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Polens Start-up-Szene wird reifer

Amazons Alexa kommt aus Danzig, Brainly aus Krakau. Polens Start-up-Szene bleibt spannend und wird immer größer. Die Regierung verfünffacht die Fördergelder.

Von Niklas Becker | Warschau

Die polnische Start-up-Szene hat in den vergangenen Jahren eine dynamische Entwicklung durchlebt. Die Kombination aus einer gewissen unternehmerischen Risikobereitschaft, einem großen Pool an qualifizierten Programmierern sowie einer Regierung, die junge Unternehmen im Land stärker fördern möchte, hat dem polnischen Start-up-Ökosystem einen enormen Schub verschafft. 

  • Polens Venture-Capital-Markt kommt in Fahrt

    Polens Risikokapitalmarkt hat 2019 alle Erwartungen übertroffen. Auch ausländische Fonds sind aktiv. Nachholbedarf gibt es weiterhin im Bereich Innovation.  

    Deutlich macht dies beispielsweise der im Januar 2020 veröffentlichte Bloomberg Innovation Index: Im Vergleich zum Vorjahr ist Polen 2020 von Platz 22 auf 25 zurückgefallen. Ein entscheidender Grund für das schwache Abschneiden sind die geringen Investitionen für Forschung & Entwicklung (F&E). Im Jahr 2018 investierte Polen 1,21 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Zwar fielen die Ausgaben damit höher aus als 2017 (1,03 Prozent), der Abstand zum Durchschnitt der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) bleibt allerdings groß (2,19 Prozent). 

    Polens Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, das Innovationslevel im Land zu steigern. Zu diesem Zweck wurde beispielsweise die Stiftung Digitales Polen (Fundacja Digital Poland) gegründet. Sie soll die branchenübergreifende und landesweite Zusammenarbeit im Bereich der Innovation fördern und den Aufbau von Netzwerken unterstützen. Auch am Ausbau der heimischen Start-up-Szene ist Polens Regierung sehr gelegen.

    Ein Beleg dafür ist das neue Vorhaben des polnischen Wirtschaftsministeriums zur Einführung eines sogenannten Start-up-Urlaubs. Mitarbeiter in Firmen könnten dann für 6 Monate unbezahlten Urlaub nehmen, um ein eigenes Start-up zu gründen und ihre Geschäftsidee zu testen. Sollte dies nicht gelingen, haben sie innerhalb des Zeitraums Anspruch auf ihren alten Arbeitsplatz. Seitens der Arbeitgeber stieß das Vorhaben auf viel Kritik. Das Wirtschaftsministerium hält allerdings an der Idee fest und will das konkrete Gesetzesvorhaben noch im 1. Halbjahr 2020 vorstellen.

    Staatliches Risikokapital steigt deutlich

    Ein weiteres Beispiel für das Interesse der Regierung am Ausbau der polnischen Start-up-Szene ist der neu gegründete Kapitalfonds PFR Ventures. Dem 2018 ins Leben gerufenen staatlichen Fonds stehen für den Zeitraum 2018 bis 2023 rund 620 Millionen Euro für Investitionen in den polnischen Risikokapitalmarkt (Venture Capital; VC) zur Verfügung. Der Vorgänger konnte bei einem längeren Förderzeitraum auf nur ein Fünftel der Mittel zurückgreifen. 

    Die Fördergelder sind dabei auf verschiedene Fonds aufgeteilt, die auf Start-ups in unterschiedlichen Entwicklungsphasen abzielen. Gefördert werden - wie beim Vorgänger - jedoch nicht direkt Start-ups, sondern VC-Fonds. Durch die Bereitstellung der Fördergelder sollen Business Angels, Großunternehmen und internationale VC-Fonds für den polnischen Risikokapitalmarkt geworben werden.

    Darüber hinaus betreibt der Polnische Entwicklungsfonds (PFR) weitere Projekte, um die Entwicklung der Start-ups voranzutreiben. So stellt der PFR beispielsweise Informationen für Start-ups in verschiedenen Entwicklungsphasen bereit. Unter anderem wird das eigene Bildungsprogramm PFR School of Pioneers vorgestellt, an welchem sich unter anderem die Universität Cambridge im Vereinigten Königreich beteiligt.

