Special Kuwait Wege aus der Coronakrise

Wege aus der Coronakrise

Kuwait erwartet nur langsame Erholung

Die Wirtschaft leidet unter den Coronarestriktionen und der Ölmarktkrise. Die Regierung fährt hohe Haushaltsdefizite.

Von Robert Espey | Dubai, Kuwait


  • Konjunktur und wichtigste Branchen

    Die Wirtschaft ist stark geschrumpft. Eine kräftige Erholung zeichnet sich nicht ab. Der Öl- und Gassektor bleibt die wichtigste Branche. (Stand: 20. März 2021) 

    Schwere Rezession und nur schwache Erholung

    Schon vor der Coronakrise zeigte Kuwaits Wirtschaft wenig Schwung. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte 2019 real (preisbereinigt) um magere 0,4 Prozent zu, nur 1,2 Prozent waren es 2018. Das BIP lag 2018 nur leicht über dem Niveau von 2013. Die schwache BIP-Entwicklung ist das Ergebnis eines geschrumpften Ölsektors und einer wenig dynamischen Nicht-Öl-Wirtschaft. Die Anfang 2017 verkündete "New Kuwait Vision 2035" setzt auf ein starkes Wachstum des Nicht-Öl-Sektors.

    Wirtschaftliche Entwicklung 2015 bis 2019 (reale Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent)

    2015

    2016

    2017

    2018

    2019 1)

    BIP 2)

    0,6

    2,9

    -4,7

    1,2

    0,4

    Einfuhr (einschl. Dienstleistungen)

    6,8

    4,2

    9,2

    -0,9

    2,0

    Bruttoanlageinvestitionen

    15,5

    11,6

    1,3

    4,7

    3,8

    Privater Verbrauch

    3,4

    1,1

    3,5

    5,4

    4,5

    Öffentlicher Verbrauch

    -1,5

    0,6

    2,0

    6,3

    4,8

    1) vorläufige Angaben für BIP; EIU-Schätzungen für andere Angaben; 2) zu MarktpreisenQuelle: Kuwait Central Statistical Bureau, Economist Intelligence Unit (Januar 2021)


    Die Kombination von Coronakrise und schwacher Ölmarktentwicklung hat 2020 auch in Kuwait eine tiefe Rezession verursacht. Die Analysten der Economist Intelligence Unit (EIU) gehen in ihrer jüngsten Schätzung (Januar 2021) für 2020 von einer realen BIP-Schrumpfung um 5,0 Prozent aus und gehören damit ins Lager der "Optimisten".

    Die Weltbank hat im Oktober ihre Vorhersage für 2020 deutlich nach unten korrigiert, von -5,4 auf -7,9 Prozent. Die Herbstprognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) liegt bei -8,1 Prozent: Im Ölsektor wird ein Minus von 8,9 Prozent, in der Nicht-Öl-Wirtschaft eine Schrumpfung um 7,0 Prozent erwartet. Die National Bank of Kuwait (NBK) kalkuliert mit einem BIP-Minus von 6,2 Prozent (Ölsektor: - 8,0 Prozent; Nicht-Öl-Wirtschaft: -4,0 Prozent).

    Kuwaits Statistikamt hat bislang vorläufige BIP-Daten für die ersten drei Quartale 2020 veröffentlicht. Im Neunmonatszeitraum schrumpfte das BIP real um 8,6 Prozent. Der Ölsektor zeigte ein negatives Wachstum von 7,1 Prozent, die Nicht-Ölwirtschaft verbuchte ein Minus von 10,4 Prozent. Der Ölsektor kam auf einen BIP-Anteil von 54 Prozent.

    Im Nicht-Ölsektor erlebte in den ersten neun Monaten 2020 die Baubranche den größten Einbruch, die Wertschöpfung ging um 44,4 Prozent zurück. Das Hotel- und Gaststättengewerbe verzeichnete eine Schrumpfung um 28,4 Prozent, der Groß- und Einzelhandel um 16,9 Prozent, der Telekommunikationssektor um 11,3 Prozent und das Transportwesen um 10,7 Prozent. Die verarbeitende Industrie meldete einen Rückgang um 27,6 Prozent.

    Im ersten Quartal 2020 zeigte sich die Wirtschaft mit einem BIP-Rückgang gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode von nur 1,0 Prozent noch relativ robust. Eine befristete Ausweitung der Fördermenge brachte im Ölsektor sogar ein Plus von 1,2 Prozent, die Wertschöpfung der Nicht-Öl-Wirtschaft ging um 3,5 Prozent zurück.

