Special Vereinigtes Königreich

Briten sind begeisterte Internetshopper

Britische Konsumenten kaufen per Mausklick pro Kopf mehr ein als jedes andere Volk der Welt. Im Jahr 2017 könnte der E-Commerce-Umsatz bei umgerechnet rund 93 Mrd. Euro liegen, etwa 19% des gesamten Einzelhandels. Einige Onlinesupermärkte garantieren in bestimmten Gebieten zu jeder Tages- und Nachtzeit kostenlose Lieferungen innerhalb einer Stunde. Der Brexit und die Abwertung des Pfund Sterling drücken jedoch auf die generelle Konsumstimmung und die Importe.

Nachfrage der Haushalte steigt im Vereinigten Königreich langsamer

Briten sind für ihre Konsumfreude bekannt. Nun scheint der anstehende Brexit den britischen Konsumenten allerdings einen Strich durch die Rechnung zu machen. Das im Zusammenhang mit dem EU-Referendum schwächere Pfund Sterling verteuert britische Importe insgesamt und macht auch Onlinekäufe aus dem Ausland für Briten teurer.

Auch wirkt sich die steigende Inflation (Mai 2017: 2,9%) zunehmend auf die Reallöhne aus. Bereits im 1. Quartal 2017 verzeichnete das Statistikamt ONS (Office for National Statistics) leicht fallende Reallöhne (-0,2%). Dieser Trend dürfte sich im Laufe der Jahre 2017 und 2018 verstärken. Ebenfalls wird sich die durch den Brexit sinkende Zahl an Einwanderern negativ auf die Konsumnachfrage auswirken.

 

Kennziffern zum Handel im Vereinigten Königreich

 

2015

2016

Veränderung 2016/2015 (in %)

Veränderung 2016/2015 (in %) 1)

Einwohner (in Mio.)

65,1

65,6

0,7

-

Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (in Euro) 2)

39.640

36.185

-8,7

2,8

Verfügbares Einkommen pro Kopf (in Euro) 3)

14.990

k.A.

-

-

Bruttowertschöpfung des Handels (in % der Gesamtwirtschaft)

10,7

10,7

-

-

1) auf £-Basis; 2) durchschnittlicher Jahreswechselkurs 2015: 1 GBP (£) = 1,38 Euro; 2016: 1 GBP (£) = 1,22 Euro; 3) jüngste verfügbare Angaben für das Fiskaljahr 2015/16 (Zeitraum: 6.4.15 bis 5.4.16); durchschnittlicher Wechselkurs für das Fiskaljahr 2015/16: 1 GBP (£) = 1,37 Euro
Quelle: Office for National Statistics (ONS)

Nach einem Wachstum der privaten Nachfrage um rund 2,8% im Jahr 2016 prognostizieren die Analysten der Economist Intelligence Unit (EIU) für 2017 nur noch ein Konsumwachstum um 1,7% und für 2018 sogar nur noch um 0,7%. 

Die bisher verfügbaren Einzelhandelsumsätze für 2017 zeigen bereits eine deutlich getrübte Konsumlaune der Briten. Erstmals seit Jahren verkauften die britischen Einzelhändler im 1. Quartal 2017 weniger Ware als im Vorquartal. Die reale Veränderung gegenüber dem 4. Quartal 2016 betrug -1,4%, die nominale 0%.

 

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Vereinigten Königreich (Veränderung in %)

Indikator

2016

2017 1)

2018 1)

Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2)

1,8

1,7

1,0

Privater Konsum 2)

2,8

1,7

0,7

Inflationsrate (CPI)

1,0

3,0

2,8

1) Prognose; 2) real
Quellen: Economist Intelligence Unit (EIU), NIESR

 

Text: Annika Pattberg

Bei 5G strebt die britische Regierung Weltmarktführung an

Die britische Bevölkerung ist technikaffin. Immer mehr internetbasierte Lösungen vereinfachen den Alltag der Briten. Beim Internet of Things (Internet der Dinge) gelten die Briten zum einen als globale Trendsetter, zum anderen gilt das Vereinigte Königreich auch als Testmarkt für neue digitale Entwicklungen aus dem Ausland. Die staatlich finanzierten „Digital Catapult“-Center in London, Sunderland, Brighton, Yorkshire und Nordirland fördern die Forschung zum Thema Digitalisierung beziehungsweise Internet der Dinge.

Geschätzte 92% der Briten nutzen das Internet. Rund 80% der britischen Internetnutzer surfen nicht nur im Netz, sondern kauften auch per Mausklick - Tendenz steigend. Aktuell tätigen rund 30% der Internetshopper ihre E-Commerce-Käufe mobil (M-Commerce) und zwar 30% mit Tablets, 70% per Smartphone.

