Special Polen

Trotz Fortschritten muss Polen weiter modernisieren

Polens Infrastruktur hat sich seit dem EU-Beitritt 2004 bereits deutlich verbessert. Dennoch besteht Investitionsbedarf. Wegen des gewachsenen Güterverkehrs werden Containerhäfen und das Schienennetz weiter ausgebaut. Im Energiesektor setzt Polen weiterhin auf Kohle und modernisiert zahlreiche Kraftwerke. EU-Gelder sind eine wichtige Finanzierungsmöglichkeit, nach einer Gesetzesnovelle sollen Private-Public-Partnerships jedoch attraktiver werden.

Polens Bevölkerung wächst und zieht in die Städte

Nachdem die Bevölkerungszahl Polens seit Jahren abnahm, blieb sie 2016 bei 38,4 Mio. stabil. Die Anzahl der Geburten wuchs laut dem Statistischen Hauptamt GUS um 4,4% auf rund 385.400. Viele Einwohner zieht es in die Großstädte, wo die Löhne stärker steigen als auf dem Lande.

Um den zunehmenden Verkehrsstaus entgegenzuwirken, erhalten Städte breite Umgehungsstraßen. Der öffentliche Nahverkehr wird verbessert. Der Fokus liegt auf den Straßenbahnen und dem zunehmenden Einsatz von Elektrobussen. Warschau und Lodz investieren auch in U-Bahnlinien, allerdings in bescheidenem Umfang. Die Großstädte sind gut mit WLAN-Netzen ausgestattet.

Die Verkehrsinfrastruktur des Landes hat sich seit dem EU-Beitritt 2004 deutlich verbessert. Im Autobahnnetz sind nur noch einige Lücken zu schließen. Bahnpassagiere können über Warschau in verschiedene Richtungen mit dem Hochgeschwindigkeitszug Pendolino in andere Städte reisen. Nun stehen schwerpunktmäßig Investitionen in den Güterzugverkehr an, vor allem in Richtung Norden zu den Meereshäfen und in Oberschlesien. Die Häfen bauen ihre Umschlagkapazitäten für Container aus; der Hafen von Gdansk (Danzig) mit seinem Deepwater Container Terminal ist dabei führend.

Polen will die ihm im EU-Haushalt 2014 bis 2020 zugesagten Mittel von rund 82 Mrd. Euro in starkem Maße für seine Infrastruktur verwenden. Bislang flossen die Mittel jedoch nur langsam. Große Projekte werden meist von Konsortien durchgeführt, zu denen oft eine westeuropäische Gesellschaft und ein inländisches Bauunternehmen gehören. Besonders umfangreiche Vorhaben stehen im Energiesektor an, wobei Polen schwerpunktmäßig auf eine sauberere Nutzung der Kohle setzt.


Rahmenbedingungen Polen

Indikator

2016

2025 (Prognose)

Bevölkerung (in Mio.)

38,4

37,7

Bevölkerungswachstum in % (im Vergleich zu 2013)

-0,2

-2,0

Bevölkerung Stadt (in Mio.)

23,1

22,2

Bevölkerung Land (in Mio.)

15,3

15,5

BIP (nominal, in Mrd. US$)

467,5

633,2 *)

Bruttoanlageinvestitionen (in % des BIP, Stand 2015)

20,1

k.A.

*) 2022

Quellen: Eurostat, GUS, IWF


Qualität der Infrastruktur (2016/2017)

 

Ranking

Score

Qualität der gesamten Infrastruktur (Transport, Telefonie, Kommunikation)

53

4,3

Qualität der Straßen

72

4,0

Qualität der Schienentransportsysteme

49

3,3

Qualität der Häfen

66

4,1

Qualität der Lufttransportsysteme

72

4,3

Qualität der Elektrizitätsversorgung

48

5,5

Quelle: Global Competitiveness Report 2016/2017


Text: Beatrice Repetzki

Polen will bis 2023 etwa 15 Mrd. Euro in das Schienennetz stecken

Polen verfügte Ende 2016 über 3.163,4 km Fernstraßen, davon 1.631,7 km Autobahnen und 1.531,7 km Schnellstraßen. Langfristig sind 7.650 km geplant. Derzeit befindet sich zum Beispiel ein Abschnitt der Nord-Süd-Autobahn A1 im Bau, der zum Flughafen Pyrzowice bei Katowice (Kattowitz) führen wird. Gegen Mitte 2017 soll eine Maut auf insgesamt 3.661 km Strecke gelten, darunter auch auf Abschnitten einfacherer Landstraßen. Für den Straßenbau zuständig ist die Generaldirektion für Landstraßen und Autobahnen GDDKiA.


