Special Kasachstan

Kasachstans Modernisierungsbedarf bietet langfristig viele Chancen

Der Infrastruktursektor Kasachstans bietet langfristig viele Chancen, dank des Modernisierungsbedarfs, des Bevölkerungswachstums und der zunehmenden Urbanisierung. Ölpreisverfall, knappere öffentliche Kassen und die geringe Wirtschaftlichkeit in staatlich regulierten Sektoren bremsen die Fortschritte. Aktuelle Schwerpunkte der Infrastrukturpolitik sind Straßenbau, sozialer Wohnungsbau und Modernisierung kommunaler Leitungen. Geberorganisationen spielen eine wichtige Rolle.

Kasachstan: Wenig Spielraum für notwendige Investitionen

Schlaglöcher, marode Leitungsnetze und Müllhalden, die den Standards nicht genügen - im Infrastruktursektor Kasachstans, dem neuntgrößten Flächenstaat der Erde, besteht enormer Nachholbedarf. Langfristig sollten sich dadurch sowie dank der wachsenden Bevölkerung und der fortschreitenden Urbanisierung viele Geschäftschancen bieten.

Die Regierung hat in den vergangenen Jahren verschiedene Programme zur Modernisierung der Infrastruktur aufgelegt. Die Umsetzung kommt häufig aber nur schleppend voran. Der Ölpreisverfall lässt weniger Spielraum für staatliche Ausgaben und erschwert Fortschritte. Immer mehr Projekte sollen im Rahmen öffentlich-privater Partnerschaften (PPP) umgesetzt werden. Hierzu zählt der Bau von Krankenhäusern, Kindergärten, Sport- und Kultureinrichtungen sowie von Vorhaben im Straßenbau und öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).


Rahmenbedingungen

Indikator

2016 (Schätzung)

2021 (Prognose)

Bevölkerung (in Mio.)

17,8

18,7

Bevölkerungswachstum (2016/15, in %)

1,1

k.A.

Bevölkerung Stadt (in % der Gesamtbevölkerung)

53,2

53,5

Bevölkerung Land (in % der Gesamtbevölkerung)

46,8

46,5

BIP (nominal, in Mrd. US$)

133,7

216,9

Investitionen (in % des BIP)

28,1

26,5

Quellen: Internationaler Währungsfonds, Weltbank, CIA World Factbook


Entwicklungshemmend wirken sich die niedrigen Einkommen des Großteils der Bevölkerung aus. Bei einem Pro-Kopf-Einkommen von im Schnitt monatlich rund 215 US$ im Jahr 2016 bleiben die Möglichkeiten für Tarifanhebungen in staatlich regulierten Bereichen wie der Strom-, Fernwärme-, Wasser- und Abfallwirtschaft eingeschränkt. Aufgrund der Abwertung des Tenge (T) nach der Freigabe des Wechselkurses im Sommer 2015 steht den Einnahmen der Versorger in lokaler Währung zudem ein deutlich geringerer Betrag in US-Dollar gegenüber.

Allerdings erholt sich die Konjunktur langsam vom Ölpreisschock, und der Wert des Tenge legte zuletzt wieder zu. Zugute kommen Kasachstan außerdem die immer noch umfangreichen Reserven im Nationalfonds. Ende Februar 2017 verfügte der „Ölfonds“ über ein Volumen von knapp 63,1 Mrd. US$.


Qualität der Infrastruktur (2016/2017)

 

Ranking

Score

Qualität der gesamten Infrastruktur (Transport, Telefonie, Kommunikation)

73

4,0

Qualität der Straßen

108

3,0

Qualität der Schienentransportsysteme

26

4,3

Qualität der Häfen

107

3,1

Qualität der Lufttransportsysteme

90

4,0

Qualität der Elektrizitätsversorgung

81

4,5

Quelle: Global Competitiveness Report


Text: Fabian Nemitz

Kasachstan will zur Drehscheibe werden

Kasachstan möchte zur zentralen Drehscheibe für den Warenverkehr auf dem Landweg zwischen der VR China, Europa und dem Nahen Osten werden. Die Pläne der Regierung in Astana decken sich dabei mit der Seidenstraßeninitiative der chinesischen Regierung. Der Gütertransit ist ein wichtiger Schlüssel zur Diversifizierung der Wirtschaft. Bereits seit Jahren investiert Kasachstan in den Ausbau der Verkehrswege. Dank neuer Eisenbahnstrecken wurden neue Verbindungen zu den Nachbarländern geschaffen und Lücken im nationalen Bahnnetz geschlossen. Der Containertransit verzeichnet rasantes Wachstum.