    Erste Ergebnisse der Arbeit des neuen Kapitalfonds PFR Ventures haben nicht lange auf sich warten lassen: 2019 war der Wert der von VC-Fonds in Polen investierten Mittel achtmal größer als im Vorjahr. Er überschritt erstmals die Grenze von 1 Milliarde Złoty (rund 233 Millionen Euro). Wie ein Bericht von PFR Ventures und dem VC-Fonds Inovo Venture Partners zeigt, wurde 2019 in Polen mit 294 Millionen Euro mehr Risikokapital investiert als in den vorherigen neun Jahren zusammen.

    Nach Aussage von Monika Wisłowska, Leiterin des Projektmanagements beim Thinktank Startup Poland, der als Interessengemeinschaft der polnischen Start-up-Szene fungiert, sei der polnische VC-Markt 2019 endlich zum Leben erwacht. Die Expertin berichtet von einer deutlichen Belebung des Marktes und einer gestiegenen Anzahl von größeren Investitionsrunden. 

    In Relation zum polnischen BIP stieg der Wert der VC-Transaktionen von 0,006 Prozent im Jahr 2018 auf 0,048 Prozent im Jahr 2019 an. Polen hat damit den EU-Durchschnitt erreicht (0,049 Prozent). Zu Ländern wie den USA, Dänemark und Luxemburg bleibt der Abstand allerdings groß. Von den insgesamt 269 Transaktionen am polnischen VC-Markt entfielen 225 auf die staatlichen Institutionen PFR Ventures und das Nationale Zentrum für Forschung und Entwicklung (Narodowe Centrum Badań i Rozwoju; NCBR).

    Mittel für Forschung und Entwicklung sind gefragt

    Gemessen an den Transaktionswerten liegt der Anteil der öffentlichen Gelder allerdings bei lediglich 27 Prozent, da diese oft für junge Unternehmen in den ersten Entwicklungsstufen verwendet werden. Wie Startup Poland berichtet, beliefen sich die staatlichen Zuschüsse in der Hälfte der Fälle auf jeweils unter 125.000 Euro. Dies reicht laut Thinktank nicht aus, um F&E-Tätigkeiten von Weltklasseniveau aufzubauen.

    "Der Mangel an Kapital in der Phase der B-Serien und später, also wenn der Umfang der Investitionen mit mindestens 10 Millionen Euro gemessen wird, ist eines der Haupthindernisse für die schnelle Entwicklung polnischer Technologieunternehmen mit globaler Reichweite", sagt Artur Banach, Partner beim VC-Fonds Movens Capital, gegenüber der Tageszeitung Rzeczpospolita.

    Drei Start-ups stechen hervor

    Insgesamt investierten 85 Risikokapitalfonds in die polnische Start-up-Szene. Auf ausschließlich private VC-Fonds entfielen 44 Transaktionen und 73 Prozent des Kapitalvolumens. Besonders erfreulich ist die steigende Aktivität von privaten ausländischen Fonds. Zwar waren sie 2019 nur an 13 Transaktionen beteiligt, dafür aber für 54 Prozent des investierten Risikokapitals verantwortlich.   

    Entscheidenden Einfluss auf das gute Ergebnis des polnischen VC-Marktes im Jahr 2019 hatten die drei Start-ups Docplanner, Booksy und Brainly. Mit 133 Millionen Euro entfielen auf sie 45 Prozent des VC-Transaktionsvolumens. Der Betreiber von Plattformen zur Vereinbarung von Arztterminen, Docplanner, sammelte 2019 in seiner Serie-E Investitionsrunde insgesamt 80 Millionen Euro ein.

    Von Niklas Becker | Warschau

  • Polens Start-ups denken zu wenig international

    Die Zahl der Start-ups in Polen ist 2019 erneut deutlich gestiegen. Die höchste Start-up-Konzentration gibt es in der Region Niederschlesien.