Übergebene Strecken von Autobahnen und Schnellstraßen in Polen (in km)

2016

2017 *)

2018 und 2019 *)

124

390

900

*) Pläne
Quelle: GDDKiA


Das Landesbahnprogramm, Krajowy Program Kolejowy (KPK), sieht Investitionen von insgesamt 67 Mrd. Zloty (Zl; rund 15,5 Mrd. Euro, 1 Euro = 4,3208 Zl; Stand: 15.3.17) bis 2023 vor. Rund 9.000 km Strecken sind zu erneuern und mit moderner Technik auszustatten. Der Betreiber des polnischen Schienennetzes PKP Polskie Linie Kolejowe (PKP PLK) tätigte 2016 die ersten Ausschreibungen, 2017 sollen Verträge im Wert von rund 20 Mrd. Zl unterzeichnet werden. Außerdem plant PKP PLK 2017 über 100 weitere Ausschreibungen im Wert von 12 Mrd. Zl.


Modernisierte Bahnstrecken in Polen (in km)

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

699

631

467

500

1.141

939

1.295

1.394

828

510

Quelle: PKP PLK


An Aufträgen interessiert zeigen sich unter anderem die drei inländischen Bauunternehmen Trakcja, Torpol und die Gruppe ZUE.

Angesichts der wachsenden Umschlagskapazitäten der drei Meereshäfen wächst der Nachholbedarf bei der Schaffung von Intermodalstationen für Container auf andere Verkehrsmittel. Die Häfen von Gdansk, Gdynia (Gdingen) und Szczecin-Swinoujscie (Stettin-Swinemünde) verluden 2016 laut GUS insgesamt über 14,8 Mio. t Container (+9,3% gegenüber 2015) bzw. über 2 Mio. TEU (Standard-Containereinheit). Die Gesellschaft PCC Intermodal will von 2018 bis 2021 zusätzliche Umladestationen schaffen. Hervorstechend ist dabei ihr Projekt im Hinterland der Häfen von Gdansk und Gdynia. Zu diesen beiden Häfen gehören vier Containerterminals.


Strukturdaten Verkehrsinfrastruktur Polen

 

2016

2020 (Prognose)

Wert der Bauinvestitionen insgesamt (in Mrd. Euro, 2015)

15,3

16

davon Verkehrsinfrastrukturbau (2015)

3,9

4

Netz von Autobahnen und Schnellstraßen (km)

3.163

4.453

Schienennetz (km)

19.900

20.000

Flughäfen (Anzahl)

17

18

Flughäfen (Mio. Passagiere)

34

41

Containerhäfen (Anzahl)

3

3

Quelle: GUS Bauwirtschaft, GDDKiA, PKP PLK, ULC (Luftfahrtamt)


Nachdem Polen in den vergangenen Jahren neue Regionalflughäfen geschaffen und seine Airports in den Großstädten ausgebaut hat, stehen noch weitere Investitionen an. Das Terminal des Warschauer Chopin-Flughafens, der 2017 rund 14 Mio. Passagiere abfertigen dürfte, soll vergrößert werden. Die Investition hängt aber ab von der Entscheidung über den Bau eines neuen Zentral-Airports, der zwischen Warschau und Lodz entstehen könnte. Der kleine Charterflughafen Warschau-Modlin wird ebenfalls ausgebaut. Die Stadt Suwalki im Nordosten des Landes beantragte Anfang 2017 die Genehmigung zum Bau einer Startbahn für ihren lokalen Flughafen, der 2018 seinen Betrieb aufnehmen soll.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. Euro)

Träger

Projektstand

Planung / Bauausführung

Erneuerung Bahnstrecke Warszawa-Poznan

605

PKP PLK

Planung

k.A.