Aktueller Schwerpunkt im Infrastrukturbereich ist der Straßenbau. Priorität hat der Ausbau der Trassen zwischen den wichtigsten Städten sowie der Anschlüsse an das Straßennetz der Nachbarländer. Laut Shenis Kassymbek, Minister für Investitionen und Entwicklung, werden 2017 bis 2020 rund 11 Mrd. $ in den Bau von Verkehrswegen fließen.

Unterstützung bei der Finanzierung von Straßenbauprojekten erhält Kasachstan durch die Asiatische Entwicklungsbank (ADB), die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE), die Islamische Entwicklungsbank (IDB) und die Weltbank. Letztere hatte für den Ausbau des auf kasachischem Gebiet rund 2.800 km langen Straßenverkehrskorridors Westeuropa-Westchina seit 2009 mehr als 2,1 Mrd. $ bereitgestellt. Künftig werden sich auch die Exim-Bank of China und möglicherweise die von Peking initiierte Asiatische Infrastrukturinvestitionsbank (AIIB) an Projekten beteiligen.


Strukturdaten Verkehrsinfrastruktur

 

2016

2020 (Prognose)

Wert der Bauinvestitionen insgesamt (in Mrd. US$)

9,45

k.A.

davon Verkehrsinfrastrukturbau

2,25

k.A.

Straßennetz (km)

96.529 1)

k.A.

Schienennetz (km)

15.341 1)

k.A.

Flughäfen (Anzahl)

23 1)

k.A.

Flughäfen (Passagiere in Mio.)

12,9

16,2 2)

Containerhäfen (Anzahl)

0 3)

k.A.

1) Angabe für 2015; 2) Prognose für 2019; 3) Kasachstan verfügt über keine reinen Containerhäfen; über die Häfen Aktau und Kuryk können Container verschifft werden; Zielwert für 2020: 300.000 Stück
Quellen: Agentur für Statistik, Regierungsangaben


Die Bedingungen im Straßenbau für ausländische Firmen sind nicht leicht. Es herrscht ein großer Preiswettbewerb. Als einziges deutsches Unternehmen setzte GP Papenburg 2007/08 ein Projekt um. Aktiv sind vor allem Firmen aus Kasachstan, der Türkei, der VR China und Korea (Rep.).

Geschäftschancen bieten sich auch bei Projekten im ÖPNV. Vorhaben in Almaty, wie die im Rahmen von PPP geplante Umgehungsstraße BAKAD und der Bau einer Leichtbahn, verzögern sich seit Jahren. Der Bau einer Leichtbahn in Astana ist in Gang, mit Finanzierung und einem EPC-Auftragnehmer aus der VR China.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger

Projektstand

Planung / Bauausführung

Straßenausbau auf dem Korridor „Zentrum-West“

1.111,2 (davon 977,9 durch Weltbank)

Komitee für Straßen

In Vorbereitung

 

Ringautobahn BAKAD um Almaty

672

Kazakhstan Public Private Partnership Center, Komitee für Straßen

In Vorbereitung

Verhandlungen mit koreanisch-türkischem Konsortium

Quellen: Pressemeldungen, Recherchen von Germany Trade & Invest


Text: Fabian Nemitz


Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:

Transport und Verkehr
Bauwirtschaft
Projekt- und Ausschreibungsmeldungen

Bis 2030 muss Kasachstan 51 Mrd. US$ in Energiesektor investieren

Die Ziele für die Energiewirtschaft sind im „Konzept zur Entwicklung des Brennstoff- und Energiekomplexes bis 2030“ festgelegt. Aktuell verfügt Kasachstan über einen Überschuss an Kraftwerksleistung, der bis 2025 Bestand haben könnte. Die Wirtschaftsflaute bremst die Stromnachfrage. Die Umsetzung von Projekten verzögert sich.