Bei der Entwicklung und Einführung der fünften Mobilfunkgeneration (5G) strebt die britische Regierung die Weltmarktführung an.

Da das Vereinigte Königreich zu den weltweit führenden Internetländern gehört, sind die Homepages der Einzelhändler stets auf dem allerneuesten Stand der Technik. Zu den Trends gehören reine Onlineanbieter ohne tatsächliche Filialen, kostenlose Lieferungen mit Zeitfenstern rund um die Uhr, „Click and Collect“-Optionen und Bezahlmöglichkeiten per App. Virtual-Reality-Demonstrationen werden im Vereinigten Königreich allgemein häufiger angewendet als in Deutschland. Dies gilt auch für den Handel. Kosmetikanbieter bieten ihren Kundinnen beispielsweise Virtual-Reality-Brillen zum Testen von Nagellackfarben an.

 

Kennziffern zur Digitalisierung im Vereinigten Königreich

Indikator

2015

2016

Anteil der Haushalte mit Internetzugang (in %), darunter 1)

86

89

.Breitband (in %) 2)

78

78

Smartphoneverträge je 100 Einwohner

124

k.A.

Internationale Internetbandbreite pro Nutzer (in Bit/s)

352.580

429.830

1) Angaben für Großbritannien ohne Nordirland; 2) Angaben für Vereinigtes Königreich inklusive Nordirland
Quellen: Office of Communication (OFCOM), Office for National Statistics (ONS), TheGlobalEconomy.com, International Telecommunication Union (ITU)

 

Zusätzliche Informationen zum Digitalisierungsstand der Briten im internationalen Vergleich hat Germany Trade & Invest im Internet zusammengestellt: www.gtai.de/Digitalisierung

 

Text: Annika Pattberg

Bekleidung ist wichtigste Onlineproduktgruppe im Vereinigten Königreich

Im Jahr 2017 dürfte der E-Commerce-Umsatz im Vereinigten Königreich laut Schätzungen des Informationsdienstleisters eMarketer 81,6 Mrd. Pfund Sterling (£) betragen (ohne Ausgaben für Tourismus/Reisen und ohne Veranstaltungstickets). Umgerechnet entspricht dies 92,8 Mrd. Euro (1 £ = 1,14 Euro; Wechselkurs vom 26.6.17).

Bei den E-Commerce-Ausgaben pro Kopf sind die Briten Weltmeister. Die jährlichen Ausgaben pro Person lagen nach Berechnungen von Germany Trade & Invest 2016 bei 1.465 US$. Die US-Amerikaner hatten E-Commerce-Ausgaben von 1.232 $. Beim E-Commerce-Anteil am gesamten Einzelhandelsumsatz liegen die Briten 2017 mit 19,1% weltweit auf Platz zwei hinter der VR China (23,1%), so eMarketer. Gemessen am gesamten E-Commerce-Umsatz pro Land schafften es die britischen Inseln laut eMarketer auf Platz drei im weltweiten Vergleich - direkt hinter den deutlich bevölkerungsstärkeren Ländern VR China und USA.

Nach einer eMarketer-Umfrage kauften 51% der befragten Onlineuser innerhalb eines Dreimonatszeitraums Bekleidung online. Rund 25% kauften Kosmetika per Mausklick. Einige ausländische Kosmetikanbieter vertreiben ihre Produkte weder über eigene Läden noch über Supermärkte, sondern ausschließlich online.

 

Wichtigste Produktgruppen im Onlinehandel im Vereinigten Königreich 2016

Produkte

Anteile in % *)

Bekleidung

51

Bücher

34

CD, Schallplatten etc.

30

Schuhe

28

Toilettenartikel, Kosmetika

25

Spielzeug

17

Gebrauchtwaren

16

Sportbekleidung, -ausrüstungen

14

Haushaltsgeräte

13

Computer, Laptops, Tablets

12

*) Umfrage zu den vergangenen drei Monaten; Stand: 2016
Quelle: eMarketer

 

Alle großen Supermärkte (Tesco, Sainsbury’s, Wholefoods etc.) bieten Lieferungen an die Haustür an. Sie stehen dabei in Konkurrenz zu reinen Onlineanbietern (ohne tatsächliche Filialen), unter denen Ocado Marktführer ist. Der neue und auf Bioprodukte spezialisierte Londoner Onlineanbieter Etefy verspricht wie Ocado Lieferungen innerhalb einer Stunde - rund um die Uhr an sieben Tagen pro Woche, kostenfrei und ohne Mindestumsatz. Auch deutsche Anbieter wie der Schuhhändler Deichmann passen sich den örtlichen Gegebenheiten an und bieten seit Jahren kostenlose Lieferungen nach Mausklick an. Sogar Gartenzentren im Vereinigten Königreich sollten ein Onlineangebot haben.