    Der Tiefpunkt der Rezession dürfte im zweiten Quartal erreicht worden sein. Die Wirtschaft schrumpfte um 13,4 Prozent (Ölsektor: -7,7 Prozent; Nicht-Ölwirtschaft: -19,8 Prozent). Für das dritte Quartal wird der BIP-Rückgang mit 11,5 Prozent angegeben (Ölsektor: -7,7 Prozent; Nicht-Ölwirtschaft: -19,8 Prozent).

    Die weiterhin schwierige Situation der Ölindustrie und der schwache Nicht-Ölsektor werden in Kuwait 2021 kein oder nur ein geringes BIP-Wachstum ermöglichen. Die National Bank of Kuwait prognostiziert für 2021 ein Plus von 1,9 Prozent, dabei wird im Ölsektor von einer Steigerung um 1,0 Prozent und in der Nicht-Ölwirtschaft von 3,0 Prozent ausgegangen. Die EIU rechnet 2021 mit einem BIP-Zuwachs von 2,2 Prozent.

    Öl, Gas und Petrochemie bleiben dominierend

    Der Ölsektor wird in Kuwait auch mittel- und langfristig der dominierende Wirtschaftszweig bleiben. Selbst bei einer zunehmenden Diversifizierung der Wirtschaft und einer weiter rückläufigen Ölförderung dürfte der reale BIP-Anteil des Ölsektors erst in einigen Jahren von heute über 50 Prozent auf unter 40 Prozent absinken. Zu laufenden Preisen ist der BIP-Anteil des Ölsektors aufgrund der gesunkenen Ölpreise in den ersten neun Monaten 2020 auf 34 Prozent gefallen, im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 45 Prozent.

    Die Ölförderung ist 2020 um 9 Prozent auf durchschnittlich 2,44 Millionen bpd (barrel per day) gesunken. Dies war der niedrigste Wert seit 2010 (2,36 Millionen bpd), mit 2,98 Millionen bpd wurde 2012 ein Spitzenwert erreicht. Gemäß der OPEC+ Vereinbarung von April 2020 durfte Kuwait im Mai und Juni nur 2,2 Millionen bpd fördern und von Juli bis Dezember 2,3 Millionen bpd. Im ersten Quartal 2021 gilt ein Wert von leicht über 2,3 Millionen bpd. Dass die Ölmarktentwicklung 2021 eine deutliche Produktionsausweitung zulässt, ist eher unwahrscheinlich.

    Kuwait hat 2020 durch die neue Schwerölförderung in den nördlichen Ölfeldern und die Wiederinbetriebnahme der Produktion in der mit Saudi-Arabien geteilten "Neutralen Zone" seine Förderkapazitäten auf geschätzte 3,3 Millionen bpd erhöht. Es wird an dem Ziel, bis 2040 die Förderkapazität auf 4,75 Millionen bpd auszubauen, festgehalten.

    Zur Steigerung der Gasproduktion wird an der weiteren Entwicklung des Jurassic Reservoirs gearbeitet. Derzeit laufen Ausschreibungen im Wert von 900 Millionen US$ für zwei Produktionsanalgen (Jurassic Production Facilities 4 & 5). Die Anlagen sollen über Kapazitäten zur Gewinnung von täglich 150 Millionen Kubikmeter Gas und 50.000 bpd Öl verfügen. Insgesamt 17 Firmen haben sich präqualifiziert. Die Frist zur Angebotsabgabe wurde mehrfach verlängert und läuft jetzt bis zum 21. März.

    Die Kuwait National Petroleum Corporation will die Mina Al Ahmadi Refinery für 2 Milliarden US$ um weitere zwei Anlagen zur Gasaufbereitung (Fraktionierung) mit einer Tageskapazität von insgesamt 105 Millionen Kubikmeter erweitern. Mit den Planungen wurde 2018 begonnen, derzeit scheint es aber keinen Projektfortschritt zu geben.

    Kuwaits Raffineriekapazitäten sollen 2021 mit der stark verzögerten Fertigstellung von zwei Großprojekten (Az Zour Refinery, Clean Fuel Project) deutlich expandieren. Die Realisierung des seit 2006 diskutierten Az Zour Petrochemical Complex für 10 Milliarden US-Dollar lässt weiter auf sich warten. Am EPC-Auftrag (Engineering Procurement Construction) interessierte Unternehmen haben sich 2018 um eine Präqualifizierung beworben. Eine Entscheidung über die präqualifizierten Firmen steht weiterhin aus. Im Juli 2020 wurde bekannt, dass die Wirtschaftlichkeit des Projekts erneut geprüft werden soll.