Dies könnte sich rächen, sobald die Wirtschaft wieder anzieht. Bis 2030 wird sich der Strombedarf laut Prognosen der Regierung auf 136 Mrd. bis 175 Mrd. kWh erhöhen (Produktion 2015: 91,6 Mrd. kWh). Seine Branchenstruktur, das Klima und ein verschwenderischer Umgang machen Kasachstan zu einer der energieintensivsten Volkswirtschaften.


Strukturdaten Energieinfrastruktur

Indikator

2016

2020 (Prognose)

Primärenergieverbrauch (in Mio. t Öleinheiten)

149,6 1)

k.A.

Stromverbrauch/Kopf (in kWh)

4.363,2 1)

k.A.

Stromerzeugungskapazitäten (in GW)

17,5 2)

22,4

Kohle (in %)

64

k.A.

Gas/Masut (in %)

23

k.A.

Atomkraft (in %)

0

0

erneuerbare Energien (in %), darunter

13

k.A.

- Solar, Windkraft, kleine Wasserkraft

1,7 3)

k.A.

Endpreis Industriestrom / Haushaltsstrom (in US$ je 1.000 kWh)

36,08 / 45,60 bis 80,41 1)

k.A.

Bevölkerung mit Anschluss an das Stromnetz (%)

Etwa 100 4)

etwa 100 4)

1) Angabe für 2015; 2) verfügbare Leistung; 3) Ende 2016: 296 MW; 4) nur weit abgelegene Siedlungen haben keinen Anschluss; teils autonome Versorgung mit Erneuerbaren
Quellen: Agentur für Statistik, Energieministerium, Regierungsangaben


Laut Regierung müssten im Stromsektor zwischen 2016 bis 2030 umgerechnet rund 51 Mrd. US$ investiert werden, darunter 34 Mrd. $ in Kraftwerke und 17 Mrd. $ in Leitungsnetze. Anfang 2013 waren 70% der Kraftwerke und 57% der Stromleitungen verschlissen. Dafür ist Kasachstan auf private Investoren angewiesen. Die Weltbank sieht jedoch großen Verbesserungsbedarf bei den Rahmenbedingungen. Wichtig wäre eine stärkere Marktorientierung, das aktuelle Umfeld sei unattraktiv für ausländische Player.

Schwerpunkt des Stromsektors ist der Norden. Dank großer Kohlevorkommen und Großkraftwerken in Ekibastus und Aksu verfügt dieser Landesteil über einen Stromüberschuss, mit dem der Süden mitversorgt wird. Betreiber des Überlandstromnetzes ist die staatliche KEGOC. Hinzu kommen 20 regionale und rund 100 kleine Verteilerunternehmen. Das Gros der Kraftwerke entfällt auf den staatlichen Konzern Samruk-Energo und Rohstoffunternehmen. Hinzu kommen kommunale und private Betreiber wie ZAEK und AES.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme

Träger

Projektstand

Planung / Bauausführung

500-kV-Stromleitung von Ost- nach Südkasachstan, Bau von Umspannstationen

105,5 Mrd. T *)

KEGOC

In Gang; Fertigstellung: 2018

Generalauftragnehmer PromStroiEnergo

Anschluss von Westkasachstan an das Einheitliche Energiesystem

k.A.

KEGOC

Erstellung von Machbarkeitsstudie

 

*) Kostenschätzungen in Mrd. Tenge; Anpassung wegen Währungsabwertung vorgesehen; Durchschnittskurs im 1. Quartal 2017: 1 US$ = 322,46 T
Quelle: KEGOC


Text: Fabian Nemitz


Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:

Kraftwerksbau

Energieerzeugung

Übertragung und Verteilung


Projekt- und Ausschreibungsmeldungen:

Energieerzeugung

Übertragung und Verteilung

Wenig Wachstum und Investitionen in Kasachstans IKT-Sektor

Die Dynamik im IKT-Sektor Kasachstans hat deutlich nachgelassen. Von 2017 bis 2021 rechnet die Regierung mit Zuwächsen von nur 1% pro Jahr. Wenig erfreulich entwickelten sich zuletzt die Investitionen. Im Jahr 2016 flossen nur 184 Mio. US$ in IKT.