Die gefragtesten Anbieter im Vereinigten Königreich 2015/16 1)

Anbieter

Umsatz (in Mio. £) 2)

E-Commerce-Anteil am Gesamtumsatz des Anbieters (in %)

Umsatz in Mio. Euro 2) 3)

Amazon

4.900

100,0

6.753

Tesco

3.100

5,6

4.272

Argos

2.017

49,3

2.780

John Lewis

1.716

15,6

2.365

Dixons Carphone 4)

1.500

23,4

2.067

Shop Direct

1.406

100,0

1.938

Next

1.300

34,4

1.792

Sainsbury's

1.300

5,6

1.792

Asda

1.250

5,6

1.723

M&S

792

8,4

1.092

ASOS

604

100,0

832

1) Geschäftsjahr 2015/16 (verschiedene Zeiträume, im Einzelhandel endet das Geschäftsjahr meistens am 31.1. eines Jahres); 2) Umsatzschätzung nur für den E-Commerce-Handel des Anbieters (ohne MwSt.); 3) angesetzter Wechselkurs für das Geschäftsjahr 2015/16: 1 £ = 1,38 Euro; 4) Gesamtumsatz für Vereinigtes Königreich und Irland
Quellen: Retail Week, Recherchen von Germany Trade & Invest

 

Text: Annika Pattberg

Der britische E-Commerce wird immer mehr zum M-Commerce

Der E-Commerce wird im Vereinigten Königreich immer mehr zum M-(Mobile)-Commerce, wobei sich die kleinen Displays oft noch einengend auf das Kaufverhalten auswirken. Unter anderem um diesen Engpass zu überwinden, kommen auf Mobilgeräten verstärkt Chatbots als Kaufassistenten zum Einsatz. Auf deren - je nach Hersteller unterschiedliche - Eigenarten müssen Anbieter ihre Internetseiten ausrichten, damit sie gefunden werden.

Laut des Internetdienstleisters Mercurytide steigt zudem der Einsatz von Real-Time-Kommunikation über verbundene Web-2.0-Systeme. Immer mehr Lieferdienste werden es dem Kunden ermöglichen, den genauen Verlauf der Lieferung mitzuverfolgen. Beim Kleiderkauf können Kunden in Echtzeit die Meinung ihrer Freunde einholen sowie sofortige Bewertungen hinterlassen.

Kleidergrößendatenbanken wie Truefit oder Etilize machen Kunden den Onlinekleidungskauf leichter, indem sie darauf hinweisen, wie sehr bestimmte Marken von der Größennorm abweichen. Dies reduziert die Menge der Rücksendungen und Erstattungen. Virtual-Reality-Demonstrationen kommen im Vereinigten Königreich öfter zum Einsatz als in Deutschland. Dies gilt auch für den Handel.

Die persönlichen Daten aus den zunehmend integrierten sozialen Medien geben Unternehmen immer mehr Zugang zu genauen individuellen Kundenprofilen. Diese Kunden können sie dann gezielt auf ihre Interessen ansprechen und mit ihnen über künstliche Intelligenz in Dialog treten, zum Beispiel in einem personifizierten Kundenservicegespräch über den Messagingdienst Kik.

Im Unterschied zu früher, als es im Onlinekauf besonders um die Schnäppchenjagd ging, sieht Mercurytide im Vereinigten Königreich bei den Kunden mittlerweile eine größere Markentreue. Eine Rolle spielen dabei ein erprobter Kundenservice, schnelle Lieferung und Qualitätsbewusstsein. Andere Untersuchungen weisen darauf hin, dass mobiles Shopping mittlerweile mehr über Browser als über Apps läuft, wobei letztere eher von treuen Stammkunden verwendet werden.

Die Lieferzeiten verkürzen sich weiter. Bei vielen Anbietern können Kunden bestimmte Zeitfenster für die Anlieferung buchen. Lieferungen werden verstärkt am selben Tag versprochen. Digitale Geldbörsen beziehungsweise kontaktlose Zahlungen werden in Zukunft stark zunehmen. Onlineeinzelhändler werden laut Experten zunehmend flexibler, was die Zahlungsmethode der Kunden angeht. Dies gilt insbesondere im M-Commerce, wo Kreditkarte, Debitkarte, PayPal, Apple Pay, Amazon Payments oder andere alternative Zahlungswege angeboten werden. In immer mehr Cafes sind mittlerweile Bestell- und Zahlungsmöglichkeiten per App möglich.