Verlängerung U-Bahn-Linie 2, Warschau: Sechs Stationen

810

Stadt Warschau

Baubeginn

Astaldi
Gülermak

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest


Text: Beatrice Repetzki


Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:

Transport und Verkehr
Bauwirtschaft
Projekt- und Ausschreibungsmeldungen

Polen setzt weiter auf Energie aus Kohle

Im Energiesektor stehen große Projekte an, wobei eine sauberere Nutzung der Kohle im Vordergrund steht. Energieminister Krzysztof Tchorzewski will den Bau von mindestens fünf bis sechs Kraftwerksblöcken für etwa 45 bis 50 Mrd. Zl. in Angriff nehmen. Außerdem sind bestehende Blöcke mit umweltfreundlicheren und effizienteren Technologien nachzurüsten. Erwogen wird auch der Bau eines Kernkraftwerkes. Das Starkstromverteilungsunternehmen, Polskie Sieci Elektroenergetyczne, prüft, ob bis 2020 entweder umfangreiche Modernisierungen von Bestandsanlagen durchgeführt und nur 2,985 GW vom Netz genommen werden. Die Alternative wäre, diese vom Netz zu nehmen und stattdessen neue Anlagen zu bauen.

Am Bau eines Blocks mit 1.000 MW beim Steinkohlekraftwerk von Ostroleka (Ostrolenka) zeigt sich unter anderem interessiert ein Konsortium aus dem Bauunternehmen Mostostal Warszawa, der koreanischen Doosan und der spanischen Acciona Industrial. Baubeginn soll 2018 sein.


Im Bau befindliche Kraftwerksblöcke in Polen (Kapazität in MW)

Kapazität

437

596

1.075

1.800

496

467

910

Standort

Wloclawek

Plock

Kozienice

Opole

Turow

Stalowa Wola

Jaworzno

Initiator

Orlen

Orlen

Enea

PGE

Tauron

Tauron

Tauron

Quelle: Firmenangaben, PSE


Den größten Anteil an der Energieerzeugung hatte 2015 PGE mit 37,3%, gefolgt von Tauron (11,3%), EdF (10,0%), Enea (9,0%), Engie (5,0%), Energa (2,5%) und übrigen (24,9%). Die französischen Gesellschaften EdF und Engie ziehen sich jedoch aus Polen zurück.


Strukturdaten Energieinfrastruktur Polen

Indikator

2016

2020 (Prognose)

Primärenergieverbrauch (in Mio. t Öläquivalent, 2015)

95

96

Stromverbrauch/Kopf

4.267 kWh

4.300 kWh

Stromerzeugungskapazitäten (2015 in GW)*

40,5

42

Kohle/Öl/Gas (in %)

73,3

80

Atomkraft (in %)

0

0

erneuerbare Energien (in %)

19,7

15

Endpreis Haushaltsstrom (in Zloty/kWh, netto)

0,2762

0,3

Bevölkerung mit Anschluss an das Stromnetz (%), Schätzung

99,9

99,9

* Anteile ohne industrieeigene Kraftwerke
Quelle: PSE, GUS, Statista, GTAI Warschau


Umfangreiche Investitionen führt auch PSE in die Verteilungsinfrastruktur durch. Längerfristig geplant sind Offshore-Windfarmen. Die Bedingungen für Binnenwindparks wurden dagegen verschlechtert, weshalb hier kein wesentlicher Zuwachs erwartet wird. Auch Biomasse und Solarenergie sollen verstärkt genutzt werden. Die Kapazitäten für erneuerbare Energien betrugen 2016 laut dem Amt für Energieregulierung URE 8,416 GW. Einen der größten Batterienstromspeicher der Welt planen mit staatlicher Unterstützung PSE, Energa Operator und Energa Wytwarzanie zusammen mit Hitachi, Hitachi Chemical und der Sumitomo Mitsui Banking Corp. in der Nähe des Windparks Bystra.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. Euro)

Träger

Projektstand

Planung / Bauausführung

Steinkohleblock mit 1.000 MW bei Kraftwerk Ostroleka

1.300 bis 1.400

Enea
Energa

Planung

k.A.

