Special Vereinigte Arabische Emirate

Vereinigte Arabische Emirate: Infrastrukturausbau auf hohem Niveau

Die Vereinigten Arabischen Emirate modernisieren ihre gute Infrastruktur stetig. Entschieden und finanziert werden Projekte hauptsächlich von Regierungsseite. Innovative Lösungen sind gefragt. Investitionen sind in den nächsten Jahren in erster Linie in den Schienenverkehr geplant, sowohl für den Personennahverkehr als auch für den Gütertransport. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Energiesektor. Beteiligungschancen für deutsche Unternehmen gibt es als Planer und Technologielieferanten.

Vereinigte Arabische Emirate investieren in Verkehr und Energie

Angetrieben wird die Wirtschaft der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) vor allem vom Ölsektor Abu Dhabis sowie dem Dienstleistungs- und Bausektor Dubais. Staatliche Investitionen in die Infrastruktur tragen das Gros der Projekttätigkeit. Die Qualität der vorhandenen Infrastruktur ist sehr gut, die VAE streben stetig nach weiteren Verbesserungen und Innovationen. Die Regierung kann rasch Entscheidungen fällen und viele Visionen umsetzen.

Hohe Investitionen sind in den nächsten Jahren für die Verkehrsinfrastruktur und die Stromversorgung geplant. Es geht um Atomkraftwerke, den Ausbau Erneuerbare Energien und Schienenprojekte wie die Erweiterung der Dubai Metro, den Bau einer Stadtbahn in Abu Dhabi, den Ausbau des Schienennetzes und Erweiterungen der Flughäfen.


Rahmenbedingungen

Indikator

2016

2025 (Prognose)

Bevölkerung (in Mio.)

9,2 *)

12,9

Bevölkerungswachstum (in %)

0,8 *)

2,9

Bevölkerung Stadt (in %)         

85,5 *)

88,6

Bevölkerung Land (in %)

14,5 *)

11,4

BIP (nominal, Mrd. US$)

375

k.A.

Investitionen (in % des BIP)

22,1

23,0

Alle Werte sind Schätzungen bzw. Prognosen. 1) 2015
Quellen: Federal Competitiveness and Statistics Authority, IMF, Weltbank, Germany Trade & Invest


Seit dem Einbruch der Ölpreise 2015 hat die Investitionstätigkeit an Schwung verloren. Die Staatseinnahmen sind gesunken, das Wirtschaftswachstum hat sich verlangsamt und es werden weniger Projekte vergeben. Projekte, die als nicht prioritär erachtet werden, dürften erst nach 2020 vergeben werden. Besonders Abu Dhabi hat seine öffentlichen Ausgaben stark gekürzt. In Dubai werden bislang weiter neue Projekte angekündigt, von denen viele bis zur Expo 2020 fertig gestellt werden sollen. Anders als beim ölreichen Abu Dhabi wird die Wirtschaft hier vor allem von Dienstleistungen und der Bauwirtschaft getragen.


Qualität der Infrastruktur (2016/2017)

 

Ranking (von 138)

Score

Qualität der gesamten Infrastruktur (Transport, Telefonie, Kommunikation)

4

6.3

Qualität der Straßen

1

6.5

Qualität der Schienentransportsysteme

k.A.

k.A.

Qualität der Häfen

3

6.4

Qualität der Lufttransportsysteme

2

6.7

Qualität der Elektrizitätsversorgung

10

6.7

Quelle: Global Competitiveness Report


Text: Katrin Pasvantis

Fokus auf Schienenverkehr in den Vereinigten Arabischen Emiraten

Mittel- bis langfristig planen Dubai und Abu Dhabi Investitionen in Stadtbahnnetze, um der zunehmenden Verkehrsüberlastung durch das Bevölkerungswachstum zu begegnen. Die niedrigen Ölpreise verzögern teilweise den Start.

 

Strukturdaten Verkehrsinfrastruktur

 

2016 1)

2020 (Prognose)

Wert der Bauinvestitionen insgesamt (in Mrd. US$) 1)

35,3

36,0

davon Verkehrsinfrastrukturbau 2)

7,9

8,0

Straßennetz (km)

4.080 4)

k.A.

