Special Oman Wege aus der Coronakrise

Wirtschaft bleibt vorerst schwach

Die Coronazahlen zeigen wieder eine steigende Tendenz, es gibt erneut mehr Beschränkungen. Eine wirtschaftliche Belebung wird auch durch die ölpreisbedingte Finanzkrise behindert.  


  • Konjunktur und wichtigste Branchen

    In Oman ist die Coronaepidemie unter Kontrolle. Aber das Land leidet unter der anhaltenden Ölmarktschwäche. Die Wirtschaft wird sich nur langsam erholen. (Stand: 26. März 2021)

    Die Nachfrageschwäche auf den internationalen Ölmärkten und die zusätzlichen Effekte der Coronapandemie haben in Oman 2020 zu einer realen (preisbereinigten) Schrumpfung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 10,0 Prozent geführt, so die jüngste Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF). Die Weltbank erwartet -9,4 Prozent. Die Economist Intelligence Unit (EIU) und das in Washington (DC) ansässige Institute of International Finance (IIF) sind mit nur -6,2 Prozent relativ optimistisch.

    Für 2021 wird mit keiner kräftigen Erholung gerechnet. Die restriktive Fiskalpolitik lässt eine schnelle Belebung nicht erwarten. Neue Steuern (im April Einführung einer Mehrwertsteuer von 5 Prozent) und ein weiterer Subventionsabbau sind geplant. Der IWF sieht erst 2023 eine Rückkehr des BIP auf das Niveau von 2018. Die BIP-Prognosen für 2021 liegen zwischen -0,5 Prozent (IWF) und +1,5 Prozent (IIF). Grund für das negative oder geringe BIP-Wachstum 2021 ist die erneute Schrumpfung des Ölsektors. Der Nicht-Ölsektor wird zulegen, aber auch nur um 2,0 Prozent, so der IWF.

    Schwerer Einbruch im Frühjahr und Sommer

    Bislang hat die omanische Statistikbehörde nur Daten zur nominalen (nicht preisbereinigten) BIP-Entwicklung in den ersten neun Monaten 2020 veröffentlicht. Den vorläufigen Zahlen zufolge ist das BIP im Neunmonatszeitraum gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode um 16,5 Prozent gesunken. Auf einen moderaten Rückgang im ersten Quartal von nur 3,9 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal folgte im zweiten Quartal ein Einbruch um 22,7 Prozent, im dritten Quartal waren es -22,2 Prozent. Für das Gesamtjahr 2020 kalkuliert das Finanzministerium mit einer nominalen Schrumpfung um 12,4 Prozent (Prognose von Oktober 2020).

    Der starke Einbruch im Bereich der Öl- und Gasförderung um 24,4 Prozent in den ersten neun Monaten 2020 ist vor allem preisbedingt. Hingegen ist der nominale Rückgang in der Nicht-Öl-Wirtschaft um 12,4 Prozent vor allem durch reale Verminderungen der Wertschöpfung verursacht. Der Nicht-Ölsektor schrumpfte im ersten Quartal 2020 um 6,2 Prozent, im zweiten um 13,8 Prozent und im dritten Quartal um 16,9 Prozent.

    Verarbeitende Industrie mit starkem Rückgang

    Die verarbeitende Industrie hat in den ersten neun Monaten 2020 ein Minus von 24,6 Prozent verbuchen müssen. Die nominale Wertschöpfung der chemischen Industrie (ohne Raffinerieprodukte) ist im dritten Quartal stark eingebrochen. Im ersten Halbjahr 2020 konnte die Chemiebranche noch ein Plus von 5,5 Prozent ausweisen, für die ersten neun Monate wird nun ein Minus von 28,8 Prozent gemeldet. Die anderen Sparten des verarbeitenden Gewerbes erwirtschafteten ein Minus von 20,4 Prozent. Für das Baugewerbe wird eine Kontraktion um 21,0 Prozent gemeldet, für den Dienstleistungssektor ein Rückgang um 10,6 Prozent.

    Die Wirtschaftskrise hat zu einer starken Reduzierung der Zahl ausländischer Arbeitskräfte geführt. Im Jahresverlauf 2020 ist die ausländische Bevölkerung um 11,8 Prozent auf 1,74 Millionen geschrumpft und der Exodus dürfte sich fortsetzen. Die Gesamtbevölkerung ist 2020 um 4,2 Prozent auf 4,47 Millionen gesunken.