Dennoch ist sich der Staat der Bedeutung des Sektors bewusst, um die Produktivität der Wirtschaft zu steigern und den technologischen Anschluss nicht zu verlieren. Aktuell erarbeitet das Ministerium für Information und Kommunikation das Programm „Zifrowoi Kasachstan 2017-2020“. Ein bereits veröffentlichtes Konzept nennt den besseren Anschluss des ländlichen Raums an das Breitband als Ziel. Hinzu kommt die verstärkte Nutzung von IKT im Bergbau, der verarbeitenden Industrie sowie dem Transport-, Gesundheits- und Bildungssektor.

Bis Ende 2017 plant das Ministerium für Investitionen und Entwicklung die Erstellung eines „Plans zur technologischen Modernisierung der Hauptsektoren bis 2025“. Ein Schwerpunkt ist die Digitalisierung der Produktion. Gemeinsam mit ausländischen Partnern sollen Einsatzmöglichkeiten eruiert und Pilotunternehmen ausgewählt werden. Der Einsatz moderner IKT-Technik in der Industrie steckt noch in den Kinderschuhen. Hemmende Faktoren sind das schwach entwickelte verarbeitende Gewerbe, Mangel an Finanzen, Know-how und Fachkräften sowie Zurückhaltung gegenüber neuen Technologien.


IKT-Infrastruktur

Indikator

2016

2020 (Prognose)

Durchschnittliche Geschwindigkeit der Internetanschlüsse (in Mbit/s)

18,46 *)

k.A.

Festnetzanschlüsse (pro 100 Einwohner)

24,7 *)

k.A.

Mobiltelefonanschlüsse (pro 100 Einwohner)

187,2 *)

k.A.

Anteil der Internetnutzer (in %)

73 *)

78

*) Angabe für 2015
Quellen: Agentur für Statistik, Weltbank, RFCA Ratings


In Kasachstan sind deutsche Firmen wie Detecon und SAP aktiv. Ende 2015 schloss SAP einen Vertrag mit der Staatsholding Samruk-Kasyna. Dank moderner IT soll die Automatisierung der Prozesse von 30 auf 70% steigen. Ein wichtiges Zentrum für neue Technologien ist die Sonderwirtschaftszone PIT in Almaty. Gemeinsam mit McKinsey hat PIT im April 2016 die Errichtung eines Zentrums zur Nutzung von IT im Bergbau vereinbart.

Die führenden Telekommunikationsunternehmen Kasachstans sind die staatliche Kasachtelekom, einschließlich Mobilfunktochter Altel, sowie die Firmen Kcell, Beeline und Tele2. Die Unternehmen treiben den Ausbau der Netze voran. Bis Ende 2017 soll in allen Rajonszentren 4G-Netz verfügbar sein. Um die Kosten zu senken, gehen die Akteure Kooperationen ein.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme *)

Träger

Projektstand

Planung / Bauausführung

Breitband für ländlichen Raum, Umsetzung in zwei Etappen

Rund 70 Mrd. T (1. Etappe)

Ministerium für Information und Kommunikation (MIC)

Verhandlungen mit IKT-Firmen

 

Umstellung auf digitales Fernsehen und Rundfunk

68 Mrd. T

MIC

In Gang, bis 2018

MIC

*) Durchschnittskurs im 1. Quartal 2017: 1 US$ = 322,46 Tenge (T)
Quelle: Ministerium für Information und Kommunikation


Text: Fabian Nemitz


Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest
Projekt- und Ausschreibungsmeldungen

Kasachstan: Riesiger Nachholbedarf bei Wasserversorgung und Abfallmanagement

Die Ziele Kasachstans in der Wasserwirtschaft sind im Programm zur Entwicklung der Regionen bis 2020 festgelegt. Zuständig ist das Ministerium für Nationale Wirtschaft. Der Nachhol- und Modernisierungsbedarf ist enorm. Rund 65 bis 70% aller Wasserleitungs- und Kanalisationsnetze sind verschlissen. Aufgrund niedriger Tarife arbeiten die kommunalen Wasserversorger kaum wirtschaftlich. Eine wichtige Rolle bei Investitionen in den Sektor spielt die EBWE. Große Pläne verfolgt die Regierung auch in Bezug auf die Sanierung von Bewässerungssystemen in der Landwirtschaft.