Schienennetz (km, Hauptstrecken) 3)

357

377

Flughäfen (Anzahl)

7

7

Flughäfen (Passagiere in Mio.; ohne Fujairah)

112,1 5)

150,0

Containerhäfen (Umschlag in Mio. TEU

20,9 5)

30,0

1) Wert der neu vergebenen Aufträge im Bau- und Transportsektor laut MEED Projects; 2) inklusive Terminalbau; 3) Etihad Rail, Dubai Metro, Dubai Tram; 4) 2008; 5) 2015
Quellen: Offizielle Behörden; MEED; MEED Projects; Pressemeldungen; CIA World Factbook; Germany Trade & Invest


Priorität hat in Dubai die Anbindung der Red-Line der Metro zum Gelände der Expo 2020 (15 km). Den Hauptauftrag führt ein Konsortium von Acciona, Gulermak und Alstom durch (Signaltechnik, Telekommunikation: Thales; Foundation Contractor für 2 Stationen: Swissboring; Geo Technical Contractor: Encardio Rite; Sub Contract Utilities Diversion: Detech Contracting). Präqualifiziert hatten sich 2015 von deutscher Seite Siemens sowie Deutsche Bahn und Hochtief in unterschiedlichen Konsortien. Der Bau einer Verlängerung der Metro zum Al Maktoum International Airport (DWC) kommt bislang nicht voran.

Abu Dhabi plant eine Metro (70 km, 7 Mrd. US$) und ein Light-Rail-Netz mit Straßen- und Hochbahnen (3 Linien, 42 km, 3,3 Mrd. $). Das Metroprojekt wurde im Oktober 2016 vorläufig gestoppt. Die Light-Rail-Projekte kamen bislang kaum voran, die Ausschreibung für die blaue und die grüne Linie wird ab 2018 erwartet. Arup ist bei beiden Vorhaben für Planung und Engineering-Support verantwortlich.

Das nationale Eisenbahnnetz soll für den Gütertransport auf 1.200 km erweitert und Teil eines Netzes werden, das die Länder des Golfkooperationsrats (GCC) verbindet. Abu Dhabis Etihad Rail ist für das in drei Phasen (264 km, 628 km, 279 km) aufgeteilte Projekt verantwortlich. Die erste Phase vom Hafen Ruwais zu den Gasfeldern Shah und Habshan (264 km) wurde 2013 fertiggestellt. Die Ausschreibungen für die zweite Phase mit Verbindungen zu den Grenzen mit Saudi-Arabien und Oman wurde Mitte 2016 wegen Finanzierungsproblemen vorerst gestoppt.

Evaluiert werden mögliche Hyperloop-Strecken. Passagiere sollen in Transportkapseln mittels Vakuum mit etwa 1.100 km/h durch Röhren befördert werden. Noch existiert die Technik nur auf dem Papier. Im März 2017 stellte „Hyperloop One“ für Dubai eine Studie fertig (Dubai-Abu Dhabi; 140 km in 12 Minuten; 5 Mrd. $), eine Studie von „Hyperloop Transportation Technologies“ für Abu Dhabi soll fast fertig sein (Abu Dhabi- Al Ain; 170 km; 7 Mrd. $).


Ausgewählte Projekte

Projekt

Investitionssumme (Mrd. US$)

Träger und/oder Ausführer

Projektstand

Al Maktoum International Airport (AMIA) Expansion: Concourse Building

9,0

Dubai Aviation Engineering Projects (DAEP)

Design

Dubai Metro: Red Line Extension (Route 2020)

2,9

Dubai Roads & Transport Authority (RTA)

Durchführung

Abu Dhabi DOT – Light Rail Transit: Blue Line

1,0

Abu Dhabi Department of Transport (DOT)

Design

Quelle: MEED Projects


Text: Katrin Pasvantis


Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:

Transport und Verkehr

Bauwirtschaft

Vereinigte Arabische Emirate setzen für die Zukunft auf Erneuerbare Energien

Der Energiebedarf der VAE soll bis 2020 auf 40 GW steigen. Erneuerbare Energien (EE) gewinnen an Bedeutung. Mittelfristig soll Atomstrom noch den wesentlichen Teil des Bedarfs decken. Auch der Bau von Kraftwerken für fossile Brennstoffe wird fortgesetzt. Im Stromsektor wird zunehmend auf Public-private-Partnerships (PPP) gesetzt.