Text: Oliver Döhne

Im britischen E-Commerce auf landesspezifische Eigenheiten achten

Da die konsumfreudigen Briten Einkäufe per Mausklick lieben, bietet sich der Onlinehandel als alternativer Markteinstieg anstelle des Vertriebs mit „realer“ Organisation beziehungsweise „realem“ Laden an. Laut Informationen von Twenga/Postnord haben bereits 2015 rund 58% der britischen Onlinekonsumenten von ausländischen Internetseiten gekauft; vor allem von Seiten aus den USA, der VR China und Deutschland. Dieser Anteil dürfte inzwischen noch höher liegen.

Produktgruppen, die sich hierfür gut anbieten, sind beispielsweise Bekleidung und Kosmetik. Im Jahr 2016 gaben die Briten rund 52,4 Mrd. £ (umgerechnet rund 64,1 Mrd. Euro; durchschnittlicher Wechselkurs 2016: 1 £ = 1,22 Euro) für Bekleidung aus. Das entsprach 4,4% der Haushaltseinkommen und einer Steigerung um real 3,9% gegenüber dem Vorjahr (reale Veränderung 2015 gegenüber 2014: 6,6%).

Deutsche Anbieter sollten unbedingt beachten, dass Briten den allerneusten Stand der Technik gewöhnt sind. Da rund 30% der E-Commerce-Umsätze per Smartphone oder Tablet getätigt werden, sollten die Internetseiten selbstverständlich für Tablets oder Smartphones geeignet sein. Außerdem sollten weitere landesspezifische Eigenheiten beachtet werden. So sind Briten beispielsweise Sonderangebote zu Weihnachten und Coupons für Ermäßigungen gewöhnt.

Das seit dem EU-Referendum deutlich schwächere Pfund Sterling verteuert aus dem Ausland importierte Waren und sorgt so für einen Wettbewerbsnachteil für deutsche Produkte. Der Austritt der Briten aus der EU steht für Ende März 2019 an. Zu welchen Konditionen deutsche Exporteure nach dem Brexit an britische Abnehmer werden liefern können, hängt von den künftigen Verhandlungen zwischen der EU-27 und dem Vereinigten Königreich ab.

 

Weitere Informationen unter www.gtai.de/brexit.

 

Weitere Informationen über die Nachfrage nach verschiedenen Konsumgütern im Vereinigten Königreich finden Sie im GTAI-Artikel Kaufkraft und Konsumverhalten.

 

Text: Annika Pattberg

Vereinigtes Königreich: Rechtliche Grundlagen

Rechtliche Ausführungen zum Onlinehandel in und mit dem Vereinigten Königreich stehen aktuell natürlich immer unter einem „Brexit-Vorbehalt“. Das heißt, es ist aktuell unklar, welche Rechtslage nach dem EU-Austritt des Vereinigten Königreichs gelten wird. Die nachfolgenden Ausführungen haben daher möglicherweise eine relativ geringe Halbwertzeit, denn das britische E-Commerce-Recht beruht im Wesentlichen auf EU-Recht.

Wichtigstes Regelwerk sind die „Electronic Commerce (EC Directive) Regulations 2002“, welche die Richtlinie 2000/31/EG über den elektronischen Geschäftsverkehr in britisches Recht umgesetzt haben. Weitere relevante Regelungen sind der „Electronic Communications Act 2000“ und die „Consumer Contracts Regulations 2013“.

Grundsätzlich gilt das Regelwerk für Onlinehändler, die ihren Sitz im Vereinigten Königreich haben, aber sie müssen darüber hinaus mit den Regeln ihres Zielmarktes kompatibel sein, soweit es um Verbraucherschutz geht. Im Vereinigten Königreich besteht das Thema „Verbraucherschutz“ im Wesentlichen aus zwei Elementen: Transparenz und Widerrufsrecht.

Das britische Widerrufsrecht beträgt 14 Tage oder bis zu einem Jahr, wenn nicht explizit darauf hingewiesen wurde. Bei Onlinediensten oder Streaming Services ist das Widerrufsrecht nicht praktikabel; allerdings muss klar darauf hingewiesen werden, dass es nicht gilt - sonst gilt es nämlich doch!