Gas-und-Dampfturbinenblock mit 420 bis 490 MWe bei Wärmekraftwerk Zeran, Warschau

350

PGNiG Termika S.A.

Planung

k.A.

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest


Text: Beatrice Repetzki


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Kraftwerksbau

Energieerzeugung

Übertragung und Verteilung

Investitionen von Polens Mobilfunkbetreibern zeigen Wirkung

Die polnische Regierung strebt eine fortschreitende Digitalisierung des Landes an. Für die Weiterentwicklung der digitalen Verwaltung und das Abwehren von Cyberattacken ist das Ministerium für Digitalisierung, Ministerstwo Cyfryzacji, zuständig. Geplant sind zum Beispiel Personalausweise mit Onlinefunktionen. Zur Verwirklichung solcher Vorhaben ist ein weiterer Ausbau der Datenautobahnen erforderlich. Die EU stellt Polen in ihrem Programm „Polska cyfrowa“ 2014 bis 2020 rund 2,17 Mrd. Euro zur Verfügung, darunter 1,02 Mrd. Euro für den allgemeinen Zugang zum schnellen Internet. Der Eigenbeitrag Polens beläuft sich auf 394 Mio. Euro.

Der Kabel-TV-Anbieter UPC Polska will in den kommenden Jahren für rund 4 Mrd. Zl die Reichweite seiner Infrastruktur verdoppeln. Orange Polska beabsichtigt, bis zu 2,2 Mrd. Zl für sein FTTH-Netz aufzubringen. Netia plant Ausgaben von 420 Mio. Zl für Lichtleiterkabel. Orange Polska und Netia wollen in erster Linie ihre bereits vorhandene Infrastruktur in größeren und mittleren Städten modernisieren. Die drei Festnetzanbieter müssen sich im Wettbewerb mit Mobilfunkbetreibern.


IKT-Infrastruktur in Polen

Indikator

2016 (Schätzung)

2020 (Prognose)

Durchschnittliche Geschwindigkeit der Internetanschlüsse (in kbps)

11.000

30.000

Festnetzanschlüsse (in % der Einwohner)

50

45

Mobile Netzabdeckung (in % der Einwohner)

100

100

Anteil d. Haushalte mit Internetzugang, Festnetz(in %)

51

50

Quelle: ITU


Die Internetgeschwindigkeiten sind beim Mobilfunk dank der LTE-Technologie mitunter höher als im Festnetz. Die Mobilfunkanbieter investierten in den ersten drei Quartalen 2016 laut Berechnungen der Tageszeitung Rzeczpospolita mit annähernd 12 Mrd. Zl einen besonders hohen Betrag, da einige Betreiber für insgesamt rund 9,2 Mrd. Zl LTE-Frequenzen mit 800 und 2.600 MHz für das schnelle, mobile Internet erwarben. Dies waren T-Mobile Polska mit 4,194 Mrd. Zl, Orange mit 3,168 Mrd. Zl, Play mit 1,718 Mrd. Zl und Polkomtel mit 0,156 Mrd. Zl.

Künftig dürfte die Cloud zunehmend physische Datenträger ersetzen. T-Mobile Polska will neue Lösungen vorantreiben, die den Kunden den Zugang zu digitalen Diensten erleichtern. Die Gesellschaft bereite sich auf einen immensen Anstieg von Bewegungen im Internet vor, darunter vermehrte Versendungen von Filmen, Videos, Musik und anderen Mitteilungen zwischen Personen. Außerdem begännen Fabriken, intelligente Häuser, Fahrzeuge und andere Objekte damit, miteinander zu kommunizieren. Dank umfangreicher Investitionen gehöre Polen bereits jetzt zu den führenden Ländern bei der Nutzung von mobilen Diensten in Europa. Bei der Nutzung von Robotern in der Industrie (Industrie 4.0) steht das Land jedoch erst am Anfang der Entwicklung.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. Euro)

Träger

Projektstand

Planung / Bauausführung

1.300 km Lichtleiterkabel, Südoberschlesien

10

SferaNet

Planung

k.A.