Im Januar 2017 haben die VAE ihren Strategieplan für die Energieversorgung bis 2050 vorgestellt. Erneuerbare Energien sollen künftig 44% des Energiemixes ausmachen, weitere 38% Gas, 12% saubere Kohle und 6% Atomkraft. Der Karbonausstoß soll um 70% gesenkt werden, der Stromverbrauch um 40%. Dafür sollen bis 2050 rund 160 Mrd. $ investiert werden. Dubais Strom soll bereits bis 2020 zu 7% (2030: 25%; 2050: 75%) aus umweltfreundlichen Quellen kommen.


Strukturdaten Energieinfrastruktur

Indikator

2014

2020 (Prognose)

Primärenergieverbrauch (in Mio. TEU)

104 (Mio. TEU) 2)

40 GW

Stromverbrauch/Kopf (in kW/h)

12,3

k.A.

Stromerzeugungskapazitäten (in GW)

29

46

Kohle/Öl/Gas (in %)

99,8

80,0

Atomkraft (in %)

0

12,4

Erneuerbare Energien (in %)

0,2 2)

7,5

Endpreis Industriestrom, über 10.000 kWh/ Haushaltsstrom, über 6.001 kWh (in US$ Cent/kWh)

4-10/A:4-10, E:1-3

1)

k.A.

Bevölkerung mit Anschluss an das Stromnetz (in %)

100

100

1) Preis ist abhängig von Nationalität (A = Ausländer, E=Emiratis); 2) 2015; 3) 2014
Quellen: Central Bank; Federal Competitiveness and Statistics Authority; Abu Dhabi Statistics Centre; DEWA; BP Global; Germany Trade & Invest


Die Stromproduktion ist in öffentlicher Hand (ADWEA: 15,5 GW; DEWA: 9,7 GW; SEWA: 2,9 GW; FEWA: 0,7 GW) und wird fast ausschließlich durch kombinierte Gas-Dampfturbinen (73%), Gasturbinen (20%) und Dampfturbinen (7%) erzeugt.

In Abu Dhabi sind vier 1.400-MW-Reaktoren im Bau, der erste soll in diesem Jahr ans Netz gehen, die übrigen bis 2020. Die Reaktoren werden ein Viertel des Energiebedarfs der VAE decken. Das Projekt läuft als BOT (Build-Operate-Transfer) und wird als EPC umgesetzt (Developer und EPC: Korea Electric Power Co - Kepco, Hyundai Engineering Construction, Samsung Cooperation, Doosan Heavy Industries Construction, Toshiba, Westinghouse). Weitere vier Reaktoren sind nach 2020 in Planung.

Bei EE setzen die VAE auf Sonnenenergie, bislang sind die Kapazitäten gering (2014: ADWEA: 50 MW, DEWA: 10 MW). In Dubai entsteht bis 2020 der Mohammed Bin Rashid Al Maktoum Solar Park als IPP in vier Bauphasen (13 MW, 200 MW, 800 MW, 200 MW). Den Zuschlag für die laufende dritte Phase (800 MW) erhielt ein von Abu Dhabis Masdar geführtes Konsortium mit Saudi Arabiens ALJ, Spaniens FRV und Gransolar Group. Im März 2017 stieß Frankreichs EDF dazu. Im November 2016 wurde der Stromkaufvertrag (PPA) mit DEWA unterzeichnet. In Abu Dhabi wird ein Konsortium von Japans Marubeni Corporation und Chinas Jinko Solar eine 1.177 MW Solaranlage bauen. Der PPA mit Abu Dhabis Energieerzeuger ADWEA wurde im Februar 2017 geschlossen. Fichtner ist der technische Berater.


Ausgewählte Projekte

Projekt

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger und/oder Ausführer

Projektstand

2,2 GW Power Plant in Northern Emirates

2.500

FEWA

Studie

1,8 GW Coal Fired Power Plant

2.000

FEWA

Studie

200 MW Mohammed Bin Rashid Al Maktoum Solar Power Plant CSP - Phase 4 

1.200

DEWA

Ausschreibung

Quelle: MEED Projects


Text: Katrin Pasvantis


Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:

