Special Luxemburg

Luxemburgs Start-up-Szene entwickelt sich dynamisch

Die Start-up-Szene in Luxemburg zieht insbesondere junge Unternehmen der Tech-Szene an.

Gute Forschungsmöglichkeiten für Start-ups in Luxemburg

Das kleine Luxemburg hat weltweit eines der höchsten Bruttoinlandsprodukte pro Kopf. Mit seinen geringen Unternehmenssteuern hat es bekannte Technologiefirmen wie Amazon, AOL, Ebay, Microsoft, PayPal, Sony, Innova, iTunes, Rakuten, Skype, Vodafone oder RealNetworks angezogen. Diese wiederum motivieren Start-ups, sich im Großherzogtum niederzulassen und Lösungen anzubieten.

Luxemburg positioniert sich als wissensbasierte Gesellschaft


Dienstleistungen im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) sind ein bedeutender Treiber der Luxemburger Wirtschaft. Inzwischen ist das Land ein globaler Hub im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) und ein Exzellenzzentrum für Cybersicherheit und Datenschutz. Seit vielen Jahren positioniert sich das Großherzogtum als wissensbasierte Wirtschaft und fördert Innovationen, Forschung und Entwicklung (F&E). Wegen seiner überschaubaren Größe und seiner hervorragenden Infrastruktur eignet sich das Land auch gut als europäischer Testmarkt.

Die Regierung will mit ihrer digitalen Infrastruktur, diversen Förderprogrammen und Forschungsinstituten Start-ups vom Standort Luxemburg überzeugen. Luxemburg Stadt steht im European Digital City Index 2016 auf dem 35. Platz von 60 europäischen Städten und auf Platz 5 im European Innovation Scoreboard 2019. Besonders stark ist das Land in den Bereichen Forschungseinrichtungen, ausländische Doktoranden, internationale wissenschaftliche Ko-Publikationen und Markenanmeldungen.

Luxemburg bietet in allen Start-up-Entwicklungsphasen Unterstützung, einfache Kommunikation mit öffentlichen und privaten Entscheidungsträgern sowie internationale Unternehmen als potenzielle Partner sowie öffentliche und private Fördermöglichkeiten.

Unterstützung durch Inkubatoren und Acceleratoren


Im Land gibt es Inkubatoren und Acceleratoren, die auf verschiedene Bereiche spezialisiert sind.


Inkubatoren, Acceleratoren und Innovationszentren

House of Biohealth, Esch

HealthTech

www.houseofbiohealth.lu (im Aufbau)

Hub@Luxemburg. Luxemburg

Alle Sektoren

https://levillagebyca.com/fr/village/hubluxembourg

Innovation Hub Dudelange

EcoTech

www.dudelange.lu/fr/projets-urbains/innovation-hub-dudelange

Le Plateau, Luxemburg

FinTech

www.sgbt.lu/en/societe-generale-luxembourg/leplateaulux/

Luxemburg City Incubator, Luxemburg

Alle Sektoren

www.cityincubator.lu/

The LHoFT, Luxemburg

FinTech

www.lhoft.com/

Lux Future Lab, Luxemburg

Alle Sektoren

www.luxfuturelab.lu/

Neobuild, Bettembourg

EcoTech

http://neobuild.lu/en

Paul Wurth Incub, Luxemburg

InduTech

http://indu.tech/

Technoport, Esch, Foetz, Differdange

alle Sektoren

www.technoport.lu/

Tomorrow Street, Luxemburg

Alle Sektoren

www.tomorrowstreet.co/

1535, Differdange

Soziale und Kreativindustrien

www.1535.lu/

6zero1

Soziale und Kreativindustrien

http://6zero1.org/

International Climate Finance Accelerator Luxembourg, ICFA, Luxemburg

Alle Sektoren mit Ausrichtung auf Umwelt und Soziales

www.icfa.lu

University of Luxembourg Incubator, Esch, Luxemburg

Alle Sektoren

wwwfr.uni.lu/formations/incubator

Quelle: Luxinnovation, startupluxembourg.lu


Universität und zahlreiche Forschungsinstitute


Die Universität Luxemburg mit mehr als 6.000 Studenten hat sich als eine der führenden europäischen Hochschulen etabliert. Im Jahr 2017 erzielte sie im Times Higher Education World University Rankings den 179. Platz von 1102.