    Öl und Gas bleiben wichtigste Branchen

    Trotz Diversifizierungsbemühungen bleibt in Oman die Öl- und Gasförderung auch mittel- und langfristig der wichtigste Wirtschaftszweig. Die Bedeutung des Sektors ist allerdings durch den Preisverfall etwas geschrumpft. Der Anteil am nominalen BIP lag 2019 bei 34 Prozent, in den ersten neun Monaten 2020 waren es nur noch 32 Prozent.

    Omans Ölförderkapazitäten dürften derzeit bei etwa 1 Million bpd (barrel per day) liegen, einschließlich der bei der Gasförderung anfallenden Kondensate. Die Ölproduktion ist 2019 leicht auf 0,97 Millionen bpd gesunken, auf 0,95 Millionen bpd ging es 2020 zurück. Der durchschnittlich von Oman erzielte Barrel-Preis ist 2020 auf 46,0 US$ gefallen, 2019 waren es 63,9 US$.

    Gemäß den im April 2020 von der OPEC+ Ländergruppe vereinbarten Förderquoten durfte Oman im letzten Quartal nur 720.000 bpd Rohöl fördern, eine Beschränkung für das bei der Gasproduktion anfallende Leichtöl (Kondensate) gibt es für Oman nicht. Im ersten Quartal 2021 darf Oman 732.000 bpd fördern, im Januar lag die Förderung bei 732.690 bpd.

    Die gesamte Ölforderung (einschließlich Kondensate) lag 2020 bei 348 Millionen Barrel (2020: 354 Millionen Barrel). Davon entfielen auf Rohöl 279 Millionen Barrel (entspricht 0,76 Millionen bpd) und auf Kondensate 69 Millionen (0,19 Millionen bpd).

    Oman exportierte 2019 durchschnittlich 0,85 Millionen bpd, davon gingen 78 Prozent nach China. Die Ölausfuhren schrumpften 2020 auf 0,78 Millionen bpd, Chinas Anteil stieg auf 86 Prozent. Der Rest wurde vor allem von Indien, Korea (Rep.) und Japan abgenommen.

    Hohe Investitionen in den Ausbau der Petrochemie

    Die Petrochemie ist in Oman die wichtigste Sparte der verarbeitenden Industrie mit einem Anteil an der Wertschöpfung des Sektors von fast 50 Prozent (Schätzung für 2020). Oman will die Chemieindustrie massiv ausbauen. Im Frühjahr 2020 wurde der Liwa Petrochemiekomplexes in Sohar fertiggestellt. Der in Liwa errichtete Steam Cracker verfügt über eine Jahreskapazität von 900.000 Tonnen Ethylen. Die Polyethylen-Anlage kann 800.000 Tonnen HDPE (High Density) und LLDPE (Linear Low Density) produzieren, das Polypropylen-Werk 215.000 Tonnen PP, 40.000 Tonnen MTBE (Methyl-tert Butylether) und 45.000 Tonnen Butene-1.

    Das größte Petrochemieprojekt in einem fortgeschrittenen Planungsstadium ist der 9 Milliarden US$ teure Petrochemiekomplex in Duqm. Projektbetreiber sind die Duqm Refinery and Petrochemical Industries, ein Joint Venture aus der neuen staatlichen OQ Holding und Kuwait Petroleum International. An dem im März 2020 gestarteten Präqualifizierungsverfahren für zwei Teilprojekte im Wert von 6 Milliarden US$ beteiligt sich eine große Zahl internationaler Firmen, darunter auch deutsche Interessenten. Wer zu der Ende 2021 erwarteten Ausschreibung zugelassen wird, ist aber noch nicht bekannt.

    Von Robert Espey | Dubai, Muscat

  • Konjunktur- und Hilfsprogramme

    Die Zentralbank hat zusätzliche Liquidität für Hilfskredite und die Streckung laufender Kredite bereitgestellt. Für ein Konjunkturprogramm fehlt das Geld. (Stand: 20. März 2021)

    Zur Milderung der wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise hat die omanischen Zentralbank im März 2020 ein Hilfspaket bereitgestellt, das den Banken zusätzliche Liquidität von etwa 20 Milliarden US$ verschafft. Die Banken und andere Finanzinstitutionen sollen insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen Mittel zur Überbrückung der Krisenphase anbieten. Kredite sind vor allem zur Stützung des verarbeitenden Gewerbes, der Tourismusindustrie und des Gesundheitssektors gedacht.

    Überbrückungshilfen von Zentralbank und Regierung

    Die Zentralbank hat zudem verschiedene Zinsen abgesenkt. Ferner wurde den Geschäftsbanken der Spielraum zur Kreditvergabe erweitert, was allerdings die Banken im Stressfalle (Zahlungsausfälle) in zusätzliche Schwierigkeiten bringen würde. Der Kapitalerhaltungspuffer (Capital Conservation Buffer), der üblicherweise bei mindestens 2,5 Prozent liegen sollte, wurde auf 1,25 Prozent abgesenkt. Die Obergrenze für Finanzierungen (Lending to Financing Ratio) wurde um 5 Prozent-Punkte auf 92,5 Prozent erhöht. 