    Von Robert Espey | Dubai, Kuwait

  • Konjunktur- und Hilfsprogramme

    Die Regierung mildert mit Hilfsangeboten die Folgen der Krise und will die Staatsausgaben erhöhen. Die Zentralbank schafft zusätzliche Liquidität. (Stand: 20. März 2021)   

    Corona-Hilfspaket der Regierung

    Im März 2020 hat das Kabinett ein Maßnahmenpaket zur Abfederung der wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Coronakrise gebilligt. Für die Umsetzung ist das "Supreme Committe for Economic Stimulus" zuständig. Vorsitzender des Gremiums ist Zentralbankchef Mohammad Al Hashel. Eine aktuelle Bilanz über das bislang realisierte Programm liegt nicht vor.

    Das Hilfspaket enthält Maßnahmen zur Sicherung eines Mindesteinkommens für Arbeitnehmer, die von der Corona-Krise betroffen sind. Hier sind die ausländischen Arbeitskräfte gemeint, die einen Anteil an der Erwerbsbevölkerung von über 80 Prozent haben. Der Großteil der einheimischen Erwerbstätigen ist im sehr gut zahlenden öffentlichen Sektor versorgt. Aber auch die in der Privatwirtschaft beschäftigten Kuwaiter sollen vor den Folgen der Krise geschützt werden.

    Zahlreiche Hilfen sind zur Unterstützung von Unternehmen, insbesondere von kleinen und mittleren Betrieben, verfügbar. Der National Fund for Small and Medium Enterprises und die Industrial Bank sollen neue Kredite für Industrie und Landwirtschaft gewähren und fällige Zahlungen stunden. Die lokalen privaten Banken sollen sich an der Kreditvergabe beteiligen.

    Private Unternehmen und Firmen, die nicht voll in Staatsbesitz befinden, können die Zahlung der Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung aufschieben. Auf verschiedene staatliche Gebühren wird zeitweise verzichtet. Alle staatlichen Institutionen wurden aufgefordert, fällige Zahlungsverpflichtungen gegenüber privaten Unternehmen schnellstmöglich zu erfüllen.

    Zur Deckung zusätzlicher, durch die Coronakrise verursachter Aufwendungen hat die Regierung im März die Budgetansätze der Ministerien und anderer staatlicher Organisationen für das Haushaltsjahr 2020/2021 (April bis März) um insgesamt 500 Millionen Kuwait Dinar (KD; 1,6 Milliarden US$) erhöht.

    Zentralbank schafft zusätzliche Liquidität

    Die Zentralbank unterstützt die Geschäftsbanken bei der Bewältigung von Engpässen durch die Bereitstellung zusätzlicher Liquidität. Am 4. März wurde der Diskontsatz um 25 Basispunkte und am 16. März um weitere 100 Basispunkte auf nunmehr 1,5 Prozent gesenkt. Auch die Repo-Raten (Repurchase Operation) sind gesenkt worden.

    Durch geänderte Zentralbank-Richtlinien haben die Geschäftsbanken die Möglichkeit erhalten, ihr Kreditvolumen deutlich auszuweiten. Beispielsweise wurde den Banken eine Absenkung der Mindestreserven erlaubt. Zudem dürfen die Banken bei der Kreditvergabe derzeit höhere Risiken (Loan-to-Value Limits etc.) eingehen.

    Die Geschäftsbanken haben zeitweise bei überfälligen Kreditraten auf die Erhebung von Verzugsgebühren verzichtet. Die von der Zentralbank erhobenen Gebühren für Zahlungen mit Kredit- und Debitkarten (Point of Sales) sowie für Abhebungen an Geldautomaten wurden befristet ausgesetzt.

    Regierung will 2021/2022 Ausgaben deutlich erhöhen

    Kuwait plant zur Ankurbelung der Wirtschaft kein Konjunkturpaket. Aber der am 25. Januar 2021 von der Regierung vorgelegte Haushaltsplan 2021/2022 (April bis März) würde eine starke Erhöhung der Staatsausgaben bedeuten. Dies wäre ein deutlicher Kontrast zu der im laufenden Haushaltsjahr 2020/2021 praktizierten Ausgabenreduzierung. Der Haushalt muss allerdings noch vom Parlament genehmigt werden, was zweifelhaft erscheint. Der letztlich gebilligte Haushaltsplan könnte deutlich von der Regierungsvorlage abweichen.