Zudem gibt es in dem kleinen Land zahlreiche Forschungszentren wie das Luxembourg Institute of Science and Technology, Luxembourg Institute of Socio Economic Research, Institute of Quality Assurance, Luxembourg Centre for Systems Biomedicine, Interdisciplinary Centre for Security, Reliability and Trust, Cross national Data Center in Luxembourg oder das Centre Virtuel de la Connaissance sur l’Europe. Diese Zentren sowie die Universität sorgen für zahlreiche Talente und das Entstehen von Spin-offs.

Institutionelle Unterstützung bei der Gründung und dem Aufbau bieten jungen Unternehmen das House of Start-ups, Luxinnovation und nyuko. Zudem bestehen Programme für das Wachstum von Start-ups, Pitching-Wettbewerbe, staatliche Subventionen, Business Angels, Banken sowie Venture Capitalists. Auch über Crowd Funding können sich Unternehmen Geld besorgen.

Auch private Institutionen und Unternehmensberatungen bieten jungen Unternehmen Unterstützung an. Zu nennen sind hier Deloitte, EY, Foundry, PWC, KPMG, Innohub Luxembourg (Acelerator), Linc, Luxfactory.com oder W4I.

Weitere Start-up-Programme sind WIDE, Founder Institute sowie NadiFin. Im Acceleratorprogramm FIT4Start werden zwei Mal jährlich insgesamt 25 Start-ups durch Unternehmer und Investoren ausgewählt. Im Jahr 2018 bewarben sich mehr als 450 Start-ups für das Programm, in dem insgesamt bis zu 150.000 Euro vergeben werden können. Die ausgewählten Unternehmen erhalten kostenfreien Zugang zum Co-Working Space Technoport und zum Luxemburg City Incubator.

WIDE wendet sich speziell an Frauen mit seinem Start-up Leadership Programm. Auch Luxemburg hat ein Founder Institute. Die Organisation ist der größte Pre-Seed Accelerator weltweit. NadiFin ist ein Acceleratorprogramm, das FinTech-Start-ups unterstützt.

Unterstützung durch öffentliche und private Stellen


Junge, innovative Unternehmen können Zuschüsse, rückzahlbare Darlehen oder Beiträge zum Eigenkapital erhalten.

Die Nationale Kredit- und Investitionsgesellschaft (Société Nationale de Crédit et d'Investissement, SNCI) vergibt ebenfalls Förderungen.

Start-ups können auch Gelder beim Luxembourg Future Fund beantragen. Der Fonds investiert direkt in Venture Capital Gesellschaften und kleine und mittlere Unternehmen, um strategische Sektoren zu fördern.

Der Digital Tech Fund unterstützt in- und ausländische Start-ups im Bereich IKT, die ihre Aktivitäten (teilweise) ins Großherzogtum verlegen wollen. Gefördert werden insbesondere die Bereiche Cybersecurity, Fintech, Big Data, digitale Gesundheit, digitales Lernen, Internet of Things, Telekommunikation und Satellitengestützte Dienstleistungen. Der Fonds wird durch Expon Capital verwaltet.

Im Jahr 2018 erhielten Start-ups rund 15,7 Millionen Euro an Venture Capital, was 0,027 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspricht. Zum Vergleich: im Durchschnitt der Europäischen Union waren es 0,048 Prozent, in Deutschland waren es 0,043 Prozent. Im Jahr 2017 bekamen junge Unternehmen in Luxemburg von Business Angels etwa 4,1 Millionen Euro an Kapital.


Text: Inge Kozel

Fördermöglichkeiten und Veranstaltungen in Luxemburg ziehen Start-ups an

Viele neue Start-ups in den letzten Jahren


Viele Start-ups wurden in den letzten Jahren gegründet. Das Großherzogtum ist inzwischen ein attraktives Investitionszentrum für über 350 junge und innovative Unternehmen. Start-ups werden insbesondere in den Bereichen Automotive, Aerospace, Cyber Security, InduTech, FinTech, CleanTech, HealthTech und Smart City gegründet.

Das kleine Land hat sogar ein Einhorn, das sind Unternehmen mit einer Marktbewertung von über 1 Milliarde US-Dollar. Die Global Fashion Group besteht seit 2014 und ist inzwischen in mehreren Ländern Asiens, Lateinamerikas und Osteuropas aktiv. Die Firma hat ihren Hauptsitz in Luxemburg Stadt und hat Filialen in Berlin, London und Singapur.