    Die Banken wurden angewiesen, Anträge ihrer Kreditnehmer auf Zahlungsaufschub zu genehmigen. Zinserhöhungen aufgrund der Zahlungsrückstande sind nicht zulässig. Den Banken ist auch untersagt, bei laufenden Krediten im Zusammenhang mit staatlichen Projekten eine Änderung der Risiko-Klassifizierung vorzunehmen. Ferner wurden die Banken aufgefordert, ihre Gebühren zu senken und bis Ende 2020 keine neuen Gebühren einzuführen.

    Die Regierung hatte bis Ende August für Restaurants die Touristensteuer und für alle Unternehmen die Kommunalabgabe ausgesetzt. Fabriken in den staatlichen Industriezonen (Industrial Cities) mussten für drei Monate keine Miete zahlen. Die Erneuerung von Gewerbelizenzen war ebenfalls befristet für drei Monaten gebührenfrei.

    Sparmaßnahmen und neue Steuern statt Konjunkturprogramm

    Anfang Januar 2021 wurde die Haushaltsplanung für 2021 (Royal Decree 02/2021) veröffentlicht. Hier werden auch Angaben zum Budgetabschluss 2020 (Schätzungen) gemacht. Das Defizit 2020 wird mit 10,9 Milliarden US$ angegeben, die ursprüngliche Planung zu Jahresbeginn lag bei 6,5 Milliarden US$.

    Die Einnahmen sind 2020 um 19 Prozent auf 22,0 Milliarden US$ gesunken, gegenüber der Haushaltsplanung ergibt sich eine Differenz von 21 Prozent. Die Öl-und Gaseinahmen haben sich um 24 Prozent auf 15,8 Milliarden US$ vermindert, der Anteil an den gesamten Staatseinahmen ist auf 72 Prozent gesunken (2019: 76 Prozent).

    Die Staatsausgaben sind 2020 um 3 Prozent auf 32,9 Milliarden US$ geschrumpft. Die investiven Ausgaben (Development Expenditure) wurden gegenüber 2019 um 52 Prozent auf 2,9 Milliarden US$ reduziert.

    Oman: Entwicklung des Staatshaushalts 2016 bis 2020 (in Millionen US$)

    Sektoren

    2016

    2017

    2018

    2019 1)

    2020 1)

    Einnahmen insgesamt

    19.761

    22.114

    28.442

    27.039

    21.984

    .Öl

    9.483

    12.161

    16.977

    16.007

    11.335

    .Gas

    3.992

    3.958

    5.275

    4.606

    4.416

    .sonstige Einnahmen

    6.286

    5.995

    6.187

    6.426

    6.234

    Ausgaben insgesamt

    33.527

    31.881

    35.322

    33.931

    32.883

    .laufende Ausgaben

    24.208

    23.164

    25.384

    21.926

    27.883

    .Investitionen

    7.608

    6.896

    7.501

    6.072

    2.935

    .sonstige Ausgaben 2)

    1.712

    1.821

    2.436

    2.099

    2.065

    .Ausgaben noch in Abrechnung 3)

    0

    0

    0

    3.834

    0

    Überschuss/Defizit

    -13.766

    -9.766

    -6.883

    -6.892

    -10.899

    1) vorläufige Daten; 2) hier sind vor allem Subventionen erfasst; 3) diese Ausgaben gehören zu verschiedenen Ausgabekategorien, hauptsächlich dürfte es sich um laufende Ausgaben handelnQuelle: Ministry of Finance


    Anders als noch im Oktober geplant, sollen gemäß der aktuellen Budgetplanung die Staatsausgaben 2021 nicht stabil gehalten werden, sondern gegenüber 2020 um 14 Prozent auf 28,3 Milliarden US$ sinken. Im Bereich der investiven Ausgaben ist eine weitere Verminderung um 20 Prozent auf nur noch 2,3 Milliarden US$ anvisiert.

    Die stark sinkenden Staatsausgaben werden unter anderem durch die Ausgliederung eines Großteils der Aufwendungen im Öl- und Gassektor verursacht. Dazu ist im Dezember 2020 die Energy Development Oman Company (EDO) gegründet worden, deren Haushalt nicht mehr Bestandteil des allgemeinen Staatshaushaltes (General State Budget) ist.

