grünem Recovery Plan. Das Interesse an Wasserstoff steigt, insbesondere als Beimischung zu Gas, das in Italien eine große Rolle als Energieträger spielt. Zudem konkretisieren sich erste Offshore-Windparks. Problematisch bleiben, besonders beim Ausbau der Windkraft, die komplizierten und langwierigen Genehmigungsprozeduren, die aber im Rahmen des Recovery Plans vereinfacht werden sollen. 

    Die Lebensmittelindustrie entwickelt sich deutlich besser als zu den akuten Krisenzeiten, auch wenn die Pflicht zur Vorlage des Green Pass in Restaurants für Unverständnis bei den Gastronomen sorgt. Weitere Informationen zur Lage in der Lebensmittelindustrie und zu der aktuellen Renaissance des Selberkochens, auch nach einem möglichen Ende der Coronakrise, enthält unser Branchenüberblick. In der Landwirtschaft steigt das Interesse an Smart-Farming-Technologie

    Die Gesundheitswirtschaft erfährt einen rapiden Wandel. Digitale Instrumente finden immer mehr Zuspruch. Während der Coronakrise stieg die Anzahl der aktiven elektronischen Gesundheitsakten deutlich. Inzwischen verfügt mehr als die Hälfte der Einwohner über eine solche. Auch elektronische Rezepte setzen sich durch. Jetzt gilt es, für interoperable, patientenzentrierte digitale Systeme zu sorgen. Alleine für die Versorgung im eigenen Heim will das Gesundheitsministerium 4 Milliarden Euro bereitstellen. 

    In der Medizintechnik könnte nach der Coronakrise ein aufgestauter Bedarf für mehr Nachfrage sorgen. Der Arzneimittelimport aus Deutschland stieg 2020 mit rund 5 Milliarden Euro auf einen neuen Rekord. Aus dem Recovery Fonds der Europäischen Union sollen mindestens 20 Milliarden Euro in den Gesundheitssektor fließen. Einen aktuellen Überblick über die verschiedenen Segmente bietet das Fact Sheet Health Care Italien der Exportinitiative Gesundheitswirtschaft. 

    Besonders hoch ist die Zuversicht der Firmen in der Bauwirtschaft. Die Branche profitiert vom Förderinstrument Super Bonus 110, das weitreichende Mittel für die energetische Renovierung von Immobilien bereitstellt. Der Infrastrukturausbau ist ein weiterer Schwerpunkt in Italiens Recovery Plan. Unter anderem dürften Bahnstrecken, Tunnel- und Viadukt-Renovierungen sowie zahlreiche neue Krankenhäuser schneller gebaut werden. 

    In der Telekommunikation läuft die Erweiterung des 5G-Mobilfunknetzes. Beim Ausbau des landesweiten Glasfasernetzes steht die Regierung vor einer wichtigen Entscheidung. Für Maschinenkäufe gelten hohe Steuergutschriften, insbesondere für Ausrüstungen im Rahmen der Industrie 4.0.

    Von Oliver Döhne | Mailand

  • Konjunktur- und Hilfsprogramme

    Im Mittelpunkt der staatlichen Förderung steht eine sinnvolle Allokation der europäischen Hilfsgelder im Sinne von grünem und digitalem Wandel. (Stand: 14. Oktober 2021)

    Nachdem Italien die erste Rate der europäischen Aufbau- und Resilienzfazilität erhalten und die Lage der Wirtschaft sich deutlich gebessert hat, stehen nun wieder konkrete Investitionsvorhaben im Vordergrund der staatlichen Förderung. Diese Projekte hat das Land in seinem Recovery Plan zusammengefasst.  

    Anreize für Neueinstellungen

    Die Maßnahmen zur Bekämpfung der direkten Krisenfolgen laufen schrittweise aus. Das allgemeine Kündigungsverbot ist aufgehoben und gilt bis Ende Oktober 2021 noch für Unternehmen, die Kurzarbeit in Anspruch nehmen und in stark angeschlagenen Sektoren wie der Textil-, Bekleidungs-, Leder- und Schuhindustrie tätig sind. Firmen, die bis Ende Oktober neu einstellen, sind von Sozialabgaben bis zu 6.000 Euro pro Arbeitnehmer befreit. Außerdem werden die Mittel für die Förderung beim Kauf von Kapitalgütern (Förderinstrument Nuova Sabatini) um 600 Millionen Euro aufgestockt. 