Quelle: Orange Polska, GUS, Germany Trade & Invest


Text: Beatrice Repetzki


Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest
Projekt- und Ausschreibungsmeldungen

Starkes Stadt-Land-Gefälle in Polens Abwassernetz

Polen verfügte 2015 laut GUS über 3.273 Kläranlagen, darunter 2.427 biologische und 826 mit erhöhter Beseitigung von biogenen Bestandteilen. Inzwischen dürften auch fast alle ländlichen Gemeinden von Kläranlagen bedient werden und an eine Kanalisation angeschlossen sein; Dennoch profitierten 2015 erst 73% der Bevölkerung von Kläranlagen, in der Stadt 95% und auf dem Lande 40%. Das Netz der Wasserverteilungsleitungen war 2015 rund 297.000 km und das Kanalisationsnetz 149.000 km lang. 

Bei der Beseitigung von Siedlungsmüll hat Polen noch Nachholbedarf. Das Land setzt dabei zum einen auf Müllverbrennungsanlagen (MVA), die möglichst auch Energie erzeugen sollen, und zum anderen auf Wiederverwertung und Recycling. Sechs MVA sind bereits in Warschau, Krakow (Krakau), Bydgoszcz (Bromberg), Konin, Bialystok und Poznan (Posen) in Betrieb. Die Übergabe der MVA in Szczecin (Stettin) durch die italienische Termomeccanica Ecologia verzögert sich bis voraussichtlich November 2017.


Rahmendaten Umweltinfrastruktur

Indikator

2016 (Schätzung)

2020 (Prognose)

Investitionen in Umweltschutz (Anteil am BIP in %, 2013)

0,53

0,7

Investitionen in Wasserversorgung, Behandlung von Abwässern und Abfällen, Rekultivierung (in Mrd. Euro, 2015)

3,1

3,8

Improved sanitation facilities (% der Bevölkerung mit Zugang, 2015) 1)

97,2

99

Anschluss an Trinkwassernetz (% der Bevölkerung)

91,8

94

Müllaufkommen insgesamt (in Mio. t, 2015)

141,8

143

kommunale Abfälle

10,9

11

Recyclingquote (2015) 2)

57,9

70

1) Verbesserte Sanitäreinrichtungen, Kategorie der WHO
2) Anteil Recycling von Verpackungsmüll am Verpackungsaufkommen
Quelle: Eurostat, GUS, GTAI Warschau, Weltbank gemäß WHO/Unicef


Zwischen Gdansk und Kolbudy ist die MVA „Port Czystej Energii“ geplant, die Strom und Wärme erzeugen wird. Der Baubeginn ist für 2018/2019 vorgesehen und die Übergabe für 2020. Jährlich sollen dort 160.000 t Siedlungsmüll aus Gdansk und Umgebung verbrannt werden. Als weitere mögliche Standorte für MVA gelten Warschau, Wroclaw (Breslau) und Lodz.

Der wieder zu verwertende Siedlungsmüll, mitunter auch Industriemüll, wird in Müllverarbeitungsbetrieben gesammelt, getrennt, recycelt und entsorgt. Einige werden so aufgerüstet, dass sie den Status einer Regionalen Installation zur Verarbeitung von Kommunalen Abfällen (Regionalna Instalacja Przetwarzania Odpadow Komunalnych, RIPOK) erhalten. Solche RIPOK betreibt zum Beispiel die deutsche Gesellschaft Alba in Oberschlesien, die mehrere Firmen in Polen, vor allem in Nieder- und Oberschlesien, hat.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. Euro)

Träger

Projektstand

Planung / Bauausführung

Müllverbrennungsanlage im Südwesten von Gdansk (Danzig)

93 Mio. bis 116 Mio.

Zaklad Utylizacyjny Sp.z o.o. w Gdansku

Planung

k.A.