    Zahl der Start-ups wächst

    Laut Thinktank Startup Poland, der als Interessengemeinschaft der polnischen Gründerszene fungiert, gab es 2019 zwischen 4.300 und 4.700 Start-ups. Im Jahr zuvor waren es noch rund 1.000 junge Unternehmen weniger. Im Vergleich zu 2015 hat sich die Zahl der Start-ups in Polen sogar verdoppelt.

    Rund 60 Prozent der Start-ups waren 2019 im Bereich Informations- und Kommunikationstechnik tätig. Das zeigt der Bericht "The Polish Tech Scene. 5 years". Für den Bericht hat Startup Poland zwischen August und September 2019 eine Umfrage unter 1.235 Start-ups durchgeführt. Jedes vierte von ihnen beschäftigte demnach keine Personen. Fast die Hälfte hatte 1 bis 10 Angestellte. Nur rund 5 Prozent der Start-ups verfügten über mehr als 50 Arbeitnehmer. 

    Ein starker Fokus liegt auf der künstlichen Intelligenz (KI). Analyse-Tools sowie Dienstleistungen auf dem Finanz- und Versicherungsmarkt sind ebenfalls wichtige Tätigkeitsfelder. Die Angebote polnischer Start-ups richten sich meist an Geschäftskunden (B2B). Nur jedes fünfte junge Unternehmen verkauft Waren oder Dienstleistungen an private Konsumenten. 

    Polen ist weiterhin auf Einhornjagd

    Größte Herausforderung für die jungen Unternehmen sind die Kundengewinnung und kaufmännische Kenntnisse. Aber auch die Produktentwicklung und die Finanzierung stellen viele Start-ups vor Probleme. Zu den rechtlichen Hindernissen zählen aus Sicht der jungen Unternehmen zuviel Bürokratie sowie hohe Hürden für öffentliche Zuschüsse.   

    Mehr als 40 Prozent der befragten Firmen hatten in den vorherigen sechs Monaten einen durchschnittlichen Monatsumsatz von weniger als 12.500 Euro. Rund 8 Prozent von ihnen konnten einen Umsatz von mehr als 250.000 Euro verbuchen. Im Durchschnitt sind die Umsätze aller befragten Start-ups in den vorangegangenen sechs Monaten um 15 Prozent gestiegen. 

    Lediglich 3 Prozent der teilnehmenden jungen Unternehmen erhielten von Startup Poland die Bezeichnung Champion. Sie haben einen durchschnittlichen Monatsumsatz von mehr als 125.000 Euro und können ein monatliches Durchschnittswachstum von mindestens 7 Prozent im vorangegangenen Halbjahr vorweisen. Der Großteil der Champions ist im KI-Bereich tätig.

    Fast 8 Prozent der Start-ups erhielt den Status Prätendent (Pretender). Sie sind älter als 2 Jahre, haben die Marktreife ihres Produktes noch nicht erreicht und auch kein reguläres Einkommen beziehungsweise einen monatlichen Umsatz von unter 12.500 Euro. Das erste polnische Einhorn (ein Start-up mit einer Bewertung von mehr als 1 Milliarde US-Dollar) wird es nach Einschätzung von Adam Niewinski, Mitbegründer und Komplementär des VC-Fonds OTB Ventures, spätestens 2021 geben. 

    Internationalisierung ist für viele Start-ups kein Thema

    Ein Problem für die weitere Entwicklung der polnischen Start-ups bleibt ihr nationaler Horizont: 61 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, keine zahlende Kundschaft außerhalb Polens zu haben. Jedes vierte Start-up plant zudem in den nächsten 12 Monaten keinen neuen Markteintritt. Bei den Firmen, die expandieren wollen, steht Westeuropa ganz weit oben auf der Liste. 

    "Leider haben immer weniger polnische Start-ups globales Potenzial", sagt Julia Krysztofiak-Szopa, Vorstandsvorsitzende bei Startup Poland. Mit 38 Millionen Einwohnern ist Polen ein vergleichsweise großes Land innerhalb der Europäischen Union. Viele der Start-ups sind mit der Größe des heimischen Marktes zufrieden und denken nicht über eine Expansion ins Ausland nach. In kleineren Ländern wie beispielsweise den baltischen Staaten ist das anders. 