Kraftwerksbau

Energieerzeugung

Vereinigte Arabische Emirate investieren in digitale Vernetzung

Den Telekommunikationsmarkt teilen sich der ehemalige Monopolist Etisalat und Konkurrent Du. Die Zahl der Mobilfunkanschlüsse stieg 2015 um 18% auf 17,9 Mio. (Etisalat: 9,7 Mio.; Du: 7,7 Mio.). Beide Unternehmen bieten 4G LTE. Ende Dezember 2015 gab es 1,5 Mio. Festnetzanschlüsse (Etisalat: 0,9 Mio. Du: 0,7 Mio.) und 1,8 Mio. Breitband-Internetanschlüsse (Etisalat: 1,1 Mio.; Du: 0,7 Mio.). Beide Anbieter investieren in erweiterte Funktionen, Cloud Computing Services und die Weiterentwicklung der Infrastruktur.

Die VAE streben eine hohe digitale Vernetzung an. Qualität und Abdeckung der Telekommunikationsinfrastruktur sind hoch. Im "Networked Readiness Index" des Weltwirtschaftsforums sind die VAE 2016 auf Rang 26 (Deutschland: Rang 15).

Punkten können die VAE beim Einsatz digitaler Technologien in der Regierung (government usage: Rang 2), einer konsequenten Vision für den Sektor und der Vermarktung derselben (beide Kriterien Rang 1). Insbesondere Dubai arbeitet mit Hochdruck am Ausbau von Smart-City-Projekten, wie der Ausweitung von E-Governance, neuen Verkehrsmanagementsystemen und der IoT Adaption und sucht stetig nach innovativen Lösungen. Kostenlose Wifi Angebote sind an vielen öffentlichen Plätzen und in Cafés, Restaurants und Geschäften üblich. Die Bevölkerung hat eine hohe Affinität zur Nutzung mobiler Technik und dem Einsatz sozialer Medien.

Bei der individuellen Nutzung der vorhandenen digitalen Infrastruktur liegen die VAE trotzdem nur auf Rang 19. Dies dürfte vor allem am hohen Preis liegen (Affordability: Rang 116). Die Anzahl der Breitband Internetanschlüsse belief sich Ende 2015 beispielsweise auf nur 14 pro 100 Einwohner. Genutzt wird vor allem mobiles Internet.


IKT-Infrastruktur

Indikator

2016

2020 (Prognose)

Durchschnittliche Geschwindigkeit der Internetanschlüsse (in Mbps) *)

20-1.000

k.A.

Festnetzanschlüsse (in % der Einwohner)

25

25

Mobile Netzabdeckung (in % der Einwohner)

200

200

Internetanschlüsse (Festnetz; in % der Einwohner)

13

15

*) Abhängig vom Tarif
Quellen: Federal Competitiveness and Statistics Authority; Germany Trade & Invest


Etisalat plant den Bau von Datenzentren in Jebel Ali und Al Ain für je 100 Mio. $. Die Gebote für Jebel Ali wurden bereits im Mai 2016 abgegeben, für Al Ain soll die Abgabe Anfang 2017 erfolgt sein. Bei beiden Ausschreibungen laufen die Evaluierungen der Angebote noch. Ein weiteres Datenzentrum soll für die Expo 2020 gebaut werden, der Auftrag wurde noch nicht vergeben, der Zeitrahmen für die Ausschreibungen des Beratungsvertrags und des Hauptauftrags ist unbekannt.


Ausgewählte Projekte

Projekt

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger und/oder Ausführer

Projektstand

Expo 2020 Development: Data Centers

30

Expo 2020 Bureau

Studie

Data Center at Jebel Ali

100

Etisalat

Angebotsauswertung

Data Center at Al Ain

100

Etisalat

Angebotsauswertung

Quelle: MEED Projects


Text: Katrin Pasvantis


Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest

Vereinigte Arabische Emirate: Abwasser- und Abfallmanagement sollen optimiert werden

Die VAE suchen nach innovativen Lösungen zum Wassermanagement. Der Grundwasserspiegel sinkt, die Entsalzung von Meerwasser ist teuer und der Einsatz von aufbereitetem Abwasser begrenzt. Zur Frischwassergewinnung setzen die Emirate hauptsächlich auf Meerwasserentsalzungsanlagen. Aus den Anlagen stammen rund 98% des kommunalen Verbrauchs (private Haushalte, Industrie, Gewerbe, teilweise Landwirtschaft). Dem Ministry of Environment and Water (MOEW) zufolge gab es 2015 landesweit 33 Entsalzungsanlagen.