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest


Text: Beatrice Repetzki


Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:

Wasserversorgung

Umweltschutz, Entsorgung, Klimaschutz


Projekt- und Ausschreibungsmeldungen:

Umweltschutz, Entsorgung, Klimaschutz

Tourismus erhöht Polens Bedarf an Infrastruktur zusätzlich

Der Gesundheitssektor modernisiert und erweitert ständig seine Einrichtungen. Über das nationale Gesundheitsprogramm informiert das zuständige Ministerium, Ministerstwo Zdrowia (MZ, www.mz.gov.pl) auf seiner Homepage, wo es Ausschreibungen veröffentlicht. Investitionen listet auch das Portal zum Gesundheitsmarkt auf. In Rzeszow werden drei Krankenhäuser für insgesamt 127 Mio. Zl ausgebaut, insbesondere das des Innenministeriums (www.szpitalmsw.rzeszow.pl). Die Stadt Szczecin lockt mit ihren modernen Arztpraxen und Krankenhäusern Patienten aus dem Ausland an. Ein großes, modernes Transplantationszentrum entsteht dort durch die Zusammenlegung zweier Krankenhäuser.

Aufgrund der demografischen Entwicklung werden weitere Betreuungseinrichtungen für Senioren, auch aus Nachbarländern wie Deutschland, geschaffen. Diese entstehen landesweit, darunter im niederschlesischen Glatzer Bergland, in der Stadt Opole (Oppeln) und an der Ostsee (http://rezydencjaseniora.pl/de/).

Polen baut seine Tourismusbasis weiter aus. Einen regelrechten Hotelboom verzeichnet die Dreistadt Gdansk-Sopot-Gdynia (Danzig-Zoppot-Gdingen); bis Ende 2018 sollen dort laut dem Vorsitzenden der Wirtschaftskammer des Polnischen Hotelwesens (IGPH, www.ighp.pl), Ireneusz Weglowski, 2.800 Hotelzimmer hinzukommen. Auf der Danziger Speicherinsel entsteht das Viersternehaus der Marke „Dobry Hotel“. In Sopot ist ein Radisson Blu mit fünf Sternen geplant. Deutsche Baulösungen und Gebäudetechnik sind gefragt.

Touristen und Einheimischen werden auch Sport- und Freizeiteinrichtungen geboten. Noch ist jedoch die Finanzierung des geplanten Jachthafens von Gdynia nicht geklärt. Weitere Städte erhalten Spaßbäder; Czestochowa (Tschenstochau) plant für ein solches 58,5 Mio. Zl ein, das 2020 in Betrieb gehen soll. Bei Sosnowiec (Sosnowitz) in Oberschlesien ist für 150 Mio. Zl der Sportpark Zaglebowski Park Sportowy geplant, zu dem ein Stadion, eine Eislaufbahn und eine Sporthalle gehören.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. Euro)

Träger

Projektstand

Planung / Bauausführung

Jachthafen: Nowa Marina Gdynia

37

Nowa Marina Gdynia, Polski Zwiazek Zeglarski (Polnischer Segelverband, www.pya.org.pl/polski-zwiazek-zeglarski/)

Planung

k.A.

Freizeitpark bei A2 (Berlin – Poznan): Holiday Park Kownaty (http://holidayparkkownaty.com)

40 (1. Phase)

Momentum Capital (http://momentumcapital.nl)

Planung, Baubeginn

Plopsa Group www.plopsa.be

Quelle: Recherche Germany Trade & Invest


Text: Beatrice Repetzki

Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest: 

Tourismus
Gesundheitswesen

Projekt- und Ausschreibungsmeldungen:
Tourismus
Gesundheitswesen

Öffentlich-Private-Partnerschaften sollen in Polen attraktiver werden

Bei der Finanzierung des weiteren Ausbaus der Infrastruktur spielen EU-Mittel die zentrale Rolle. Das Operationelle Programm für Infrastruktur und Umweltschutz (OPIuU) 2014 bis 2020, zu dem die EU 27,4 Mrd. Euro beisteuert, umfasst insgesamt 32 Mrd. Euro. Polen selbst muss 4,6 Mrd. Euro aufbringen. Hinzu kommen EU-Mittel aus den Regionalprogrammen, aus dem speziellen Fördertopf für das strukturschwächere Ostpolen und dem länderübergreifenden Programm „Europa verbinden“.