    Bei den Staatseinnahmen wird 2021 von einem Anstieg um 2 Prozent auf 22,4 Milliarden US$ ausgegangen. Die Öl- und Gaseinnahmen sollen um 11 Prozent auf 14,1 Milliarden zurückgehen (Ölpreisprognose 2021: durchschnittlich 45 US$ pro Barrel). Gleichzeitig wird mit einem Anstieg der sonstigen Einnahmen um 34 Prozent auf 8,4 Milliarden US$ gerechnet. Es würde sich ein Defizit von 5,8 Milliarden US$ ergeben.

    Der ebenfalls Anfang Januar veröffentliche 10. Fünfjahresplan (Royal Decree 01/2021) weist für 2022 einen Anstieg der Staatsausgaben gegenüber dem Budgetplan 2021 um 2 Prozent auf 29,0 Milliarden US$ aus und für die folgenden beiden Jahre Erhöhungen auf 29,7 Milliarden US$ (2023) und 29,8 Milliarden US$ (2024) und dann einen leichten Rückgang auf 29,7 Milliarden US$ aus. Die Staatsausgaben 2025 wären nominal um 10 Prozent geringer als 2020.

    Im Zeitraum 2022 bis 2025 sollen die Staatseinnahmen kontinuierlich von 24,6 Milliarden auf 29,9 Milliarden US$ steigen. Entsprechend würde 2022 mit einem Defizit von 4,3 Milliarden US$ abschließen und 2025 wäre nach elf Jahren mit negativen Ergebnissen wieder ein Überschuss erwirtschaftet in Höhe von 0,2 Milliarden US$.

    Der Haushaltsausgaben sollen durch vier Initiativen unter Kontrolle gehalten werden:

    1. Im staatlichen Beschaffungswesen sollen Effizienzsteigerungs- und Rationalisierungsstrategien die Kosten senken.
    2. Der Staat will sich als Investor aus vielen Sektoren zurückziehen und sich nur noch auf wenige wichtige Projekte konzentrieren, der in- und ausländische Privatsektor soll zukünftig die zentrale Rolle spielen.
    3. Der Anstieg der laufenden Ausgaben, die zu 60 Prozent aus Personalkosten bestehen, soll dauerhaft gestoppt werden. Neueinstellung werden auf wichtige Sektoren, vor allem im Gesundheits- und Bildungswesen, beschränkt. Somit können sich die Einheimischen nur noch geringe Hoffnungen auf eine sichere Stelle im gut zahlenden öffentlichen Sektor machen, etwa 43 Prozent der 0,46 Millionen omanischen (nicht-ausländischen) Erwerbstätigen waren Ende 2019 im Staatssektor beschäftigt.
    4. Ferner ist zur Ausgabendrosselung vorgesehen, die Subventionen weiter zu reduzieren bzw. zu streichen. Bis 2025 sollen im Wasser- und Stromsektor alle Subventionen entfallen sein.

    Die im Fünfjahresplan ausgewiesene Einahmeerhöhung zwischen 2021 und 2025 um 33 Prozent soll vor allem durch neue Steuern und Abgaben  (Einführung einer Mehrwertsteuer von 5 Prozent, neue Einkommensteuer für "High Earners" etc.), durch eine konsequente Umsetzung der Steuergesetzte und durch höhere Gewinne bei staatlichen Investitionen erreicht werden , die von der "Oman Investment Authority" verwaltet werden.

    Oman: Impfkampagne angelaufen

    Am 27. Dezember startete eine landesweite Corona-Impfkampagne. Oman hat am 15. Dezember die Genehmigung zum Import und zur Verwendung des BioNTech/Pfizer Impfstoffes erteilt. Dem Gesundheitsministerium zufolge kam am 21. Dezember die erste BioNTech/Pfizer Lieferung mit einer DHL Frachtmaschinen an, es waren allerdings nur 15.600 Dosen.

    Zwischenzeitlich wurde als zweiter Impfstoff Oxford Astra Zeneca zugelassen, Johnson & Johnson wird in Kürze folgen. Bis Mitte Februar hatte Oman 156.000 Impfdosen erhalten (100.000 Astra Zeneca; 56.000 BionNTech/Pfizer). Diese Menge dürfte mittlerweile verimpft worden sein.

    Es wird angestrebt, in einer ersten Phase etwa 20 Prozent der Bevölkerung (entspricht 0,9 Millionen) zu immunisieren. Letztlich soll eine Quote von 60 Prozent erreicht werden. Derzeit haben unter anderem Beschäftigte im Gesundheitswesen, ältere Menschen und Personen mit erheblichen Vorerkrankungen Vorrang.