    Direkte Krisenmaßnahmen in Form von Liquiditätshilfen, Kurzarbeitergeld und Krediten stellte und stellt die Regierung in mehreren Krisenverordnungen bereit. Unter anderem erfolgt dies im Hilfspaket Cura Italia (Heilung für Italien) vom 17. März 2020, dem Decreto Liquidità (Liquiditätsverordnung) vom 8. April 2020, dem Decreto Rilancio (Neustartverordnung) vom 19. Juli 2020 sowie in mehreren Teilen des Decreto Ristori (Verordnung zur Wiederherstellung) vom 28. Oktober 2020.

    Die Ristori-Dekrete sind von der neuen Regierung unter Mario Draghi in die Verordnung Decreto Sostegni (Unterstützungsverordnung) vom 19. März 2021 überführt und erweitert worden. Dazu kam Anfang Juli das Decreto Lavori (Arbeitsdekret). 

    Verlustausgleich im Wert von 11 Milliarden Euro

    Das Decreto Sostegni sieht Hilfsleistungen über insgesamt 32 Milliarden Euro vor, in erster Linie über Verlustausgleichszahlungen an Unternehmen, gestaffelt nach Umsatz und Umsatzrückgang 2020 gegenüber 2019. Auch Selbstständige mit geringen Einkommen erhalten je nach Verlustausfall Zuschüsse zwischen 1.000 Euro und 150.000 Euro. Der Fonds, der Selbstständige mit einem Maximalumsatz von 50.000 Euro und einem Verlust von mindestens einem Drittel des Jahresumsatzes von Sozialabgaben befreit, wird von 1 Million auf 2,5 Millionen Euro aufgestockt.

    Kapitalspritze für den Gesundheitssektor

    Rund 5 Milliarden Euro sieht die Verordnung für den Gesundheitssektor vor. Der Haushalt 2021 wird für Gesundheitsausgaben um insgesamt 4 Milliarden Euro erhöht. Die Mittel zum Ausbau der medizinischen Infrastruktur steigen 2022 und 2023 um jeweils 100 Millionen Euro pro Jahr und für die Jahre 2024 bis 2032 um jeweils 200 Millionen Euro.

    Der mittlerweile von der Europäischen Union genehmigte Recovery Plan Italiens sieht 15,6 Milliarden Euro für den Gesundheitssektor vor, davon rund 8,6 Milliarden Euro für Innovationen, Forschung und Digitalisierung sowie 7 Milliarden Euro für den Ausbau lokaler Krankenhäuser, für die Heimversorgung und die Telemedizin. 

    Kurzarbeit verlängert

    Auch der für die Finanzierung der Kurzarbeit zuständigen Cassa Integrazione fließen aus dem Decreto Sostegni und dem Decreto Lavoro zusätzlich Gelder zu. So verlängert sich der Zeitraum zur Nutzung der Kurzarbeit bis zum 31. Oktober 2021 auf insgesamt 17 Wochen. Die Möglichkeit der Inanspruchnahme des Notfallfonds für Firmen, die keinen Zugang zur konventionellen Cassa Integrazione haben, ist bis zum 31. Dezember 2021 befristet. Unternehmen in Kurzarbeit erhalten Extramittel zur Weiterbildung ihrer Beschäftigten.

    Breite Branchen- und Innovationsförderung

    Im Mittelpunkt konkreter Branchenförderungen stehen der Tourismus sowie die Kfz- und die Bauindustrie. Für Investitionen in die Energieeffizienz von Häusern bietet der Staat eine 110-prozentige Steuergutschrift über fünf Jahre. Gefördert werden zudem Fotovoltaikzellen und Ladestationen für Elektroautos am Haus. Käufer von E-Autos erhalten einen Zuschuss von bis zu 10.000 Euro, wenn sie ihr Altfahrzeug verschrotten. Hilfen gibt es ferner für den Erwerb von Hybriden und konventionellen Fahrzeugen mit niedrigem Schadstoffausstoß.

    Italien unterstützt zudem nachhaltige, innovative und digitale Investitionen. Für Investitionen in Anlagegüter stehen großzügige Steuergutschriften bereit. Auch Forschungs- und Entwicklungsprojekte, Start-ups und Regionen im Strukturwandel profitieren von öffentlichen Geldern.