    Seit 2014/15 befindet sich Kuwaits Staatshaushalt in den roten Zahlen. Die Fehlbeträge summierten sich im Sechsjahreszeitraum 2014/2015 bis 2019/2020 auf insgesamt rund 81 Milliarden US$. Das Defizit ist 2020/2021 sprunghaft angestiegen. Der im Budgetplan 2020/2021 ausgewiesene Fehlbetrag liegt bei 46 Milliarden US$, dies würde einem BIP-Anteil (Bruttoinlandsprodukt) von weit über 30 Prozent entsprechen.

    Das Finanzministerium hat vorläufige Daten für die ersten neun Monate 2020/2021 (April bis Dezember) vorgelegt. Sowohl die ausgewiesenen laufenden als auch die investiven Ausgaben lassen für das Gesamtjahr eine deutliche Unterschreitung der Planungsansätze erwarten. Bei den laufenden Ausgaben wurden in den ersten neun Monaten 2020/2021 nur 59 Prozent des Gesamtjahresbudgets verwendet, bei den Investitionen waren es sogar nur 38 Prozent.

    Die vom Öleinkommen dominierten Staatseinnahmen werden 2020/2021 höher ausfallen als im Budgetplan vorgesehen, weil mit einem durchschnittlichen Ölpreis von niedrigen 30 US$ pro Barrel kalkuliert wurde, tatsächlich dürften es etwa 40 US$ werden. In den ersten neun Monaten 2020/2021 hatten die Öleinnahmen einen Anteil an den gesamten Staatseinnahmen von 85 Prozent.

    Die über dem Planwert liegenden Staatseinnahmen und die geringeren Ausgaben werden 2020/2021 zu einem Defizit von "nur" 33 Milliarden US$ führen, so die Prognose der National Bank of Kuwait. Dies wäre aber weiterhin ein Negativrekord. In den ersten neun Monaten betrug das Minus 18 Milliarden US$.

    Anders als andere GCC-Staaten beabsichtigt Kuwaits Regierung, 2021/2022 keine weitere Haushaltskonsolidierung zu verfolgen. Das für 2021/2022 geplante Defizit beläuft sich auf rund 40 Milliarden US$. Dieses hohe Defizit könnte allerdings zu einem massiven Streit mit dem Parlament führen.

    Gemäß dem Budgetentwurf 2021/2022 sollen die Ausgaben mit 75 Milliarden US$ einen neuen Höchststand erreichen. Dies wäre gegenüber den 2020/21 erwarteten tatsächlichen Ausgaben ein Anstieg um 10 bis 15 Prozent. Die investiven Ausgaben sollen 2021/2022 auf über 11 Milliarden US$ steigen. Dies wäre ein gewaltiger Anstieg, die Investitionen dürften 2020/2021 weniger als 6 Milliarden US$ betragen. In den letzten drei Jahren (2017/2018 bis 2019/2020) wurde durchschnittlich für 8 Milliarden US$ investiert.

    Der Regierungsentwurf 2021/2022 kalkuliert mit Einnahmen in Höhe von 36 Milliarden US$, davon sollen 84 Prozent auf Öleinnahmen entfallen. Es werden eine durchschnittliche Ölförderung von 2,4 Millionen bpd (barrel per day; 2020: 2,44 Millionen bpd) und ein Ölpreis von 45 US$ unterstellt.

    Impfkampagne mit BioNTech und AstraZeneca

    Am 24. Dezember hat Kuwait begonnen, das BionNTech/Pfizer zu verimpfen. Zwischenzeitlich (Stand: 8. März) hat Kuwait sieben Lieferungen von BioNTech/Pfizer erhalten. Offizielle Angaben über die Mengen liegen nicht vor, es sollen insgesamt 600.000 bis 700.000 Dosen gewesen sein.

    Kuwait hat am 29. Januar den Impfstoff von Oxford-AstraZeneca zugelassen, am 1. Februar trafen 200.000 in Indien (Serum Institue of India) produzierte Impfdosen ein, weitere Lieferungen sind noch nicht erfolgt. Die Zulassung von Johnson & Johnson wird geprüft.