Zum Thema „Transparenz“ muss der Onlinedienst dem potenziellen Kunden viele Informationen zur Verfügung stellen, zum Beispiel die Adresse und Rechtsform des Verkäufers. Darüber hinaus müssen die Kosten aufgeschlüsselt werden, insbesondere ob der genannte Preis Steuern und Lieferkosten beinhaltet. 

Auch sonst begegnet man in dem Regelwerk britischem Pragmatismus: Vertragsschlüsse sind online einfach möglich, so lange der Bindungswille klar zum Ausdruck kommt. Dafür genügt es in der Regel, den Namen auf einer Webseite einzutippen und dann auf einen Knopf zu klicken. Allerdings muss klar sein, dass es sich um eine zahlungspflichtige Bestellung handelt. 

Wenn die Bestellung aufgegeben wurde, muss der Onlinehändler spätestens zum Zeitpunkt der Lieferung ein Vertragsdokument zur Verfügung stellen (elektronisch genügt), die Lieferung muss innerhalb von 30 Tagen erfolgen, es sei denn, etwas anderes ist ausdrücklich vereinbart. 

Ein wichtiges Thema im Onlinehandel ist der Datenschutz. Im Vereinigten Königreich besteht die Besonderheit, dass es die EU verlassen wird, aber voraussichtlich erst nach dem Inkrafttreten der neuen Datenschutzgrundverordnung. Es ist gut möglich, dass diese Verordnung - zumindest zunächst - zum Zeitpunkt des Austritts eins zu eins in britisches Recht übertragen wird. Aktuell gilt der „Data Protection Act 1998“. Je nach Art des Engagements im Vereinigten Königreich kann nach diesem Gesetz eine Registrierung beim Information Commissioner erforderlich sein. Auf jeden Fall lohnt sich der Besuch der Webseite unter https://ico.org.uk/.

 

Text: Karl Martin Fischer

Vereinigtes Königreich: Zollverfahren

Das Vereinigte Königreich wird voraussichtlich Ende März 2019 aus der Europäischen Union austreten. Von den anstehenden Verhandlungen zwischen den 27 verbleibenden EU-Mitgliedsländern (EU-27) und den Briten hängt nun ab, zu welchen Konditionen künftig zwischen der EU-27 und der britischen Insel gehandelt werden kann. Ein Zurückfallen der Briten auf den Standard der Welthandelsorganisation (WTO) konnte zu Redaktionsschluss (Juni 2017) nicht ausgeschlossen werden. Dies würde unter anderem auch die Einführung von Zöllen bedeuten. Aktuelle Informationen im Internet unter www.gtai.de/brexit

Sendungen innerhalb der Europäischen Union sind zollfrei. 

Für die Umsatzsteuer gilt Folgendes: Bei Sendungen an Privatpersonen in anderen EU-Staaten führt der Versandhändler die für sein Land geltende Steuer (in Deutschland also 19%) an sein zuständiges Finanzamt ab. Dies gilt allerdings nur bis zum Erreichen bestimmter Schwellenwerte je Bestimmungsland. Wird der Schwellenwert überschritten, sind ab diesem Zeitpunkt sämtliche Lieferungen in dieses Land nach dem dort geltenden Steuersatz zu besteuern und die Steuer dorthin abzuführen. Im folgenden Jahr sind dann sämtliche Umsätze in diesem Bestimmungsland steuerpflichtig. 

Die Schwellenwerte sind nicht einheitlich. In Deutschland, Frankreich, Luxemburg und in den Niederlanden beträgt er 100.000 Euro, in den anderen Euro-Mitgliedstaaten 35.000 Euro. In EU-Mitgliedstaaten, die den Euro nicht verwenden, gelten entsprechende Werte in nationaler Währung.

 

Mehr zum Thema Umsatzsteuer in der EU

 

Text: Klaus Möbius, Annika Pattberg

Vereinigtes Königreich: Internetadressen

Portale, Verbände, Behörden, Messen und Konferenzen

Internetadresse

Office for Communication (OFCOM)

https://www.ofcom.org.uk/

IMRG-Online Retail Association

https://www.imrg.org/

Office for National Statistics (ONS)

https://www.ons.gov.uk/

Internet Retailing Expo

internetretailingexpo.com/

eCommerce Expo

www.ecommerceexpo.co.uk/about

GTAI-Brexit-Informationsportal

www.gtai.de/brexit

GTAI-Wirtschaftsinformationen Vereinigtes Königreich

www.gtai.de/vereinigtes-koenigreich

 

Text: Annika Pattberg

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