    Auswahl von Förderinstrumenten (Stand: Februar 2021)*

    Instrument

    Förderfähig

    Förderart

    Credito d'imposta beni strumentali (vormals Iperammortamento bzw. Superammortamento)

    Kauf von neuen Kapitalgütern, Materialien und immateriellen Gütern (auch Cloud-Dienstleistungen), die dem technischen Fortschritt und/oder der Digitalisierung der Produktionsprozesse (Industrie 4.0) dienen und in Anlagen in Italien eingesetzt werden

    Steuergutschriften für den Kauf von Industrie 4.0-Ausrüstung von 50% (2021) bzw. 40% (2022) für Investitionen bis zu 2,5 Mio. Euro, von 30% (2021) bzw. 20% (2022) für Investitionen zwischen 2,5 Mio. und 10 Mio. Euro und von 10% für Investitionen zwischen 10 Mio. und 20 Mio. Euro (2021, 2022); für immaterielle Industrie 4.0-Güter beträgt die Steuergutschrift 20% für Investitionen bis zu 1 Mio. Euro; für konventionelle sowie immaterielle Güter sind es 10% (2021) bzw. 6% (2022) für Investitionen bis zu 2 Mio. Euro

    Beni strumentali (Nuova Sabatini)

    Kauf (oder Leasing) von Maschinen, Anlagen (aber nicht von funktional abhängigen Komponenten) oder Hard- und Software zum Zweck der Innovation zwischen 20.000 und 4 Mio. Euro durch kleine oder mittlere Unternehmen

    Sofortige und komplette Zinserstattung, je nach Art der Anschaffung: 2,75 % p.a. für Investitionen in konventionelle Kapitalgüter, 3,575% für Investitionen in Industrie 4.0-Ausrüstung, 3,58% für Kapitalgüter mit niedrigem Schadstoffausstoß, 5,5% für Investitionsgüter die in Süditalien eingesetzt werden; Laufzeit bis 5 Jahre

    Legge 181/89 (Regionen im Strukturwandel)

    Investitionen in Landerwerb, Bauobjekte, Maschinen, Ausrüstung für die Informationstechnologie und Consulting (letzteres nur für kleine und mittlere Unternehmen) in Regionen, die sich in einem kritischen Strukturwandel befinden: Venedig, Region Friaul, Toskana (Massa, Carrara, Livorno, Collesalvetti, Rosignano), Marken/Umbrien (Fermo, Macerata, Merloni) und Sardinien (Portovesme, Sassari, Porto Torres)

    Investitionszuschuss bis zu 25%; zinsgünstige Darlehen von 30 bis 50%; Laufzeit 3 bis 10 Jahre

    Superbonus 110

    Investitionen in Gebäudeenergieeffizienzmaßnahmen

    Steuergutschrift von 110% über 5 Jahre, abtretbar an Finanzinstitutionen, Dienstleister/Baufirmen

    Contratti di sviluppo 

    Investitionsprojekte im Volumen von mindestens 20 Mio. Euro (verarbeitendes Gewerbe, Tourismus, Umweltschutz), Kosten für Landerwerb, Bau, Maschinen, Informationstechnologie sowie Forschung und Entwicklung

    Zuschuss bis zu 25% je nach Standort und Unternehmensgröße; zinsgünstiges Darlehen (30% bis 50%, mit einer Laufzeit von 3 bis 10 Jahren mit subventioniertem Zinssatz); Subvention für Zinsrückzahlung und Tilgung

    Innovation agreements – Smart Factory,
    Agrifood, Life Science

    Forschungs- und Innovationsprojekte von industriellen Agrar- und Lebensmittelunternehmen, Forschungszentren, Bauernhöfen (nur für Agrifood-Projekte); Projektlaufzeit: maximal 3 Jahre; Kosten zwischen 5 Mio. und 40 Mio. Euro; Projekte müssen das Ziel verfolgen, neue Produkte bzw. neue oder verbesserte Prozesse zu etablieren; gleichzeitig müssen Technologien wie zum Beispiel die Nanotechnologie, die Biotechnologie oder Technologien im Zusammenhang mit den "Challenges for society"-Prioritäten des Horizon 2020 Programms zum Einsatz kommen

    Direkter Beitrag zu den Ausgaben von 26% durch Regierung und Region, dazu zinsgünstiges Darlehen für 20% der Kosten. 