Die Federal Electricity and Water Authority (FEWA) prognostiziert bis 2030 einen Anstieg des Wasserbedarfs um fast 30%. Es bestehen jedoch hohe Reservekapazitäten. Deshalb sind in den nächsten Jahren nur begrenzt Erweiterungen erforderlich. In Dubai betrug 2015 die Kapazität der acht Entsalzungsanlagen 2,1 Mio. cbm/Tag, bei einem Spitzenverbrauch von 1,5 Mio. cbm/Tag.

Der Ausbau der Abwassernetze befindet sich in allen sieben Emiraten noch im Gange. Die Klärwerkskapazitäten in Abu Dhabi und Dubai bieten aktuell eine ausreichende Leistung, werden aber angesichts des kontinuierlich steigenden Abwasseraufkommens weiter ausgebaut. Erhebliche Defizite gibt es noch in den nördlichen Emiraten. Österreichs ILF Consulting Engineers erhielt im Januar 2017 den Zuschlag für die Beratungsdienstleistungen der fünften Phase des „Sewerage Network Upgrade Project“ der Abu Dhabi Sewerage Services Company (ADSCC).

Landesweit gab es 2014 laut Statistikamt rund 69 Wasseraufbereitungsanlagen, davon 37 in Abu Dhabi und 17 in Dubai. Jährlich werden 653 Mio. cbm Wasser behandelt. Nach der Aufbereitung werden zwei Drittel zur Bewässerung verwendet, der Rest ins Meer geleitet. Abu Dhabi strebt eine 100%ige Nutzung des aufbereiteten Wassers an.

Das Müllaufkommen in den VAE steigt vor allem wegen des Bevölkerungswachstums und der Bautätigkeit stetig. Den meisten Müll generieren Dubai und Abu Dhabi (2014: je rund 40%; landesweit rund 27 Mio. t). In beiden Emiraten sind wegen des steigenden Bedarfs Projekte zur Entsorgung in der Planung. Dabei geht der Fokus weg von der Lagerung auf Deponien hin zur Aufbereitung. Dubai recycelt derzeit etwa ein Viertel seines Mülls und möchte diese Quote bis 2021 auf 75% erhöhen. Landesweit gab es 2014 39 Mülldeponien und 43 Entsorgungsanlagen.

Dubai möchte in Al Warsan für 600 Mio. $ eine Waste-to-Energy-Anlage (WTE) mit einer Kapazität von 6.000 t pro Tag errichten. Das Projekt war 2012 zum Erliegen gekommen und wurde nun wiederbelebt. Die Evaluierung läuft bereits. Dem Vernehmen nach sind SEPCO III, BESIX, Hitachi und Abengoa unter den Bietern. In Abu Dhabi plant Takreer für 100 Mio. $ ein Waste Heat Recovery Project auf dem Gelände der Ruwais Raffinerie. Die technischen Gebote werden evaluiert, darunter sollen Chiyoda Corporation/CCC, Samsung Engineering, Petrofac und OHL sein, die Commercial Bids laufen.


Umwelt: Ausgewählte Projekte

Projekt

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger und/oder Ausführer

Projektstand

Al-Warsan Waste-to-Energy Plant

600

Dubai Municipality

Angebotsauswertung

Waste Heat Recovery Project

100

Takreer

Angebotsauswertung

Deira Island: Sewage Treatment Plant (DMS 145569)

30

Nakheel Corporation

Angebotsauswertung

Quelle: MEED Projects


Text: Katrin Pasvantis

Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:

Wasserversorgung

Umweltschutz, Entsorgung, Klimaschutz

Ausbau der Gesundheitsinfrastruktur in den Vereinigten Arabischen Emiraten

In den letzten Jahren entstand eine Vielzahl privater Kliniken in den VAE, teils Ableger internationaler Krankenhäuser. In Abu Dhabi hat beispielsweise 2015 die Cleveland Clinic eröffnet. Private Investitionen machen bereits einen großen Teil des Klinikangebots in den VAE aus (Schätzung 2015: 6.718 Betten in 38 privaten Krankenhäusern; 5.230 Betten in 88 staatlichen Krankenhäusern). Zukünftig könnte sich der Staat noch weiter zurückziehen. Dem Vernehmen nach möchte Dubai den Betrieb einzelner Abteilungen wie Labore oder Röntgenstationen in staatlichen Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen privatisieren.