    Sebastian Perczak, Geschäftsführer des Geschäftskundenbereichs bei der Citi Handlowy Bank, sieht noch viel Arbeit auf diesem Gebiet: "Polnische Start-ups haben Potenzial, einige von ihnen erobern bereits ausländische Märkte. Es ist jedoch noch ein langer Weg, bis wir sicher über polnische Unternehmen der digitalen Wirtschaft als Tiger sprechen können, die bereit sind, in internationale Gewässer vorzudringen." 

    Polens Silicon Valley heißt Niederschlesien 

    Rund zwei Drittel der Start-ups sind in den fünf Städten Warschau, Wrocław (Breslau), Kraków (Krakau), Lublin und Trójmiasto (Dreistadt mit Danzig, Gdingen und Zoppot) angesiedelt. Die höchste Start-up-Konzentration gibt es in der Region Niederschlesien im Südwesten Polens. Hier kommen 4.500 Einwohner auf ein junges Unternehmen. Experten sehen das als ein deutliches Zeichen dafür, wie reich die Region an hoch qualifizierten und unternehmerisch denkenden Tech-Talenten ist. 

    Zwar sticht Niederschlesien bei der Verteilung von Start-ups in Polen hervor, ein eindeutiges Start-up-Zentrum hat das Land allerdings nicht vorzuweisen. So spielen auch andere Städte wie Poznań (Posen), Rzeszów oder Łódź (Lodsch) eine wichtige Rolle. Białystok im Osten Polens gewinnt immer mehr an Bedeutung.

    "Wir haben mehrere Zentren in Polen, bei denen wir von einer hohen Start-up-Dichte sprechen können", sagt Krysztofiak-Szopa gegenüber der Tageszeitung Rzeczpospolita. Aus Sicht der Expertin hat dies durchaus Vorteile. So habe die Aufteilung der Start-ups im gesamten Land zu einer Spezialisierung der einzelnen Gründerzentren geführt. In Warschau würden sich beispielsweise besonders FinTech-Unternehmen (Finanztechnologie-basierte Geschäftsmodelle) ansiedeln. In Kraków wiederum lassen sich viele Start-ups aus dem Bereich Internet der Dinge nieder.

    Die Zersplitterung kann aber durchaus nachteilig sein, ist ein Start-up-Zentrum doch oft ein starker Magnet für ausländische Kapitalgeber. Wojciech Przybylski, Geschäftsführer des Krakauer Technologieparks, ist sich jedoch sicher, dass sich die geografische Konsolidierung der polnischen Start-up-Szene in Zukunft fortsetzen wird. Das größte Potenzial für ein Start-up-Zentrum sieht der Experte in Warschau.

    Von Niklas Becker | Warschau

  • Polens Start-ups feiern internationale Erfolge

    Immer mehr junge Unternehmen aus Polen erobern ausländische Märkte. Motivation für diesen Schritt bieten auf dem polnischen Markt erfolgreiche Start-ups aus dem Ausland. 

    Polens Start-up-Szene hat bereits einige internationale Erfolge vorzuweisen. Ein Beispiel dafür ist Docplanner. Das Start-up sammelte in seinen bisher sechs Investitionsrunden insgesamt 126 Millionen Euro ein. Allein 2019 waren es 80 Millionen Euro. An der letzten Runde beteiligte sich beispielsweise der Goldman Sachs Private Capital Fonds. Der Betreiber von Plattformen zur Vereinbarung von Arztterminen ist in 20 Ländern vertreten. In zehn ist er nach eigener Aussage Marktführer.

    Insgesamt 30 Millionen Nutzer (unique users) besuchen die verschiedenen Länderseiten im Monat und vereinbarten im Februar 2020 nach Aussage des Start-ups 1,5 Millionen Termine. Laut Łukasz Sabat, Analytiker beim staatlichen Kapitalfonds PFR Ventures, kann man bei Docplanner von einem der am schnellsten wachsenden polnischen Start-ups sprechen. Die Bewertung des Unternehmens könnte nach Meinung des Experten bald die magische Marke von einer Milliarde US-Dollar übersteigen.