Rahmendaten Umweltinfrastruktur

Indikator

2016

2020 (Prognose)

Investitionen in Umweltinfrastruktur (in Mio. US$)

619 1)

k.A.

Improved sanitation facilities (% der Bevölkerung mit Zugang)

97,5 2)

k.A.

Anschluss an Trinkwassernetz (% der Bevölkerung)

Stadt: 87; Land: 51,5 2)

Stadt: 97; Land: 62 3)

Müllaufkommen (kommunale Abfälle, in 1.000 t)

3.235,5 2)

k.A.

Haushaltsabfälle

2.318,0 2)

k.A.

Recyclingquote (in Bezug auf kommunale Abfälle)

2,6

3,5

1) vorläufige Angaben; 2) Angabe für 2015; 3) Prognose für 2019
Quellen: Agentur für Statistik, Regierungsangaben, WHO


Zuständig für die Entwicklung der Abfallwirtschaft ist die im Ministerium für Energie angesiedelte Abteilung für Abfallmanagement. Der Sektor steckt in Kasachstan noch in den Kinderschuhen. In den vergangenen Jahren konnten erste Fortschritte erzielt werden, etwa bei der Entwicklung des gesetzlichen Rahmens und der schrittweisen Einführung von Mülltrennung in mehreren Städten. Seit 1.1.16 gilt eine Pflicht zur Wiederverwertung für Hersteller und Importeure, bislang begrenzt auf Produkte wie Kfz sowie Reifen und Motoröl. Zuständig hierfür ist die Behörde "Operator ROP". In dem Sektor sind viele kleine lokale Unternehmen tätig.

Langfristig sieht beispielsweise die Firma Eggersmann gute Perspektiven auf dem Markt. Hemmende Faktoren sind bislang aber die geringe Wirtschaftlichkeit, mangelndes Umweltbewusstsein und das Fehlen großer Unternehmen, die die gesamte Kette der Abfallwirtschaft abdecken. Von 2011 bis 2016 sind in die Abfallwirtschaft im Schnitt nur Investitionen von 35 Mio. $ pro Jahr geflossen.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme

Träger

Projektstand

Planung / Bauausführung

Investitionen in Abfallwirtschaft in Kysylorda

Rund 25 Mio. Euro (EBWE: 12 Mio. Euro)

LLP Kyzylorda Tazalygy (Tel.: 007 7242/22 38 71)

In Vorbereitung

LLP Kyzylorda Tazalygy

Instandsetzung von Bewässerungsanlagen in den Gebieten Aktöbe, Shambyl und Südkasachstan

201,4 Mio. US$ (EBWE: 180 Mio. US$)

Kaswodchos

In Vorbereitung

Kaswodchos

Quellen: EBWE, Recherche von Germany Trade & Invest


Text: Fabian Nemitz


Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:

Wasserversorgung

Umweltschutz, Entsorgung, Klimaschutz


Projekt- und Ausschreibungsmeldungen:

Wasserversorgung

Umweltschutz, Entsorgung, Klimaschutz

Kasachstan: Fernwärme-, Öl- und Gasnetz bieten Chancen

Geschäftsmöglichkeiten bieten sich bei der Modernisierung der großenteils maroden Fernwärmenetze. In der Sonderwirtschaftszone Sary-Arka bei Karagandy fertigt der Rosenheimer Mittelständler Isoplus vorgedämmte Rohrsysteme. Gründe für die Ansiedlung in Kasachstan waren das große Marktpotenzial und höhere Lokalisierungsanforderungen bei staatlichen Aufträgen. Im Rahmen des Konjunkturprogramms „Nurly Shol“ stellt der Staat Gelder für die Modernisierung der Leitungsnetze bereit.