Der Gesundheitssektor wächst, aber das Tempo hat sich verlangsamt und die Euphorie der letzten Jahre hat nachgelassen, was sich in zurückhaltenderen Investitionen widerspiegelt. Angetrieben wird die Nachfrage vor allem vom starken Bevölkerungswachstum, einer höheren Lebenserwartung, steigenden Einkommen, wachsenden medizinischen Ansprüchen und der zunehmenden Verbreitung von Krankenversicherungen. Zudem sind die Emirate bestrebt, kostspielige Auslandsbehandlung weiter zurückzufahren und selbst mehr Gesundheitstouristen anzuziehen.


Krankenhäuser: Ausgewählte Projekte

Projekt

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger und/oder Ausführer

Projektstand*)

Sheikh Khalifa Central Hospital

100

UAE Ministry of Presidential Affairs (MOPA)

Design

Khalifa City A: Disease Prevention and Screening Center

90

Musanada

Design

Quellen: Pressemeldungen, MEED Projects


Text: Katrin Pasvantis

Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:
Gesundheitswesen
Medizintechnik

Vereinigte Arabische Emirate finanzieren Infrastrukturausbau aus der Staatskasse

Öffentliche Investitionen sind die treibende Kraft hinter dem Projektgeschäft in den VAE. Die deutlich gesunkenen Staatseinnahmen beeinflussen deshalb das Projektgeschäft stark. Dies gilt in besonderem Maße für Abu Dhabi. Staatliche Unternehmen zählen hier zu den mit Abstand wichtigsten Auftraggebern, darunter viele Unternehmen aus dem Öl- und Gassektor. In Dubai sind Investitionen staatlicher Einrichtungen und Unternehmen, darunter viele Immobilienentwickler, zwar auch bedeutend, aber private Developer und individuelle Eigentümer sind die größten Auftraggeber (gemessen am Wert der Projekte in der Durchführung).

Der Trend geht landesweit zur stärkeren Beteiligung des Privatsektors an der Finanzierung von Projekten über Public-private-Partnerships (PPP) und/oder Exportkredite von Förderagenturen in den Heimatländern der Auftragnehmer. Bislang wurden PPP vor allem im Kraftwerksbau und bei Wasserprojekten eingesetzt, wo Regierungen Garantien über Abnahmeverträge bieten können. Das Spektrum wird nun breiter. Im letzten Jahr wurden einige Projekte im Transportsektor als PPP lanciert, wie die Expo 2020 Route der Dubai Metro durch RTA oder die Phase 2 des nationalen Schienennetzes durch Etihad Rail. Letztere wurde Anfang 2016 abgesagt. Dem Vernehmen nach, weil sich das Projekt als PPP nach Ansicht interessierter Unternehmen nicht rentiert hätte. PPP sind insgesamt eine junge Entwicklung in der gesamten Golfregion. Beispielsweise trat in Dubai der gesetzliche Rahmen für PPP erst im November 2016 in Kraft.


Text: Katrin Pasvantis

Geschäftschancen bei Planung und Technologieausstattung in den Vereinigten Arabischen Emiraten

Die Abwicklung von Bauprojekten erfolgt in den VAE im Wesentlichen nach international üblichen Verfahren. Vielfach wird die Projektsteuerung und -überwachung renommierten internationalen Architektur- und Ingenieurbüros übertragen. In der Regel erhalten Baufirmen zunächst die Gelegenheit zur Abgabe von Interessenbekundungen. Aus diesem Kreis werden dann einige oder alle zur Angebotsabgabe aufgefordert. Der Prozess bis zur Vergabe der Aufträge kann mühsam und langwierig sein. Viele Vorhaben fahren sich fest oder werden vorübergehend ausgesetzt, auch Neuausschreibungen sind häufig.