    Smart & Start

    Investitionen von Start-ups mit hoher technologischer Dimension, die in der Digitalwirtschaft tätig sind bzw. Forschungs-Spin-Offs, Ausländer mit Start-up-Visum, ausländische Firmen die alle Voraussetzungen erfüllen sich in Italien niederzulassen; Unternehmen dürfen maximal 60 Monate am Markt sein; Projektkosten zwischen 100.000 und 1,5 Mio. Euro; maximal 2 Jahre Förderdauer

    Zinslose Finanzierung bis zu 80% der Gesamtinvestition; diese kann auf 90% steigen, wenn das Start-up nur mit Frauen oder Jugendlichen unter 36 Jahren oder einem Promovierten (PhD), der aus dem Ausland nach Italien zieht, arbeitet; Start-ups mit Sitz im Süden müssen nur 70% des Darlehens zurückzahlen;  Laufzeit der Kreditrückzahlung 10 Jahre

    Digital Transformation

    Investitionen von kleinen und mittleren Unternehmen in innovative Prozesse und in die digitale Transformation (verarbeitendes Gewerbe, Tourismus und Handel); dies, wenn die Einnahmen mindestens 100.000 Euro im vergangenen Jahr betragen haben und das Unternehmen seit mindestens seit zwei Jahren aktiv ist; Projektdauer maximal 18 Monate; Projektkosten zwischen 50.000 und 500.000 Euro

    Zuschuss von 10%, Nullzinsdarlehen für bis zu 40% der Investitionskosten

    New Enterprises "Zero Interest Rate"

    Investitionen junger Mikro- und Kleinunternehmen, die vor nicht mehr als 12 Monaten in Italien gegründet wurden (einschließlich Genossenschaften); in diesen Unternehmen müssen mehr als die Hälfte der Mitarbeiter Frauen sein oder ein Mann, der zwischen 18 und 35 Jahre alt ist; Projektdauer bis zu 3 Jahren; Projektkosten bis zu 1,5 Mio. Euro

    Zinslose Finanzierung bis zu 75% für 8 Jahre

    R&D Circular Economy

    Projekte mit den Zielen: Ressourceneinsparung, industrielle Effizienz und Wiederverwertung von Materialien, Prozessverbessserung, Prototypentwicklung sowie Smart Packaging mit recyceltem Material; Projektdauer ein bis drei Jahre; Projektdurchführer: Unternehmen und Forschungszentren, die seit mindestens 2 Jahren in Italien aktiv sind; Projektkosten zwischen 500.000 und 2 Mio. Euro

    Zinsgünstige Finanzierung von 50% in Kombination mit externem Darlehen von 20% über die Förderbank cdp; Zuschüsse von 20% für Klein(st)unternehmen, 15% für mittlere Unternehmen und 10% für Großunternehmen

    Credito d'imposta formazione 4.0 

    Ausgaben für die digitale Weiterbildung der Mitarbeiter

    Steuergutschrift von 50% für kleine Firmen bei Investitionen bis zu 300.000 Euro, 40% für mittlere Unternehmen bei Investitionen bis zu 250.000 Euro, und 30% für die Großunternehmen bei Investitionen bis zu 250.000 Euro.

    Patent Box

    Einnahmen aus der Nutzung von Patenten, geistigem Eigentum, Design, Formeln, Trademarks, gewerblichen Schutzrechten

    Steuerbefreiung für bis zu 50% der Einkünfte aus der Nutzung von geistigem Eigentum; veräußert das Unternehmen die zuvor genannten Schutzrechte, sind die Gewinne aus dem Verkauf von der Einkommensteuer IRPEF befreit, wenn 90% dieser Gewinne innerhalb von 2 Jahren reinvestiert werden

    Sonderwirtschaftszonen

    Investitionen in Seehäfen, Binnenhäfen, Flughäfen, Produktionsanlagen, Logistikplattformen und intermodale Lagerzentren, in den Sonderwirtschaftszonen Basilikata/Apulien (Bari, Brindisi, Taranto), Kalabrien (Goia Tauro), Kampanien (Neapel, Salerno), Sizilien (Augusta, Catania, Siracusa, Palermo), Sardinien (Cagliari) und Molise/Abruzzen; Laufzeit bis Ende 2022; Investitionsvolumen bis 50 Mio. Euro


    Steuergutschriften von 45% für Investitionen bis 3 Mio. Euro durch kleine Unternehmen, von 35% für Investitionen bis 10 Mio. von mittleren Firmen und 25% für Investitionen über 15 Mio. Euro durch große Firmen; neu gegründete Unternehmen profitieren von einer 50%igen Steuererleichterungen für Unternehmenserlöse (IRES) für 6 Jahre

    *) ausgenommen unmittelbare Corona-Maßnahmen, siehe dazu Sonderseite CoronaQuelle: Recherchen von Germany Trade and Invest; Invitalia

    Zugang zu Fördermitteln für deutsche Firmen

    Die meisten Mittel des Staates können auch deutsche Unternehmen in Anspruch nehmen, vorausgesetzt sie sind mit einer italienischen Steuernummer und Rechtsform registriert und im Land aktiv. Unterstützung bei Investitionen in Italien erhalten deutsche Firmen von der italienischen Investitionsförderagentur Invitalia.