Weiterer bedeutender Bereich im öl- und gasreichen Kasachstan ist der Bau von Pipelines. Investitionen laufen in den Anschluss von Städten und Siedlungen an das Gasnetz im Süden Kasachstans. Es gibt Pläne für den Anschluss der nördlichen Landesteile einschließlich Astanas. Die EBWE unterstützt die staatliche KazTransGas beim Bau eines Gasspeichers in Bosoi (Gebiet Aktöbe) mit 294 Mio. Euro.

In den vergangenen Jahren sind in Kasachstan viele neue Gesundheitseinrichtungen entstanden. Künftig sollen Neubauten vermehrt im Rahmen von PPP finanziert werden. Das Kazakhstan Public Private Partnership Center hat mehrere Vorhaben in seinem Portfolio.

Im Tourismussektor stehen aktuell keine Großprojekte an. Zu Zeiten des Ölbooms geplante Vorhaben mit milliardenschweren Investitionen wie der Bau des Tourismusresorts Kenderli, der Kasino-Stadt Shana Ile oder das umstrittene Skizentrum Kök-Shailjau wurden nicht realisiert. Der Fokus liegt auf kleineren Projekten.


Text: Fabian Nemitz

Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:
Gesundheitswesen

Projekt- und Ausschreibungsmeldungen:
Gesundheitswesen
Wärmeversorgung und -erzeugung

VR China tritt auch in Kasachstan verstärkt mit Gesamtpaketen an

Der Staat und Staatskonzerne sind die wichtigsten Auftraggeber im Infrastruktursektor. Zentrales Infrastrukturprogramm ist das Wirtschaftsprogramm „Nurly Shol“ mit einem Volumen von 23 Mrd. $. Rund die Hälfte der Ausgaben will die Regierung mit Krediten internationaler Geberorganisationen decken. Für die Finanzierung eines weiteren Großteils greift sie auf die Reserven im Nationalfonds zurück.

Die wichtigsten in Kasachstan tätigen Geberorganisationen sind die EBWE, Weltbank, ADB, die IDB und die Eurasische Entwicklungsbank (EABR). Angesichts knapperer öffentlicher Kassen spielt die Unterstützung durch Geberorganisationen bei der Umsetzung von Infrastrukturprojekten eine entscheidende Rolle.

Der Bankensektor ist seit der Finanzkrise 2008/09 Sorgenkind der kasachischen Wirtschaft. Ausländische Firmen, allen voran aus der VR China, Korea (Rep.) und der Türkei bieten Finanzierungspakete an. Die Exim-Bank of China beispielsweise unterstützt die Erschließung von Kupferlagerstätten sowie Projekte im Straßenbau und der Petrochemie. Kasachstan und die VR China wollen 51 Projekte im Wert von 26 Mrd. $ gemeinsam umsetzen.


Text: Fabian Nemitz

Geberbeteiligung erhöht Chancen für deutsche Firmen in Kasachstan

Der Infrastruktursektor in Kasachstan bietet langfristig viele Chancen. Deutsche Unternehmen sind in der Steppenrepublik vor allem als Lieferanten von Technik sowie in geringerem Umfang als Berater oder Durchführer von anspruchsvollen Spezialaufgaben tätig.

Der Staat und Firmen in Kasachstan greifen bei Ausschreibungen gerne auf Generalauftragnehmer zurück. Dies spart Zeit und Mühen bei der Aufteilung der Tender auf viele kleine Einheiten. Ausländischen Firmen fällt es dabei meist nicht leicht, in die Rolle eines Generalauftragnehmers zu schlüpfen. Hindernisse liegen in dem restriktiven nationalen Lizenzsystem und Lokalisierungsanforderungen. Letztere müssen wegen des Ende 2015 erfolgten WTO-Beitritts jedoch schrittweise bis 2021 abgeschafft werden. Schwierigkeiten bei den Lokalisierungsanforderungen bereitet häufig, dass sich die Leistungsfähigkeit der lokalen Anbieter nicht mit den Qualitätsansprüchen der deutschen Firmen vereinbaren lässt.