Zahlreiche Veranstaltungen bringen Start-ups und Investoren zusammen


Die Luxemburger Regierung will Schlüsselbereiche wie FinTech, Infrastruktur, Start-ups und Innovationen sowie E-Government entwickeln, um das Land zu einer digitalen Nation zu machen. Im Laufe der Jahre haben sich viele FinTech-Gesellschaften, einschließlich der Bereiche E-Commerce und E-Payment im Großherzogtum wegen seiner Reputation als Finanzstandort niedergelassen und das Land zu einem führenden FinTech-Standort in Europa gemacht.

Inkubatoren und Acceleratoren befinden sich insbesondere in Luxemburg Stadt, Esch und Belval. Auch nahe der Luxemburger Universität haben sich Start-ups niedergelassen. Aber auch andere Orte werden entwickelt. So wurde der Luxite Business Parc in Kockelscheuer bei Luxemburg Stadt im März 2018 eingeweiht. Der 65 Hektar große Business Park beherbergt über 30 innovative Unternehmen und Start-ups. Hier soll ein kleines Silicon Valley entstehen.

In Dudelange entsteht ein Öko-Stadtteil und ein Inkubator für Umwelttechnologie. Die Unternehmen sind mitten im entstehenden Ökoviertel angesiedelt und sollen zu seiner nachhaltigen Entwicklung beitragen. Bereits sieben Start-ups haben sich dort niedergelassen.

Verschiedene Veranstaltungen bringen Unternehmen, Start-ups und Geldgeber zusammen. Im Oktober 2019 war der Global Venture Summit erstmalig in Europa und zwar in Luxemburg. Über 100 führende Venture Capitalist Gesellschaften sowie Business Angels waren anwesend, unter anderen Kleiner Perkins, Draper Nexus, Prtizker Group, Microsoft Ventures, HTC Ventures.


Veranstaltungen für Start-ups

Arch Summit

www.archsummit.lu

Bringt Tech-Start-ups und Entscheidungsträger in Unternehmen zusammen

Creative Young Entrepreneur Luxembourg, CYEL

www.cyel.lu/en/home/

Ernennung des kreativsten Unternehmers in Luxemburg

Falling Walls Lab Luxembourg

 

Pitching für junge Unternehmen, University of Luxembourg Incubator

Fintec Awards Luxembourg

www.fintechawards.lu

Ermittlung des FinTech- Start-ups des Jahres, veranstaltet durch KPMG Luxembourg und LHoft

Mind & Marked

www.fedil.lu/de/events/mind-market-luxembourg/

Bringt Investoren, Start-ups und Unternehmen zusammen, Pitching für Start-ups

Pitch your Startup

www.pitchyourstartup.eu

Pitching für Start-ups

Startup Night

Informationen über www.siliconluxembourg.lu/

Treffen von Investoren, Unternehmen, Start-ups

ICT Spring Europe

www.ictspring.com

12. bis 13. Mai 2020, Konferenz, Treffen von Forschern, Investoren, Unternehmen, Start-ups

Startup Weekend

Informationen unter: www.siliconluxembourg.lu/

Treffen von Investoren, Unternehmen, Start-ups

Global Ventures Summit

www.gvsummit.co

Oktober 2019, weitere Veranstaltungen in 2020 bis 2022

Quelle: startupluxembourg.lu

Industrie 4.0 -  Made in Luxembourg


Nicht nur im Finanzbereich werden Start-ups gegründet, auch der Bereich Industrie 4.0 zieht junge Unternehmen an. Im Jahr 2014 gründete der 26 Jahre alte Jean-Philippe Hugo das Unternehmen Wizata in Luxemburg. Die Firma stellt eine offene Plattform zur Verfügung, um die digitale Transformation der herstellenden Industrie voranzutreiben. Dabei wird der Produktionsprozess unter Einbeziehung künstlicher Intelligenz digitalisiert. Inzwischen arbeiten 21 Angestellte aus zehn Nationen bei Wizata. Kunden sind unter anderem ArcelorMittal, Paul Wurth, Aperam und Carmeuse.

In Anbetracht der industriellen Herausforderungen der metallverarbeitenden Industrie entwickelte Hugo konkrete Lösungen um den Produktionsprozess zu verbessern. Er setzte auf künstliche Intelligenz , die er jedem Unternehmen zugänglich machen wollte. Zudem stellte er fest, dass Serviceprogramme fehlen, die innovative Lösungen messen und wiederholen. Weiter wollte er einzelne Investitionen und deren Rendite kontrollieren. Dafür entwickelte er die Plattform Wizata.