Kredite stellen mitunter auch die Europäische Investitionsbank (EIB), die Polen 2016 rund 4,44 Mrd. Euro lieh, und die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) zur Verfügung. Umweltprojekte finanziert die Bank für Umweltschutz, Bank Ochrony Srodowiska (BOS). Der Landesfonds für Umweltschutz und Wasserwirtschaft, Krajowy Fundusz Ochrony Srodowiska i Gospodarki Wodnej (KFSiGW), stellt ebenfalls Mittel dafür bereit. Der 2016 gegründete Polnische Entwicklungsfonds, Polski Fundusz Rozwoju, unterstützt lokale Selbstverwaltungen und private Unternehmen finanziell, um das Land mit Direktinvestitionen weiterzuentwickeln.

Um Öffentlich-Private-Partnerschaften (ÖPP) attraktiver zu machen, arbeitet das für Wirtschaft zuständige Ministerium, Ministerstwo Rozwoju, an einer Gesetzesnovelle. So soll etwa die Gründung von Zielgesellschaften zur Verwirklichung von Vorhaben geregelt werden. Bisher herrscht das Konzessionsmodell, sogenannte kleine ÖPP vor, wobei die späteren Nutzer etwa von Tief- oder Hochgaragen die Investition mit ihren Gebühren amortisieren. Die Gemeinden stellen hier häufig ein Grundstück bereit, das ein in- oder ausländischer Investor bebaut und betreibt.


Text: Beatrice Repetzki

Polen: Deutsche Unternehmen sind gern gesehene Konsortialpartner

Deutsches Know-how ist bei Großprojekten gefragt, sei es als Ingenieur- oder Architekturleistungen. Im Rahmen von ÖPP führt Siemens Energiesparmaßnahmen in öffentlichen Nutzbauten durch. Der deutsche Konzern liefert außerdem Turbinen für Kraftwerke.

Zur Durchführung von Großprojekten wie Kraftwerken oder MVA werden üblicherweise Konsortien gebildet, wobei etwa ausländische Partner das Know-how und technische Lösungen einbringen und inländische Bauunternehmen Bauarbeiten ausführen. Neue Energiekapazitäten will unter anderem der inländische Baukonzern Polimex-Mostostal S.A. schaffen. Kesselanlagen stammen zum Beispiel von dem inländischen Hersteller Rafako, der mit Siemens bei der Errichtung des Steinkohleblocks Jaworzno III mit 910 MW für 5,4 Mrd. Zl durch Tauron kooperiert.

Weitere ausländische Konsortialpartner bei Energieprojekten sind Mitsubishi Hitachi Power Systems Europe aus Duisburg, General Electric Poland bzw. Alstom Power aus der GE-Gruppe, die spanische Tecnicas Reunidas S.A. und andere. Die Konsortien vergeben als Generalunternehmer Aufträge an Unterauftragnehmer. Deutsche Unternehmen haben Chancen sowohl als Konsortialpartner als auch als Unterauftragnehmer. Spanische, italienische und andere Unternehmen machen ihnen dabei allerdings Konkurrenz, im Falle des U-Bahnbaus in Warschau auch die türkische Firma Gülermak. Hoch- und Tiefbauarbeiten übernehmen von den ausländischen Tochtergesellschaften vor allem die Grupa Skanska Polska, Strabag Polska und Hochtief Polska.