Großvorhaben werden oft an EPC-Anbieter (Engineering, Procurement and Construction) vergeben, die Projekte schlüsselfertig aushändigen, die Finanzierung stellen und die Haftung übernehmen. Vor zehn Jahren sah der Markt noch anders aus. Damals wurden Projekte meist mit einem Contractor und verschiedenen Baufirmen umgesetzt und auch deutsche Unternehmen kamen leichter zum Zug. Heute gibt es kaum deutsche Firmen, die diese Projekte stemmen können oder wollen. EPC-Anbieter aus der VR China und Korea (Rep.) haben Berichten zufolge insbesondere in der Petrochemie den Projektmarkt weitgehend übernommen und sind auch im Kraftwerksbau stark. Dem Vernehmen nach sollen sich die koreanischen Anbieter aber mittlerweile wieder etwas vorsichtiger bei der Vertragsgestaltung zeigen, nachdem es in der Vergangenheit zu Problemen gekommen sei.

Beteiligungschancen für deutsche Unternehmen können sich laut der Deutsch-Emiratischen Industrie- und Handelskammer (AHK) vor allem als Technologielieferanten, Basis-Planungspartner, „Owner’s Engineer“ und Unterauftragnehmer ergeben. Bei Beratungsdienstleistungen ist die Konkurrenz groß. Britische und US-amerikanische Berater und Architekten dominieren. Dies erschwert den Zugang zu den Projekten für Bauunternehmen aus anderen Nationen. In der Praxis hat es sich deshalb für viele Unternehmen bewährt, schon vor der Teilnahme an der eigentlichen Ausschreibung Kontakte zu knüpfen.

Wegen der zahlreichen Vorhaben, die derzeit nicht planmäßig umgesetzt werden, hat sich der Wettbewerb um die vorhandenen Projekte verschärft. Die meisten Unternehmen bedienen von den VAE aus die gesamte GCC-Region und in den anderen Ländern ist das Projektgeschäft zum Teil stark abgefallen. Insbesondere die Ausfälle in Saudi-Arabien machen den Firmen zu schaffen.

Die lebhafte Entwicklung der lokalen Bau- und Bauzulieferindustrie der letzten Jahre zog eine große Anzahl nationaler und internationalen Beratungs-, Ingenieur- und Bauunternehmen an. Aus Deutschland sind vor allem Hochtief (auch über Habtoor Leighton), Bilfinger, Bauer und Strabag/Ed. Züblin/DYWIDAG zu nennen. Deutsche Firmen sind nur selten Hauptauftragsnehmer und auch als Konsortialpartner nicht stark repräsentiert. Im Hochbau dominieren lokale Unternehmen.


Text: Katrin Pasvantis

Vereinigte Arabische Emirate: Kontakte, Veranstaltungen, Internetadressen

Institution

Internetadresse

Ministry of Infrastructure Development

www.moid.gov.ae

Transport:

 

Abu Dhabi Department of Transport

https://dot.abudhabi.ae

Dubai Roads and Transport Authority (RTA)

www.rta.ae

General Civil Aviation Authority

www.gcaa.gov.ae

Strom und Wasser:

 

Abu Dhabi Water & Electricity Authority

www.adwea.ae

Dubai Electricity & Water Authority

www.dewa.gov.ae

Federal Electricity & Water Authority

www.fewa.gov.ae

Ministry of Energy

www.moenr.gov.ae

The International Renewable Energy Agency (Irena)

www.irena.org

Masdar

www.masdar.ae

IKT:

 

Telecommunications Regulatory Authority (TRA)

www.tra.gov.ae

Umwelt/Entsorgung:

 

Dubai Municipality

www.dm.gov.ae

Bee’ah

https://beeah.ae/

Gesundheitssektor:

 

Ministry of Health & Prevention

www.moh.gov.ae

Messen:

 

Middle East Rail

www.terrapinn.com

DUPHAT – Int’l Pharmaceuticals & Technologies Exhibition

https://duphat.ae/

Arab Lab

www.arablab.com

Airportshow

www.theairportshow.com

Building Healthcare Middle East

www.buildinghealthcare-exhibition.com

Intersolar Middle East

www.intersolar.ae

GITEX - Gulf Information and Telecommunication Technology Exhibition

www.gitex.com

WETEX - Water & Energy Technology and Environment Exhibition

www.wetex.ae

The Big 5 Show – International Building & Construction Show

www.thebig5.ae

World Future Energy Exhibition

www.worldfutureenergysummit.com

EcoWaste

www.ecowaste.ae

Arab Health

www.arabhealthonline.com

ME Electricity

www.middleeastelectricity.com

Solar Middle East

www.solarmiddleeast.ae

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest

Text: Katrin Pasvantis

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