Seit 2018 interessieren sich Investoren wie der Digital Tech Fund für das Unternehmen. Wizata beteiligt sich an Initiativen im Bereich industrielle Produktion mit wichtigen lokalen Akteuren wie dem Manufacturing Cluster (Luxinnovation), der Handelskammer und dem Verband Luxemburgischer Industrieller (Fédération des Industriels Luxembourgeois, Fedil.


Text: Inge Kozel

Luxemburger Start-ups expandieren auch ins Ausland

In Luxemburg gegründete Start-ups haben häufig das Problem, das der einheimische Markt sehr klein ist. Das Land hat etwas über 600.000 Einwohner. Viele ausländische junge Unternehmen ziehen das Großherzogtum deshalb nicht in Betracht. Für Luxemburger Start-ups liegt es umgekehrt allerdings auf der Hand, ins Ausland zu gehen.

Doctena expandiert in Europa


Ein Start-up, das dies bravourös geschafft hat, ist Doctena. Im Jahr 2013 begannen die drei Gründer ein Portal für Onlinebuchungen von Arztterminen zu lancieren. Einige Monate später ging die Plattform Doctena in Luxemburg an den Start. Allgemein-, Zahn- und Fachärzte können über das Portal Termine buchen lassen.

Sowohl Ärzte als auch Patienten erkannten schnell den Mehrwert des Portals. Patienten mussten nicht mehr am Telefon warten, um einen Termin zu bekommen. Sie konnten im Internet ihren Wunschtermin reservieren. Das Praxispersonal muss nicht mehr Stunden am Telefon verbringen, um Termine auszumachen.

In Luxemburg war das Projekt sehr schnell erfolgreich und das Unternehmen expandierte nach Belgien, da dort keine Wettbewerber waren. Es folgten die Niederlande, die Schweiz, Österreich und Deutschland. Bis 2018 verzeichnete Doctena Wachstumsraten von über 100 Prozent jährlich. Um in Europa weiter zu expandieren und die Marktposition zu stärken, sammelte Doctena von privaten Investoren im September 2018 rund 8 Millionen Euro. Das Unternehmen beschäftigt inzwischen mehr als 60 Mitarbeiter.

Ende 2018 nutzten über 10.000 Ärzte das System und 1,4 Millionen Termine wurden monatlich über die Plattform vereinbart. Das Unternehmen setzt sowohl auf Business Development durch Zukäufe anderer Unternehmen, als auch auf organisches, vertriebsbasiertes Wachstum.

Die Kölner itravel geht nach Luxemburg


Auch für deutsche Start-ups ist der Luxemburger Markt mit seinen wohlhabenden und qualitätsbewussten Einwohnern interessant. Im Jahr 2012 entstand das Kölner Start-up itravel, Spezialist für hochwertige Fern- und Hochzeitsreisen. Das Unternehmen bietet Kunden Erlebnistouren und Individualreisen. Dabei setzt itravel auf Exklusivität, Individualität und Nachhaltigkeit. Das Unternehmen schreibt seit 2017 schwarze Zahlen und ist seitdem auch in Luxemburg Stadt auf der Avenue Kennedy präsent. Im Jahr 2018 nahm itravel 15.000 Buchungen vor und setzte 18 Millionen Euro um. Innerhalb der nächsten fünf Jahre will das Start-up zum internationalen Marktführer bei Individualreisen werden.

itravel setzt als erster digitaler Reiseveranstalter künstliche Intelligenz und Datenanalyse ein. Damit können Kunden individuell konfigurierte Reisen buchen. Das Unternehmen kann durch Blockchaintechnologie direkt bei den Anbietern in den Destinationen Reisepakete bezahlen und buchen. Damit kann es Kredit- und Bankkosten sparen.

Durch Übernahmen 2016 und 2018 erweiterte itravel sein Angebot um die Sparten Familienurlaube und romantische Hochzeitsreisen. Zudem wurde itravel in das Ernst & Young Förderprogramm EYnovation aufgenommen, das den Zugang zu Experten bei einer Internationalisierung bietet.


Kontaktadressen

Weitere Informationen zu Luxemburg finden Sie unter www.gtai.de/luxemburg und zu Start-ups unter www.gtai.de/start-ups


Text: Inge Kozel

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