Öffentliche Ausschreibungen gibt das Amt für Öffentliche Aufträge, Urzad Zamowien Publicznych, bekannt. Bei der Auftragsvergabe soll die Qualität eine größere Rolle als der Preis spielen. Dennoch erhalten Bieter mitunter aufgrund ihres günstigeren Preises den Zuschlag, was für deutsche Mitbewerber ein Nachteil sein kann. Private Vorhaben können freiwillig ausgeschrieben werden. Hier werden manchmal Wettbewerbe organisiert und mit einer kleinen Auswahl von Architekten oder Ingenieuren und Bauträgern verhandelt. Kleinere private Projekte werden über persönliche Kontakte und Empfehlungen vergeben

Text: Beatrice Repetzki

Polen: Kontakte, Veranstaltungen, Internetadressen

Institution

Internetadresse

AHK Polen

www.ahk.pl

Urzad Zamowien Publicznych (UZP, Amt für Öffentliche Ausschreibungen)

www.uzp.gov.pl

Polska Agencja Rozwoju Przedsiebiorczosci (PARP, Polnische Agentur zur Entwicklung des Unternehmertums, vergibt EU-Mittel)

www.parp.gov.pl

Narodowy Fundusz Ochrony Srodowiska i Gospodar-ki Wodnej (NFOSiGW, Landesfonds für Umweltschutz und Wasserwirtschaft, Projektfinanzierung)

www.nfosigw.gov.pl

Bank Ochrony Srodowiska (BOS, Umweltprojekte)

www.bosbank.pl

Polska Izba Przemyslowo-Handlowa Budownictwa (Kammer der Bauwirtschaft)

www.piphb.org

Instytut Energetyki Odnawialnej (IEO, Institut für Erneuerbare Energie)

www.ieo.pl

Generalna Dyrekcja Drog Krajowych i Autostrad (Generaldirektion für Landstraßen und Autobahnen)

www.gddkia.gov.pl

PKP Polskie Linie Kolejowe S.A. (Polnische Eisenbahn, Schienennetz, Infrastruktur)

www.plk-sa.pl, www.plk-inwestycje.pl

Krajowa Izba Elektroniki i Telekomunikacji (Landeskammer für Elektronik und Telekommunikation)

www.kigeit.org.pl

Polska Izba Turystyki (PIT, Tourismuskammer)

www.pit.org.pl

Ministerstwo Rozwoju (Wirtschaftsministerium)

www.mr.gov.pl

Ministerstwo Infrastruktury i Budownictwa (Infrastruktur- und Bauministerium)

www.mib.gov.pl

Ministerstwo Energii (Energieministerium)

www.me.gov.pl

Urzad Regulacji Energetyki (URE, Amt für Energieregulierung)

www.ure.gov.pl

Ministerstwo Srodowiska (Umweltministerium)

www.mos.gov.pl

Ministerstwo Gospodarki Morskiej (Ministerium für Meereswirtschaft)

www.mgm.gov.pl

Ministerstwo Cyfryzacji (Digitalisierungsministerium)

https://mc.gov.pl

Urzad Komunikacji Elektronicznej (UKE, Amt für Elektronische Kommunikation)

www.uke.gov.pl

Ministerstwo Zdrowia (Gesundheitsministerium)

www.mz.gov.pl

Ministerstwo Edukacji Narodowej (Bildungsministerium)

https://men.gov.pl

Ministerstwo Sportu i Turystyki (Sport- und Tourismusministerium)

www.msport.gov.pl

Budma (Baumesse, Poznan)

www.budma.pl

Autostrada-Polska (Straßenbaumesse, Kielce)

http://targikielce.pl/pl/autostrada.htm

Trako (Eisen- und Straßenbahnmesse, Gdansk)

http://trakotargi.amberexpo.pl

Baltexpo (Messe: Meereswirtschaft, Häfen, Gdansk)

www.baltexpo.ztw.pl

Energetab (Energiemesse, Bielsko-Biala)

www.energetab.pl

Pol-Eco-System (Messe: Umwelt/Kommunen, Poznan)

www.poleko.mtp.pl

Tour Salon (Tourismusmesse, Poznan)

www.tour-salon.pl

Portal zum Gesundheitsmarkt mit Projekten

www.rynekzdrowia.pl

Portal zur Abfallwirtschaft

www.odpady.net.pl

Quelle: Recherche Germany Trade & Invest


Text: Beatrice Repetzki

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