    Von Robert Espey | Dubai, Muscat

  • Einschränkungen im Personen- und Warenverkehr

    Aufgrund der Angst vor den Virusmutationen sind viele Restriktionen wieder zurück. Starke Beschränkungen gelten auch bei der Einreise. (Stand: 8. März 2021)

    Zur Bekämpfung der Coronapandemie hatte Oman im Frühjahr 2020 die Bewegungsfreiheit im Land stark eingeschränkt. Für Ausländer galt zeitweise ein Einreiseverbot. Aufgrund der stark gesunkenen Corona-Infektionen wurden die im öffentlichen Raum und in der Wirtschaft geltenden Restriktionen weitgehend zurückgenommen worden.

    Wieder starke Corona-Restriktionen

    Jetzt sind aber viele Restriktionen wieder zurück. Seit 4. März (2021) bis zunächst zum 20. März ist ein Großteil der wirtschaftlichen Aktivitäten zwischen 20 und 5 Uhr verboten, Ausnahmen gelten unter anderem für Tankstellen und Apotheken. Öffentliche Parks und Strände sind wieder geschlossen. Ferner gelten Versammlungsverbote.

    Hintergrund dieser erneuten Beschränkungen sind die seit Januar wieder ansteigenden Infektionszahlen, die allerdings noch weit unter den im Juli erreichten Spitzenwerten liegen. Im Juli stieg die 7-Tage-Inzidenz auf 240 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner. Ende Dezember wurde mit einem Inzidenzwert von 11 der niedrigste Stand gemeldet. Aktuell (08. März 2021) liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 55, dies entspricht 2.457 Neuinfizierten in 7 Tagen bei einer Bevölkerung von etwa 4,5 Millionen.

    Es befinden sich derzeit 216 Corona-Patienten in stationärer Behandlung, davon 76 auf Intensivstationen. Die Zahl der aktiven Corona-Fälle wird mit 8.126 angegeben. Seit Beginn der Corona-Epidemie wurden 144.404 Fälle registriert, insgesamt 1.594 Personen verstarben an oder mit der Viruserkrankung. Im Februar wurden täglich 0 bis 8 Todesfälle verzeichnet.

    Erhebliche Einreisebeschränkungen

    Auch Oman versucht durch wieder verschärfte Einreisebeschränkungen und –verbote die Einschleppung von Virusmutationen aus dem Ausland zu reduzieren. Die Nachrichten von den zunächst im Vereinigten Königreich und in Südafrika entdeckten Corona-Mutationen veranlasste Oman, die Grenzen vom 22. bis 29. Dezember wieder zu schließen. Am 5. Januar wurde die erste Virus-Mutation in Oman nachgewiesen. Der Infizierte hatte sich zuvor im Vereinigten Königreich aufgehalten.

    Gegenwärtig sind alle Landgrenzen zu den Nachbarländern geschlossen. Der internationale Flugverkehr wurde nicht eingestellt, aber es gelten Einreiseverbote für Reisende aus zwölf Ländern (Südafrika, Brasilien etc.). Deutschland ist aktuell nicht gelistet.

    Vor Abflug nach Oman muss ein negativer PCR-Test in englischer oder arabischer Sprache vorgelegt werden, der bei Ankunft nicht älter als 72 Stunden sein darf. Zudem ist eine Registrierung auf der Internetseite des Gesundheitsministeriums erforderlich (https://covid19.emushrif.om/pre-registration-info/travel). Dabei muss eine Gebühr in Höhe von 25 Rial Omani (R.O.; 65 US$) für den bei Ankunft in Oman obligatorischen weiteren PCR-Test entrichtet werden. Bei Einreise ist auch die Tarassud+ App des Gesundheitsministeriums auf dem Handy zu installieren.

    Nach Einreise ist eine siebentägige institutionelle Quarantäne in Hotels grundsätzlich verpflichtend, die mit einem Tracking-Armband überwacht wird. Am achten Tag ist ein dritter PCR-Test durchzuführen, alternativ kann die Quarantäne bis zum 14. Tag fortgesetzt werden. Bei Verstoß gegen die Quarantänepflicht droht eine Strafe von 1.000 R.O. (2.597 US$), teilte das Gesundheitsministerium mit.

    Ausländer mit einer gültigen Aufenthaltserlaubnis (Expats), die sich länger als 180 Tage außerhalb des Landes aufgehalten haben, müssen zur Einreise ein neues Visum beantragen.

    Der Warenverkehr läuft mit den Corona bedingten Beschränkungen relativ normal.

    Aktuelle Informationen zu Reisebeschränkungen

    Die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes bieten den neuesten Stand der Reisebeschränkungen.


    Von Robert Espey | Dubai, Muscat

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