    Ein interessantes Feld eröffnet sich dadurch, dass der Recovery Plan auf Umwelt und Digitales fokussiert. Das gilt insbesondere für erneuerbare Energien, den Ausbau der Bahnstrecken, E-Mobility, die Kreislaufwirtschaft sowie für E-Health und die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung.  

    Italiens Impfkampagne

    Bis zum 13. Oktober 2021 waren rund 100 Millionen Impfdosen verabreicht. Rund 80,5 Prozent der Bevölkerung über zwölf Jahre haben sowohl die erste als auch die zweite Impfung erhalten, 80 Prozent mindestens eine Dosis. Etwa 5,2 Prozent, zumeist über 80-Jährige, haben eine dritte Impfung bekommen. Über den tagesaktuellen Stand informiert die italienische Regierung auf einer Sonderseite.


    Die Impfung erfolgt kostenfrei über das allgemeine öffentliche Gesundheitssystem und ist auch in Apotheken sowie in provisorischen Impflokalen möglich. Insgesamt gibt es fast 3.000 Impfstellen. 

    Von Oliver Döhne | Mailand

  • Einschränkungen im Personen- und Warenverkehr

    Die Einreise und der Zugang zu vielen Innenbereichen – inklusive Arbeitsplatz – sind nur mit dem grünen Zertifikat der EU möglich. (Stand: 14. Oktober 2021)

    Die Einreise nach Italien steht Personen aus Deutschland offen. Bedingung ist das Vorlegen des grünen Zertifikats der Europäischen Union (EU), das eine vollständige Impfung mit einem in der EU akzeptierten Impfstoff, die mindestens 14 Tage zurückliegt, bestätigt. Alternativ wird eine Genesung oder ein innerhalb der vergangenen 48 Stunden absolvierter negativer PCR- oder Antigen-(Schnell-)Test akzeptiert. Zusätzlich ist das Onlineformular des European Digital Passenger Locator auszufüllen. Der QR-Code des Zertifikats wird an vielen Stellen im Land mittels einer Scanner-App überprüft.    

    Nur mit grünem Zertifikat zur Arbeit

    Die Bewegungsfreiheit im Land ist zurzeit gelockert, auch wenn, anders als zuvor, das grüne Zertifikat mittlerweile penibel überprüft wird. Restaurants dürfen abends wieder bewirten, auch in Innenbereichen, sofern der Gast ein grünes Zertifikat vorlegt.

    Das Zertifikat ist auch beim Eintritt in Museen oder andere geschlossene Räume, bei Reisen in Hochgeschwindigkeitszügen und ab dem 15. Oktober 2021 auch beim Betreten von Büros und Arbeitsstellen vorzuweisen. Für die Kontrolle und die Organisation des Zugangs ihrer Beschäftigten sind die Unternehmen verantwortlich und auch haftbar.

    Messen und Kongresse dürfen unter Auflagen wieder stattfinden. Die Maskenpflicht gilt weiter in Innenbereichen und dort, wo ein Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Die Regionen sind weiterhin in die Risikostufen weiß, gelb, orange und rot unterteilt, entsprechend streng sind die jeweiligen Beschränkungen. Mitte Oktober 2021 waren alle Regionen weiß.

    Verzögerungen im Warenverkehr erwartet

    Im Warenverkehr kann es bei italienischen Geschäftspartnern zu Verzögerungen kommen. Grund sind unter anderem globale Lieferengpässe bei Vormaterialien und Komponenten wie Halbleitern, Metallen und chemischen Vorprodukten. Auch die ab dem 15. Oktober 2021 verpflichtende Vorlage des grünen Zertifikats am Arbeitsplatz kann, besonders im Logistiksektor, für Verspätungen sorgen. In Italien sind normalerweise viele Lkw-Fahrer aus osteuropäischen Nicht-EU-Ländern unterwegs. Da diese aber oft nicht mit einem von der EU anerkannten Vakzin geimpft sind, dürfen sie zurzeit prinzipiell nicht in Italien tätig sein. In Betrieben können die Organisation und der Ablauf der Kontrollen vorübergehend den normalen Ablauf stören. 

    Aktuelle Informationen zu Reisebeschränkungen

    Von Oliver Döhne | Mailand

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