    Ein weiteres Beispiel für den internationalen Erfolg polnischer Start-ups ist Nextrope. Das 2016 gegründete Softwareentwicklungshaus hat sich auf Blockchain-Anwendungen spezialisiert. Zum Kundenstamm des Unternehmens zählen staatliche Institutionen in Dubai. Nextrope hat für sie ein System zur Identifizierung von Immobilienkäufern und -verkäufern geschaffen. Dadurch müssen sie ihre Kreditwürdigkeit und andere Formalitäten nur einmal und nicht bei jeder Transaktion nachweisen. Auch illegale Käufe oder Verkäufe zu überhöhten Preisen lassen sich durch das System identifizieren. 

    Amazons Alexa: Geburtsort Danzig

    Einen ihrer größten Erfolge verzeichnete die polnische Start-up Szene 2013. Damals gab Amazon den Kauf des aus Danzig stammenden Start-ups Ivona Software bekannt. Das polnische Unternehmen hatte sich auf Stimmentechnologien spezialisiert. Diese waren bereits im Kindle Fire in Form von Text-zu-Sprache-Diensten zum Einsatz gekommen.

    Seit dem Verkaufsstart im Juni 2015 sind die Technologien des polnischen Start-ups als virtuelle Assistentin Alexa weltbekannt. Amazon gab im Januar 2019 bekannt, dass die Marke von 100 Millionen verkauften Geräten überschritten wurde. Am Standort des ehemaligen polnischen Start-ups in Danzig betreibt der Technikriese weiterhin ein Forschungs- und Entwicklungszentrum, um die künstliche Intelligenz von Alexa weiterzuentwickeln.

    Zur Gruppe der weltweit erfolgreichsten polnischen Start-ups gehört auch Brainly. Im Jahr 2019 sammelte das 2009 in Krakau gegründete Unternehmen 27 Millionen Euro ein. Brainly bietet eine Lernplattform an, auf der Schülerinnen und Schüler sich gegenseitig bei den Hausaufgaben helfen. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen in mehr als 35 Ländern tätig und hat monatlich rund 150 Millionen Nutzer (unique users). Mehr als 50 Millionen Fragen wurden auf der Plattform bereits beantwortet. 

    Internationale Start-up-Konkurrenz kämpft um polnischen Taximarkt 

    In Polen gibt es verschiedene Erfolgsbeispiele ausländischer (ehemaliger) Start-ups, etwa die 2010 vom Hamburger Start-up Intelligent Apps veröffentlichte App Free Now. Mit der App können Kunden Taxis direkt per Smartphone bestellen - ein Anruf in der Taxizentrale ist nicht mehr nötig. Die Bezahlung kann auch per App erfolgen. Das Start-up wurde 2014 von der 100-prozentigen Daimler-Tochter Moovel übernommen. Seit Anfang 2019 gehört die Taxiapp zum gemeinsamen Joint-Venture von Daimler und BMW. Warschau war 2012 die erste Stadt in Polen, in der die damals unter My Taxi bekannte App ihre Dienste angeboten hat. Mittlerweile ist die App auch in weiteren polnischen Städten verfügbar. 

    Konkurrenz bekommt das Unternehmen von drei anderen erfolgreichen Start-ups. Die polnische App iTaxi, das aus Estland stammende Bolt und die in den USA entwickelte App Uber sind ebenfalls in Polen verbreitet. Mit UberEats bietet Uber zudem seit 2014 einen Essenslieferdienst in Polen an. Mittlerweile ist Uber auch in anderen großen polnischen Städten aktiv.

    Ein weiteres Beispiel für ein in Polen erfolgreiches amerikanisches Start-up ist Airbnb. Das Unternehmen bietet eine Plattform zur Vermietung von Privatunterkünften zur Kurzzeitmiete an. Konkurrenz bekommt es dabei unter anderem von Trivago. Das in Düsseldorf angesiedelte Start-up vergleicht für seine Kunden Preise von Hotelzimmern in Polen. Ergänzt wird die Liste der in Polen erfolgreichen deutschen Start-ups durch Zalando. Das Versandhaus besitzt bereits mehrere Logistikzentren im Land.

    Von Niklas Becker | Warschau

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