Den Zuschlag als Generalauftragnehmer erhalten in der Regel einheimische Firmen, die wiederum auf das Know-how von Unterauftragnehmern und Lieferanten angewiesen sind. Ausländische Unternehmen als Generalauftragnehmer sind meist nur bei anspruchsvollen Großprojekten anzutreffen oder wenn sie, wie etwa im Falle chinesischer Unternehmen, die Finanzierung mitbringen. Das hat zur Folge, dass viele Waren und Dienstleistungen aus dem Reich der Mitte bezogen werden.

Im Vergleich zu rein national finanzierten Projekten bieten sich bei geberfinanzierten Vorhaben bessere Chancen. Vorteile liegen in der besseren Planungssicherheit, mehr Transparenz und höheren Qualitätsstandards. Hinzu kommt die Anrechnung der Erfahrung des Mutterhauses, womit sich die Schwierigkeiten mit dem Lizenzsystem verringern.

Waren „made in Germany“ haben dank ihrer Qualität einen ausgezeichneten Ruf, gelten aber als teuer. Wichtig ist es, die Kunden von der Langlebigkeit und dem resultierenden Preisvorteil zu überzeugen. Ungünstig für deutsche Firmen ist die Tatsache, dass Exportkreditgarantien des Bundes wegen Zahlungsausfällen in der Finanzkrise 2008/09 nur stark eingeschränkt verfügbar sind. Hinderlich wirkt sich häufig auch das im Vergleich zu anderen Wettbewerbern größere Risikobewusstsein und die Langsamkeit beim Treffen von Entscheidungen aus.

Kasachstan ist kein einfacher Markt für ausländische Unternehmen. Problemfelder sind Rechtssicherheit, Intransparenz und Korruption (Transparency International 2016: Rang 131 von 176). Wichtige Erfolgsfaktoren sind eine Präsenz vor Ort, ein langer Atem und gute Beziehungen. Für die erfolgreiche Teilnahme an Ausschreibungen ist es häufig von Vorteil, bereits bei deren Vorbereitungen mitgewirkt zu haben.


Text: Fabian Nemitz

Kasachstan: Kontakte, Veranstaltungen, Internetadressen

Institution / Name

Internetadresse

Delegation der Deutschen Wirtschaft für Zentralasien

http://zentralasien.ahk.de

Staatliche Investitionsförderagentur

http://invest.gov.kz

Staatliches Ausschreibungsportal

http://goszakup.gov.kz

Kazakhstan Public Private Partnership Center

http://kzppp.kz

Verkehr

 

Ministerium für Investitionen und Entwicklung (Komitees für Straßen, Transport, zivile Luftfahrt)

http://www.mir.gov.kz

Straßenbaubehörde KasAwtoShol

http://kazautozhol.kz

Staatliche Eisenbahngesellschaft Kasachstan Temir Sholy

http://www.railways.kz

Messen

http://www.transitkazakhstan.kz, http://www.kazcomak.kz

Energie

 

Ministerium für Energie

http://energo.gov.kz

Staatlicher Stromkonzern Samruk-Energo

http://www.samruk-energy.kz

Staatlicher Netzbetreiber KEGOC

http://www.kegoc.kz

Messe

http://www.powerexpo.kz

IKT

 

Ministerium für Information und Kommunikation

http://mic.gov.kz  

Staatliche Agentur zur Entwicklung des IKT-Sektors

http://zerde.gov.kz

Umwelt

 

Ministerium für Energie (Abteilungen für Abfallwirtschaft und grüne Wirtschaft)

http://energo.gov.kz

Operator ROP

https://recycle.kz

Verband von Unternehmen aus der Abfallwirtschaft

http://kaz-waste.kz

Ministerium für Nationale Wirtschaft

http://economy.gov.kz

Verband von Unternehmen aus der Wasserwirtschaft

http://kazsu.astanainfo.kz

Messen

http://www.ecotech.kz

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest


Text: Fabian Nemitz

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