    Vorrang haben Beschäftigte im Gesundheitswesen und Personen ab 65 Jahre. Bis Ende August 2021 sollen etwa 2,9 Millionen Menschen geimpft sein (Bevölkerung: 4,3 Millionen). Bislang (Stand: 8. März) sind 322.000 Impfungen erfolgt, so das Gesundheitsministerium. Es wird primär die einheimische Bevölkerung versorgt, die nur etwa ein Drittel der Gesamtbevölkerung ausmacht.


    Von Robert Espey | Dubai, Kuwait

  • Einschränkungen im Personen- und Warenverkehr

    Der Flughafen ist wieder geöffnet. Aber die Einreise unterliegt starken Beschränkungen. Für Ausländer gilt derzeit ein Einreiseverbot. (Stand: 10. März 2021)

    Angesichts der im April/Mai 2020 schnell steigenden Coronazahlen wurden das öffentliche Leben und die Wirtschaft zeitweilig bis auf dringend notwendige Aktivitäten heruntergefahren. Vom 10. bis zum 31. Mai 2020 wurde eine vollständige Ausgangssperre angeordnet. Vor (seit 22. März) und nach der vollständigen Ausgangssperre galten zeitlich beschränkte Ausgangssperren. Seit 30. August 2020 gab es keine Ausgangssperre mehr.

    Vorübergehende Normalisierung

    Am 26. Mai 2020 verkündete die Regierung einen Plan zur schrittweisen Aufhebung der Corona-Restriktionen, beginnend Anfang April. Dieser Prozess sollte in fünf Phasen von einer Dauer pro Phase von jeweils drei Wochen verlaufen. Phase 5 sieht das Ende aller Corona-Restriktionen vor. Angesichts der Corona-Entwicklung konnte die Zeitplanung nicht eingehalten werden. Am 18. August 2020 trat die Phase 4 in Kraft, die schon eine weitgehende Normalisierung bedeutete. In Phase 4 gelten weiterhin insbesondere zahlreiche Abstands- und Hygieneregeln sowie ein Verbot großer Zusammenkünfte (https://corona.e.gov.kw/Re-Open-PhaseIV-En.pdf). Die Schulen bleiben mindestens bis zum Frühjahr für Präsenzunterricht geschlossen.

    Wieder Ausgangssperre verhängt

    Angesichts der seit Anfang 2021 wieder stark steigenden Infektionszahlen hatte die Regierung mit erneuten Ausgangssperren gedroht. Am 4. März wurde dann eine einmonatige Ausgangssperre mit Wirkung ab 7. März beschlossen. Von 17.00 bis 05.00 Uhr darf das Haus nur mit einer Ausnahmegenehmigung verlassen werden. Bei Verletzung der Ausgangssperre werden Geldstrafen bis zu 16.000 US$ und Haftstrafen bis zu drei Monaten angedroht.

    Ende Dezember 2020 war die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner auf nur noch 35 gesunken, dies entsprach durchschnittlich 217 Neuinfizierten pro Tag bei einer (aufgrund der Abwanderung ausländischer Arbeitskräfte geschrumpften) Bevölkerung von geschätzten 4,3 Millionen. Am 13. Februar 2021 erreichte die 7-Tage-Inzidenz mit 160 eine neue Höchstmarke. Am 5. März 2020 wurde die 200-Marke überschritten. Aktuell (10. März) liegt der Inzidenzwert bei 225.

    Starke Einreisebeschränkungen

    Der internationale Flughafen war am 13. März 2020 für kommerzielle Flüge geschlossen worden, es gab aber Rückholaktionen. Frachtverkehr war weiterhin möglich. Am 1. August 2020 erfolgte die Wiederaufnahme des Passagierverkehrs. Als Reaktion auf die im Dezember 2020 entdeckten Corona-Virenmutationen kam es vom 21. Dezember bis zum 1. Januar zu einer erneuten Schließung des Flughafens für den Passagierverkehr, auch die Einreise auf dem Land- und Seeweg wurde untersagt. Es folgte eine Wiedereröffnung mit erheblichen Einreisebeschränkungen.

    Aktuell (10. März) gilt für alle Ausländer (auch für Ausländer mit Aufenthaltstitel, Residents) ein grundsätzliches Einreiseverbot. Nur Einheimische und deren Angehörige dürfen über den internationalen Flughafen einreisen. Die Grenzübergänge nach Saudi-Arabien und Irak sind derzeit für den Personenverkehr geschlossen.

    Der Warenverkehr läuft mit Corona bedingten Einschränkungen relativ normal.


    Von Robert Espey | Dubai, Kuwait

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